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Donnerstag, 9. April 2020

DREI F*CK*N' JAHRE DEM JOE SEIN BLOG :partyhütchentrötchen:

Hallo, das bin ich, der Joe ⤋



Heute ist ein ganz wunderbarer Tag! Hier entsteht nun ein Beitrag voller Inhalt, Medien, Links, Erinnerungen, Ideen, Rückblicken und Voraussichten. Es ist Zeit, von den letzten - nunmehr drei Jahren - Schreiberei zu erzählen. Es wird wohl wieder Alles und ein bisschen weniger werden. Es bleibt dabei, der Untertitel zu meinem Blog wird sich nie verändern. Es bleibt das mehrdeutige Programm und die subtile Umschreibung meiner Sachen, die ich hier so mache.

Zum Einstieg einfach mal der Link zum aller ersten Beitrag, den ich hier für den Blog verfasst habe:

➽ https://demjoeseinblog.blogspot.com/2017/04/3-doors-down-kryptonite.html

Heute ist zwar noch nicht der 09.04.2020, sondern der 04.04.2020, aber ich fange einfach schonmal an, zu schreiben. Mein Dreijähriges steht so dicht vor der Tür, dass ich es schon durch das imaginäre schwere Holz (ich hab in Wirklichkeit nur 'ne Standardtüre) atmen hören kann. Bald, sprich Donnerstag (wahlweise heute, weil heute Donnerstag ist), tritt es dann durch diese Türe hindurch und ist da.

Warum ich damals angefangen habe, regelmäßig zu schreiben? Ich wurde inspiriert bzw. ermutigt. Ein internetiöser Kontakt gab damals den ausschlaggebenden Impuls, die ganze Geschichte mit dem Blog und dem Schreiben zu verwirklichen. Wenn ich aber ein ganzes Stück zurück denke, erinnere ich mich an Kurzgeschichten, die ich vor Jahren schon schrieb. Aber mehr für mich, als für die Öffentlichkeit. Ich muss diese Legenden von Tieren, die ich damals fabriziert habe echt mal suchen (hoffentlich finden (Kartons/Papier)) und digitalisieren. Irgendwann hab ich auch mal angefangen eine Sci-Fi-Fantasy-Story zu schreiben, wohl inspiriert von Terry Pratchett!! Schreiben war auf jeden Fall latent schon immer in mir, wie es scheint.

Aber mal weg von Storys und Geschichten...angefangen habe ich hier mit Inhalt aus meinem Leben. So waren die ersten Schritte, die ich hier im Blog gemacht habe. Vor drei Jahren war ich gerade am Ausufern der Depression und machte die ersten neuen sozialen Kontakte seit geraumer Zeit. Es lag also nichts näher, als über ein Leben zu schreiben. Viele Beiträge, gerade aus der Anfangszeit sind stark vom 1 live Freundeskreis geprägt, dem ich immer mal wieder kritisch gegenüberstehe, der aber an sich eine tolle Sache ist und mir persönlich einzigartige und wundervolle Möglichkeiten gegeben und geschenkt hat.

Was soll ich sagen?! Ich habe dort (und das nicht mal mehr vor Kurzem) mein Herz gefunden! Christina, mein Glück, Moro mou, meine Muse! Baby, wieviele Beiträge und Gedichte, Texte und Inspirationen auf dich zurückzuführen sind...der absolute Wahnsinn!!!!! Und auch wir haben uns dort im FK kennengelernt. Eher zufällig sind wir ins Gespräch gekommen und wir beide wussten nicht, was wir mit uns und aus uns machen würden. So viele erste Mal dank Dir! Eine Beziehung - über eine Distanz von 2500 Kilometern -, die ihres Gleichen sucht. Mein Leben steckt in diesem Blog und so bist auch Du ein Teil davon geworden. Ich bin jeden Tag extrem dankbar für diese wundervolle Fügung und Bindung, die wir haben und pflegen. Jetzt muss nur noch dieses merkwürdige Virus aus der Luft verschwinden (geschrieben in Zeiten von covid-19, auch bekannt als Corona-Virus) und ich komme sofort wieder zu dir geflogen. Aber sowas von! In der Zwischenzeit müssen wir uns in Geduld üben, üben täglich das Vermissen und sind Tag für Tag für einander da. Die Vorfreude, dich wieder sehen zu dürfen, wächst enorm und ich drücke weiterhin alles, was ich habe, damit wir uns endlich wieder in die Arme nehmen und küssen können!! xo


Eigentlich ist der FK (diese FB-Gruppe) ein Pool so vieler Dinge, die mich direkt und indirekt beeinflusst haben und dies weiterhin tun. Auch wenn ich derweil eher wenig aktiv bin, ist es immer wieder möglich, dort Anschluss, Mitwirken und Ispiration zu finden.

Die komplette Idee zu den Interviews aus der Nachbarschaft ist dort entstanden und brachte mir bisher fünfzehn Menschen, die ich kennenlernen und ausfragen durfte. Und das Potential für die Fortführung eines Podcasts ist immens. Ich hab da auch schon so Ideen und Namen und Personen im Kopf. Es geht damit auf jeden Fall weiter, das ist ganz klar!

Die Schreib-Aufgaben oder auch Schreib-Challenges sind dort basiert. Immer wieder starte ich einen Aufruf, um im Bestfall neue Leute zu mobilisieren, die dann bei der nächsten Runde mitmachen.
Und auch bei dieser Idee, haben sich Kreative gefunden. Individuelle Geister. Die Einen sind nun seit Runden geblieben, Andere haben es einfach mal ausprobiert und ja, es gibt immer wieder neue Mitwirkende. Mega gut! Voll danke und so!

Der Dichterdienstag. Der Dienstag, der wöchentlich ein Gedicht bekam. Fast ein Jahr am Stück. Wobei die Dichterei sich irgendwann Ende 2017 von alleine gemeldet hat.
Dass es dann so inspirativ und lyrisch von Statten ging, konnte ich selbst nicht ahnen!
Immer wieder traf ich das Leben, lernte Menschen kennen, die zu Musen wurden. Meine aktive und passive Affinität zu Roman-Tischen wurde in den letzten 2 Jahren durch Worte und Lyrik aber mal sowas von befeuert! Wie gerne ich aber auch schöne Gefühle und Momente mit den Möglichkeiten der Worte und Lyrik gebe. Es hat in mir selbst noch einmal etwas ausgelöst. Das Herausfinden, dass man das ja schon ganz gut kann und so viele Berührungspunkte und Emotionen schaffen kann, ist mir eine subjektive Profession geworden. Ich liebe es! Mitzubekommen, was Worte und Zeilen, geschrieben und gesprochen, schon bei Menschen ausgelöst haben, ist ein wahres Privileg!


Apropos Gedichte:

Leute, Leute,
heute, heute,
feiere ich mit euch und der ganzen Welt,
die Standhaftigkeit und Präsenz meiner Welt.
Drei wunderbare Jahre sind es nun!
Wieviele noch kommen? Wer weiß das schon?!
Es ist ein Sammelsurium,
ein Pool aus Gedankengut,
ein Einblick in mein Leben.

Einst schrieb ich vom Weben,
dem Garn und der Wolle.
Ich schrieb von Zeiten. Tolle,
Schwierige und Neutrale.
Stellte hier und dort so manche Frage.
Jedes Mal beim Schreiben, läuft Musik,
jedes Mal beim Schreiben, ist es Zeit, die fliegt.
Kaffee, der fließt,
Gedanken, die strömen.

So manch Eine/r liest,
nicht nur die schönen
Beiträge und Umsetzungen,
sondern auch meine anderen Textungen
und fühlt sich berührt,
oder selber inspiriert.
Gar Gedankenanstöße und Anregungen,
Kritisches und Anlehnungen, 
werden auf- und wahrgenommen.

Kaum, dass man den Gipfel erklommen,
fällt man in melancholische Täler.
Dann kommt der nächste Höhepunkt
mal früher, manchmal etwas später, 
aber immer mit Authentizität und Grund.
Liest man in meinen Gedichten, 
so könnte man mich lesen.
Ich erzähle zwar auch von Geschichten,
aber eben auch von meinem Leben. 



Das erste Gedicht, welches ich hier je veröffentlich habe, ist übrigens Folgendes:


Über alte Mode und neue Sterne; ein Gedicht 

Ich möchte deine Seele fühlen, deinen Verstand berühren.
Ich möchte deine Emotionen sehen und deinen Charakter spüren.
Ich will schmecken, was du hörst und riechen, was du denkst.
Wahrnehmen, wie du strahlst
und strahlen, wenn du im Schatten stehst.
Ich wünschte mir, Lachen, Grübeln und Philosophieren.
Manchmal nichts tun, manchmal viel tun
oder einfach mal nur Fantasieren.
Um ganz neue, tolle Dinge zu erleben
oder - ganz salopp - dem Leben sagen, dass wir leben.

Fern sein können aber Präsenz empfinden.
Verbundenheit und Sehnsucht verbinden.
Interesse fordern und Neugier wecken.
Aufwühlen, wissend, die Wogen wieder zu glätten.
Sich fallen lassen, um aufgefangen zu werden.
Vertrauen finden. Freiheit und Glück erwerben.
Zusammen sein und Erfahrungen machen.
Gemeinsam sein und die Zeit erfassen.
Das Miteinander teilen und
im Bestfall dort verweilen.

Seltenheitswerte oder grundlegende Werte?
Alte Werte, vielschichtiger Natur,
entfremdet durch Instrumente moderner Momente.
Die Überforderung der Sinne der Empänger und Sender
im Umgang miteinander? Gegeneinander. Entfernend auseinander.
Ein trauriges Wider-einander.
Entwöhnung und Oberflächlichkeit.
Kurzfristig- und Unsinnhaftigkeit.
Unbewusste Manipulation. Werteverschiebung.
Die Verbiegung der Normen in Kompilation?
Definitiv weniger leiden.
Es sollte nämlich anders bleiben.

Zuversicht haben und das Positive ereifern.
Hoffnung schöpfen und nach Sternen greifen.
Zweifelsohne: Echtheit wahren.
Demut, Dankbarkeit und Geduld erfahren.
Es könnte doch alles so "einfach" sein,
so, wie damals, das gebietet selbst der Reim.
Um sich greifen, wach sein und sich erden.
Signale wahrnehmen und wahrgenommen werden.
Zu sich selber finden und dies ausstrahlen können,
um sich dann, irgendwann, wieder sagen zu hören:

"Ich möchte deine Seele fühlen, deinen Verstand berühren.
Ich möchte deine Emotionen sehen und deinen Charakter spüren." 

...
- ein altmodischer Mensch, 2017

Zudem habe ich im Rahmen der Lyrikergründung angefangen, Kurzzeiliges für Kurzweiliges (kurz: KFK) zu schreiben. Kleine Wort- oder Satzzusammenstellungen zu einem Wort, das ich meistens spontan als inspirativ empfinde und es notiere. Wenn die Idee mit dem Gedanken schon fast komplett geschrieben ist, ist es wahrhaftige Inspiration und geht so einfach und leicht von der Hand. Mittlerweile sind insgesamt 26 Dreierpacks entstanden, die Kurzzeiliges für Kurzweiliges enthalten.
Alles in allem sind's bisher 78 Beschreibungen aus dieser Kategorie. Zu finden übrigens hier:

➽ Kurzzeiligs für Kurzweiliges



Drei Jahre schreiben. Drei Jahre Gedanken zu Papier. Drei Jahre das, was aus meinem Kopf kommt, umsetzen und behandeln. Drei Jahre voller Gedichte und Lyrik. Drei Jahre voller Interviews und Menschen. Drei Jahre Verarbeitung und Tagebuch. Drei Jahre Emotionen und Einblicke in mein Innenleben. Drei Jahre lang, die dieser Blog nun lebt. Und er bleibt. Es ist wohl mein Vermächtnis. Für gestern, heute, morgen und alle Morgen danach und die, die noch kommen werden. Ich werde in meinem Leben wohl niemals etwas in dieser Welt hinterlassen, was auch nur ansatzweise mit Kinderzeugen zu tun hat, deshalb wird's - wenn nicht noch der totale Sinneswandel geschieht - auf diese subjektive Umsetzung der Kreativität hinauslaufen, die ich grundsätzlich als feine Spuren in diesem Leben, in dem Leben von Anderen oder auch einfach nur im Netz, hinterlasse. Wie sagte die liebe Anna (die ein Teil des Interviews aus der Nachbarschaft ist) so schön: "Du hinterlässt einen ganz besonderen Eindruck bei Vielen. Die Menschen kommen nicht ohne Grund zu dir und möchten mit dir reden und ein Teil von dem Ganzen sein." Danke, Anna.

