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Mittwoch, 11. Dezember 2019

Ein Rückblick nach vorne 2019

Einmal Rückblick und nach vorn?! Wenn ich mir die letzten Monate und dieses Jahr anschaue, muss, kann und will ich sagen, wie toll es einfach ist, wenn man die richtigen Menschen kennen lernt und sie in sein Leben lässt. Die, die einfach immer da sind und besonders die neuen Menschen, die man kennen lernen darf und die dann tatsächlich bleiben.
Aber erstmal zum Anfang: wenn schon Rückblick, dann auch mit Reflektion...ansonsten braucht man den nicht zwingend!!!

Anfang des Jahres kam wie aus dem Nichts eine alte neue Persönlichkeit in mein Leben, die mir ein paar wunderbare, sehr intensive aber überschaubare Wochen bereitet hat. Das war toll und hat mich seit langer Zeit mal wieder etwas Nähe fühlen lassen. Diese Verbindung hielt leider nicht so lange, wie man sich es im Vorhinein vorgestellt hatte, war aber dennoch voller guter, schöner und wichtiger Momente. Bereuen? Kein bisschen! Sich weiterentwickeln? Total. Auch wenn es ne Zeit lang echt schwierig war, regulierte es sich und die Wege führten in verschiedene Richtungen weiter. Alles gut, im Endeffekt.

Gepackt von diesen neuerlichen Veränderungen bekam ich dann die Chance auf einen ebenso neuen Job, der auch bitter nötig war und eine damit verbundene neue Grundlage. Eine richtig, richtig gute Grundlage! So viel Motivation und Identifikation im Job habe ich in den letzten Jahren selten erfahren und bin um so mehr froh, dass sich daran bisher nichts geändert hat und die Möglichkeiten, die daraus resultieren, völlig gut und toll sind und bleiben! Und wenn es dann richtig positiv und zuversichtlich läuft und die Vergangenheit einen nicht unnötig belangt, ist der Weg frei für Alles andere und noch so viel mehr!

Besonders diese Verbindungen und Möglichkeiten, die passieren, obwohl man nicht damit rechnet, sind die Besten überhaupt! Und davon muss ich diese Eine, ganz Besondere nun deutlich hervorheben: Christina, wir haben uns nun vor mittlerweile gut fünf Monaten durch einen kommunikativen Zufall im FK angefangen kennenzulernen. Wie leicht und einvernehmlich wir uns von Anfang an verstanden haben, ist und bleibt ein Geschenk in dieser zerfahrenen Welt! Wir haben uns geschrieben, Nachrichten gesprochen, stundenlang telefoniert und du hast mich einfach in deine, für mich damals, völlig neue Welt, mitgenommen.

Du, trotz der Entfernung, bist mir in dieser ganzen Zeit einfach immer so unglaublich nah gewesen, dass es sich anfühlte, als wäre ich mit vor Ort, obwohl eine gewisse geographische Distanz ja nie von der Hand zu weisen war (2500 km) Aber genau das ist völlig irrelevant gewesen. Obwohl du so weit weg bist, haben wir uns so intensiv, viel, verschieden, leicht und einfach frei mit einander verhalten. Du bist für mich schon lange ein so wichtiger Bestandteil in meinem kleinen Leben geworden, den ich einfach nicht mehr missen will. Du bist mit deinen Ohren für mich da, Du schenkst mir unglaublich viel Zeit, du inspirierst mich seit Monaten, befeuerst dadurch meine Kreativität und mein lyrisches Ich. Du hast mich einfach so angenommen, wie ich war und bin und tust es weiterhin, als wäre ich der leichteste Geist auf dieser ErdeIch schätze und respektiere dich und deine Art völlig! Du leistest in deinem Job sooo viel, gehst immer wieder über deine energetischen Grenzen und trotzt den Umständen und Gegebenheiten bei dir vor Ort ein ums andere Mal! Du bist einfach richtig stark!

