Hey peopz, im Vorhinein muss ich erklärender Weise sagen, dass ich diesen Beitrag in angepasster Sprache schreibe, beginnend nach diesen Einführungssätzchen, sprich mit dem nächsten Absatz. Ich dachte mir, ich passe mich mal ein wenig an - zumindest temporär - und lasse hier und da ein paar Artikel weg, "vergesse" Satzzeichen oder missachte Groß- und Kleinschreibung. Mal sehen, wie das werden wird, kann eigentlich nur gut werden. Besonders bei dem Thema...
...Thema steht ja da. Leicht abgekupfert bzw. inspiriert (na gut, übernommen und etwas hinzugefügt) weil am Wochenende habe ich wieder mal Californication angefangen zu gucken. Spaß für die ganze Familie wirklich. Großes Kino. Ich fühle mich auch nach dritter Sichtung sehr gut unterhalten und freue mich immer noch auf die nächsten Folgen und den ganzen abstrusen Quatsch der da zu Stande kommt. Der Moody mit seiner Mood immer. Der Runkle. Der Koks-Schlumpf. Herrlich. Wirklich ich fühle mich dabei extrem gut unterhalten. Titten gibbet auch immer mal wieder und Sex ja eh. Von wegen Ficken und Schläge, ne?! (ich tue mich gerade selber schwer mit der angepassten Sprache, es fühlt sich merkwürdig an, wenn man bewusst etwas Falsches tut...Gewissen?!)
Aber Ficken und Schläge: muss ja sagen das ich Schläge beim Sex jetzt nur so bedingt gut finde. Bin da nicht so der Masochist geschweige denn Sadist oder im ärgsten Falle, Sado-Masochist. Mal etwas härtere Gangart, kein Thema. Dominanz kann ich durchaus. Ein beherztes Anfassen oder Zupacken, gerne. Sagen, wo und wie es lang geht, auch super. Ich bediene nur eben nicht diesen Fetisch, welcher S&M definitiv ist. Ich verspüre keine körperliche Erregung, wenn ich jemandem Schmerzen oder "Erniedrigung" zufügen soll. Wenn es unbedingt gewollt wird, okay, dann werde ich es wohl auch veruschen, man darf aber dennoch nicht direkt erwarten, dass jeder auf die gleichen Dinge abfährt. Klar, nur Rumliegen und darauf warten, dass sich einer bewegt...nee, muss auch nicht sein. Wie immer gilt: Sex ist ein Sport, bei dem am Ende alle gewinnen sollten. Die Mischung machts, und vor allen Dingen Einvernehmen.
Aber wie Madame Mia schon in Frage stellt: "Was ist, wenn sie es einfach geil findet?". Kann sein, soll es geben. Bäm Junge zack haste eine hängen weil...ja fand se halt geil und so. Okay. Ich wäre allerdings auch reichlich irritiert würde so etwas mal passieren. Da ahnste nichts böses und dann kriegste ne Schelle. Mir geht bei Gewalt einfach keiner ab. Zu viel Pazifist in mir. Aber jedem das seine. Bin ja durchaus offen für Neues und definitiv nicht festgefahren. Aber wenn ich etwas nicht gut heiße bzw. meine Einstellung damit nicht einhergeht, dann wird das schwierig dabei etwas Gutes, Tolles oder Erregendes zu finden. (Ich lasse das mit der angepassten Sprache wieder. Das funktioniert nicht so gut. Ich kann das eben nicht so einfach, wie es mehr und mehr zum Usus wird. Sorry!)
