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Sonntag, 24. März 2019

Der Ernst der Lage


 Der Ernst der Lage 
basiert auf dem Rücken der Tage, die einst zogen ihre Bahnen. 
Bahnen sich einen neuen Weg in die Lage dieser Tage. 
Lagen so lange beiseite, ohne etwas zu sagen.
Sagen so vieles, was gewesen ist und niemals war. 
War es doch einfacher, dieser Tage, ohne die ernste Lage vergangener Tage. 
Vergangenheit ist die Geißel der Gegenwart. 
Traurig, wenn in Gegenwart der Gegenwart, diese Tage fragen, was die Lage ist. 
Phase ist, dass die Tage dieser Tage in Gegenwart der Gegenwart die Lage sein sollten. 
Keine Plage. 
Keine Frage. 
Lebe!

Sonntag, 3. März 2019

Besuch aus der Vergangenheit

"Besucher aus der Vergangenheit" würde in der Tat etwas mysteriöser klingen, da es eine gewisse Assoziation zum Paranormalen bzw. zu einer Art Zwischenwelt suggeriert. Da ich aber weder bei einer Wahrsagerin gewesen bin, noch Ouija "gespielt" habe, ist dieser Besuch aus der Vergangenheit eine wunderbare Überraschung positiver Natur. Dass ich das mal so schreiben würde, finde ich gerade sehr erfrischend.

Die letzten Auseinandersetzungen mit meiner persönlichen Vergangenheit, besonders der Jüngeren, beliefen sich ja eher darauf, dass es ein Aufarbeiten von Erlebtem und die Einordnung von Gedanken gewesen ist. Zu dem habe ich gelernt, dass ich mich nicht von meiner negativen Vergangenheit bestimmen lassen darf. Es gab ja durchaus genug Momente, in denen der schwere Schleier von damals wieder vehement an meine geistige Türe klopfte und ja...zu oft ließ ich diesen Schleier dann auch wieder herein. Aber das kann ich mittlerweile ganz gut kontrollieren. Das Bewusstsein für das Jetzt lässt den Schleier im Großteil der Fälle einfach wieder abziehen. Geistige Faust in your face, Schleier! Um so schöner, wenn es bei diesem Eintrag mal so gar nicht um diese Thematik geht.

Ein Besuch aus der Vergangenheit. Ein Mensch aus einer alten Zeit. Aus einer guten Zeit. Eine Zeit, lange bevor ich mit dem Schreiben angefangen habe. Eine Zeit vor dem großen schwarzen Loch. Die Zeit der ersten eigenen Selbstständigkeit. Junge neunzehn Jahre alt, endlich von zu Hause raus. Der Auszug in ein neues Leben. Es war in der Tat ein gutes Leben. Sehr viel leichter noch, als es sich derweil anfühlt. Unbeschwerter, naiver, voller neuer Erfahrungen. Durch den veränderten Standort kamen natürlicher Weise auch neue Menschen in mein Leben. Besonders der musikalische Neuanschluss, der sich quasi einfach ergeben hat, half mir enorm dabei, in dieser neuen Welt Fuß zu fassen.

Die erste Band, bei der ich damals in meiner Heimat mitgemacht hatte, war eine klassische Jugendband. Wir waren Teenager. Und wie es nun mal so ist: nach der Schule orientiert man sich um, schaut wo man, wie arbeiten möchte und plant ein bisschen für die Zukunft. Andere strebten ein Studium in weit entfernten Städten an und so kam es, wie es dann oft kommt: die Band ging auseinander. So stand ich eine Zeit lang ohne Band da und war in einer neuen, noch fremden, Stadt angekommen. Dort lernte ich dann recht flott einen wichtigen Menschen kennen, der meinte, so: Du und Musik? Ja, ist cool. Ich auch Musik. Wir machen eher so Grunge und proben im Hauptbahnhof. Ja, top!, dachte ich mir. Ich spiele Bass und ihr sucht gerade? Ihr probt im Hauptbahnhof?? Jo, perfektes Timing von Ort und Mensch.