Ich bin so froh und dankbar, dass ich bei dir immer so sein kann, wie ich bin, dass ich mir keine Gedanken machen muss, was ich denke und dass du einfach so bist, wie du bist! Ich bin enorm glücklich, dass wir uns kennen, schätzen und respektieren. So eine wunderbare, leichte und intensive Verbindung über solch eine Distanz zu wahren, das ist der Wahnsinn und nicht alltäglich oder gar selbstverständlich! Die Möglichkeit dann, dich und den Verein direkt vor Ort besucht haben zu können und zu dürfen, ist für mich ganz klar ein Highlight der letzten Jahre (Reisebericht Konitsa 2019) !! Ich bin so dankbar, da gewesen zu sein, so dankbar für die neuen Erfahrungen und Eindrücke. So dankbar, dass ich selbst keine Bedenken bei einer solchen Reise haben musste. So dankbar, dass wir uns auch ohne die Kommunikation über das Internet, ganz in echt, wunderbar und völlig einfach und gut verstanden haben und es weiterhin tun. Ich komme wieder, keine Frage und ich weiß, wie sehr ich willkommen bin. Du bist so eine eindrucksvolle Person und Persönlichkeit und es reicht bei Weitem nicht, diese Zeilen zu verfassen, um ansatzweise zu begreifen, was du alles leistest! Danke für diese ganze Zeit bisher und auf weitere neue, spaßige Unterhaltungen, Sinnieren, Hunde retten, Quatschen, Schweigen, das Wetter verteufeln uns über Dinge aufregen, Telefonieren, trotz der Distanz diesen Draht zu einander zu haben und und und...!

Tom, mein Lieblingsdrummer und Anker, du bekommst hier jetzt eindeutig weniger Text ^^ , trägst aber eh weiterhin, permanent zu dieser Entwicklung bei und das seit 3 Jahren! Du weißt wie sehr ich dich schätze und ich weiß sehr, was ich dir zu verdanken habe! Ich danke dir, auch wenn es hier und da mal dynamisch nicht nach unseren Vorstellungen lief...its so good to have you!
Mein Jahr geht also mit einer neuen Grundlage, neuen Verbindungen, alten aufgelösten Verbindungen, keinen Zweifeln, Klarheit, Glück, Zuversicht, Bestätigung und Motivation zu Ende. Es ist rückblickend weiterhin eines der "leichtesten" Jahre der letzten Jahre und ich zeige mich voller Demut und Dankbarkeit für diese Entwicklung!

Sonntag, 3. März 2019

Besuch aus der Vergangenheit

"Besucher aus der Vergangenheit" würde in der Tat etwas mysteriöser klingen, da es eine gewisse Assoziation zum Paranormalen bzw. zu einer Art Zwischenwelt suggeriert. Da ich aber weder bei einer Wahrsagerin gewesen bin, noch Ouija "gespielt" habe, ist dieser Besuch aus der Vergangenheit eine wunderbare Überraschung positiver Natur. Dass ich das mal so schreiben würde, finde ich gerade sehr erfrischend.

Die letzten Auseinandersetzungen mit meiner persönlichen Vergangenheit, besonders der Jüngeren, beliefen sich ja eher darauf, dass es ein Aufarbeiten von Erlebtem und die Einordnung von Gedanken gewesen ist. Zu dem habe ich gelernt, dass ich mich nicht von meiner negativen Vergangenheit bestimmen lassen darf. Es gab ja durchaus genug Momente, in denen der schwere Schleier von damals wieder vehement an meine geistige Türe klopfte und ja...zu oft ließ ich diesen Schleier dann auch wieder herein. Aber das kann ich mittlerweile ganz gut kontrollieren. Das Bewusstsein für das Jetzt lässt den Schleier im Großteil der Fälle einfach wieder abziehen. Geistige Faust in your face, Schleier! Um so schöner, wenn es bei diesem Eintrag mal so gar nicht um diese Thematik geht.

Ein Besuch aus der Vergangenheit. Ein Mensch aus einer alten Zeit. Aus einer guten Zeit. Eine Zeit, lange bevor ich mit dem Schreiben angefangen habe. Eine Zeit vor dem großen schwarzen Loch. Die Zeit der ersten eigenen Selbstständigkeit. Junge neunzehn Jahre alt, endlich von zu Hause raus. Der Auszug in ein neues Leben. Es war in der Tat ein gutes Leben. Sehr viel leichter noch, als es sich derweil anfühlt. Unbeschwerter, naiver, voller neuer Erfahrungen. Durch den veränderten Standort kamen natürlicher Weise auch neue Menschen in mein Leben. Besonders der musikalische Neuanschluss, der sich quasi einfach ergeben hat, half mir enorm dabei, in dieser neuen Welt Fuß zu fassen.