Aber so aus heiterem Himmel Eine geballert zu bekommen...tja, wie würde man da reagieren? Die Voll-Asis unter uns würden wahrscheinlich, aus "reinem Affekt" heraus, einfach zurück schlagen. Zack, fliegt die Dame aus dem Bett und liegt da. Eine Begründung wäre dann wahrscheinlich: "Schlägst du mich, schlag ich dich"...immer dieses Auge um Auge, nee, nee! Der diplomatischere Mensch wäre wohl irritiert, würde es aber erstmal hinnehmen, um die Stimmung nicht weiter zu gefährden. Der Dumme würde es wahrscheinlich gar nicht einordnen können und es wäre ihm egal, Hauptsache ficken, jaa, jaa. Wie wenig Anspruch manch Mensch (Tier) doch so hat...Einige behaupten ja allen Ernstes "Loch ist Loch"... Da denke ich mir dann immer, das Loch da oben in deinem Schädel...da, wo eigentlich das Gehirn sitzt...aber nun gut. (Assoziationen zu "A Serbian Film" kommen hoch, urghs, was ein Film :O)
Jeder, wie er kann und will, solange niemand zu irgendetwas gezwungen wird, was er/sie nicht möchte, okay. Es passiert allerdings eh alles und noch so viel mehr hinter verschlossenen Türen und die Wenigsten gehen damit hausieren. Macht man ja auch nicht. Etikette, Anstand, Gentlemen/-women schweigen und genießen! Außer es wird sich bei Jungs- und oder Mädelsabenden, Stammtischen oder anderweitigen, kommunikativen Runden ausgetauscht. Da wird dann gerne mal geprahlt, geprollt, sich gegenseitig bestätigt. Und ich vermute, dass die Art der Kommunikation über dieses Thema, bzw. Sex im Allgemeinen, sich bei den Geschlechtern gar nicht so groß unterscheidet. Wenn die Geschlechter unter sich sind, ist die Kommunikation meistens gelöster oder etwas freier. Da tut sich bei Männlein und Weiblein nicht viel an Unterschied auf, denke ich, im Endeeffekt will es ja eh jeder.
Die meisten Mädels tun halt immer nur so unschuldig in der Öffentlichkeit. Bzw. sie haben wahrscheinlich Angst ihren Prinzessinnen-Ruf zu verlieren. Oder tun eben genau so, um damit eine Art von Unnahbarkeit oder Anstand zu suggerieren, der bei gewissen Individuen durchaus Anklang findet und dadurch der ur-instinktliche Jagd-Trieb geweckt wird. Nicht Alle, aber viele, vermute ich. Besonders heutzutage. Aufmerksamkeit wird gerne wahrgenommen, egal in welcher Form.
Da die ganzen Jäger sich ja auch auf solche Spielchen einlassen, ist es auch kein Wunder, dass die Mädels heutzutage in der luxuriösen Position sind, solche Spielchen zu moderieren oder zu lenken. Es ist ganz einfach, einmal so ne Type an der Angel, da kannste ja theoretisch alles erzählen. Und wenn mal Zweifel aufkommen, einfach etwas Haut zeigen und der Jäger startet wieder bei Null. Ihr armen Männlein, was werdet Ihr doch alle manipuliert. Aber auch das will Mann, instinktiv, wahrscheinlich. Um genau diese Schublade auszufüllen, die erwartet wird.
Tja, Schubladen. Steckste in keiner drin, ist dein Platz eben woanders. Fernab der Schubladen. Aussortiert, irgendwo davor, dazwischen oder daneben. Auf dem Boden, in einer anderen Ecke des Raumes oder sogar vor der Türe, Hauptsache entfernt. Lässt man sich auf solche Spielchen also nicht ein, wird auch nicht mit Einem gespielt. Es wäre ja reiner Aufwand, sich aus der bequemen Situation der Schublade zu lösen, um im Umfeld nach etwas zu suchen, was dem eh nicht entspricht. Das Spielfeld ist ja in der Schublade. Und die Anzahl der spielfreudigen Anwärter ist hoch. So kommt es auch niemals zu einem Ende. Es fängt immer wieder von vorne an. Und die, die richtig viel Ehrgeiz haben, stellen sich erneut in der Schlange an, wenn sie das Spiel dann einmal durchhaben. Eine neue Runde, wer hat noch nicht, wer will noch mal.
Mädels sind in der Sockenschublade des Lebens wohl eher so die Socken, deren Partner-Socke irgendwann beim Waschen abhanden gekommen ist und die sich nun in der Situation befinden, dass es so viele andere Socken gibt, die potentiell passen könnten. So wird dann ausprobiert und getestet, ob nicht doch das kongruente (deckungsgleiche) Gegenstück wieder auftaucht. Es ist Alles ähnlich, aber nie hundertprozentig so, wie es mal war. Und so geht die Reise und das Spiel oft lange weiter. Nicht immer - wie gesagt, man darf nicht alles pauschalisieren, nicht jeder ist gleich, aber Verhaltensweisen wiederholen sich in einem Großteil der Fälle. Es gibt ja auch noch diejenigen Socken, die gar nicht so viel Wert darauf legen, dass es unbedingt, zwingend wieder das Gleiche sein muss. Das ist gut. So werden sich auch die Socken und Strümpfe finden, die nicht in der Schublade existieren können oder wollen.