Und in der Tat, 16 Interviews können nicht lügen...und deshalb werde ich - wie erwähnt - den Podcast bzw. die Interviews aus der Nachbarschaft wieder aufleben lassen! Damit fange ich jetzt schonmal an und teile den Link zur Spezial-Staffel und Staffel 2 (mit oben erwähnter Anna, die mit Abstand die meisten Klicks für ihr Interview bekommen hat (bisher haben 738 Menschen den Link zu ihrem Interview-Beitrag angeklickt!).





Ich werde die Sparte Podcast auch wieder komplett in die Seite einbauen und alle bisherigen Staffeln zur Verfügung stellen. Desweiteren bin ich gewillt, wieder neue Gesprächspartner aufzutreiben, um wieder ein bisschen mehr Gesprochenes in den Blog einwandern lassen zu können.

Ich bin dankbar und glücklich, diese Gabe in mir zu tragen. Das Schreiben hilft mir weiterhin ungemein. Es war damals, als ich anfing, wie ein Katapult, wie ein Sprungbrett. Ein Tagebuch der Reflektion und Halt für so manche Unstimmigkeit, die in mir herrschte und bei Zeiten wieder herrschen wird. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich schreibe, wie ich denke und das oftmals, wie es genau so aus meinem Kopf kommt und es dann hier geschrieben steht. Vieles ist eins zu eins Information.

Dennoch ist Vieles auch nur angedeutet und metaphorisiert, in Lyrikform eingebunden und mit Worten geschmückt, die mehr als nur eine Bedeutung haben. Die Mehrdeutigkeit und Interpretation von Worten liegen mir sehr im Blut und im Wesen. Das Land der Zweideutigkeiten wird wohl immer einen ziemlich großen Teil in mir einnehmen. Das ist cool. Ich mag dieses Land sehr. Es bringt Spaß, Freude und Unterhaltung. Es reizt, macht an und spielt mit dem Leben. Das Leben kann so viel Freude bereiten, wenn man sich darauf einlässt!

Und genau das habe ich nach der ganzen Depression und mit der Umsetzung dieses Blogs mehr denn je zu spüren bekommen. Im Positivsten aller Sinne! Das Leben ist schön! Es gibt immer Täler, keine Frage. Aber die Kunst, mit der Kunst auch diese Täler zu verlassen oder wenigstens für die Zeit des Aufenthalts Diese mit Farbe anzumalen, damit sie nicht ganz so trostlos und talig wirken, ist die wahre Kunst. Ich bin ein insgesamt viel zu sensibler und empfänglicher Mensch, als dass ich mich von den Achterbahnen dieser Welt irgendwie aktiv (und unschädlich) schützen könnte. Deshalb birgt das schöne Leben immer wieder mal so n paar Tücken. Man kennt das. Aber das ist cool. Ich will aber auch genau so sein, wie ich bin. Mich zu verstellen liegt mir sehr fern und würde ich mein Wesen und meine Seele soweit selbst beschneiden, dass sie nicht mehr im Stande wären frei und offen zu sein, würde ein Teil fehlen. Demnach nehme ich jetzt immer ein bisschen Farbe mit, wenn ich einen Gipfel erklimme. Nur zu Sicherheit. Deshalb wird es auch immer schöne und euphorische Zeilen geben, sowie bedrückendere Zeiten und Umsetzungen.

Es bleibt dabei, ein Querschnitt meiner Gedanken, die ich hier immer wieder zusammen fasse. Es ist ein kreatives Ventil, welches ich öffnen kann, um Platz zu machen. Ich kann es öffnen und Liebe kommt heraus. Ich kann es öffnen, um meine Meinung mitzuteilen. Und ich kann es öffnen, wann immer ich will. Die Inspiration stirbt nie. Man muss nur lernen, sie zu sehen. Denn Inspiration liegt in Allem. Und irgendwann...bestimmt noch in diesem Jahrtausend...werde ich auch ein ganzes Buch mit diesem Ventil füllen.

Das Leben, das Leben, ja! Ja, es ist das Eine, was wir haben (für's Erste). Ich habe gefühlt ein neues Leben angefangen, als ich aus dem schweren Mantel der Undurchsichtigkeit wieder hervorkam und es ist besser als je zuvor. Zumal das Alte auch nicht schlecht war. Aber ich habe mich verändert und nehme andere Dinge wahr. Die Sichtweise und inner Ausrichtung hat sich einfach ein gutes Stück verändert und die Demut arbeitete echt lange in mir.

Irgendwann hab ich mal jemanden kennengelernt, vor etwas mehr als drei Jahren, der sagte mir. Vergebung. Vergebung ist Alles. Und ja, Tom!, mein weiterhin treuer und beständiger Lieblingsschlagzeuger, das habe ich auch gelernt. Ich danke dir!
Auch wenn die Band derweil leider weiterhin stagniert, wir machen immer Mucke zusammen, auch wenn's ganz viel im Geiste passiert im Moment!
Vergebung. Vergebung für Andere und Vergebung für sich selbst. Die Liebe zu sich selbst wieder finden. Das Selbst neu definieren. Das hat damals echt viel mit mir gemacht, bzw. die Tatsache, dass ich dich und euch als neue Impulsgeber in meinem Leben hatte, war entscheidend und beschreibend. Deshalb ist auch der Tom ein Teil meines Blogs. Sogar mit eigener Spezial-Folge vom Interview aus der Nachbarschaft! Und das mit mehr als völligem Recht. Dem Tom habe ich das Intro und den Jingle zu meinem Podcast zu verdanken. Hat er mal eben für mich komponiert und umgesetzt! Mega geil, voll toll! Ganz Viel danke!

(zu Bandsachen bieten sich übrigens diese Links ganz wunderbar an:
➽ https://demjoeseinblog.blogspot.com/2018/03/der-untergang-einer-insel.html
➽ https://demjoeseinblog.blogspot.com/2018/10/der-aufstieg-einer-insel.html


Wenn wir gerade bei Musik sind: Fakt zu meiner Schreiberei ist, ich schreibe mit Musik. Allerdings hängt es von der Playlist ab, wie schnell und "produktiv" ich schreibe. Ich hab ja zwei Playlists, die rauf und runter laufen. Das ist zum Einen eine Alternative-, Metal-, Grunge-, Rock-Playlist und zum Anderen eine Playlist mit Soundtracks. Je nach Stimmung fällt es mir echt schwer, zu der Rockplaylist zu schreiben, da das andere kreative Ventil mich zum Mitmachen im Geiste zwingt. Ich mache also dann Mucke im Kopf und Körper und versuche hier noch halbwegs übersichtlich zu schreiben. Da ich ein totaler Rhythmus-Musiker bin, lenkt mich die Dynamik von den Songs, die ich ja sehr gut kenne (weil rauf-und--runter-hören) trotzdem ab, weil ich die Songs geil finde und einfach mitmachen will. Aber nun gut. Es geht ja alles, nur dauert es erheblich länger.
Soundtracks, besonders die epischen, instrumentalen Nummern, sind natürlich auch rhytmisch aber entwickeln in mir eine ganz andere Stimmung und beruhigen eher, als dass sie das Musikkreativum zum starken Mitmachen anregen. Musik ist fast immer mit dabei und nicht zu Unrecht hatte mein erste Blogbeitrag ja ebenfalls einen Songtitel als Titel.

So...irgendwas vergessen?! Bestimmt, ne?! Aber wisst ihr was? Das ist nicht schlimm, irgendwann kommt es eh hierher! har har har um einen alten Heimwerker zu zitieren.

Wer also nun bis hierher gelesen hat, dem sei gesagt: "Du bist ein toller Mensch, hab Dank dafür!"

Und auch alle, die nicht bis hier hin gelesen haben, ihr seid bestimmt auch ganz toll!!! (Vorsicht vor den drei-Ausrufezeichen. Sie bedeuten Sarkasmus und Ironie) :D

DREI F*CK*N JAHRE DEM JOE SEIN BLOG :partyhütchentrötchen:

Wir lesen uns!

Sonntag, 19. Januar 2020

Ein Dialog aus dem Inneren

Wenn mein Trommler mich fragen würde: "Und? Was hast du gestern so gemacht?!"

Würde ich in Bezug auf gestern antworten: "Ich habe über elf Stunden mit meinem Glück in Griechenland telefoniert.

"Uhhh, okay...das ist lang! Und was hast du sonst noch gemacht?" 


"Ich war kurz einkaufen. Wir hatten dadurch 'ne kleine Pause von ungefähr eineinhalb Stunden."

"Verstehe...und sonst?"

"Halt das Übliche: was gegessen, ziemlich viele Kaffee getrunken. Ziemlich viele Zigaretten geraucht und so. Ein bisschen im Netz gesurft und eineinhalb Folgen von Salvation geguckt."

"Okay...ja...das ist krass...elf Stunden...Telefon...joa..."

"Ja, voll, oder?! ...aber halt über's Netz...Whats-App etc. Zwischendurch haben wir uns aber auch gesehen. Videochats können echt Alles! Es ist einfach immer wieder großartig, dass man sich trotz dieser ekelhaften Distanz von zweieinhalbtausend Kilometern live und in Farbe, sogar mit Ton, sehen kann! Wenn man trotz dieser Entfernung einen halben Tag miteinander verbringt...der absolute Wahnsinn, ich sag' es dir!"

"Fernbeziehungen früher...überleg' mal...per Telefon und Brief. Da könnt ihr echt froh sein, dass die Möglichkeiten der Technik so schnell nach vorne gegangen sind. So oder so, ich finde es immer wieder beachtlich und echt toll, dass ihr euch dafür entschieden habt. Das ist nicht das Einfachste der Welt!"

"Einfach...pah. Einfach am Arsch! "Ich hab nie gesagt, dass ich einfach bin", du erinnerst dich?! Aber ja...es ist echt 'ne miese Nummer...da liegt seit Monaten ein solches Verlangen in dir, eine solche Sehnsucht und du wartest, versuchst die Zeit verstreichen zu lassen und es zieht sich einfach...es ist so ein unfassbar intensives Gefühl von Fernweh, das da herrscht. Jeden Tag das Vermissen, jeden Tag das nach-vorne-Sehen und sich freuen. Jeden Tag ein Aufwachen, was sich nur halb anfühlt. Die Nähe...ich vermisse ihre Nähe...so sehr..."

"Das denke ich mir. Aber bald geht es ja ersteinmal wieder runter, oder?!!"

"Ja, genau. Dann ist es endlich wieder soweit!! Ich sag's dir, diese Zeit jetzt, seit dem ich das letzte Mal dort war, sprich vor gut 3 Wochen, bis heute ist die kürzeste Zeit, die wir aufeinander Warten. Und trotzdem ist sie derartig zäh...ich will einfach nur die Zeit antreiben, halte mich in meinem echt überschaubaren Alltag mit den kleinen Strukturen über Wasser...und, ja! Wir versuchen jeden Tag so viel Zeit miteinander zu verbringen, wie es eben geht. Und da mein Alltag hier vor Ort ziemlich entspannt und sehr frei ist, kann ich alles an Zeit aufbringen. Am liebsten würde ich ihr eben auch meinen ganzen Tag zur Verfügung stellen. Deshalb sind die Elf Stunden - welche wohlgemerkt vor Monaten schon von 11 Stunden und 48 Minuten als längstes erstes Mal getopt sind, völlig machbar. Ich begleite sie in ihrem Ohr durch ihren Alltag...und der ist, wie du sicherlich schon mitbekommen hast, alles andere als gewöhnlich, leicht oder gar einfach."