Die erste Band, bei der ich damals in meiner Heimat mitgemacht hatte, war eine klassische Jugendband. Wir waren Teenager. Und wie es nun mal so ist: nach der Schule orientiert man sich um, schaut wo man, wie arbeiten möchte und plant ein bisschen für die Zukunft. Andere strebten ein Studium in weit entfernten Städten an und so kam es, wie es dann oft kommt: die Band ging auseinander. So stand ich eine Zeit lang ohne Band da und war in einer neuen, noch fremden, Stadt angekommen. Dort lernte ich dann recht flott einen wichtigen Menschen kennen, der meinte, so: Du und Musik? Ja, ist cool. Ich auch Musik. Wir machen eher so Grunge und proben im Hauptbahnhof. Ja, top!, dachte ich mir. Ich spiele Bass und ihr sucht gerade? Ihr probt im Hauptbahnhof?? Jo, perfektes Timing von Ort und Mensch.

Eins kam zum Anderen, ich hab dann mal bei einer Probe mitgemacht und vorgespielt und ja, was soll ich sagen, ich war zwar nie der gelernte Musiker (und bin es immernoch nicht) aber ich durfte bleiben, obwohl die vorgegeben Qualität schon sehr hoch war. Davor hatte ich anfangs immer einen heiden Respekt. Von 2003 bis 2006 durfte ich also dieser neuen, sehr famosen und tollen Truppe beiwohnen. Die Tatsache, dass diese Band schon seit 1999 aktiv war und sich einen gewissen Namen im lokalen Umfeld gemacht hatte, erlaubte mir einen sehr schnellen und intensiven Einblick in das gesamte Lokalband-Gefüge. Es war großartig! Ich habe danach nie wieder ein so tolles Geflecht von Bands, Musikern, Organisatoren, Veranstaltungsorten, Fans, Proberäumen und Partys erlebt!

Großartige Erinnerungen stammen aus dieser Zeit, besonders mit dieser Band. Unvergessene Auftritte, unglaublich prägende Momente und extrem wertvolle Menschen. Tolle Erinnerungen aus der positiven Vergangenheit. Wenn ich Bilder von damals sehe, komme direkt alte Verbindungen in mir hoch und ergeben ein wunderbares Bild dieser Zeit.
Aber auch diese Zeit ging dann irgendwann wieder vorbei. Die Band musste sich leider trennen und die individuellen Musiker gaben sich neuen Projekten hin. Das Geflecht der lokalen Musikszene war aber weiterhin gegeben und man hatte immer noch mit den ganzen Leuten zu tun. Zwar in anderen Bands, aber wiederum mit neuen Menschen und dementsprechend auch wieder neuen Erfahrungen, musikalischer und menschlicher Natur. Danke dafür! Das werde ich alles niemals vergessen!

2011/2012 verließ ich dann relativ plötzlich und unvermittelt diese Stadt und widmete mich wiederum einem neuen Abschnitt in meinem Leben, wieder an einem neuen Standort. Bedingt durch eine extrem ekelhafte psychische Auseinandersetzung mit einer Person, auf die ich mich damals einließ, wurde dort der Grundstein für meinen Weg in das große schwarze Loch gelegt. 2014 tauchte ich dann endgültig in dieses Loch ein. Aber darüber habe ich ja schon oft genug geschrieben und das soll nun auch nicht weiter ausgeführt werden. Es geht ja schließlich immer noch um den Besuch aus der Vergangenheit. Die gute Vergangenheit vor der Zeit des schwarzen Loches.

Und so ergab es sich nun, ganz aktuell, dass ein toller und sehr geschätzter Mensch, den ich seit 2005 kenne, überraschender Weise, nach gut sieben Jahren Funkstille, den Kontakt zu mir aufnahm. Völlig unvermittelt, einfach so, quasi aus dem Nichts. Es ist gerade enorm erfrischend, muss ich sagen. Diese Person war in der ganzen Zeit von 2005 bis 2011 ein konstanter Bestandteil in meinem Leben. Wir teilten Vieles miteinander: Bier, Zeit, Respekt für den Anderen, ein Teil dieses Geflechtes zu sein, Gedanken, Freunde und Bekannte. Wir hatten immer gute Unterhaltungen und Gespräche, konnte miteinander schweigen und lachen, teilten die musikalischen Verbindungen, hatten einen ähnlichen Humor und waren meistens auf einer Wellenlänge. Wir hatten eine gute Zeit damals.