Von Ficken und Schläge über Schubladen zu Socken. Ganz toll! Aber so siehts aus. Apropos Socken. Löcher in Socken kann man auch stopfen. Es gibt ja so unsagbare viele Mehrdeutigkeiten und Ausdrücke, Jargon oder Slang, um gewisse Dinge zu beschreiben. Ene mene miste, ich... Aber das ist mir zu platt, die ganzen chauvinistischen Sprüche aufzusagen, die so existieren. Das ist auch gar nicht mein Anspruch. Bekommt man aber meistens dennoch alles von den Artgenossen mit, ob man will oder nicht. Man muss es aber nicht anwenden, das macht dann den Unterschied, denke ich. Ich kann auch ein Arschloch sein, klar. Aber was hält mich denn davon ab, mich trotzdem relativ gewählt ausdrücken zu können? Richtig. Gar nichts. Oft ist es ja auch - und das immer vermehrt - der zweite Eindruck, der zählt. Auf den ersten Blick will doch eh immer jeder in erster Linie gut ankommen. Dafür sind Profile ganz hervorragend und dafür hat sie ja auch irgendwann jemand erfunden. Aber ich sags Euch, schaut auch mal hinter den Vorhang, wenn es der persönliche Anspruch zu lässt. Das, was nicht so offensichtlich ist, ist doch viel interessanter, als wieder irgend so ne Socke, die irgendwie ähnlich passend ist, aber dann eben doch nicht. Aber Löcher in Socken sind ja auch immer an den gleichen Stellen. Entweder ist die Ferse durch oder irgendwo vorn bei den Zehen. Das Traurige daran: Viele Socken werden gar nicht mehr gestopft, sondern direkt weggeworfen. Ungestopft und durchlöchert, zack in den Müll. Kein Wunder, dass Einige dadurch nen Sockenschuss kriegen können. Aber hey, das Gefühl "von den Socken zu sein" ist auf jeden Fall ein Gutes. Sollte jeder mal haben, egal in welche Richtung es geht, auch wenn es Schläge beim Ficken sein sollten...
Posts mit dem Label was machen sachen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label was machen sachen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 19. Februar 2018
Donnerstag, 8. Februar 2018
Ein Beitrag über Religion, im weitesten Sinne
Ehm, Religion...jaa, ein riesen Thema, eigentlich nur so bedingt meines, da ich nicht viel mit den klassischen Vorstellungen der Kirche anfangen kann, bzw. diese definitiv nicht lebe. Ich bin da eher frei und offen für viele, verschiedene Dinge, Glauben und Ansichten. Niemand muss nur einen Gott haben - wenn er einen haben möchte - dennoch ist es nicht verkehrt und wichtig an Etwas zu glauben. Ob das dann ein Gott ist, oder eine Sache, eine Person, ein Gedanke, ein Mantra, was auch immer. Jeder sollte seinen Gott so nennen, wie er es möchte, ohne sich dabei an irgendwelche Vorschriften halten zu müssen. Auch wenn man es dann gar nicht Gott nennt, sondern irgendwie anderes. Kraft, Energie, Etwas, was auch immer, im Endeffekt kann ja alles irgendwie ein Gott sein.
Dieser Beitrag basiert auf einem Gedanken der letzten Tage:
"Kann man einen Gottkomplex haben, obwohl man Atheist ist?"
Wenn man nun also eine so große Überzeugung von sich selbst hat oder man ein Ego vorweisen kann, das so groß ist, dass man sich dadurch selbst über alles Andere stellen kann, glaubt man ja definitiv sehr stark an sich selbst. Wenn man sich selber also so sehr mag, gut findet und das unterstützt, wie man denkt, könnte man sich selber ja auch als der eigene Gott beschreiben und wäre dann frei von vielen Konventionen und bräuchte zusätzlich keine andere Religion, neben der, dann, Eigenen.