"Ja...richtig, hab' ich gesehen...Bilder, Facebook...dein Reisebericht...ziemlich viele Hunde und eigentlich viel zu viel Arbeit für eine Person und keine Wochentage in dem Sinne? Griechenland, irgendwo in den Bergen, oder?!"

"Jap. So sieht's aus. Was da an Zeit-Rhythmus-Struktur im Verhältnis zur anstehenden Arbeit abgeht, ist einfach völlig krass. Du bist ja jeden Tag voll am Start und kalkulierst halt immer irgendwas mit ein. Weil irgendwas außerhalb der Reihe ist ja immer. Und überleg' mal...bei so vielen Tieren, die es zu behüten, versorgen und pflegen gilt...plus die neusten, echt noch sehr sehr jungen und kleinen Welpen, die aktuell aufgenommen wurden...in den elf Stunden Telefonat waren gefühlt vierzehn Stunden Arbeit enthalten..."

"...und das macht sie echt alles ganz alleine? Respekt!"

"Ja, vor Ort auf jeden Fall. Der Verein hat ja noch weitere Mitglieder. Die sind aber in Deutschland ansässig und regeln von dort weitere zu organisierende Dinge, wie Logistik und Transport von Futter- oder Sach-Spenden, Öffentlichkeitsarbeit und ganz zu Schweigen von dem generellen Engagement für den Verein und den Tierschutz an sich. Es ist also vor Ort an ihr, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr für die Tiere da zu sein und ihnen eine wunderbare Unterbringung und einen sicheren Aufenthalt zu bieten. Es sind mittlerweile übrigens neunundneunzig Hunde...!!"

"Da fehlt ja nur noch Einer bis zum großen Jubiläum...!? Aber krass...es ist einfach nur völlig beachtlich und mutig, sich für so ein Leben zu entscheiden! Von wegen Urlaub? Mal ein bisschen Luft oder Zeit wirklich für sich haben, ohne, dass immer irgendetwas ist, wofür du parat oder quasi auf Abruf stehen musst?! Das geht auf jeden Fall alles abhanden, oder?"

"Ja, definitiv. Ich bin auch immer wieder, jeden Tag, erstaunt und begeistert, wo sie die ganze Energie hernimmt und das nun schon echt lange. Zwar nicht immer in dem Ausmaß, welches es nunmal aber angenommen hat, aber...ja...mein unfassbar fleißiges und ambitioniertes Glück, sage ich immer...es ist und bleibt der Wahnsinn! So oder so! Und ja, da wiederhole ich mich seit Monaten, aber es bleibt dabei. Völliger Respekt für sie als Menschen, als Charakter, als Geist und Wesen und darüber hinaus für die Arbeit und das Pensum, was zu leisten ist. Jeden Tag. Ich hab's ja mitbekommen als ich dort war. Es ist ein Job, den machst'e einfach 24/7/365.

Wenn ich sie besuche und zu ihr fliege, sage ich immer: Ich bring' dir ein bisschen Wochenende mit. Ich pack' ein bisschen Sonntag ein. Und es ist so schön, zu wissen, dass alleine durch die Anwesenheit, durch das ganz echte Miteinander, eine Art Refugium Einzug erhält. Ein kleines bisschen Ruhe, die ich ihr schenken kann. Ich gebe ihr jede Art von Unterstützung, die Nötig ist, immer. Ich will ihr Lasten abnehmen, ihr ein bisschen Zeit für sich schenken. Aber alleine die Zeit, die wir miteinander verbringen können, ist ein wahres Geschenk...und deshalb telefoniert man halt auch mal elf Stunden...weil es, obwohl es eben überhaupt nicht einfach, einfach fehlt. Der Ausgleich, die Nähe, die Wärme, die Ruhe, das Anlehnen, das Fallenlassen, das Helfen, das Dasein, das Reden, das Schweigen, das gemeinsame Einschlafen und Aufwachen, alles dazwischen und die ganze Meute.
Ich habe noch nie in meinem Leben ein solches Fernweh und eine so umfassende Sehnsucht verspürt, wie in den letzten Monaten. Dass ich mal soviel auf Reisen gehen würde, in meinem Leben...du weißt, damit hab ich mal überhaupt nicht gerechnet...erste Male sind ja so super!!"

"Ich seh' schon, ich seh' schon! Du bist völlig angetan und hin und weg! Das freut mich sehr, zu hören und zu sehen, mein Lieber. Nimm es an, saug' es auf. Das Leben ist 'ne geile Energie, take it!"


"Unbedingt! Und ich bin dir immernoch und weiterhin so dankbar, mir damals so sehr unter die Arme zu greifen, dass ich mittlerweile frei bin, zufrieden in mir zu sein und diese positive Energie, die man ausstrahlt, nun teilen zu dürfen. Ich bin echt glücklich im Moment! 2019, war eh ein Jahr, was unfassbar positive Bahnen gezogen hat und nun seit Monaten auf einem ganz anderen Level weiterzieht. Es ist der Wahnsinn! Ich bin echt froh, dass das Alles so gekommen ist, wie es sich entwickelt hat, was wir daraus gemacht haben und machen...hach, mein Glück, ich denke an dich!"


Freitag, 10. Januar 2020

Eine Reise nach Stockholm

Gefangen im Leben eines Anderen. Psycho-soziologisch betrachtet gibt es ja Alles, was der menschliche Verstand in der Lage ist, sich zu erdenken. Manipulative Verhaltensweisen, Entmusterung eines Alltages, die Konditionierung des Geistes, die Neuanordnung von Routinen. Das Auseinanderbrechen eines Wesens.

Gehen wir mal davon aus, ein Jemand ist nicht ganz ohne Kapazitäten geboren, zudem aber ein extrem narzisstisch gesteuerter Mensch. Der Narzisst an sich liebt zwar auch sich selber, aber im Grunde klappt das nur, weil er mit aller Macht seine Umwelt schlechter macht als sich selbst. So wird er immer im Mittelpunkt seiner semi-vorhandenen eigenen Liebe stehen können, da alles andere um ihn herum so klein gemacht wurde, dass es niemals diesen Wert erhalten könnte. Es ist natürlich höchstgradig egoistisch und mit der semi-vorhandenen Liebe zu sich selbst verbunden. Unmut über sich selbst, der auf das Umfeld projiziert wird, damit man selbst in einem besseren Licht dastehen kann. Ziemlich kaputt so was. Aber nun gut, Narzissten gibt es zu genüge und es werden immer mehr. Zwar nicht alle so extrem, wie in dem Fall des Gefangensein in einem anderen Leben, aber die Tendenz geht Richtung Selbstwertlosigkeit und Unmut. Wir haben bald eine neue große Depression in dieser Gesellschaft, wenn es so weiter geht. Und ja, es geht so weiter.

Meiner Betrachtung nach gibt es in einer Beziehung zwischen zwei oder mehreren Menschen, an denen ein Narzisst beteiligt ist, früher oder später um eine klare Rollenverteilung. Täter und Opfer. Derjenige, der das Umfeld bewusst zu seinen Vorteilen verändert und derjenige, der direkt davon betroffen ist. Aktives Tun ist bei einem Täter-/Opfer-Spiel natürlich Voraussetzung, denn die Grausamkeit, mit der der Täter meist zu Werke schreitet, wird ganz bewusst angewendet, weil sie funktioniert. Irgendwann wird jeder radikale Egoist anfangen, sein Umfeld bewusst zu konditionieren. Muster und Verhalten werden analysiert und an den entsprechenden Schrauben gedreht, bis das Resultat fügsam ist.

Ich denke, dass ein nicht vorhandenes Gewissen einen Narzissten zudem zu einem extremen Übel macht, das vor nichts zurückschreckt. Die manipulativen Maßnahmen passieren aber oft hinter verschlossenen Türen, zwar mitten unter uns, aber nicht ersichtlich oder offensichtlich. Vielleicht ersichtlich, wenn Frau XYZ am nächsten Tag wieder mit einem Veilchen zur Arbeit geht. Es passiert soviel Gewalt und Grausamkeit hinter den Türen dieser Gesellschaft. So viel unwürdige und unmenschliche Dinge, die geschehen. Immerzu. Wahrscheinlich auch jetzt gerade in diesem Moment. Irgendwo dreht wieder einer am Rad und schlägt seine Frau und seine Kinder. Irgendwo arbeitet jemand mit Nachdruck daran, dass er genau das bekommt, was er will. Ob sie dabei schreit, ist ihm wohl egal. Irgendwo baut wieder jemand ein Gefängnis, um darin das Leben eines Anderen festzuhalten. Irgendwo wütet wieder ein gebrochener Mensch, der unreflektiert durchs Leben geht und alles mit sich reißt, was nicht stark genug ist.

Konditionierung: Etwas passt nicht ins Konzept und muss verändert werden. Jedes Mal, wenn dieses "passt nicht" passiert, wird interveniert. Wenn es nicht mit "Charme" funktioniert, kommt bald Nachdruck hinzu. Wenn etwas nicht passt, dann setzt es Eine oder Zwei. Zack. Ruhe. Sollte nun wieder etwas nicht passen, was nicht mehr so häufig vorkommen wird, weil das Opfer nun seine Rolle annimmt und klein wird, setzt es eben noch mehr. Körperlich, psychisch. Der Grausamkeit und Quälerei einer Geistes sind keine Grenzen gesetzt. Besonders dann nicht mehr, wenn die Vorarbeit in Bezug auf das Niedermachen des Gegenübers schon mehr als reife Früchte trägt. Wenn der Täter ersteinmal einen gewissen "Rang" erreicht hat, ist es ihm ein Leichtes, seine komplette Umwelt in besagtes Gefängnis zu sperren und die Kontrolle für immer zu übernehmen. Der gebrochene Geist der Opfer wird niemals von alleine ausbrechen können, wenn es einmal soweit gekommen ist. Und sie würden sich niemals wagen, einen Fluchtversuch zu unternehmen.

Opfer, klein. Täter, groß. Narzisst, froh.

Der Egomane macht also so sein Ding, scheint solange zufrieden zu sein, wie alles nach seiner Pfeife tanzt. Abweichungen seiner Vorstellungen werden gnadenlos bestraft. Gefangene müssen fügsam sein. Anders funktioniert dieses Spiel ja auch nicht. Die Gefangenen sind mittlerweile so desillusioniert, verängstigt und auf Selbstschutz und Überleben aus, dass sie alles machen würden, nur um möglichst wenig neue oder alte Qualen erleben zu müssen. Sie spielen die Rolle perfekt. Unbewusst. Dazu genötigt und nicht selbstgesteuert. Auf Dauer, meistens über Jahre hinweg, manipuliert und konditioniert. Unfähig, selbst irgendeine Art an positiver Energie zu erschaffen.

Wenn solche Martyrien über einen sehr langen Zeitraum passieren, setzt bei einigen Opfern bestimmt so etwas wie Resignation oder eine normal gewordene Abgestumpftheit ein. Wer zuvor ein lebensfroher, offener und empfänglicher Geist gewesen ist, weiß danach nicht mehr viel von sich selber. Was ist noch richtig, was ist falsch? Ständig in der Angst zu verweilen, aufgrund eines "Fehl-Verhaltens", bestraft zu werden, lässt den Selbstwert irgendwann komplett verschwinden. Man verliert sich. Gibt sich auf. Irgendwann fühlt man nichts mehr. Dann ist alles egal und man vegetiert nur noch als Sklave in einer Co-Abhängigkeit, was sich dann das Leben eines Anderen nennt.