Als ich dann aus der Stadt wegging, ebbte aber auch dieser Kontakt ab. Ich hatte viel zu viel mit mir selbst zu tun und war in dieser Zeit ab 2012 eh sehr egoistisch unterwegs. Von der anderen Seite kam dann auch nicht mehr viel, was aber auch einfach an unseren beiden persönlichen Leben lag, die man unabhängig von einander lebte. Ich musste oft an sie denken, als Facebook diverse "Erinnerungen" in den digitalen Raum warf. Ich fragte mich dann immer, wie es ihr geht. Ich hoffte, gut und nahm an, dass sie ein geordnetes und erfülltes Leben führen würde. Ich wusste aber nur das, was man sporadisch über das Internet mitbekam. Ich habe also immer nur Vermutungen über ihre persönliche Ausrichtung und den Weg ihres Lebens gehabt und fragte in der Tat selber nie nach. Seit dem wir unsere neuen Leben hatten, hatten wir uns nie wieder unterhalten. Bis heute.

Überraschung: der Besuch aus der Vergangenheit. Nach fast siebenjähriger Funkstille ist da nun wieder dieser Mensch. Ein Mensch, den du kennst. Den du über eine lange Zeit kennengelernt hast. Aber auch ein Mensch, den du vor sieben Jahren das letzte Mal gesprochen hast. Sieben Jahre sind eine verdammt lange Zeit, in der viel passieren kann. Veränderungen von Wesen zum Beispiel. Menschen leben, Menschen treffen Entscheidungen, Menschen wählen ihre persönlichen Präferenzen. So ist das nun mal. Das Tolle und Erfrischende an dieser Situation ist aber die Tatsache, dass wir uns aktuell völlig ohne Vorwürfe, ob der Funkstille, enorm viel und sehr intensiv unterhalten haben. Toller Weise ist sie immernoch das Wesen, das sie immer gewesen ist. Wir knüpften direkt nahtlos an unsere vergangene Kommunikation an. Völlig easy und entspannt. Nun gut, im Grunde kennen wir uns seit fast vierzehn Jahren, auch wenn wir die Hälfte dieser Zeit gar nichts miteinander zu tun gehabt haben. Aber vierzehn Jahre sind vierzehn Jahre. Eine Verbindung, die über die Jahrzehnte besteht.

Wir haben uns nun in einer - gewiss - sehr  kurzen Zeit so unglaublich Vieles gesagt und ausgetauscht, verweilten schon wieder etliche Male in Erinnerungen und Eruierungen unserer gemeinsamen Vergangenheit. Schwelgten zusammen in Momente von damals. Herrlich. Es kam so viel mehr hoch, als beim bloßen Betrachten von "einfachen" Bildern. Sie weiß noch Dinge, die ich über die Zeit verdrängt oder vergessen habe. Wiederum kann ich Gedächtnislücken füllen, wo ihr die Puzzleteile fehlen. Es ist wirklich lustig, positiv und irgendwie strange, wenn man nach so einer langen Zeit scheinbar da weitermacht, wo man aufgehört hat. Ein wunderbares und eher blindes Verständnis für den jeweiligen Menschen. 

Obwohl wir uns beide natürlich in den letzten sieben Jahren diversen Herausforderungen stellen mussten, die unsere Leben definitiv verändert haben, haben wir offensichtlich nie den Bezug zueinander verändert, auch wenn dies nie bewusst passiert ist. Umso besser, finde ich. Eine enorm wertvolle Überraschung ist dies. Ein Kontakt, mit dem ich so niemals gerechnet hätte. Aber ich bin enorm erfreut, dass es nun so kam, wie es kam. Richtig gut. Es wird so Vieles zu bequatschen geben. Alleine das Interesse an den letzten sieben Jahren, über die wir eigentlich gar nichts wissen, reicht für stundenlange Gespräche. Herrlich! 

Und ja, was soll ich sagen, ein Danke an die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit den heutigen Mitteln, die es so, in dieser ausgeprägten Form, vor vierzehn Jahren noch nicht gab. Das macht in der Tat Vieles einfacher, in Bezug auf die Kommunikation und den Austausch. Man lernt sich gearde irgendwie wieder neu kennen, obwohl man sich schon so lange kennt. Wir werden uns Einiges zu erzählen haben und tun dies schon. Ich bin froh, dass es ihr gut geht und freue mich über neue/alte Momente voller Erinnerung und Gegenwart. Eine tolle Mixtur aus Bekanntem und Unbekanntem. Wenn wir sprechen, fühlt sich der Geist wieder an, als wäre er fünfundzwanzig, aber mit dem Bewusstsein, von zusätzlichen zehn Jahren. Was soll ich sagen, ich bin begeistert, ob der Bestätigung von diesem menschlichen Verständnis.