Soweit so gut. Ich sehe es ja auch so, dass man ein gesundes Selbstwertgefühl haben sollte, das macht tatsächlich Vieles einfacher. Das merke ich ja selber immernoch, da meine Zweifel an einigen Sachen durchaus bestehen, auch wenn ich mich weiterhin sehr bemühe, nicht immer alles so negativ zu sehen und mir alles so zu Herzen zu nehmen, was mir wiederfährt. Da würde mir mehr Egoismus wahrscheinlich irgendwie gut tun, dann würde ich mir nicht so Vieles vorwerfen, keine Frage.
Da ich das Ganze aber auch hinterfrage, muss ich feststellen, dass ich dieses Riesen-Ego definitiv nicht habe, auch wenn ichs mir vielleicht erlauben könnte, ohne mir einen Zacken aus der Krone zu brechen. Allerdings bin ich da weiterhin etwas zu bescheiden oder "gedeckelt", um so frei und groß zu sein, dass mir im Endeffekt alles Andere egal sein könnte. Dafür mache ich mir zu viele Gedanken. Dafür wiege ich Vieles zu viel ab, Äpfel, Birnen, etc. Vergleiche Dinge in meinen Gedanken, und werde oft mit Assoziationen konfrontiert, die mich an negative Erfahrungen erinnern.
Hätte ich dieses scheißegal-mir-kann-keiner-was-Ego, wäre ich allerdings auch nicht derjenige, der ich im Moment bin. Und ich finde mich, bis auf ein paar Sachen, durchaus gut, wie ich bin. Obwohl ich kein Riesen-Ego habe. Aber das muss ja auch nicht, riesig können auch andere Sachen sein, Herzen oder andere Körperteile, zum Beispiel.
Vielleicht haben Menschen diese Egopolieren und Aufbauschen auch nötig, um selber irgendwelche Defizite auszugleichen oder zu kompensieren. Man macht so was ja (weiß Gott) nicht einfach so. Alles hat seine Gründe, die ich versuche nachzuvollziehen. Selbstschutz. Schutz der Identität, Schutz der eigenen Religion. Aber dadurch auch Schutz vor anderen Religionen. Jedem das Seine. Ich habe ja kein Problem, dass es verschiedene Religionen gibt. Nehme ich so an. Ich muss aber zeitgleich trotzdem nicht Alles zwingend gut finden, was so gepredigt wird. Ich habe ja selbst auch immer meine eigene Meinung oder Ausrichtung. Aber ich akzeptiere das und höre mir Verschiedenes an, ob ich dann damit einher gehen kann, kann ich ja immer noch entscheiden. Man kann sich auch mal Zeit für eine Entscheidung nehmen, wie ich finde.
Ich verstehe es ja auch, dass man so was macht, um davor geschützt zu sein, nichts in Frage stellen zu müssen. Nichts kann einen dann runterziehen oder negativ beeinflussen, da man so sehr mit sich selbst am Start ist, dass man nicht mehr von außen beeinflusst werden kann oder will. Klingt gar nicht so schlecht, dann hätte ich wahrscheinlich weniger subjektive Probleme, aber das ist tatsächlich nicht mein Anspruch. Ich möchte im Kollektiv groß sein und gemeinsam an etwas glauben können. Das ist mir wichtiger als mein eigener Gott zu sein.
Was mich an dieser Angelegenheit mit dem Gott-Ego weiter stört ist, dass man sich mit einem solchen Bewusstsein ja ganz bewusst über Andere und Anderes stellt und sich damit genauso vor anderen Erfahrungen oder Reizen verschließt und eben nichts Anderes mehr zulassen kann. Das ist anmaßend und nicht zwingend förderlich für Entscheidungen in Gruppen. Man wird rücksichtslos und weniger kompromissbereit. Wenn man das also so stark durchzieht, darf man sich auch nicht wundern, dass es immer jemanden geben wird, der diese Ansicht der eigenen Religion nicht teilt und dadurch Meinungsverschiedenheiten entstehen können, bei denen verschiedene Parteien sich auf eben ihre Ansicht stützen. Ich bin gerne kompromissbereit, wenn es in meinen Augen einen Sinn ergibt, keine Frage. Ich lasse mir allerdings keine Überzeugung aufdrücken, die ich nicht so sehe. Auch hier gilt dann, sobald eine Religion zu radikal verbreitet wird, ohne Rücksicht auf Verluste, ist das definitiv nicht meine Religion und davon distanziere ich mich, da ich diese Sichtweisen nicht in meiner Vorstellung unterbringen kann.