Manchmal, was für den rationalen Geist nicht nachvollziehbar ist, passiert es aber auch, dass das Opfer irgendwann einen merkwürdigen Wandel vollführt und trotz Gewalt, Grausamkeit, Respektlosigkeit, Angst, Kummer und Leid, wieder so etwas wie Zuneigung zu dem Täter empfindet. Wenn man allerdings gefangen im Leben eines anderen eine Reise nach Stockholm macht, sollte man damit rechnen, dass man dort wieder einmal für immer bleiben wird. Man würde zwar den Standort mit dieser Reise verändern, aber einen Narzissten wird man niemals verändern. Es würde ihm nur in die Hände spielen. Er hätte dann neue Möglichkeiten, das Spiel von vorne zu beginnen. Er würde wieder gewinnen, weil er ja wüsste, wie es schon einmal funktioniert hat. Jeder der mit einer Co-Abhängigkeit nach Schweden reist, hat erneut die Kontrolle über sein Leben verloren

Ist es dann noch das kleinere Übel? Ist es eine Meisterleistung des Verstandes, Alles Übel auszublenden und wie verhext, neue Energie in einen Täter setzen kann, um ihm erneut zu gefallen?
Wie gesagt, der rationale Verstand würde sagen, dass dieses Verhalten ebenso gestört ist, wie das des Narzissten. So lange man in dieser Abhängigkeit existiert, existiert man eigentlich nicht wirklich. Auch wenn man in Schweden vielleicht eine Zeit lang besser klar kommt, das Klima ist anders, neue Eindrücke lockern die Stimmung...irgendwann wird der Täter wieder zu Werke gehen und diese vermeintliche Idylle erneut in tausende kleine Scherben zerschlagen. Das Opfer fragt sich dann: Was, wieso? Weshalb, warum? Bevor es realisieren kann, was erneut passiert, ist es meistens schon zu spät und alte Verhaltensweisen werden herausgelockt. Schnell verfällt das Opfer wieder in die Ohnmachtshaltung und wird darin verweilen, sollte es nicht mit aller Macht ausbrechen wollen.

Und das ist es dann im Endeffekt. Das Wollen. Von außen betrachtet ist klar, solch eine Opferrolle grausamster Art und Weise möchte niemand. Es sollte niemandem geschehen. Niemand sollte das für sich selber wollen. Wenn man emotional so abhängig oder eben kleingemacht konditioniert ist, kann man selbst vielleicht wirklich nicht viel machen. Wenn man das Wollen nicht mehr kann, ist eh alles vorbei. Wenn der Geist gebrochen ist, bleibt nur eine Hülle zurück.

Deshalb: so lange ihr könnt, wollt und der Wille und das Gewissen da sind, zu entfliehen, kommt raus aus euren Häusern, öffnet die Türen, tretet in die Öffentlichkeit. Bei ersten Anzeichen von Gewalt, sollte man offizielle Schritte einleiten, um präventiv zu sein. Niemand hat es verdient aufgrund des Unmutes eines Anderen ein schlechtes Leben haben zu müssen. Das Leben sollte frei sein. Niemand sollte im Leben eines Anderen gefangen sein. In den Staub mit diesen narzisstischen Unmenschen. Sie ändern sich eh nicht und nehmen sich nur das, was sie belangt.

Ich denke, wenn man einmal mit so einem Menschen eine intensive Verbindung gehabt hat, sollte man wissen, dass man so etwas nie mehr erleben möchte. Je nach eigenem Wert natürlich. Es gibt bestimmt dennoch genug Geister, die aufgrund von eigener Naivität und dem Charme des immernoch psychopathischen Narzissten erneut gefangen genommen werden. Da kann man dann auch nicht viel machen. Vielleicht wurde auch alles vergessen, weil der Geist sagt, Trauma, ich schiebe dich weg, um dich zu verarbeiten. Ich ignoriere das, was passiert ist...wird schon gut gehen. Man weiß es nicht genau, ob das dann unterbewusster Schutz des Eigenen ist oder nur die einfachste Art und Weise, damit umzugehen. Im Endeffekt gewinnt in diesem Spiel solange der Narzisst, bis man ihn daran hindert zu gewinnen. Einfach das Spiel verlassen und woanders seine Würfel setzen. Auch wenn man damit rechnen muss, dass der manipulative Egomane alles versuchen wird, seine alten Druckmittel durchzusetzen, um ans Ziel zu kommen.

Was bleibt: emotionale Abhängigkeit ist der Nährboden für die Grausamkeit am Geiste. Kastensysteme und das Halten von Leibeigenen war schon im Mittelalter idiotisch. Ein Reise nach Stockholm sollte immer frei und nicht endgültig sein.

Dienstag, 7. Januar 2020

Fernglück


Fernglück

Nun sitze ich nieder und schreibe dir,
diese Worte und Zeilen auf das Papier,
des Briefes, der dein Siegel trägt,
des Buches, was aus deinem Leben erzählt.

Gar nicht lange her und trotzdem so ewig.
Die räumliche Distanz verteuf'le ich stetig.
Ich träume von dir und sehe dich.
Du fehlst mir sehr und ich sehne mich.

Der Alltag, wieder zurückgekehrt,
ist nur halb so toll, eher verkehrt.
Es fehlt ein ganz besonderes Stück
in meinem Puzzle vom vollständigen Glück.

So weiß ich:
um deine Konturen genau;
an welchem Platz das Teil komplettiert;
zu welcher Zeit es am meisten fehlt;
warum ich es ständig ersehn';
weshalb das vollständige Bild so wunderschön.

Bald, nur einen kurzen Aufenthalt später,
sehen wir uns dann endlich wieder.
Wundervolles Aufwachen neben dir,
Estrebenswertes Einschlafen mit dir.
Vervollständigtes Sein wegen dir.
Mein Herz ist völlig bei dir.

Wenn man mich fragt, ich dann sag':
Du fehlst mir hier ganz schön sehr!,
ist es mein Wunsch und mein Traum,
wieder bei dir zu sein, in deinem Raum,
dir da zu sein, so nah wie es geht,
dich wahrzunehmen, wie du lebst,
dich anzusehen, wie du dort bist,
dich zu berühren, wie du es willst.

Ich habe dir mein Herz geschenkt,
ließ es an deinem Fleckchen Erde zurück,
sicher wissend in deinen Händen,
teilen wir unser Glück.





Dienstag, 3. Dezember 2019

Dichterdienstag 19KW49 - Der Knopf




Der Knopf

Manchmal drückt man einen Knopf
und man merkt direkt, wie frei der Kopf,
wie leicht das Drücken dieses Knopfes ist,
wie sehr er dann hält, was er verspricht.

Er ist gekennzeichnet mit Signalen,
mit pragmatischer Einfachheit und Farben.
Eigentlich nicht zu übersehen,
dennoch nicht für jeden zu verstehen.

Ein Knopf, den es zu drücken gilt.
Ein Eindruck, den es zu wahren gilt.
Eine Wahrheit, die es anzunehmen gilt.
Ein Annehmen, das völlig leicht geschieht.

Er öffnet ein Portal, Pforten und Räume.
Er ermöglicht lebensverbundene Träume.
Einmal gedrückt, beschert er für mich
die tollste Wahrnehmung, eindrücklich,
voller Horizonte,
voller Erstrebungen.
Voller Glücksmomente
und Belebungen.

Einst verborgen, nun aktiviert,
entfaltet er das Potential, jeden Morgen,
gibt Kraft und Energie für jeden Tag,
und spendet mir genau das, was ich wollte.

Das, was ich ersehnte und mir wünschte.
Er zeigt mir all die tollen Künste,
neue Ideen und Symbiosen,
richtig wundervolle Perspektiven.

Ich bin so froh, ihn gedrückt zu haben.
Ich bin so froh, dass er einfach bleibt.
Ich werde seine Möglichkeiten wahren
und ihn immer bei mir tragen.




Dienstag, 28. Mai 2019

Dichterdienstag 19KW22 - Nummernliebe

Nummernliebe

"Drei, drei, drei!", schrien die Zwei.
Dabei schauten sie an der Eins vorbei.
So, wie es alle tun, die mal eben
nur das Eine wollen und denken,
das Blatt wird sich schon wenden.
Hach...Drei, sei doch bitte mein Leben.

Über die Kurzfristigkeit der Dinge wird aber nicht gesprochen.
Es ist ja auch ganz normal, schon voll drin und wir gehorchen
der großen Selbstmanipulation, die immer suggeriert:
Heute, ja heute bin ich dran, denn heut' passiert
es und das wird die totale Erfüllung für mich sein.
Ich lad' sie ein, fragt sich nur, ob zu Bier oder Wein?

Unter Zuhilfenahme von offensichtlichen Wünschen,
was ja jeder will, weil ja jeder will, was ein jeder will,
lässt sich der Geruch der Verzweiflung kaum übertünchen,
es dringt aus allen Öffnungen, Poren, das zwar still,
aber es ist nicht zu übersehen, gar zu ignorieren,
wenn es darum geht, möglichst viel zu avancieren.

So zieht ein jeder seinen Bahnen in diesem öffentlichen Raum.
Lässt hier und da mal eine Nummer da, sagt: "das wär' 'n Traum".
Du und ich, weißt? Mit dir wäre die Drei gleich doppelt geil,
du bist mein Sonnenliischt, wolle dich und ficke mich, weil:
du hast ja Drei geschrieben und was geschrieben steht,
muss ja so sein, weil ist Gesetz von Internetz. Und? Geht?

Die Dunkelziffern bestehen aber eh nur aus der Drei.
Wozu dann die Eins, die Zwei und die Vier bis zur Zehn?
Warum so tun, als würde man etwas Anderes sehen?
Damit die Gewissen ein bisschen weniger flehen
und es sich so anfühlt, als wäre es genauso richtig?
Nun gut, Erfüllung von Stereotypen ist ja auch wichtig.

Und es ist so unglaublich einfach, wenn es vorgeschrieben steht.
Mitmachen, weil es jeder tut, Erfolg haben, mit aller Macht.
Aber Schade um den Flirt, der irgendwie abhanden geht.
Die große Sehnsucht weicht der Masse, ob Tag, ob Nacht.
Und ob ihr dann richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht.
Wundert Euch nur nicht, wenn es dann doch nicht passt.

Achja: war ja nur 'ne Nummer. So wie Vieles mittlerweile.
Die Einen sehen die Felle schwimmen, haben Eile.
Andere haben gar keine Felle, sondern Langeweile.
Wieder Anderen ist's egal, die tanzen eh aus der Reihe.
Im Endeffekt bleibt's, wie es ist: jeder, wie er will und kann.
Je nach Anspruch, Ziel und Abhängigkeit des eigenen Plan(s).

Nummern kann man überall und ständig haben,
man muss nur freundlich und witzig sein und ehrlich fragen,
ohne sich dabei zu sehr auf die Drei zu fokussieren,
mit Leichtigkeit und Charme wird es dann passieren.
Jeder weiß doch um sein eigenes Nummern-Potential,
Seid Ihr selbst und macht aus dieser Wahl keine Qual!

Dienstag, 16. April 2019

Dichterdienstag 19KW16 - Ein Blick fürs Glück

Mit einem Blick da fängt es an.
Die Resonanzen unserer Gedanken
und Erwiederungen unserer Erinnerungen,
wecken den vertrauten Drang
nach dem sehnsüchtigst Verlangten.

Ein Blick genügt, um die Bilder,
wie von ganz allein, zurück zu empfinden.
Gedanken der Begeisterung lindern
den Moment der Einsamkeit, wissend,
um die Möglichkeit und Einfachheit.

In Sekunden ist's entschieden.
Nähe bahnt sich nun ihren Weg
und übernimmt die stillen Gedanken.
Macht aus Erinnerungen Taten, schnell,
und lässt uns nicht lang warten.

Verlangen ist ein wichtiges Begehr.
Verlangen nach der Perfektion.
Verlangen nach dieser Situation.
Verlangen nach diesem einen Moment.
Verlangen danach, dass die Zeit anhält.

Wissend um die akurate Zustimmung,
ist es ein gar leichtes Tun, was
wie von selbst dann dazu führt, Spaß
zu haben, mit sensibler Wahrnehmung
und los zu lassen in genehmer Einigung.