Schön, dass du wieder da bist!

Freitag, 2. November 2018

Die Inspiration der Dinge

Jetzt sitze ich hier und schreibe, neben den spontanen, kleinen Werken, der Geschichte um den Weber in Gedichtform, nun einfach mal zwischendurch diesen Beitrag. Ein Reflektierender, es wird. Die Inspiration der Dinge. Die Bilder der Gesellschaft. Die Übertragung auf unser Selbst. Wandel, Handel, Heiterkeit. So könnten wohl etwaige Überschriften, Phrasen oder Kalendersprüche heißen.

In Wirklichkeit sind es meine Gedanken, die ich meistens eins zu eins niederschreibe, wie sie mir gerade in den Sinn kommen. Dabei laufe ich immer etwas Gefahr, von einem Gedanken auf den anderen zu wechseln und diesen ebenfalls niederzuschreiben. So wie jetzt gerade. So verliert die Struktur etwas an Struktur. Aber ich hoffe, dass ich mit guten Umschreibungen und enorm gewieften Phrasen immer wieder den Faden finden werden, den es gilt zu weben.

Super Überleitung. Gewieft, quasi. Und einfach, weil dieses Wort großartig ist, erwähne ich es gerne nochmal: gewieft.

Meine Inspiration im Moment geht stark auf eine klassische, man könnte sagen alte Ansicht oder ein Bild auf die Verbindung und etwaige Bande zurück. Ein Band. Eine Verbindung. Ein Faden. Ein Garn. Weben. Verflechten. Zusammenführen. Stärken. Verfeinern. Halt. Geleit. Sicherheit. Wege. Weben. Der rote Faden. Das rote Band. Vieles davon geht weit zurück. Altertum, griechische Mythologie, asiatische Kulturen oder auch Spirituelles. Es sind auf diesem Weg nunmehr mehrere Ebenen, auf denen sich die Metaphern, Bilder und Umschreibungen befinden.
Das Potential, so wie ich es sehe - natürlich dann, wenn man die Dinge auf die sozialen, subjektiven Ebenen hebt -, ist einfach enorm, umfangreich und sehr wertvoll, was das Alles betrifft. Das Alles. Das Insgesamte. Große Ganze etc. 42.

Allein in der Metaphorisierung und der Verwendung dieses Bildes vom Bande - in verschiedenen Kulturen und Epochen - liegt soviel Potential, welches nicht zu Unrecht oft und literarisch bis philosophisch erwähnt wird. Daher lassen sich auch super gut, enorm viele dieser Bilder in Gedichtform bringen. Ich für meinen persönlichen Teil setze mich seit dem großen Bruch ja enorm viel mit der Weg-Thematik auseinander. Habe darüber schon extrem viel niedergeschrieben, verarbeitet, versucht zu reflektieren und einen eigenen Weg dann irgendwann endlich wieder zu finden.

Ich habe zum Glück wieder einen Weg gefunden und ich gehe ihn, mittlerweile fast ohne größere Steine oder dann mit den entsprechenden Ambitionen, diese potentiellen Steine aus dem Weg zu räumen. So far so good. The way is long and beautiful. No need to run. Und über diese wiederkehrende Thematik des Weges schleicht sich immer öfter auch ein Wesen in meine Texte ein. Ein Wesen, ein Geist, ein Leben, eine Personifizierung, wenn man so will. Die Andere Ebene eben. Die Seele, die es auf Wege zu leiten gilt. Die Seele, die eine Verbindung braucht. Die Seele, die man selber ist...

Auf jeden Fall passiert mir eine erneute und großartige "Wieder-Sicht" auf die Dinge, die ich lange nicht hatte, nicht haben konnte. Die Eingliederung in das ganz Normale passiert wieder und weiterhin. Vor 2 Jahren ca. war ich noch am Anfang, suchte einen Weg. Fand damals wunderbare Menschen, von denen einer immer noch wunderbar ist und lernte wieder, zu laufen. Man musste mich zwar etwas an die Hand nehmen. Aber auch dort - wenn ich jetzt lese, was ich eben darüber geschrieben habe - waren auch schon die Seelen des Weges vertreten, die die Verbindung, den Faden, das Garn, das Band, aufrecht gehalten haben. Das Band war damals die Band. Band, Musik, Gruppe. Band = Band. Verrückt.

