Jetzt sitze ich hier und schreibe, neben den spontanen, kleinen Werken, der Geschichte um den Weber in Gedichtform, nun einfach mal zwischendurch diesen Beitrag. Ein Reflektierender, es wird. Die Inspiration der Dinge. Die Bilder der Gesellschaft. Die Übertragung auf unser Selbst. Wandel, Handel, Heiterkeit. So könnten wohl etwaige Überschriften, Phrasen oder Kalendersprüche heißen.
In Wirklichkeit sind es meine Gedanken, die ich meistens eins zu eins niederschreibe, wie sie mir gerade in den Sinn kommen. Dabei laufe ich immer etwas Gefahr, von einem Gedanken auf den anderen zu wechseln und diesen ebenfalls niederzuschreiben. So wie jetzt gerade. So verliert die Struktur etwas an Struktur. Aber ich hoffe, dass ich mit guten Umschreibungen und enorm gewieften Phrasen immer wieder den Faden finden werden, den es gilt zu weben.
Super Überleitung. Gewieft, quasi. Und einfach, weil dieses Wort großartig ist, erwähne ich es gerne nochmal: gewieft.
Meine Inspiration im Moment geht stark auf eine klassische, man könnte sagen alte Ansicht oder ein Bild auf die Verbindung und etwaige Bande zurück. Ein Band. Eine Verbindung. Ein Faden. Ein Garn. Weben. Verflechten. Zusammenführen. Stärken. Verfeinern. Halt. Geleit. Sicherheit. Wege. Weben. Der rote Faden. Das rote Band. Vieles davon geht weit zurück. Altertum, griechische Mythologie, asiatische Kulturen oder auch Spirituelles. Es sind auf diesem Weg nunmehr mehrere Ebenen, auf denen sich die Metaphern, Bilder und Umschreibungen befinden.
Das Potential, so wie ich es sehe - natürlich dann, wenn man die Dinge auf die sozialen, subjektiven Ebenen hebt -, ist einfach enorm, umfangreich und sehr wertvoll, was das Alles betrifft. Das Alles. Das Insgesamte. Große Ganze etc. 42.
Allein in der Metaphorisierung und der Verwendung dieses Bildes vom Bande - in verschiedenen Kulturen und Epochen - liegt soviel Potential, welches nicht zu Unrecht oft und literarisch bis philosophisch erwähnt wird. Daher lassen sich auch super gut, enorm viele dieser Bilder in Gedichtform bringen. Ich für meinen persönlichen Teil setze mich seit dem großen Bruch ja enorm viel mit der Weg-Thematik auseinander. Habe darüber schon extrem viel niedergeschrieben, verarbeitet, versucht zu reflektieren und einen eigenen Weg dann irgendwann endlich wieder zu finden.
Ich habe zum Glück wieder einen Weg gefunden und ich gehe ihn, mittlerweile fast ohne größere Steine oder dann mit den entsprechenden Ambitionen, diese potentiellen Steine aus dem Weg zu räumen. So far so good. The way is long and beautiful. No need to run. Und über diese wiederkehrende Thematik des Weges schleicht sich immer öfter auch ein Wesen in meine Texte ein. Ein Wesen, ein Geist, ein Leben, eine Personifizierung, wenn man so will. Die Andere Ebene eben. Die Seele, die es auf Wege zu leiten gilt. Die Seele, die eine Verbindung braucht. Die Seele, die man selber ist...
Auf jeden Fall passiert mir eine erneute und großartige "Wieder-Sicht" auf die Dinge, die ich lange nicht hatte, nicht haben konnte. Die Eingliederung in das ganz Normale passiert wieder und weiterhin. Vor 2 Jahren ca. war ich noch am Anfang, suchte einen Weg. Fand damals wunderbare Menschen, von denen einer immer noch wunderbar ist und lernte wieder, zu laufen. Man musste mich zwar etwas an die Hand nehmen. Aber auch dort - wenn ich jetzt lese, was ich eben darüber geschrieben habe - waren auch schon die Seelen des Weges vertreten, die die Verbindung, den Faden, das Garn, das Band, aufrecht gehalten haben. Das Band war damals die Band. Band, Musik, Gruppe. Band = Band. Verrückt.