Ein Blick fürs Glück regt vieles an.
Er sieht, er zeigt, er macht uns an.
Er weiß, was werden würde oder könnte,
spielt, suggeriert und macht uns Freude.

Er verlangt nach dem ganz eigenen Begehr,
dies zu entfachen, um dann immer mehr
einzutauchen in dies' einzigart'ge Glück,
Stück für Stück und Blick um Blick!

Bei diesem einen Blick da wissen wir,
wer wir sind und was wir wollen. Wir
sagen nichts und fühlen stimmig überein.
Ein Blick fürs Glück sollte ganz genau so sein.

Dienstag, 9. April 2019

Wichtiger Dichterdienstag 19KW15 - Elixier

Eines der tollsten Gefühle auf dieser Welt
ist nicht etwa Ansehen, Macht oder Geld.
Nein, es ist etwas ganz Eigenes, was jeder kennen sollte.
Es ist die Sucht nach dem Sehnen, die ich immer wollte.

Dieses wundervolle Gefühl, das sich ausbreitet.
Das sich immer und immer mehr entfaltet.
Das Verlangen, die Schmacht, die Sehnsucht.
Das Wollen und Wünschen dieser süßen Frucht.

Einmal gekostet, da war es um mich geschehen.
Ich will's nicht mehr missen, muss ich gestehen.
Ein überwältigendes Gefühl, sich dieser Hingabe hinzugeben.
Alles, was ich möchte ist, dies immer wieder zu erleben.

Ich mag nicht mehr ohne dieses famose Glück,
welches entspringt aus deinem feinen Herzen,
sich dann verteilt auf meinen eig'nen Nerven.
Ich sehne mich so sehr nach dir und deinem zarten Blick.

Wenn ich dann am Fenster stehe, um einen Gedanken zu fassen,
verteuf'le ich die Distanz, die Zeit und die Umstände,
die unsere Sehnsucht etwas bitter-süß erscheinen lassen.

Dann schreib ich dir ganze Romane, Briefe und Liebe in Bänden.
Ich hoffe, sie kommen zahlreich bei dir an und finden
Anklang in deinen Ohren, deinem Geist und winden

sich empor, um dir ebenso ein Endorphin zu schenken.
Ich bin hier, warte auf dich und versuche zu lenken,
was mein Herz begehrt und höre nicht auf, an dich zu denken.

Wenn ich meine Augen schließe und meine Arme um dich lege,
ist es so als würde alles stumm, was sich ringsherum
der Normalität normaler Weise in Krach und Chaos ergäbe.

Ruhe, Emotion und Leichtigkeit sind nur ein paar der Güter,
die du mir gibst, die ich brauche, die ich fühlte,
als du bei mir warst, gestern, heute und auch später
wird es immer so gewesen sein, als kannten wir uns're ewigen Gemüter.

Verständnis, Loyalität und Begehren, diese Worte will ich tatendlich
in Taten wandeln, um dir zu zeigen, wie wunderbar unendlich
Zeit sein kann, wenn die Vorfreude größer ist als die Zeit an sich.
Wissentlich der Endlichkeit der Anderen, die sich nur oberflächlich
an platten Stereotypen ergötzen können und nicht hinsichtig
hinschauen, was darunter verborgen liegt, so wohlig und so warmherzig.

Ich habe Dich einfach angenommen und nun bist Du bei mir angekommen.
Lass' mich für Dich da sein, wenn Du strauchelst,
wenn Du Ruhe suchst oder etwas brauchst, es
erschließt sich meinem Geiste nun, sage nichts, ich habe es schon vernommen.

Stiller Gedankentausch und klingende Synchronizität,
sind die wahren Wiederkehrer und zwar derer, die verbunden sind.
Derer, für die das Schöne und das Echte zählt.
Warme Wogen der Begeisterung tanzen euphorisch-sanft im Wind.

Ich bin von nun an an deiner Seite,
stehe bei dir, für dich ein und halte
deine feinen Hände in den Meinen,
höre deiner Seele zu und werde bleiben.

Die Sehnsucht, Schmacht und das Verlangen
werden niemals jemals enden wollen.
Du belebst mich, mein Herz, Du, mein Elixier!
Lass und leben, lieben, lachen: Du, mein Wir!

Mittwoch, 3. April 2019

Dichterdienstag 19KW14 - Lappenmann

Es ging einst längs die Straße lang,
ein Typ...und zwar der Lappenmann.
Er wedelte so mit seinem Lappen rum.
Oh Graus, oh Graus, er war ganz krumm.

Was wedelst du so rum, du Lappentyp?
Machst du sauber oder hat dich keiner lieb?
Pack den Lappen lieber wieder ein!
Wie sind hier nicht im Zoo, du Schwein!

Wie jetzt? Wo jetzt? Nicht im Zoo?
Wollt' nur wedeln und war schon froh,
hier mit dem Lappen zu markieren...
...weil: jeder wird mich lieben...!

In den Staub mit dir, du Lappenmann!
Guck, da liegt der Dreck, nun fang schon an,
zu tun, wie es dir befohlen ist.
Nimm ihn auf, den ganzen Mist.

Lieber wedel' ich mit meinem Lappen rum.
Irgendwer find's schon toll, wenn's dumm,
ist, dann ist's auch einfacher für mich.
Lappen an Lumpen, an mein Gesicht.

Hinfort mit dir, du schmieriger Lump!
Lappenliebe ist und bleibt so plump,
wie dein artverwandter Aufnehmer,
Lappen und Lumpen ohne Wiederkehr.

Lass meinen Lappen Lappen sein, du Wicht.
Du hast bestimmt keinen Eigenen, nicht?!
Du bist nur neidisch auf meinen Lappen.
Und hast bestimmt selbst nicht viel zu lachen.

Mit Nichten, du lausiger Lappenmann,
alles gut...nur frag ich mich ab und an,
wann werden Lappen endlich leise sein?
Wann wird der Dreck ein Teil von euch sein?

Keine Ahnung, ist mir ziemlich Peng...
Hauptsache wedeln, so aus der Lameng,
Lappen hier und Lumpen dort,
Ich mach, was ich will, an diesem Ort.

Traurige Lappenliebe par excellence,
ich schüttel den Kopf und geb's auf,
den Sinn dahinter zu erkennen...
Bitte, Leben...lass die Lappen brennen.

Es ging einst längs die Straße lang,
ein Typ...und zwar der Lappenmann.
Es wird sie immer geben, diese Lumpen...
...Lappen sind leider echt und nicht erfunden.

Mittwoch, 20. März 2019

Loch ist Loch

Fiktive Dialoge aus dem Leben (FDADL): Loch ist Loch!?


Ich: "Na, was geht, Kollege? Alles fresh?"

Er: "Yo, yo...muss ne?!"

Ich: "Auf jeden Fall."

Er: "Ist doch immer das Gleiche, mit der Kacke, tagein, tagaus. Ein tolles Leben."

Ich: "Yo, mein Reden...aber du weißt ja, was ich beim letzten Mal zu dir gesagt habe, als du wieder gejammert hast!"

Er: "Jaja, komm...hier, Fluppe?!"

Ich: "Jup, bedankt.
Sag' mal, was hälst du eigentlich von der Aussage Loch ist Loch?"

Er: "Pahahaha...Löcher sind toll. Auf der letzten Baustelle haben wir eins gegraben...Alter...so ein tiefes Loch, Junge. Bham!"

Ich: "...ja...Löcher...ich meinte zwar jetzt etwas Anderes, aber nun gut...ich habe etwas Angst, zu fragen...aber: warum habt ihr so ein tiefes Loch gegraben? Habt ihr nen Schatz gesucht?"

Er: "Wir waren durch mit Allem an dem Tag, war irgendwann Mittags rum...der Chef war schon weg und der Typ mit dem Bagger meinte, kommt wir buddeln noch ein Loch, lass mal gucken, wann wir Wasser finden...Und Alle so, YAY! Wasser! Wir buddeln jetzt ein Loch! Wir buddeln jetzt ein Loch! Hab natürlich mitgemacht. Wie du weißt bin ich der Typ mit dem Bagger, harharhar...geile Idee, ne?!

Ich: "Ja, mega!!!...war es denn wenigstens erfolgreich, als ihr Sandkasten und Sickergrube gespielt habt?"

Er: "Klaaar, was denkt du denn!? Voll super. Ich glaube ich habe noch nie so schnell, so viel gebaggert, wie dort."

Ich: "Was war das dann letzte Woche in der Altstadt?"

Er: "Huh? Da war ich doch gar nicht arbeiten!?"

Ich: "...ja...wie auch immer. Nochmal weg von deinem Spaß mit dem Loch auf der Arbeit" – ich hoffte inständig, dass sie es wieder zugeschüttet hatten.
"Loch ist Loch. Du als Teilzeitbauarbeiter und Vollmacho musst doch ne Meinung dazu haben, wie es sich für dich mit den diversen Eingängen des Menschen und die dadurch fokussierte Stimulation durch etwaiges Eindringen verhält. Hinzu kommt noch die Idee der Aussage, dass es eigentlich egal ist, wie jemand aussieht, weil Loch ja Loch ist. Egal ob vorne, hinten oder gar oben. Und? Was sagste?"

Er: "Ich versuche mich gerade zu erinnern, ob wir das Loch auf der Baustelle wieder zugekippt haben...Alter...so ein tiefes Loch...ich meine aber schon, dass wir es wieder zuschütten wollten. Hab dem Azubi gesagt, wenn er das wieder zuschüttet, schwärze ich ihn auch nicht beim Chef an. Was ein Lump. Azubis halt."

Ich: "Anubis wäre bestimmt nicht so devot gewesen, wie der Azubi. Rache wäre göttlich gewesen."

Er: "Anu...Ana...Pahaha! Analbis, der Loch-Azubi...Pahahaha."

Ich: "Wie viele Biere hattest du heute schon?"

Feine Tropfen, lauwarmen Gerstensaftes plus Speichel flogen durch die unmittelbare Atmosphäre, als er über seine eigene Wort-"Spielerei" flachste. Ich wünschte mir einen Regenschirm. Oder einen Vorschlaghammer. So ein Regenschirm, wie bei Kingsman, das wäre es jetzt.
18:47 Uhr. Stadt. Wohnung. Feierabend. Gemütliches Bier bei nem Kumpel.

Er: "Öhhh...keine Ahnung, ich sehe hier vier Flaschen. Zwei davon sind leer, eine trinke ich noch und die andere bist... DU! ...Pahahahaha."

Ich: "Yo...ich merk schon. Auf jeden Fall genug, um auf meine Fragen einzugehen. Du hast ein Leben..."

Er: "Ja, oder? Mega. Nach Feierabend lass ich mich einfach volllaufen und checke die ganzen Bitches im Internet ab. Dating 3.0 und so. Geil, ne?! Läuft bei mir. Wobei ich bei manchen Uschis so denke: Alter, was für ne Fresse...aber guter Körper. Da wische ich trotzdem nach rechts. Eigentlich wische ich immer nach rechts. Außer bei so voll den fetten Alten...geht gar nicht, Alter. Haste die mal gesehen so? Das ganze Profilbild. Voll. Da siehste nichts anderes als Masse. Deren Mütter musste man auch schon mit Googleearth fotografieren...pahahaha..."

Ich: "Alter! Verschluck dich nur nicht, bei dem ganzen Pahahaha, hier!
Nee du, ich benutze diese Apps doch nicht. Aber ich kann mir vorstellen, wie und was du meinst, ich kenne dich ja...passt übrigens immer noch super zu der Thematik: Ist Minigolf das Gleiche wie Golf?"

Er leerte die dritte Flasche mit einem hastigen Zug, setzte sie ab und sah kurzzeitig so aus, als würde er sich nun doch an dem Bier verschluckt haben...ich malte mir schon das Szenario aus, was folgen könnte: nach Luft schnappend, prustend und eskalierend würde er einen hochroten Kopf bekommen, so lange husten, bis fast etwas mit rauskommen würde, um danach zu sagen: Aaaaaalter, das Zeug bringt mich nochmal um. Dazu kam es aber nicht. Er rülpste kurz, ging zum Kühlschrank, holte sich einfach ein neues Bier und setzte sich, sichtlich unbeeindruckt, wieder hin.