Was ist eine Verbindung? Eine Übereinkunft. Ein stetiges Etwas. Etwas, dass nicht immer einen haptischen Zugriff haben muss. Es kann ein Band sein. Es kann eine Band sein. Es kann der Faden sein. Ein Garn. Ein Versprechen. Ein Verständnis. Solidarität. Loyalität. Es kann so Vieles sein und wiederum Nichts. Aber dennoch ist es immerzu eine zu erstrebende Sache.
Als ich damals fast alle Verbindungen lösen musste und mich komplett zurück zog, war mir dieses Ausmaß an Verbindungsschwund und die damit verbundenen Konsequenzen natürlich nicht bewusst.
Warum auch. Völliger Schleier regierte noch meinen Verstand und das dazugehörige Wesen.

Mittlerweile sage ich seit geraumer Zeit, dass es mir so gut geht, wie schon lange nicht mehr. Und es bleibt dabei: ich kann es nicht anders sagen. Das ist toll. Und zudem ist es auch toll, zurückblicken zu können - wie einst diese Band, mit den Brüdern, von dieser Insel, besungen hat - dont look back in anger. So werde ich langsam wieder zu Etwas, das ich lange vermisst habe. Bzw. es erst jetzt so sagen kann, da ich im Umgang mit mir Selber, wieder die richtigen Wege gefunden habe. Ich bin froh, dass ich wieder den Sinn in Verbindungen und Ebenen sehen kann. Und darüber hinaus wahrscheinlich um die Lobotomie herumkommen werde, whoop!!! Das Leben ist ja eh ein Irrenhaus. Warum nicht einfach mitspielen?!




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Friede und Freude





 

Dienstag, 2. Oktober 2018

Der Aufstieg einer Insel

..."Diese Insel, genau, wie die anderen Musik-Inseln in meinem bisherigen Leben, wird immer ein Teil von mir bleiben und ich bin unendlich dankbar für eine ganz wunderbare Zeit, die ich wahrnehmen durfte! Eine für mich persönlich sehr wichtige Zeit. Eine Zeit, in der ich unglaublich viel Neues lernen und erfahren durfte. Eine Zeit, die mich gestärkt hat. Eine Zeit, die mir Mut gemacht hat. Eine Zeit die mich positiv verändert hat. Eine Zeit, die mich wieder mehr zu dem gemacht hat, was ich mal gewesen bin und was ich wieder sein will. Eine tolle musikalische Erfahrung, die bleibt. Schade und traurig ist es aber dennoch! Und es wird bestimmt noch ein paar Momente brauchen, bis ich das versunkene Makiwara auf dem Grund meiner Erinnerungen besuchen kann, ohne dabei nach Luft zu schnappen oder mir Kiemen wachsen lassen zu müssen. Genau wie Crowd, Dadrox, Earmarked und Atlantis, wird Makiwara eine versunkene, aber nicht verschwundene Stadt sein, in der ich sehr gerne gelebt und meine Zeit verbracht habe!"...

...so beschrieb ich vor ungefähr einem halben Jahr die Trennung von meiner letzten Band. Heute schreibe ich voller Freude über den Aufstieg einer neuen Insel!


Es war vollbracht...nachdem Tommy Stickwurf und Baessmaen sich mit dem schnell zusammen geschusterten Floß von ihrer alten Insel entfernt hatten, trieben sie mit einem bestimmten Ziel umher. Diese Aussage sollte man also umformulieren. Sie trieben nicht umher, sondern folgten ganz konkret einem inneren Kompass, der zwar noch keine finale Destination visualisierte, aber doch ein gutes Gefühl bot und die Basis schaffte, um dann irgendwann auf einen einsamen Busch auf einer ansprechenden Insel zu führen. Gar nicht mal so lang, war ihre Reise. Und alles andere als langweilig. Schwer mitunter, ja und auch müßig. Aber auch sehr reflektierend in Bezug auf die verlassene Insel. Der Bruch war einfach zu gewaltig gewesen, um so zu tun, dass alles in Ordnung sei. Dafür war man aber auch nicht gemacht. Man setzte sich mit Dingen auseinander.