Was ist eine Verbindung? Eine Übereinkunft. Ein stetiges Etwas. Etwas, dass nicht immer einen haptischen Zugriff haben muss. Es kann ein Band sein. Es kann eine Band sein. Es kann der Faden sein. Ein Garn. Ein Versprechen. Ein Verständnis. Solidarität. Loyalität. Es kann so Vieles sein und wiederum Nichts. Aber dennoch ist es immerzu eine zu erstrebende Sache.
Als ich damals fast alle Verbindungen lösen musste und mich komplett zurück zog, war mir dieses Ausmaß an Verbindungsschwund und die damit verbundenen Konsequenzen natürlich nicht bewusst.
Warum auch. Völliger Schleier regierte noch meinen Verstand und das dazugehörige Wesen.
Mittlerweile sage ich seit geraumer Zeit, dass es mir so gut geht, wie schon lange nicht mehr. Und es bleibt dabei: ich kann es nicht anders sagen. Das ist toll. Und zudem ist es auch toll, zurückblicken zu können - wie einst diese Band, mit den Brüdern, von dieser Insel, besungen hat - dont look back in anger. So werde ich langsam wieder zu Etwas, das ich lange vermisst habe. Bzw. es erst jetzt so sagen kann, da ich im Umgang mit mir Selber, wieder die richtigen Wege gefunden habe. Ich bin froh, dass ich wieder den Sinn in Verbindungen und Ebenen sehen kann. Und darüber hinaus wahrscheinlich um die Lobotomie herumkommen werde, whoop!!! Das Leben ist ja eh ein Irrenhaus. Warum nicht einfach mitspielen?!
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Friede und Freude
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Freitag, 2. November 2018
Freitag, 19. Oktober 2018
Sequenzen eines Traumes
Wir sitzen auf dem Boden. Sitzen uns gegenüber.
Wir sprechen miteinander, tauschen uns aus.
Es scheint ein reger Austausch zu sein. Es wird emotional.
Du steht's plötzlich auf. Was haben wir besprochen?
Dann fängst du an zu weinen. Ich stehe nun auch auf, möchte dich beruhigen.
Du wehrst dich, bist aufgelöst. Tränen rinnen. Du sackst zusammen. Ich fange dich auf.
Ich will dir den Kummer nehmen, nehme dich in die Arme und halte dich.
Tränen trocknen einheitlich.
Szenenwechsel:
Party, laute Musik. Viele Menschen. Treibende Beats, Bässe, Neonlicht.
Alkohol, Rausch. Exzessives Tanzen.
Wir beide mittendrin. Ausgelassen, Spaß habend. Freiheit und Zusammengehörigkeit. Loyalität.
Wir feiern uns und das Leben.
Plötzlich: Menschen, die sich zwischen uns drängen.
Ich verlieren dich aus den Augen.
Verliere dich aus meinen Händen.
Dunkelheit.
Stille.
Szenenwechsel:
Dunkelheit, wabernd. Alles ist verschwommen.
Es dröhnt keine Musik. Sounds hingegen.
Wo bist du?
Blicke ich nach unten, sehe ich den Boden nicht. Blicke ich nach oben, sehe ich den Himmel nicht. Nebel. Orientierungslosigkeit. Ich rufe nach dir. Keine Antwort.
Ich suche eine Türe, einen Weg, um zurück zu finden.
Unter mir öffnet sich ein schwarzes Loch.
Ich falle.
Falle immer weiter. Kein Widerstand.
Ich fühle deine Anwesenheit, falle aber zu schnell, um zu finden.
Dann: eine Stimme.
Deine Stimme: ich bin hier, warte auf mich!
Ich wache auf. Verwirrung, Fragen und etwas Melancholie.
Wir sprechen miteinander, tauschen uns aus.
Es scheint ein reger Austausch zu sein. Es wird emotional.
Du steht's plötzlich auf. Was haben wir besprochen?