Er: "Golf? Nee...BMW, Lan! Wenn schon, denn schon."

Ich: "Warum sind wir nochmal befreundet? Manchmal denke ich mir, dass du mal so überhaupt nie zuhörst und immer nur das sagst, was du selber hören willst. Löcher, Kollege, Löcher. Wie ist das bei den Profilen, wo du nach rechts wischst, dir aber dachtest: 'Naja...wirklich hübsch ist die nicht, aber geile Möpse'..."

Er: "Yo! Loch ist Loch. Hauptsache rein da!"

Ich schloss innerlich meine Augen und schüttelte ganz leicht den Kopf. Innerfacepalm etc.

Ich: "Also doch?! So wie ich dachte. Es gibt ja immer mal wieder Leute – wahrscheinlich sind das anteilmäßig sehr viele, auf jeden Fall mehr, als weniger – die das genau so sagen und auch leben bzw. durchziehen. Hauptsache Einen wegstecken oder irgendwo reinhalten. Hässlich, aber Loch ist Loch. Bzw. Guter Körper, ich mach einfach die Augen zu oder stelle mir jemand Anderes vor? Läuft das so?"

Er: "Kein Plan. Ich ficke meistens nur, ohne darüber nachzudenken. Ich will ja Spaß. Was da bei der Alten ist, ist mir doch egal. Hauptsache, kein Googleearth! Pahahahaha!
Was wolltest du eben mit Minigolf und Golf und so von mir...?"

Ich: "Wäre es in deinem Fall nicht eh immer Minigolf, wenn du einlochst?"

Er: "Huh?"

Ich: "Ja, du weißt schon. Wie die Sache mit der Salami im Flur, nur dass der Flur nicht größer ist, dafür die Salamit dementsprechend klein. Merkt man da überhaupt was? Ich hab da nicht so die Erfahrung mit."

Er: "Was willst du denn jetzt!!? Ach, halt die Fresse!! Bisher hat sich noch Keine beschwert. Und ich komme immer! Es muss mir ja schließlich Spaß machen."

Ich: "Hast du dich mal gefragt, warum du bisher nie mehr als einmal was mit Einer gehabt hast? Oder kam das schonmal vor? Du sagst ja immer: Alle scheiße...Wenn man einmal in der Kiste war, wollen die nichts mehr mit dir zu tun haben, Du sollest dich ändern etc...?!"

Er: "Ja, richtig, Alle scheiße! Da kann ich ja nichts für. Deshalb wische ich auch immer und soviel nach rechts. Das haben die gar nicht anders verdient. Für einmal reichts ja meistens."

Ich: "Sehr beständig!!!"

Er: "Ach, halt die Fresse. Ich kann immer ran, wenn ich will. Egal was ist. Loch ist Loch. Zur Not halt ich ihr die Hände vors Gesicht oder knall sie nur von hinten. Da muss ich das Elend der Hackfresse nicht sehen."

Ich: "Das beruht bestimmt auf Gegenseitigkeit.
Du, ich mach mich aber jetzt gleich mal vom Acker. Ich nehme die nächste Bahn."

Er: "Yo. Besser ist's wohl, sonst muss ich nachher nochmehr trinken und dabei bin ich doch schon so blau...ich glaube ich checke gleich noch ein paar Alten da im Netz ab! Harharhar."

Ich: "Ja...mach das mal...war wie immer ein guter Dialogfetzen, unsere Unterhaltung am Feierabend. Sehr aufschlussreich! Aber ich sag's dir: ein bisschen persönlicher Anspruch würde dir gut tun. Ist ja nur meine Meinung und Wahrnehmung und du bist ja selber alt genug, um vielleicht mal ein bisschen zu reflektieren."

Er: "Du immer mit deinen Reflektierungen und so. Ich reflektiere mich meistens, wenn ich vor dem Spiegel stehe und zu mir sage, was für ein geiler Typ ich bin! Prost, ne?!"

Ich: "Yo. Hau rein. Wir sehen uns."

Er: "Guck hier, wieder so ne fiese Alte, die auch nur gepoppt werden will..."

Kaum hatte ich mich von dem Stuhl erhoben, fingerte er schon wieder an seinem Smartphone rum und wischte fleißig nach rechts.

Ich: "Ja...viel Spaß dabei. Ist genau dein Kaliber. Vergiss aber nicht, das Licht auszumachen. Und überleg nochmal, ob Anubis deine Befehle befolgt hat."

Er: "Ach, halt die Fresse und verpiss dich. Yo. Analbis...was ein Lump. Pahahaha!"





Dienstag, 12. März 2019

Dichterdienstag 19KW11 - Geboren im Zeichen des Stachels



Wir sind Einzelgänger auf acht Beinen.
Bleiben meistens versteckt unter Steinen
oder Höhlen bis die Nacht anbricht
und wir dann jagen gehen, im fahlen Licht.

Zum Haareschneiden reicht's noch nicht,
dennoch sind unsere Scheren Pflicht.
Zum Kampf bereit oder zur Abschreckung
heben wir sie, ob gerade oder krumm.

Immer wissend, um unseren Trumpf,
haben wir die Zeiten überstanden,
uns angepasst und bleiben zu Landen
giftig mit einem Stachel am Rumpf.

Auf anderen Ebenen sagt man uns nach,
wir wären, eigen, schwierig, nicht brav.
Leidenschaftlich, wissend und herrisch,
zudem ehrlich, direkt, manchmal närrisch.

Provoziere uns nicht, wir wissen wie es geht.
Wenn wir zustechen müssen, ist's zu spät.
Nutze uns nicht aus, denn das merken wir,
Unaufrichtigkeit macht uns dann zum Tier.

Bist du loyal, wertvoll und ergiebig,
tun wir Alles für dich, auch wenn's schwierig
ist, stehen wir zu unserem Wort
und schaffen für dich einen tollen Ort.

Ein Spezial ist zudem unsere Fluoreszenz,
wir leuchten alle, bei UV Licht. Wenn's
auf uns fällt, sehen wir aus wie bunte Hunde.
Meist passiert dies aber zu später Stunde.

Apropos Kunde, wir verbreiten diese Worte,
und sagen ganz klar, wir sind tolle Leute.
Egal, was die anderen denken werden,
mit uns wird's nicht langweilig, auf Erden.

Trau dich, auch wenn du Zweifel hast,
lass dich darauf ein und genieße den Spaß.
Unterhalte dich mit uns über Alles, was es gibt
und darüber hinaus, über das, was darunter liegt.

Asselziales Verhalten wird oft falsch gedeutet,
bedeutet es doch nur, wir sind loyal, fatal,
inbrünstig und intensiv, subtil, nicht banal,
eindeutig zweideutig und genau das, was du wolltest.

Sollten wir dann doch verschmäht werden,
ziehen wir uns wieder zurück unter die Erde,
wo wir erneut warten, bis das fahle Licht
uns wieder animiert und niemals erlischt.

Freitag, 8. März 2019

Meine schöne Nebensache dieser Welt

Heute geht's mal um diese eine Sache, die ich persönlich zu den schönsten Nebensächlichkeiten unseres Lebens zähle. Ich werde täglich damit konfrontiert, man kommt quasi gar nicht drum herum, es ist allgegenwärtig und weckt in mir immer starke Gefühle, wenn es soweit ist. Alle sind davon betroffen, nur nicht alle wissen, wie man richtig damit umgeht. Ich bin immer wieder überrascht, teilweise etwas ungläubig, wie offensichtlich naiv und unbedacht mit dieser Sache umgegangen wird. Ich spreche natürlich von der Verwendung unserer lieben Sprache und meinem Hang, die Menschen auf ihre schriftlichen und sprachlichen Fehler hinzuweisen. Hallo, ich bin's, ein Grammar-Nazi!

Klar, das ist die pure Anmaßung, schon klar...aber ich sehe mich da völlig im Recht und denke mir so: "Wenn Du unsere Sprache doch gelernt hast, dann wende sie verdammt nochmal auch richtig an!" Es kann ja wohl nicht angehen, wie kurzfristig das Denken und die Un-Obacht in Bezug auf Geschriebenes geworden ist. Da bekomme ich immer Mitgefühl für Worte und unser Alphabet. Am liebsten würde ich der Sprache übers Köpfchen streicheln und sagen: "Du, Sprache, du bist nicht alleine! Ich glaube an Dich und verwende Dich richtig, so wie es sein sollte!" Liebe für die Kommunikation. Ja, auch ein fieser Pedant, der sehr kleinkariert daherkommen mag, hat Liebe zu geben. Liebe für Sprache und Verachtung für die, die es nicht besser wissen, bzw. nicht besser wissen wollen.

Was ist das Problem an der ganzen Sache? Richtig: die Kurzfristigkeit der Dinge. Wiedermal! Die Optionen, mal eben schnell hier kommunizieren, da flott 'ne Nachricht hinterlassen oder woanders mal eben ein Spruchbild posten. Es ist eine regelrechte Verkommenheit der Sprache und der Schrift. Nun gut, es gibt viele Schriften und verschiedene Sprachen. Ich kann ja erstmal nur von der eigenen Muttersprache, bzw. von Dieser sprechen, die ich gelernt habe. Aber ich denke, es ist ein allumfassendes Problem, was sich immer mehr in den Köpfen einbrennt. Ich kann es ja sogar nachvollziehen, warum das passiert, aber muss in höchstem Maße kritisieren, dass es passiert!

Der Mensch an sich (also ein sehr großer Teil der Leute) gibt sich schlichtweg zu wenig Mühe. Es wird nicht mehr "gegenkontrolliert", was geschrieben wird. Es scheint eher wichtiger zu sein, Hauptsache irgendetwas zu schreiben bzw. seinen Senf zu etwas beizutragen. Hauptsache man hat mitgemacht. Was dabei an Inhalt auf der Strecke bleibt, ist ja egal. Was ein rücksichtsloses und blindes Verhalten, wie ich finde. Und was passiert wohl mit der Menschheit, wenn sich die "Mühelosigkeit" von der Sprache auf das Verhalten überträgt? Wenn wir uns in zwischenmenschlichen Angelegenheiten auch immer weniger Mühe geben?! Wenn jeder sagt: "...ist doch egal, wie ich schreibe, ich will ja eh nur das Beste für mich." Die Kurzfristigkeit der Dinge macht sich weiter breit. Sie breitet sich zunehmend in den Köpfen aus. Schöne Sache, so eine nicht gewollte Massen-Manipulation...nicht!

Klar, Fehlerchen schleichen sich überall mal ein, das ist ja auch ganz normal. Das passiert. Wenn es Flüchtigkeitsfehler sind, nun gut, die checkt man beim Nachlesen, verbessert sie eventuell oder grämt sich halt, dass einem ein Fehler unterlaufen ist. Alles easy. Mir geht's ja auch gar nicht darum, dass man fehlerlos sein sollte, bewahre! Fehler machen ja durchaus auch interessant, sofern man sich mit diesen ein Stück weit auseinandersetzt. Es ist vielmehr die pure Ignoranz und Selbstverständlichkeit, wie heutzutage miteinander kommuniziert wird. Was noch viel schlimmer ist, ist die Erwartungshaltung, die, obwohl man "widriger" kommuniziert, exorbitante Ausmaße anzunehmen scheint. Die Menschen sagen so gut wie nichts mehr und erwarten dennoch Alles. Was ist da los, Leute? Reicht Euch diese Plattheit? Ist der Anspruch an die eigene Qualität so sehr herabgestuft, dass man vergisst, dass man Ansprüche haben darf? Was ist aus Qualität, statt Quantität geworden?