Eins kam zum Anderen, ich hab dann mal bei einer Probe mitgemacht und vorgespielt und ja, was soll ich sagen, ich war zwar nie der gelernte Musiker (und bin es immernoch nicht) aber ich durfte bleiben, obwohl die vorgegeben Qualität schon sehr hoch war. Davor hatte ich anfangs immer einen heiden Respekt. Von 2003 bis 2006 durfte ich also dieser neuen, sehr famosen und tollen Truppe beiwohnen. Die Tatsache, dass diese Band schon seit 1999 aktiv war und sich einen gewissen Namen im lokalen Umfeld gemacht hatte, erlaubte mir einen sehr schnellen und intensiven Einblick in das gesamte Lokalband-Gefüge. Es war großartig! Ich habe danach nie wieder ein so tolles Geflecht von Bands, Musikern, Organisatoren, Veranstaltungsorten, Fans, Proberäumen und Partys erlebt!

Großartige Erinnerungen stammen aus dieser Zeit, besonders mit dieser Band. Unvergessene Auftritte, unglaublich prägende Momente und extrem wertvolle Menschen. Tolle Erinnerungen aus der positiven Vergangenheit. Wenn ich Bilder von damals sehe, komme direkt alte Verbindungen in mir hoch und ergeben ein wunderbares Bild dieser Zeit.
Aber auch diese Zeit ging dann irgendwann wieder vorbei. Die Band musste sich leider trennen und die individuellen Musiker gaben sich neuen Projekten hin. Das Geflecht der lokalen Musikszene war aber weiterhin gegeben und man hatte immer noch mit den ganzen Leuten zu tun. Zwar in anderen Bands, aber wiederum mit neuen Menschen und dementsprechend auch wieder neuen Erfahrungen, musikalischer und menschlicher Natur. Danke dafür! Das werde ich alles niemals vergessen!

2011/2012 verließ ich dann relativ plötzlich und unvermittelt diese Stadt und widmete mich wiederum einem neuen Abschnitt in meinem Leben, wieder an einem neuen Standort. Bedingt durch eine extrem ekelhafte psychische Auseinandersetzung mit einer Person, auf die ich mich damals einließ, wurde dort der Grundstein für meinen Weg in das große schwarze Loch gelegt. 2014 tauchte ich dann endgültig in dieses Loch ein. Aber darüber habe ich ja schon oft genug geschrieben und das soll nun auch nicht weiter ausgeführt werden. Es geht ja schließlich immer noch um den Besuch aus der Vergangenheit. Die gute Vergangenheit vor der Zeit des schwarzen Loches.

Und so ergab es sich nun, ganz aktuell, dass ein toller und sehr geschätzter Mensch, den ich seit 2005 kenne, überraschender Weise, nach gut sieben Jahren Funkstille, den Kontakt zu mir aufnahm. Völlig unvermittelt, einfach so, quasi aus dem Nichts. Es ist gerade enorm erfrischend, muss ich sagen. Diese Person war in der ganzen Zeit von 2005 bis 2011 ein konstanter Bestandteil in meinem Leben. Wir teilten Vieles miteinander: Bier, Zeit, Respekt für den Anderen, ein Teil dieses Geflechtes zu sein, Gedanken, Freunde und Bekannte. Wir hatten immer gute Unterhaltungen und Gespräche, konnte miteinander schweigen und lachen, teilten die musikalischen Verbindungen, hatten einen ähnlichen Humor und waren meistens auf einer Wellenlänge. Wir hatten eine gute Zeit damals.