Dann fängst du an zu weinen. Ich stehe nun auch auf, möchte dich beruhigen.
Du wehrst dich, bist aufgelöst. Tränen rinnen. Du sackst zusammen. Ich fange dich auf.
Ich will dir den Kummer nehmen, nehme dich in die Arme und halte dich.
Tränen trocknen einheitlich.
Szenenwechsel:
Party, laute Musik. Viele Menschen. Treibende Beats, Bässe, Neonlicht.
Alkohol, Rausch. Exzessives Tanzen.
Wir beide mittendrin. Ausgelassen, Spaß habend. Freiheit und Zusammengehörigkeit. Loyalität.
Wir feiern uns und das Leben.
Plötzlich: Menschen, die sich zwischen uns drängen.
Ich verlieren dich aus den Augen.
Verliere dich aus meinen Händen.
Dunkelheit.
Stille.
Szenenwechsel:
Dunkelheit, wabernd. Alles ist verschwommen.
Es dröhnt keine Musik. Sounds hingegen.
Wo bist du?
Blicke ich nach unten, sehe ich den Boden nicht. Blicke ich nach oben, sehe ich den Himmel nicht. Nebel. Orientierungslosigkeit. Ich rufe nach dir. Keine Antwort.
Ich suche eine Türe, einen Weg, um zurück zu finden.
Unter mir öffnet sich ein schwarzes Loch.
Ich falle.
Falle immer weiter. Kein Widerstand.
Ich fühle deine Anwesenheit, falle aber zu schnell, um zu finden.
Dann: eine Stimme.
Deine Stimme: ich bin hier, warte auf mich!
Ich wache auf. Verwirrung, Fragen und etwas Melancholie.
Donnerstag, 5. Juli 2018
Erinnerung. Der schönste Speicher
Wenn Sätze aus dem On/Off inspirieren: "Die Erinnerung ist der schönste Datenspeicher"
Wie wahr, wie wahr. Erinnerungen, unser Gedächtnis. Bilder, Emotionen, Gedanken. Alles auf einmal.
Mit einer schönen Erinnerung, die man sich selber vorstellen kann - an die man sich bewusst erinnert, sich diese vor die inneren Augen führen kann - verbindet man doch so Vieles auf einmal. Ich habe so viele Erinnerungen eingelagert, die immer mal wieder bewusst oder auch unbewusst, dann von außen herausgekitzelt, passieren. In meinem Kopf laufen zusätzlich zu den Erinnerungen auch weitere Assoziationen ab. Dinge die man neu mit den Erinnerungen verknüpfen kann, da man sie erst nach der Erinnerung in Erfahrung gebracht hat, diese aber nun zu einer Erinnerung passen (assoziativ) und dadurch eine Verknüpfung und Verbindung erhalten. So werden Erinnerungen unter Umständen mehr, als sie es mal gewesen sind.
Ich finde Erinnerungen unglaublich toll und bin so froh darum, dass ich mir Dinge merken kann. Klar, heutzutage, in einer Zeit, in der Datenspeicherung salonfähig geworden ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass wir (die Gesellschaft) die Dinge auch speichern, aufnehmen und behalten wollen. Wir bedienen uns dazu aber oft und immer mehr dem Hilfsmittel, der Foto- und Video-Erinnerung. Alles wird heutzutage aufgenommen. Alles, wirklich Alles und ja...früher oder später wird genau das Alles auch irgendwie mal im Netz landen. Dann wird aus der Archivierung schnell die Verbreitung und tja...wenn man Glück hat wird man zum YT.Star und merkt es nichteinmal. Sachen gibts immer wieder.
"Ich war kurz Millionär und habs nichts mal mitbekommen." Andy, Mitte vierzig, Internettroll und Famehure.