Jeder soll ja so sein, wie er sein möchte...ich finde es auch irgendwie beachtlich, dass man sich selbst antrainieren kann, so groß zu werden. Wirklich, beachtlich. Der Mensch kann sich ja selber programmieren bzw. die Software so schreiben, wie er es möchte. Das habe ich selber in der letzten Zeit freudig lernen dürfen. Die Idee der Selbst-Programmierung ist wirklich eine Gute, und gar nicht so fern, denn "des Glückes eigener Schmied", "Wenn man etwas will, dann schafft man es auch!", etc. das trifft ja durchaus alles zu. Allerdings sind mir persönlich, Einsicht, Verständnis und Mitgefühl lieber, als Selbst-Beweihräucherung und Huldigung des eigenen Gottes.
Jeder sollte sein eigener Gott sein, Atheist, oder auch nicht. Ob man dann ein guter oder schlechter Gott sein wird, muss man allerdings herausfiltern und sich genauso anpassen, sonst laufen einem die Jünger irgendwann einfach weg. Lieber einen Glauben an sich selbst und alleine oder einen geteilten Glauben und gemeinsam!? Auch hier: der Mittelweg machts, dieser ominöse Lebensphilosoph...
Dieser Beitrag basiert auf einem Gedanken der letzten Tage:
"Kann man einen Gottkomplex haben, obwohl man Atheist ist?"
Wenn man nun also eine so große Überzeugung von sich selbst hat oder man ein Ego vorweisen kann, das so groß ist, dass man sich dadurch selbst über alles Andere stellen kann, glaubt man ja definitiv sehr stark an sich selbst. Wenn man sich selber also so sehr mag, gut findet und das unterstützt, wie man denkt, könnte man sich selber ja auch als der eigene Gott beschreiben und wäre dann frei von vielen Konventionen und bräuchte zusätzlich keine andere Religion, neben der, dann, Eigenen.
Soweit so gut. Ich sehe es ja auch so, dass man ein gesundes Selbstwertgefühl haben sollte, das macht tatsächlich Vieles einfacher. Das merke ich ja selber immernoch, da meine Zweifel an einigen Sachen durchaus bestehen, auch wenn ich mich weiterhin sehr bemühe, nicht immer alles so negativ zu sehen und mir alles so zu Herzen zu nehmen, was mir wiederfährt. Da würde mir mehr Egoismus wahrscheinlich irgendwie gut tun, dann würde ich mir nicht so Vieles vorwerfen, keine Frage.
Da ich das Ganze aber auch hinterfrage, muss ich feststellen, dass ich dieses Riesen-Ego definitiv nicht habe, auch wenn ichs mir vielleicht erlauben könnte, ohne mir einen Zacken aus der Krone zu brechen. Allerdings bin ich da weiterhin etwas zu bescheiden oder "gedeckelt", um so frei und groß zu sein, dass mir im Endeffekt alles Andere egal sein könnte. Dafür mache ich mir zu viele Gedanken. Dafür wiege ich Vieles zu viel ab, Äpfel, Birnen, etc. Vergleiche Dinge in meinen Gedanken, und werde oft mit Assoziationen konfrontiert, die mich an negative Erfahrungen erinnern.
Hätte ich dieses scheißegal-mir-kann-keiner-was-Ego, wäre ich allerdings auch nicht derjenige, der ich im Moment bin. Und ich finde mich, bis auf ein paar Sachen, durchaus gut, wie ich bin. Obwohl ich kein Riesen-Ego habe. Aber das muss ja auch nicht, riesig können auch andere Sachen sein, Herzen oder andere Körperteile, zum Beispiel.