Als ich dann aus der Stadt wegging, ebbte aber auch dieser Kontakt ab. Ich hatte viel zu viel mit mir selbst zu tun und war in dieser Zeit ab 2012 eh sehr egoistisch unterwegs. Von der anderen Seite kam dann auch nicht mehr viel, was aber auch einfach an unseren beiden persönlichen Leben lag, die man unabhängig von einander lebte. Ich musste oft an sie denken, als Facebook diverse "Erinnerungen" in den digitalen Raum warf. Ich fragte mich dann immer, wie es ihr geht. Ich hoffte, gut und nahm an, dass sie ein geordnetes und erfülltes Leben führen würde. Ich wusste aber nur das, was man sporadisch über das Internet mitbekam. Ich habe also immer nur Vermutungen über ihre persönliche Ausrichtung und den Weg ihres Lebens gehabt und fragte in der Tat selber nie nach. Seit dem wir unsere neuen Leben hatten, hatten wir uns nie wieder unterhalten. Bis heute.

Überraschung: der Besuch aus der Vergangenheit. Nach fast siebenjähriger Funkstille ist da nun wieder dieser Mensch. Ein Mensch, den du kennst. Den du über eine lange Zeit kennengelernt hast. Aber auch ein Mensch, den du vor sieben Jahren das letzte Mal gesprochen hast. Sieben Jahre sind eine verdammt lange Zeit, in der viel passieren kann. Veränderungen von Wesen zum Beispiel. Menschen leben, Menschen treffen Entscheidungen, Menschen wählen ihre persönlichen Präferenzen. So ist das nun mal. Das Tolle und Erfrischende an dieser Situation ist aber die Tatsache, dass wir uns aktuell völlig ohne Vorwürfe, ob der Funkstille, enorm viel und sehr intensiv unterhalten haben. Toller Weise ist sie immernoch das Wesen, das sie immer gewesen ist. Wir knüpften direkt nahtlos an unsere vergangene Kommunikation an. Völlig easy und entspannt. Nun gut, im Grunde kennen wir uns seit fast vierzehn Jahren, auch wenn wir die Hälfte dieser Zeit gar nichts miteinander zu tun gehabt haben. Aber vierzehn Jahre sind vierzehn Jahre. Eine Verbindung, die über die Jahrzehnte besteht.

Wir haben uns nun in einer - gewiss - sehr  kurzen Zeit so unglaublich Vieles gesagt und ausgetauscht, verweilten schon wieder etliche Male in Erinnerungen und Eruierungen unserer gemeinsamen Vergangenheit. Schwelgten zusammen in Momente von damals. Herrlich. Es kam so viel mehr hoch, als beim bloßen Betrachten von "einfachen" Bildern. Sie weiß noch Dinge, die ich über die Zeit verdrängt oder vergessen habe. Wiederum kann ich Gedächtnislücken füllen, wo ihr die Puzzleteile fehlen. Es ist wirklich lustig, positiv und irgendwie strange, wenn man nach so einer langen Zeit scheinbar da weitermacht, wo man aufgehört hat. Ein wunderbares und eher blindes Verständnis für den jeweiligen Menschen. 

Obwohl wir uns beide natürlich in den letzten sieben Jahren diversen Herausforderungen stellen mussten, die unsere Leben definitiv verändert haben, haben wir offensichtlich nie den Bezug zueinander verändert, auch wenn dies nie bewusst passiert ist. Umso besser, finde ich. Eine enorm wertvolle Überraschung ist dies. Ein Kontakt, mit dem ich so niemals gerechnet hätte. Aber ich bin enorm erfreut, dass es nun so kam, wie es kam. Richtig gut. Es wird so Vieles zu bequatschen geben. Alleine das Interesse an den letzten sieben Jahren, über die wir eigentlich gar nichts wissen, reicht für stundenlange Gespräche. Herrlich! 