Diese immer transparenter werdende Gesellschaft ist mittlerweile wahrscheinlich auch gar nicht mehr fähig, Erinnerungen so richtig zu behalten. So ganz klassisch, mein ich. Angucken, merken, behalten, sich erinnern. Emotion! Während wir uns Veranstaltungen, die Natur, oder einfach nur das Leben anschauen, sind wir so damit beschäftigt, ein Handy hochzuhalten, auf Play zu drücken, den Fokus zu checken, Ladebalken, Benachrichtigungen, Zeit, Wetter, Empfang...so viel Informartion in so einer kleinen Zeile!
Aber sollten wir diese vermeintlich besonderen Momente nicht einfach wahrnehmen und genießen, anstatt Sie zudem künstlich zu archivieren? Klar, es ist irgendwie schön, sich nach vierzig Jahren Bilder anschauen zu können oder eben ein Video. Bewegte Bilder mit Ton und Allem. Ein Fotoalbum ist ja auch seit je her ein klassisches Andenken-Sammelsurium. Schön und gut. Erinnerungen werden dadurch einfacher aktiviert. Man schwelgt in Erinnerungen, wenn man sich in vergangenen Bildern sieht, alte Aufzeichnung anschaut oder durch die Mitnahme eines Konzertmitschnittes, einen Höreindruck bekommt. Für den Zweck sich auf die Zukunft "vorzubereiten" sind dieses Aufnahme-Einstellungen der Leute auf jeden Fall gut.
Aber genießt man dann noch? Ein Konzert, z.B. oder eine Theateraufführung, ein Feuerwerk, das Meer, die Sonne, die Umwelt, die Menschen!! Jeder ist immer mehr Kameramann, Regisseur und Darsteller zugleich und dreht seinen eigenen kleinen Film. Die Anthologie der Egos. Episode für Episode. Im Endeffekt, besteht ein vieler Leben aus reinen Fortsetzungen. Man weiß ja, was man so über Fortsetzungen sagt...oder: nicht jedes Franchise wird ein Kassenschlager.
Was halt flöten geht, ist die Gegenwart. Der Moment, den wir uneingeschränkt wahrnehmen sollten. Mit all unseren Sinnen. Momente, in denen wir frei sein könnten. Momente, die, wenn wir sie einfach wahrnehmen, für immer in Erinnerung bleiben werden. Wir brauchen keinen zusätzlichen, digitalen Sinn. Es sind doch nur Instrumente und Werkzeuge und kein Ersatz für die Wahrnehmung. Dennoch ist die Bereitschaft, sich dieser Werkzeuge zu behelfen enorm groß geworden. Wie schon so oft gesagt, es gibt für Alles eine App. Jeder wäre so froh, wenn es die eine App gäbe, die dein Leben leichter machen würde...
So bedienen wir uns lediglich sprichwörtlicher Momentaufnahmen. Ohne sie selber so aufzunehmen, wie wir es einmal im Stande gewesen sind, diese aufzunehmen. Ich denke ja weiterhin, dass durch die permanente Nutzung von Hilfsmitteln und Werkzeugen, die Fähigkeit zu Eigenständigkeit abhanden geht. Wir prägen uns und unser Verhalten und die Fähigkeiten durch Routine und Rhythmus. Spiele eintausend mal das gleiche Lied und es bleibt hängen. Irgendwann kann man es auswendig, sofern man noch in der Lage ist, den Lern- und Denkprozess bei Wiederholung und Wahrnehmung arbeiten zu lassen.
Veränderungen passieren so schnell und automatisch, dass wir sie gar nicht mehr richtig wahrnehmen. Die Kurzfristigkeit der Dinge lässt uns weiterhin immer mehr kurzfristige Dinge tun. Auch im Kopf. Die Erinnerungsfähigkeit nimmt auf Dauer ab. Mit den Werkzeugen/Hilfsmitteln machen wir uns faul. Irgendwo ganz normal, dass das passiert. Autofahren war ja auch schon vor dem Internet da. Und viele die fahren, fahren lieber statt zu laufen, auch wenn es nur dreihundert Meter um die Ecke sind. Man wird eben gemütlicher und fauler. Innen und außen. Wobei ich die Kopffäule im Allgemeinen am erschreckendsten finde. Der Begriff Smombie ist aktueller denn je, befürchte ich. Wird Zeit, dass die neue Staffel von TWD wieder beginnt. Dann kann man wieder so schöne Parallelen ziehen.