Während Ihres Weges über die Wogen der Ursuppe namens Leben, kamen natürlich immer wieder Groll und negative Gedanken auf, die den beiden Floß-Fahrern nächtelange Gespräche und einen regen Gedankenaustausch bescherte. Ziemlich flott wurde klar, dass man sich immer wieder sehr schnell im gedanklichen Kreis drehte. Die Entscheidung die Insel verlassen zu haben, wurde in keinster Weise bereut, allerdings sehr oft hinterfragt. Eine völlig verständliche Reaktion, wenn man überlegt, dass Tommy Stickwurf wirklich viele Jahre auf dieser Insel verbracht hatte. Seine Bindung und die damit einhergehenden Gedanken waren über die ganze Reise hinweg ein Begleiter, der ab und an für Ballast sorgte und die Fahrt etwas verzögerte. Aber das war okay. Baessmaen wusste um den zeitlichen Faktor der Bindung und bemühte sich um Verständnis aber auch Weitsicht. Er war allerdings etwas radikaler im Umgang mit der Trennung. Das wiederum kam Tommy Stickwurf zu Gute. So glich man sich gegenseitig aus und neutralisierte den Ballast ein ums andere Mal.

Und so trieben sie dann eines frohen Tages auf eine kleine und fein anmutende Insel zu. Sie schien wie aus dem Nichts vor ihnen aufzutauchen und erstreckte sich in einer kompakten aber annehmbaren Größe vor ihren Augen. Sie war hübsch anzusehen und auch das Klima und die weitere Vegetation war zur vollen Zufriedenheit mit "gut" zu bewerten.
Tommy und Baessmaen nahmen Kurs auf eine Anlegestelle und waren freudiger Erwartung, hier die neue Flagge mit den richtigen Ambitionen hissen zu können. Home is where the flag was put in the sand...oder so ähnlich.
Als die Beiden von Ihrem Floß stiegen und die Insel betraten, nahmen sie relativ umgehend die Anwesenheit einer Präsenz war. Man kannte diese Präsenz irgendwo her...sie kam einem relativ vertraut vor. Eher positiv als neutral...aber definitiv neutraler als negativ. Man sah sich um, suchte nach Anwesenheiten, die darauf deuten ließen, dass die Insel doch nicht so frei war, wie sie sich das erhofft hatten.

Tommy und Baessmaen waren fast schon etwas verunsichert und wussten nicht so richtig, ob und wie sie nun Ihre Flagge hissen sollten. Man streifte umher suchte nach der schwebenden Präsenz, die die Insel auf eine eigene Art und Weise umgeben hatte. Sie tigerten einmal um die Insel herum. Tommy links lang, Baessmaen ging rechts entlang. Sie Trafen sich auf der Rückseite der Insel wieder und auch dort fanden sie letztendlich diese präsente Anwesenheit auf dieser kleinen aber feinen Insel.

Es war ein Busch, der da am Wasser stand und in die Wellen blickte. Tommy näherte sich langsam von der linken Seite, legte dem Busch eine Hand auf die Schulter und sagte: "Yo, Busch, was geht ab!? Was machste hier? Ich dachte Amerika läge geographisch und gesellschaftlich in einem anderen Gebiet?!" Der Busch zögerte nicht lange und entgegnete: "Weder noch, weder noch. Ich warte hier lediglich auf Euch. Und jetzt hisst endlich die bekackte Flagge!"...raunte der Busch etwas mürrisch. Man sollte es ihm nicht verübeln. Für jemanden der am Strand stand, auf die Wellen schaute und offensichtlich schon etwas länger wartete, war er noch relativ entspannt.

Und genau diese entspannte Art, stellte sich dann als totaler Optimismus und in Positivität dar. Denn, wer konnte das ahnen: der Busch hatte auch Bock auf eine neue Insel. Er war sogar recht bewandert, was die Pflege und die Intakthaltung - was im Endeffekt das Gleiche ist - anging. Man war sich ziemlich schnell einig, dass man aus der bestehenden Anhäufung von Sand eine erneut, neue Insel machen könnte. Zusammen, gemeinschaftlich. Eine gute Option, sagte Tommy. Baessmaen stimmte dem zu und auch der Busch war guter Dinge, sich auf eine gemeinsame Insel einzulassen und ihr neues Leben einzuhauchen. (In Kombination mit einer möglichen Metapher und der Idee, dass jemand Busch heißen könnte, sollte den Busch in seiner Inselform aber nicht weniger wert erscheinen lassen. Die Erzählweise könnte dies eventuell vermitteln, falls man sich tatsächlich einen Busch vorstellen würde.)