Und ja, was soll ich sagen, ein Danke an die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit den heutigen Mitteln, die es so, in dieser ausgeprägten Form, vor vierzehn Jahren noch nicht gab. Das macht in der Tat Vieles einfacher, in Bezug auf die Kommunikation und den Austausch. Man lernt sich gearde irgendwie wieder neu kennen, obwohl man sich schon so lange kennt. Wir werden uns Einiges zu erzählen haben und tun dies schon. Ich bin froh, dass es ihr gut geht und freue mich über neue/alte Momente voller Erinnerung und Gegenwart. Eine tolle Mixtur aus Bekanntem und Unbekanntem. Wenn wir sprechen, fühlt sich der Geist wieder an, als wäre er fünfundzwanzig, aber mit dem Bewusstsein, von zusätzlichen zehn Jahren. Was soll ich sagen, ich bin begeistert, ob der Bestätigung von diesem menschlichen Verständnis.

Schön, dass du wieder da bist!

Montag, 14. Januar 2019

Die Seele bleibt hier


 Ich erinnere mich noch genau, wie es gewesen ist als du noch da warst. 
Es war eine wunderbare Zeit. Wenn ich zurück denke, kommt in mir ein wundervoll-melancholisches Gefühl auf, das mich mit einem weinenden und einem lachenden Auge an unsere gemeinsame Zeit erinnert. 

Wir sind durch dunkle Tiefen gewandert, haben steile Gipfel erklommen, sind zusammen abgestürzt und dennoch konnten wir uns immer wieder fangen. 
Wir hielten uns gegenseitig fest. 
Wir waren für einander da, wenn wir uns brauchten. Haben aufgepasst, dass es dem anderen gut geht. Wir konnten uns gegenseitig motivieren, kritisieren und blamieren. 
Alles war möglich. Wir waren möglich.

Ich vermisse diese Zeit manchmal und hätte sie dann und wann gerne zurück. Aber du hast dich für einen anderen Weg entschieden. Die Zeit bleibt in der Vergangenheit und somit ein Memo unserer selbst. Wie damals schon wünsche ich dir auch jetzt nur das Beste und alles Positive der Welt. 
Ich hoffe, dass du glücklich bist. Ich hoffe, du vergisst uns nicht. 
Ich wünsche mir, dass du weiter gehst und die Zukunft wählst.

Irgendwann, da werden wir uns wieder sehen und ich weiß jetzt schon, wie es werden wird: voller Freude, Aufrichtigkeit und Loyalität. So lange wir uns an das erinnern, was uns Kraft gibt, wird es uns möglich sein, an das zu glauben, was uns gut tut. 
Wir haben beide unsere richtigen Wege gewählt und schreiten weiter in unserer subjektiven Realität. Bald kreuzen sich unsere Wege wieder, das spüre ich. 
Dann bin ich gespannt, was du zu erzählen hast. Erzähle mir wie dein Leben war. 
Ich werde zuhören so wie immer.

Und so sitzen wir da, schauen in den Himmel, hören Musik, trinken Bier und erinnern uns gemeinsam an eine wundervolle Zeit. Wir lachen, grübeln, schweigen und weinen. 
Wir geben uns Zuspruch, Trost und Ideen.
Wir sind uns sicher, dass es sich wie gestern anfühlt und bleiben in blindem Verständnis für einander genau die Personen, die wir immer waren.

Ich schätze Dich und danke Dir. Ich freue mich, dass wir uns kannten, kennen und immer kennen werden. 

Die Seele bleibt hier.

Montag, 30. April 2018

Ein April-Post und Zusammenfassung

Hello meine lieben Leserinnen und Leser,

ich wollte den April jetzt nicht gänzlich unbeschrieben lassen und trage einfach mal ein bisschen zusammen, was sich in den letzten Wochen so getan hat. Es gibt also in dem Beitrag kein spezielles Thema oder etwas, auf das ich konkret hinschreiben. Vielmehr eine Aktualisierung, eine Bestandsaufnahme und eine Reflexion der Dinge.