Was wäre, wenn die Apokalypse nicht erst kommt, sondern gerade passiert? Wer würde dann als Gewinner aus den Trümmern hervorgehen? Die Smombies oder die, die sie dazu gemacht haben?
Ich erinnere mich spontan an ein Weihnachten von vor über 20 Jahren. Ich sehe das angenehme Licht der Kerzen, kann mir vorstellen, wie es im Haus meiner Eltern gerochen hat. Es riecht nacht Nadelbaum und Räuchermännchen. Funkeln. Geschenke. Familie. Harmonie. Eine wunderschöne Zeit, ein toller Moment. Weihnachten in Frieden, was Anderes gab es bei uns nie. Die Kinder mussten nicht irgendwas singen, was sie nicht wollten, das Essen wurde für Alle gleich genehm ausgewählt. Fotos wurden so gut wie nie gemacht. Auch damals haben wir einfach den Moment genossen. Und er bleibt. Er ist da und kann, auch ohne Hilfsmittel zurückgeholt werden.
"Die Erinnerung ist der schönste Datenspeicher." (ich glaub der Nafets hats so formuliert)
Wie wahr, wie wahr. Erinnerungen, unser Gedächtnis. Bilder, Emotionen, Gedanken. Alles auf einmal.
Mit einer schönen Erinnerung, die man sich selber vorstellen kann - an die man sich bewusst erinnert, sich diese vor die inneren Augen führen kann - verbindet man doch so Vieles auf einmal. Ich habe so viele Erinnerungen eingelagert, die immer mal wieder bewusst oder auch unbewusst, dann von außen herausgekitzelt, passieren. In meinem Kopf laufen zusätzlich zu den Erinnerungen auch weitere Assoziationen ab. Dinge die man neu mit den Erinnerungen verknüpfen kann, da man sie erst nach der Erinnerung in Erfahrung gebracht hat, diese aber nun zu einer Erinnerung passen (assoziativ) und dadurch eine Verknüpfung und Verbindung erhalten. So werden Erinnerungen unter Umständen mehr, als sie es mal gewesen sind.
Ich finde Erinnerungen unglaublich toll und bin so froh darum, dass ich mir Dinge merken kann. Klar, heutzutage, in einer Zeit, in der Datenspeicherung salonfähig geworden ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass wir (die Gesellschaft) die Dinge auch speichern, aufnehmen und behalten wollen. Wir bedienen uns dazu aber oft und immer mehr dem Hilfsmittel, der Foto- und Video-Erinnerung. Alles wird heutzutage aufgenommen. Alles, wirklich Alles und ja...früher oder später wird genau das Alles auch irgendwie mal im Netz landen. Dann wird aus der Archivierung schnell die Verbreitung und tja...wenn man Glück hat wird man zum YT.Star und merkt es nichteinmal. Sachen gibts immer wieder.
"Ich war kurz Millionär und habs nichts mal mitbekommen." Andy, Mitte vierzig, Internettroll und Famehure.
Diese immer transparenter werdende Gesellschaft ist mittlerweile wahrscheinlich auch gar nicht mehr fähig, Erinnerungen so richtig zu behalten. So ganz klassisch, mein ich. Angucken, merken, behalten, sich erinnern. Emotion! Während wir uns Veranstaltungen, die Natur, oder einfach nur das Leben anschauen, sind wir so damit beschäftigt, ein Handy hochzuhalten, auf Play zu drücken, den Fokus zu checken, Ladebalken, Benachrichtigungen, Zeit, Wetter, Empfang...so viel Informartion in so einer kleinen Zeile!