Aber kommen wir mal zurück zur Realität und nennen die Dinge beim Namen. Tommy Stickwurf aka Tommy Stickwurf, der Busch alias Dennis und meine Wenigkeit, sind mit der Idee der neuen Insel voll am Start. Ich bin wirklich froh, sagen zu können, dass wir, Tom und Ich, auf unserer Suche nach neuen Band-Companeros, gar nicht so lange haben suchen müssen. Wir haben ja nicht mal großartig gesucht. Die Findung hatte sich im Endeffekt über Vitamin B, bzw. aus einer lockeren Bekanntschaft heraus ergeben. Und wir sind sehr froh darum, dass es sich so schnell und unkompliziert gefügt hat. Und von Fügung sollte man in diesem Rahmen auf jeden Fall sprechen. Die Tatsache, dass wir über wirklich wenig Einsatz von Kommunikation nun einen top Gitarristen an unserer Seite haben, der zudem auch noch enorm motiviert, ideenreich und technisch bewandert ist, ist ganz klar Fügung. Da kann der Dennis jetzt machen, was er will, er muss nun für sein Leben lang die Gitarre bei uns bedienen. Aber das ist auch ganz gut so.

Lange Reise, riesen Sinn. Neue Insel am Start und schon einen Bewohner konvertiert, yay! Die Basis steht und wächst. Nun sind wir natürlich alle sehr dahinter her, dieses Mal eine komplette Insel zu schaffen. Dafür fehlt uns zu unserem Bandgefüge aber noch allerhand. In erster Linie natürlich ein Gesang, eine Stimme, ein charismatischer Front-Mensch! In Zweiter Linie allerdings auch eine weitere Gitarre und eventuell bleibt dann sogar noch Luft für einen Tasten-/Synthi-Menschen. Da wir uns selbst vielschichtige Musik zutrauen und nicht zwingend festgelegt sind, wäre eine Komplettierung um diese weiteren Elemente natürlich das Nonplusultra. Für meinen Geschmack würde aber auch eine Insel mit fünf Bewohnern völlig genügen. Anhand von technischen Hilfsmitteln und etwaigen Möglichkeiten für Soundgenerierungen von Saiteninstrumenten, sollte man auch mit ohne Tasten sehr viele Facetten bedienen können, bzw. die Musik machen können, die man sich vorstellt.

Und ja, was soll ich sagen? Wir sind sehr fleißig, arbeiten jede Probe an neuen Songs, haben einen echt guten Workflow weiterhin und was das Wichtigste ist: es macht Spaß, es erfüllt uns alle mit diesem gewissen Moment, den man nur haben kann, wenn man in einem harmonisierenden Bandgefüge Musik machen darf. Und das ist so toll. Die Insel lebt und sie wird wachsen. Die Flagge ist gehisst und strahlt mit kräftigen Tönen und zeigt eindeutig: We are Many!

Trotz des halben Jahres und der gemeisterten Etappe der neue Reise erreichen uns dennoch immer mal wieder Wellen von der alten Insel. Sie sind noch da. Sie rufen, wenn sie am Ufer branden, Erinnerungen wach. So mögen diese Wellen nun endlich verebben! Es ist ein bisschen wie alter Kaugummi, der unterm Schuh klebt und RTL. Beides ist scheiße und hält sich leider viel zu lange. Es gibt im Endeffekt noch organisatorische Nachwirkungen, die zu klären sind. Die Wellen, die rüber schwappen sind dabei aber nur der fade Beigeschmack der Unmöglichkeit von Kommunikation und den damit verbundenen Sachen, die erledigt werden müssen. Wir haben es leider nicht selbst in der Hand, das ist das Problem bei den Wellen und der alten Insel. Sie scheint immer noch auf der Stelle zu treiben und dreht sich dabei unentwegt im Kreis. Sie produziert eine Art von Bewegung, aber kommt selbst nicht voran. Man würde am liebsten sagen: "Insel, so funktioniert das nicht." Oder haben wir das schon längst getan? Natürlich! Durch die Blindheit, die wahrscheinlich entsteht, wenn man sich permanent im Kreis dreht, wird so etwas von der betroffenen Partei dann aber weiterhin nicht wahrgenommen. Und wir sehen dann nur die Wellen, die ab und an an unsere eigene Insel schwappen und ein bisschen dafür sorgen, dass das Ufer temporär etwas unschön oder hässlich wird.

Wenn diese Wellen der negativen Energie dann bald komplett verebbt sein werden, wird unsere neue Insel noch mehr strahlen können. Dann werden auch die Ufer und Strände immer in prachtvoller Sandigkeit sein, umrahmt, von dem tiefen, leuchtenden Blau der Ursuppe. Keine negativen Wellen. Nur Musik und Harmonie.