Well, für die Stimmung beim Schreiben habe ich mir mal den Bladerunner 2049 Soundtrack angemacht. Ein Wahnsinns-Film und zudem ein Soundtrack von Herrn Zimmer, der wieder mal alles kann, was er können muss. Er ist einfach gut!

Wo fange ich an? Hmm...also, es war einmal der mittelgroße Joe. Der stand mal total gut im Leben und ließ sich seine Kopflastigkeit gar niemals anmerken. Er war zwar immer schon
ein Realist und die Gedanken waren stets umfangreich, aber er war damals so viel "leichter" als heute. Damit ist natürlich ein metaphorisches Gewicht gemeint. Die Schwere der Gedanken, die Zweifel an der eigenen Person, Kritik an Vielem etc....

Nun ist es ja so, dass ich in den letzten 2-3 Jahren immer mal wieder ganz am Boden gewesen bin und ich mich schwerlich von den depressiven Gefühlen, den schwarzen Löchern und der Antriebslosigkeit dieser Zeit frei machen konnte. Es war im Rahmen des Krankheitsbildes einfach nicht möglich. Jeder, der keine Depressions-Erfahrung hat, wird dieses Gefühl nicht nachvollziehen können. Aber ich sage Euch, es ist wirklich nicht schön, wie es war. ABER! Es schleicht sich weiterhin immer mehr und mehr aus. Ich merke es, spüre es, reflektiere es und möchte das Positive wahrnehmen. Das ist gut.

Diese metaphorische Leichtigkeit kommt nun Stück für Stück immer mehr zurück. Ich werde zwar nie wieder so sein, wie ich es mit fünfundzwanzig war, aber das Streben nach der Unbeschwertheit mit einem - nun etwas anderen Charakter - ist weiterhin mein Ziel. Ich will nicht mehr so viel zweifeln, ich will nicht immer nur der permanente Kritiker sein. Ich will mich nicht immer selber verurteilen. Ich bin ja immer noch ich und grundsätzlich bin ich auch immer ich gewesen. Allerdings machen gewisse Sachen einfach Sachen mit einem, die einen teilweise verändern können.

Ich werde grundsätzlich immer sensibel und aufmerksam sein und mir viele Gedanken machen, das gehört einfach zu mir dazu. Aber die emotionalen Empfindungen und Grenzerfahrungen hinterlassen doch gewisse Spuren, das kann man nicht abstreiten. Dennoch möchte ich irgendwann einfach sagen können:

 "Guck hier, diese Spuren, diese Narben, ja, das war damals, es hat mich zu einem besseren Menschen gemacht und es ist gut daran erinnert zu werden."

Und ja, ich muss sagen, dass die letzten Wochen zwar alles andere als leicht waren, ich aber komplett anders mit den aktuellen Problemen umgehe. Es ist wieder möglich, an die Lösungen zu denken und nicht nur an die unzumutbare Bewältigung des Lebens (so empfand ich es eine ganze Zeit lang).

Ja, meine Band hat sich aufgelöst. Ja, ich hatte eine Zeit lang keinen Job. Ja, ich habe mich gesellschaftlich wieder etwas zurückgehalten. Ja, ich hatte immer noch keine Dates oder romantisch angehauchten Situationen. Ja, es könnte irgendwie alles besser sein. Aber, was ich weiterhin lerne, empfinde und mitbekomme, ist, dass ich gedanklich nicht wieder in diese ominösen Teufelskreise verfalle. Ich empfinde Probleme zwar weiterhin als schwierig, aber lösbar.

Ich habe mich um einen neuen Job bemüht und etwas gefunden. Ich darf weiterhin mit einem ganz wunderbaren Menschen, Schlagzeuger und Rhythmus-Kollegen Musik machen. Die Veränderungen waren zwar nicht schön und dadurch habe ich wieder völlig neue Erfahrungen machen dürfen, aber Veränderungen bringen tatsächlich etwas Positives mit sich, das wird mir im Moment sehr bewusst. Und das ist enorm wichtig, dass ich das wieder wahrnehmen kann!