Ich verteufele die abnehmende Qualität unserer Zeit. Ich verteufele das Kurzfristige, das Scheuklappendenken, das Egoistische, die Optionalität der Dinge. Die Tatsache, dass wir uns zu Optionen machen und darüber hinaus unseren eigenen Wert mindern. Aber was sind schon Ansprüche, wenn man der breiten Masse genügt?! Solange man über Profilierung so viel Zuspruch bekommt, scheint es die Leute ja reichlich wenig zu interessieren, was der Inhalt ist. Stumpfsinn for the win!!! Es ist halt die Masse, die es ausmacht. Die Masse ist, was die Masse macht. Macht die Masse Keilschrift, ist die Masse Keilschrift. Macht die Masse Avancen, will die Masse Avancen. Hört die Masse auf zu denken, schmälert sich der Anspruch der Masse. Tolle Masse, wirklich, ganz ganz toll!!!

Aber nun gut. So sitze ich jetzt wieder vor diesem Text und ergebe mich meiner Kritik. Gut, dass es noch so etwas wie Meinungs- und Redefreiheit gibt. Danke, Sprache, dass Du zulässt, dass man noch an dich glauben darf. Ich hab's derweil zwar nicht so mit Hoffnung, aber ich glaube fest an die subjektiven, kleinen Überraschungen des Lebens, die mir so viel mehr geben, als der ganze Einheitsbrei, der so gelebt wird. Pro dagegen. Gegen die Masse. Hallo ich bin's, eher kompliziert bis anti, aber immer ein bisschen näher dran als die Masse denkt. Und wenn ich nicht gerade mit dem Rotstift vor Facebook sitze, löse ich Sudokus, schreibe Ratgeber und ergebe mich der Subtilität des Lebens. Ich versuche ja wirklich vieles zu ignorieren, aber zu viel ist einfach zu viel. Irgendwer muss ja den Mahner und Kritiker geben. Da ich mich dabei nicht mal verstellen muss, übernehme ich diese Rolle sehr gerne. Schauspielern können dann andere...Laien, aber jeder wie er kann, ne?!

Brave new world! Love it!

Sonntag, 3. März 2019

Besuch aus der Vergangenheit

"Besucher aus der Vergangenheit" würde in der Tat etwas mysteriöser klingen, da es eine gewisse Assoziation zum Paranormalen bzw. zu einer Art Zwischenwelt suggeriert. Da ich aber weder bei einer Wahrsagerin gewesen bin, noch Ouija "gespielt" habe, ist dieser Besuch aus der Vergangenheit eine wunderbare Überraschung positiver Natur. Dass ich das mal so schreiben würde, finde ich gerade sehr erfrischend.

Die letzten Auseinandersetzungen mit meiner persönlichen Vergangenheit, besonders der Jüngeren, beliefen sich ja eher darauf, dass es ein Aufarbeiten von Erlebtem und die Einordnung von Gedanken gewesen ist. Zu dem habe ich gelernt, dass ich mich nicht von meiner negativen Vergangenheit bestimmen lassen darf. Es gab ja durchaus genug Momente, in denen der schwere Schleier von damals wieder vehement an meine geistige Türe klopfte und ja...zu oft ließ ich diesen Schleier dann auch wieder herein. Aber das kann ich mittlerweile ganz gut kontrollieren. Das Bewusstsein für das Jetzt lässt den Schleier im Großteil der Fälle einfach wieder abziehen. Geistige Faust in your face, Schleier! Um so schöner, wenn es bei diesem Eintrag mal so gar nicht um diese Thematik geht.

Ein Besuch aus der Vergangenheit. Ein Mensch aus einer alten Zeit. Aus einer guten Zeit. Eine Zeit, lange bevor ich mit dem Schreiben angefangen habe. Eine Zeit vor dem großen schwarzen Loch. Die Zeit der ersten eigenen Selbstständigkeit. Junge neunzehn Jahre alt, endlich von zu Hause raus. Der Auszug in ein neues Leben. Es war in der Tat ein gutes Leben. Sehr viel leichter noch, als es sich derweil anfühlt. Unbeschwerter, naiver, voller neuer Erfahrungen. Durch den veränderten Standort kamen natürlicher Weise auch neue Menschen in mein Leben. Besonders der musikalische Neuanschluss, der sich quasi einfach ergeben hat, half mir enorm dabei, in dieser neuen Welt Fuß zu fassen.

Die erste Band, bei der ich damals in meiner Heimat mitgemacht hatte, war eine klassische Jugendband. Wir waren Teenager. Und wie es nun mal so ist: nach der Schule orientiert man sich um, schaut wo man, wie arbeiten möchte und plant ein bisschen für die Zukunft. Andere strebten ein Studium in weit entfernten Städten an und so kam es, wie es dann oft kommt: die Band ging auseinander. So stand ich eine Zeit lang ohne Band da und war in einer neuen, noch fremden, Stadt angekommen. Dort lernte ich dann recht flott einen wichtigen Menschen kennen, der meinte, so: Du und Musik? Ja, ist cool. Ich auch Musik. Wir machen eher so Grunge und proben im Hauptbahnhof. Ja, top!, dachte ich mir. Ich spiele Bass und ihr sucht gerade? Ihr probt im Hauptbahnhof?? Jo, perfektes Timing von Ort und Mensch.

Eins kam zum Anderen, ich hab dann mal bei einer Probe mitgemacht und vorgespielt und ja, was soll ich sagen, ich war zwar nie der gelernte Musiker (und bin es immernoch nicht) aber ich durfte bleiben, obwohl die vorgegeben Qualität schon sehr hoch war. Davor hatte ich anfangs immer einen heiden Respekt. Von 2003 bis 2006 durfte ich also dieser neuen, sehr famosen und tollen Truppe beiwohnen. Die Tatsache, dass diese Band schon seit 1999 aktiv war und sich einen gewissen Namen im lokalen Umfeld gemacht hatte, erlaubte mir einen sehr schnellen und intensiven Einblick in das gesamte Lokalband-Gefüge. Es war großartig! Ich habe danach nie wieder ein so tolles Geflecht von Bands, Musikern, Organisatoren, Veranstaltungsorten, Fans, Proberäumen und Partys erlebt!

Großartige Erinnerungen stammen aus dieser Zeit, besonders mit dieser Band. Unvergessene Auftritte, unglaublich prägende Momente und extrem wertvolle Menschen. Tolle Erinnerungen aus der positiven Vergangenheit. Wenn ich Bilder von damals sehe, komme direkt alte Verbindungen in mir hoch und ergeben ein wunderbares Bild dieser Zeit.
Aber auch diese Zeit ging dann irgendwann wieder vorbei. Die Band musste sich leider trennen und die individuellen Musiker gaben sich neuen Projekten hin. Das Geflecht der lokalen Musikszene war aber weiterhin gegeben und man hatte immer noch mit den ganzen Leuten zu tun. Zwar in anderen Bands, aber wiederum mit neuen Menschen und dementsprechend auch wieder neuen Erfahrungen, musikalischer und menschlicher Natur. Danke dafür! Das werde ich alles niemals vergessen!

2011/2012 verließ ich dann relativ plötzlich und unvermittelt diese Stadt und widmete mich wiederum einem neuen Abschnitt in meinem Leben, wieder an einem neuen Standort. Bedingt durch eine extrem ekelhafte psychische Auseinandersetzung mit einer Person, auf die ich mich damals einließ, wurde dort der Grundstein für meinen Weg in das große schwarze Loch gelegt. 2014 tauchte ich dann endgültig in dieses Loch ein. Aber darüber habe ich ja schon oft genug geschrieben und das soll nun auch nicht weiter ausgeführt werden. Es geht ja schließlich immer noch um den Besuch aus der Vergangenheit. Die gute Vergangenheit vor der Zeit des schwarzen Loches.

Und so ergab es sich nun, ganz aktuell, dass ein toller und sehr geschätzter Mensch, den ich seit 2005 kenne, überraschender Weise, nach gut sieben Jahren Funkstille, den Kontakt zu mir aufnahm. Völlig unvermittelt, einfach so, quasi aus dem Nichts. Es ist gerade enorm erfrischend, muss ich sagen. Diese Person war in der ganzen Zeit von 2005 bis 2011 ein konstanter Bestandteil in meinem Leben. Wir teilten Vieles miteinander: Bier, Zeit, Respekt für den Anderen, ein Teil dieses Geflechtes zu sein, Gedanken, Freunde und Bekannte. Wir hatten immer gute Unterhaltungen und Gespräche, konnte miteinander schweigen und lachen, teilten die musikalischen Verbindungen, hatten einen ähnlichen Humor und waren meistens auf einer Wellenlänge. Wir hatten eine gute Zeit damals.

Als ich dann aus der Stadt wegging, ebbte aber auch dieser Kontakt ab. Ich hatte viel zu viel mit mir selbst zu tun und war in dieser Zeit ab 2012 eh sehr egoistisch unterwegs. Von der anderen Seite kam dann auch nicht mehr viel, was aber auch einfach an unseren beiden persönlichen Leben lag, die man unabhängig von einander lebte. Ich musste oft an sie denken, als Facebook diverse "Erinnerungen" in den digitalen Raum warf. Ich fragte mich dann immer, wie es ihr geht. Ich hoffte, gut und nahm an, dass sie ein geordnetes und erfülltes Leben führen würde. Ich wusste aber nur das, was man sporadisch über das Internet mitbekam. Ich habe also immer nur Vermutungen über ihre persönliche Ausrichtung und den Weg ihres Lebens gehabt und fragte in der Tat selber nie nach. Seit dem wir unsere neuen Leben hatten, hatten wir uns nie wieder unterhalten. Bis heute.

Überraschung: der Besuch aus der Vergangenheit. Nach fast siebenjähriger Funkstille ist da nun wieder dieser Mensch. Ein Mensch, den du kennst. Den du über eine lange Zeit kennengelernt hast. Aber auch ein Mensch, den du vor sieben Jahren das letzte Mal gesprochen hast. Sieben Jahre sind eine verdammt lange Zeit, in der viel passieren kann. Veränderungen von Wesen zum Beispiel. Menschen leben, Menschen treffen Entscheidungen, Menschen wählen ihre persönlichen Präferenzen. So ist das nun mal. Das Tolle und Erfrischende an dieser Situation ist aber die Tatsache, dass wir uns aktuell völlig ohne Vorwürfe, ob der Funkstille, enorm viel und sehr intensiv unterhalten haben. Toller Weise ist sie immernoch das Wesen, das sie immer gewesen ist. Wir knüpften direkt nahtlos an unsere vergangene Kommunikation an. Völlig easy und entspannt. Nun gut, im Grunde kennen wir uns seit fast vierzehn Jahren, auch wenn wir die Hälfte dieser Zeit gar nichts miteinander zu tun gehabt haben. Aber vierzehn Jahre sind vierzehn Jahre. Eine Verbindung, die über die Jahrzehnte besteht.

Wir haben uns nun in einer - gewiss - sehr  kurzen Zeit so unglaublich Vieles gesagt und ausgetauscht, verweilten schon wieder etliche Male in Erinnerungen und Eruierungen unserer gemeinsamen Vergangenheit. Schwelgten zusammen in Momente von damals. Herrlich. Es kam so viel mehr hoch, als beim bloßen Betrachten von "einfachen" Bildern. Sie weiß noch Dinge, die ich über die Zeit verdrängt oder vergessen habe. Wiederum kann ich Gedächtnislücken füllen, wo ihr die Puzzleteile fehlen. Es ist wirklich lustig, positiv und irgendwie strange, wenn man nach so einer langen Zeit scheinbar da weitermacht, wo man aufgehört hat. Ein wunderbares und eher blindes Verständnis für den jeweiligen Menschen. 

Obwohl wir uns beide natürlich in den letzten sieben Jahren diversen Herausforderungen stellen mussten, die unsere Leben definitiv verändert haben, haben wir offensichtlich nie den Bezug zueinander verändert, auch wenn dies nie bewusst passiert ist. Umso besser, finde ich. Eine enorm wertvolle Überraschung ist dies. Ein Kontakt, mit dem ich so niemals gerechnet hätte. Aber ich bin enorm erfreut, dass es nun so kam, wie es kam. Richtig gut. Es wird so Vieles zu bequatschen geben. Alleine das Interesse an den letzten sieben Jahren, über die wir eigentlich gar nichts wissen, reicht für stundenlange Gespräche. Herrlich! 