Vielleicht haben Menschen diese Egopolieren und Aufbauschen auch nötig, um selber irgendwelche Defizite auszugleichen oder zu kompensieren. Man macht so was ja (weiß Gott) nicht einfach so. Alles hat seine Gründe, die ich versuche nachzuvollziehen. Selbstschutz. Schutz der Identität, Schutz der eigenen Religion. Aber dadurch auch Schutz vor anderen Religionen. Jedem das Seine. Ich habe ja kein Problem, dass es verschiedene Religionen gibt. Nehme ich so an. Ich muss aber zeitgleich trotzdem nicht Alles zwingend gut finden, was so gepredigt wird. Ich habe ja selbst auch immer meine eigene Meinung oder Ausrichtung. Aber ich akzeptiere das und höre mir Verschiedenes an, ob ich dann damit einher gehen kann, kann ich ja immer noch entscheiden. Man kann sich auch mal Zeit für eine Entscheidung nehmen, wie ich finde.
Ich verstehe es ja auch, dass man so was macht, um davor geschützt zu sein, nichts in Frage stellen zu müssen. Nichts kann einen dann runterziehen oder negativ beeinflussen, da man so sehr mit sich selbst am Start ist, dass man nicht mehr von außen beeinflusst werden kann oder will. Klingt gar nicht so schlecht, dann hätte ich wahrscheinlich weniger subjektive Probleme, aber das ist tatsächlich nicht mein Anspruch. Ich möchte im Kollektiv groß sein und gemeinsam an etwas glauben können. Das ist mir wichtiger als mein eigener Gott zu sein.
Was mich an dieser Angelegenheit mit dem Gott-Ego weiter stört ist, dass man sich mit einem solchen Bewusstsein ja ganz bewusst über Andere und Anderes stellt und sich damit genauso vor anderen Erfahrungen oder Reizen verschließt und eben nichts Anderes mehr zulassen kann. Das ist anmaßend und nicht zwingend förderlich für Entscheidungen in Gruppen. Man wird rücksichtslos und weniger kompromissbereit. Wenn man das also so stark durchzieht, darf man sich auch nicht wundern, dass es immer jemanden geben wird, der diese Ansicht der eigenen Religion nicht teilt und dadurch Meinungsverschiedenheiten entstehen können, bei denen verschiedene Parteien sich auf eben ihre Ansicht stützen. Ich bin gerne kompromissbereit, wenn es in meinen Augen einen Sinn ergibt, keine Frage. Ich lasse mir allerdings keine Überzeugung aufdrücken, die ich nicht so sehe. Auch hier gilt dann, sobald eine Religion zu radikal verbreitet wird, ohne Rücksicht auf Verluste, ist das definitiv nicht meine Religion und davon distanziere ich mich, da ich diese Sichtweisen nicht in meiner Vorstellung unterbringen kann.
Jeder soll ja so sein, wie er sein möchte...ich finde es auch irgendwie beachtlich, dass man sich selbst antrainieren kann, so groß zu werden. Wirklich, beachtlich. Der Mensch kann sich ja selber programmieren bzw. die Software so schreiben, wie er es möchte. Das habe ich selber in der letzten Zeit freudig lernen dürfen. Die Idee der Selbst-Programmierung ist wirklich eine Gute, und gar nicht so fern, denn "des Glückes eigener Schmied", "Wenn man etwas will, dann schafft man es auch!", etc. das trifft ja durchaus alles zu. Allerdings sind mir persönlich, Einsicht, Verständnis und Mitgefühl lieber, als Selbst-Beweihräucherung und Huldigung des eigenen Gottes.
Jeder sollte sein eigener Gott sein, Atheist, oder auch nicht. Ob man dann ein guter oder schlechter Gott sein wird, muss man allerdings herausfiltern und sich genauso anpassen, sonst laufen einem die Jünger irgendwann einfach weg. Lieber einen Glauben an sich selbst und alleine oder einen geteilten Glauben und gemeinsam!? Auch hier: der Mittelweg machts, dieser ominöse Lebensphilosoph...
Abonnieren
Posts (Atom)
-
Hey, hi! Podcast-Time mit einer neuen Folge vom Interview aus der lyrischen Nachbarschaft. Folge 5, die letzte für 2021. Dieses Mal hab ic...
-
Rausch Es ist der heißeste Tag in diesem Jahr. An die 38 Grad sollen es werden. Die Fahrt mit den Öffentlichen wird anstrengend, das war ...
-
Hello, hello! Hier ist nun Folge 3 vom Interview aus der lyrischen Nachbarschaft. Dieses Mal mit Jan-Oliver, der unter dem Pseudonym @she...