Ein neuer Job bedeutet, wieder teilhaben haben zu können, Verantwortung übernehmen, Regelmäßigkeiten passieren lassen. Der Bruch mit der Band bietet uns beiden (dem Tommler und mir) die Möglichkeit etwas Neues, Eigenes und Persönliches auf die Beine zustellen, auf das wir richtig Bock haben. Wir bauen fleißig an der neuen Insel und die ersten Besucher kommen auch schon. Je nach dem, wie Diese sich anschicken, dürfen sie auf bleiben. Der Job macht Laune, es ist wieder etwas für das ich meine Verantwortung gerne bereitstelle. Eine neue Band findet sich. Alles wird gut!

Aufgrund der temporären wirtschaftlichen Situation habe ich den gesellschaftlichen Aspekt allerdings echt wieder vernachlässigt, das kann ich nicht leugnen. Ich habe zwar teilgenommen, aber nur sehr sporadisch. Kommunikation hat stattgefunden, aber nur mit den wichtigsten Menschen (Familie, zwei langjährige Freunde und mein Schlagzeuger, der sich anschickt, eine enorme Zeit im meinem Leben zu erhalten; find ich gut. Verständnis und Musik verbinden).

Klar, wenn du keine Kohle hast und gucken musst, dass du einfach nur über die Runden kommst, sind alle anderen gesellschaftlichen Ereignisse und Freizeitgestaltungen eher unnötig und nicht bedenkenswert, da alles irgendwie Kohle benötigt. Ich habe meine Prioritäten also aufs Wesentliche reduziert. Dass ich wieder aus den Vollen schöpfen kann, ist zwar nicht von heute auf morgen getan - die Glättung der Umstände wird noch ein bisschen Zeit benötigen - aber ich habe Geduld und das Wichtigste: ich lasse mich von diesen Umständen nicht unterkriegen! Dass ich dann bald mal wieder ins Kino gehen oder Party machen kann, oder einfach mal in eine fremde Stadt fahre um neue oder alte Menschen zu treffen, das wird dann auch bald wieder möglich sein. So lange sollte ich mich aber so gut es geht aus dem Internet raushalten, um nicht doch noch zu Tode gespoilert zu werden (Avengers Infinity War!)

...wobei ich ja schon im Internet sein möchte, denn die Sache mit den Frauen ist echt so ne Sache. So langsam wirds echt lang, nervig und ich werde (oha) ungeduldig. Und wo sonst, als im Internet, macht man die meisten Kontakte?! Da ich ja durchaus weiß, wie man sich artikuliert und ein ganz anständiger Kerl bin, der ja durchaus was zu bieten hat, sollte es ja eigentlich ein Klacks sein, auch in diesem Level mal wieder über das Tutorial hinweg zu kommen.

Aber auch hier: wenn sich die Lage wieder entspannt hat, kann ich auch wieder mehr an "Draußen" teilhaben und lerne dann im Bestfall Leute über Leute kennen. Alles das, was sonst normalerweise so passiert, wenn man im Leben ist. Keine Frage, Leben, ich komme wieder. Und ja, ich versuche auch etwas oberflächlicher teilzunehmen und mich nicht zu sehr, zu lange mit Dingen aufzuhalten.

System, ich kritisiere Dich zwar weiterhin (das wird auch immer so bleiben) aber ich durchschaue Dich und ich nutze die Muster und Verbindungen zu meinen Gunsten aus. Kann ja nicht so schwer sein. Mal sehen, wie ich bald darüber schreibe. Vielleicht klappts, vielleicht stoße ich trotzdem wieder an meine eigenen Ansprüche bzw. die der Umwelt, aber hey:

Neuer Job, neue Band, neues (altes, neues) Leben, neuer Sex, neue Liebe. Klingt gut. 2,75 von 5: check. Der Rest ist in Artbeit.