Und ja, was soll ich sagen, ein Danke an die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit den heutigen Mitteln, die es so, in dieser ausgeprägten Form, vor vierzehn Jahren noch nicht gab. Das macht in der Tat Vieles einfacher, in Bezug auf die Kommunikation und den Austausch. Man lernt sich gearde irgendwie wieder neu kennen, obwohl man sich schon so lange kennt. Wir werden uns Einiges zu erzählen haben und tun dies schon. Ich bin froh, dass es ihr gut geht und freue mich über neue/alte Momente voller Erinnerung und Gegenwart. Eine tolle Mixtur aus Bekanntem und Unbekanntem. Wenn wir sprechen, fühlt sich der Geist wieder an, als wäre er fünfundzwanzig, aber mit dem Bewusstsein, von zusätzlichen zehn Jahren. Was soll ich sagen, ich bin begeistert, ob der Bestätigung von diesem menschlichen Verständnis.

Schön, dass du wieder da bist!

Sonntag, 24. Februar 2019

Typhus und Schwäne

"Typhus und Schwäne, alles kommt von derselben Stelle."

Dieses kleine Sätzchen unter die Lupe nehmend, widme ich mich damit einem Zitat aus einer Serie. Obwohl ich schon recht viel an Film- und Serien-Material in meinem Leben wegkonsumiert habe, habe ich bisher relativ wenig direkte Bezüge zu Filmen oder Serien beim Schreiben beschrieben. Umso besser, denn diese Serie hat nicht nur diesen einen Satz, den es unter die Lupe zu nehmen gilt.

Ich spreche hier von der Serie "Hannibal", die in drei Staffeln eine wunderbar psychologisch-brutale und herrlich manipulative Geschichte erzählt. Die Art und Weise, die die Serie dabei an den Tag legt, hat mich extrem begeistert. Super Atmo, eine extravagante aber sehr passende Soundkulissen, beklemmende Bilder und ein Dialoglevel, der einfach Spaß macht und unfassbar intelligent geschrieben wurde. Aufgrund der Thematiken, die dort von einem enorm fähigen Hannibal Lecter und dem vermeintlich guten Pendant Will Graham behandelt, be-, auf- und abge-arbeitet werden, erschafft eine extrem vielschichtige Palette von Geist, Körper und auch den Elementen dazwischen.

Ich wollte aber definitiv keine Rezension oder größere Zusammenfassung schreiben. Dennoch möchte ich meine subjektive Empfehlung für dieses Werk aussprechen und stelle nunmehr fest, dass der Satz "Typhus und Schwäne, alles kommt von derselben Stelle" nicht die einzige philosophisch-psychologische Aussage von Hannibal ist. Es steckt echt viel drin. Ziemlich viel Hirnfick-Scheiß halt. Super gut!

Typhus also. Und Schwäne. Passt so gut zusammen wie schwarz und weiß. So ist die Idee.
Typhus: die fiese, eklige Krankheit. Das Ding, was dich dahinrafft. Zerstörung. Chaos. Tod. Eine weitesgehend negativ behaftete Krankheit.
Hingegen Schwäne: Groß, elegant, weiß. Schön, majestätisch, lebendig. Eine durchaus positiv zu betrachtende Art.
Eine Gegenteilige Situation in Bezug auf die Bedeutung. Hannibal Lecter sagt diesen Satz zu Will Graham. Lecter als der vermeintliche Typhus, Graham als der Schwan, der dem entgegensteht. Generell strotzt diese Serie nur so von Symbolik, Metaphern und Vergleichen. Es ist immer ein Spiel von Ying und Yang. Katz und Maus. Schurke und Gesetzeshüter. Typhus und Schwan.

Grundlegend ist die Interpretation dieses Satzes natürlich erstmal recht offensichtlich. Der Kern bekommt durch die Aussage, dass beide Seiten, also Gut und Böse, von derselben Stellen kommen, aber den wichtigen Beisatz, das sie denselben Ursprung haben. Da wird es interessant und man könnte sich nun fragen: Wie kann es also sein, dass etwas so Schönes, wie der Schwan denselben Ursprung hat, wie das furchtbar Schlimme, der Typhus? Kann das Gute zudem nur existieren, weil es auch das Böse gibt? Was ist der Sinn des Ursprungs? Ist es ein natürlicher Ausgleich, der geschaffen werden soll? Kann es immer nur etwas Gutes geben, wenn es etwas Schlechtes gibt? Fragen über Fragen, die natürlich auch durch den Typhus als Wort eine etwas altertümliche Betrachtung erhalten. Typhus ist mittlerweile durchaus behandelbar, gilt aber weiterhin als schlimme und gefährliche Krankheit. Ob man aber Typhus und Schwäne oder Plus und Minus sagt, dieser Satz kann wunderbar auf die Moderne angewendet werden und hat dadurch eine enorme Reichweite und Verankerung in eigentlich allen Zeiten, die es jemals gegeben hat.

Man könnte nun diverse geschichtliche Anfänge zur Hand nehmen und sehen, inwiefern der Typhus und auch die Schwäne vorhanden sind. Überall wo Leben entsteht oder "geschaffen wurde" folgt immer auch der Tod. Das Leben und der damit verbundene Tod kommen also auch von derselben Stelle. Ob die Menschen sich dabei aus Lehm, Rippen oder anderen Materialien formen ließen, oder die Evolution unser Wesen bestimmt, ist dabei egal. Kain und Abel. Der Apfel, die Versuchung. Kleine Tiere, große Tiere. Das Gesetz des Stärkeren. Alles schlüpft quasi aus einem Ei.
Der Tod, der jetzt oft erwähnt wurde soll und muss aber nicht immer das Schlechte darstellen. Der Tod sorgt auf seine Weise ja auch für das weitere Existieren derer, die entschieden haben, zu leben.
Aber weg von den Tieren, die können für Schlechtes wohl am wenigsten. Das ist immerhin noch der Lauf der Natur.

Das wahrlich Schlechte hat sich dann tatsächlich erst mit einem Bewusstsein dafür entwickelt. Ob Tiere auch ein Bewusstsein fürs Schlechtes haben? Eventuell. Wir verstehen es nur leider nicht.
Ganz toll: Der Mensch und sein bewusstes Sein. Der Schöpfer von Missgunst, Niedertracht, Neid, Verrat und Hinterlist. Im Ursprung gut und böse. Vereint in allen Merkmalen, die uns ausmachen können. Das Potential dazu, Typhus zu verbreiten steckt demnach in jedem von uns. Fast wie der Krebs, nur dass Typhus in dem Falle symbolisch auf die Psyche übertragen wird.
Dennoch: es schlummert in uns. Werden wir dadurch "besser", wenn wir wissen, dass wir potentiell "Schlechtes" tun können? Nicht jeder...das ist dann so ein Charakter- und Prägungs-Ding, denke ich. Nicht immer muss das "Böse" in uns geweckt werden. Es gibt genug sehr ausgeglichen wirkende Menschen, die scheinbar nur Gutes im Sinn haben. Manchmal bleibt es leider bei dem Schein und die Bestätigung tritt in Kraft, dass es immer zum Gegenteil umschlagen kann.

Was wäre, gäbe es nur einen Teil im Ursprung? Sprich nur Gutes oder nur Schlechtes.
Wenn es nichts Schlechtes gäbe, würden wir das Gute wahrscheinlich als neutral oder als "Ist-Zustand" wahrnehmen und nicht zwingend als das Positive. Da ein Teil fehlt, um ihm den Wert zu verleihen, der es "besser" macht als das "Schlechte". Würde sich dann irgendwann ein Ungleichgewicht einstellen oder wären alle zufriedener, obwohl es nur dieses "neutral" gäbe?
Wenn andererseits alles schlecht wäre, würde es uns als solches vorkommen? Oder würden wir eher "abgehärtet" oder "angepasst" sein und das Schlechte ebenfalls als neutral wahrnehmen?

Welchen Wert Typhus und Schwäne haben, ist aber bestimmt auch immer sehr subjektiv zu betrachten. Subjektiv im persönlichen Rahmen, in Bezug auf ein Individuum und seine "Ansprüche", aber auch subjektiv im großen Umfang, in Bezug auf die Gewohnheiten und Entwicklungen von Gesellschaften und dem generellen Miteinander. Jeder hat seinen eigenen Typhus und auch seine eigenen Schwäne, um es nochmal auf die persönliche Ebene zu bringen.

Genau, wie Hannibal Lecter in Will Graham das Schlechte sieht und ihm seinerseits versucht dies eindrücklich klarzumachen und herauszukitzeln, ist Will Graham, wenigsten anfänglich, bemüht das Gute in Hannibal zu finden. Dass das alles nicht ganz so einfach und glimpflich von Statten geht, würde aber wieder in die Zusammenfassungs-Schiene laufen. In Hannibal ist ziemlich viel von dem vermeintlich Guten eben dann auch das Böse. Diese Serie trieft nur so von "Bösem". Das macht es aber durchaus auch spannend. Es bleibt immer die Frage, was nimmt überhand. Der Typhus oder die Schwäne. Eine wirkliche Gewissheit kommt dabei aber nicht zu Stande.

So bleibt die Aussage, dass alles den Gleichen Ursprung hat allgemeingültig. Das Gleichgewicht anstrebend, sich gegenseitig ausgleichend, halten sowohl Typhus, als auch die Schwäne uns am Leben. Bei dem einen mehr Typhus als bei dem Anderen, aber immer soviel, dass es vermeintlich funktioniert. Ich glaube ja eher, dass diverse Dunkelziffern in Bezug auf den schlechten Typhus sehr viel höher sind, als jeder zugeben mag. Wenn es eh in uns ist, kann es potentiell immer auftreten. Es scheint also eine Wahrscheinlichkeitsrechnung herhalten zu müssen...das spare ich mir allerdings.

Ich denke, wenn wir uns bei neunundvierzig Teilen Typhus und einundfünfzig Teilen Schwäne treffen, ist es erstmal gut. Und vor allen Dingen hat die Positivität dann ein kleines Übergewicht. Daran sollten wir arbeiten und es gewichtiger machen. Niemand braucht diesen Typhus!

Leider wird es aber auch immer Menschen geben, die von dem Schlechten zehren. Ihnen geht es gut, wenn es anderen schlecht geht. Das ist der wahre Typhus, meiner Meinung nach. Menschen, die ganz bewusst so manipulieren, dass ihr Umfeld Schaden nimmt oder leidet und sie sich daran ergötzen und erfreuen. Narzissmus ist schon 'ne merkwürdige Verhaltens-Einstellung, wie ich finde. Aber alles kommt ja irgendwo her. Alles hat seine Gründe. Alles hat seine Urpsrünge. Und Sollte es wirklich so sein, dass ein persönlicher Quell nur aus Typhus zu bestehen scheint, liegen die Schwäne wohl schon etwas länger im Verborgenen und haben sich zu dem Teil formen lassen, der nun schlummert und nicht herauskommen kann oder darf, je nach dem wie stark die Ambitionen sind.

Ich denke in der Tat, dass der Satz "Typhus und Schwäne, alles kommt von der gleichen Stelle." sehr gut beschreibt, wie es ist. Die Idee bzw, diese These findet sich, wie gesagt, in verschiedenen Zeiten und Philosophien wieder. Der Satz bekommt durch die Serien-Thematik und als Zitat von Hannibal Lecter natürlich auch einen gewissen künstlerischen und modernen Aspekt, bleibt aber in seinem Umfang genau das, was es ist. Eine enorm tiefgründige, bis auf diverse Ursprünge anzuwendende Aussage, die irgendwie bestätigt aber dennoch hinterfragt, da sie ersteinmal paradox erscheint.

Guter Satz. Gute Serie. Pro Schwäne!