Aber sollten wir diese vermeintlich besonderen Momente nicht einfach wahrnehmen und genießen, anstatt Sie zudem künstlich zu archivieren? Klar, es ist irgendwie schön, sich nach vierzig Jahren Bilder anschauen zu können oder eben ein Video. Bewegte Bilder mit Ton und Allem. Ein Fotoalbum ist ja auch seit je her ein klassisches Andenken-Sammelsurium. Schön und gut. Erinnerungen werden dadurch einfacher aktiviert. Man schwelgt in Erinnerungen, wenn man sich in vergangenen Bildern sieht, alte Aufzeichnung anschaut oder durch die Mitnahme eines Konzertmitschnittes, einen Höreindruck bekommt. Für den Zweck sich auf die Zukunft "vorzubereiten" sind dieses Aufnahme-Einstellungen der Leute auf jeden Fall gut.
Aber genießt man dann noch? Ein Konzert, z.B. oder eine Theateraufführung, ein Feuerwerk, das Meer, die Sonne, die Umwelt, die Menschen!! Jeder ist immer mehr Kameramann, Regisseur und Darsteller zugleich und dreht seinen eigenen kleinen Film. Die Anthologie der Egos. Episode für Episode. Im Endeffekt, besteht ein vieler Leben aus reinen Fortsetzungen. Man weiß ja, was man so über Fortsetzungen sagt...oder: nicht jedes Franchise wird ein Kassenschlager.
Was halt flöten geht, ist die Gegenwart. Der Moment, den wir uneingeschränkt wahrnehmen sollten. Mit all unseren Sinnen. Momente, in denen wir frei sein könnten. Momente, die, wenn wir sie einfach wahrnehmen, für immer in Erinnerung bleiben werden. Wir brauchen keinen zusätzlichen, digitalen Sinn. Es sind doch nur Instrumente und Werkzeuge und kein Ersatz für die Wahrnehmung. Dennoch ist die Bereitschaft, sich dieser Werkzeuge zu behelfen enorm groß geworden. Wie schon so oft gesagt, es gibt für Alles eine App. Jeder wäre so froh, wenn es die eine App gäbe, die dein Leben leichter machen würde...
So bedienen wir uns lediglich sprichwörtlicher Momentaufnahmen. Ohne sie selber so aufzunehmen, wie wir es einmal im Stande gewesen sind, diese aufzunehmen. Ich denke ja weiterhin, dass durch die permanente Nutzung von Hilfsmitteln und Werkzeugen, die Fähigkeit zu Eigenständigkeit abhanden geht. Wir prägen uns und unser Verhalten und die Fähigkeiten durch Routine und Rhythmus. Spiele eintausend mal das gleiche Lied und es bleibt hängen. Irgendwann kann man es auswendig, sofern man noch in der Lage ist, den Lern- und Denkprozess bei Wiederholung und Wahrnehmung arbeiten zu lassen.
Veränderungen passieren so schnell und automatisch, dass wir sie gar nicht mehr richtig wahrnehmen. Die Kurzfristigkeit der Dinge lässt uns weiterhin immer mehr kurzfristige Dinge tun. Auch im Kopf. Die Erinnerungsfähigkeit nimmt auf Dauer ab. Mit den Werkzeugen/Hilfsmitteln machen wir uns faul. Irgendwo ganz normal, dass das passiert. Autofahren war ja auch schon vor dem Internet da. Und viele die fahren, fahren lieber statt zu laufen, auch wenn es nur dreihundert Meter um die Ecke sind. Man wird eben gemütlicher und fauler. Innen und außen. Wobei ich die Kopffäule im Allgemeinen am erschreckendsten finde. Der Begriff Smombie ist aktueller denn je, befürchte ich. Wird Zeit, dass die neue Staffel von TWD wieder beginnt. Dann kann man wieder so schöne Parallelen ziehen.
Was wäre, wenn die Apokalypse nicht erst kommt, sondern gerade passiert? Wer würde dann als Gewinner aus den Trümmern hervorgehen? Die Smombies oder die, die sie dazu gemacht haben?
Ich erinnere mich spontan an ein Weihnachten von vor über 20 Jahren. Ich sehe das angenehme Licht der Kerzen, kann mir vorstellen, wie es im Haus meiner Eltern gerochen hat. Es riecht nacht Nadelbaum und Räuchermännchen. Funkeln. Geschenke. Familie. Harmonie. Eine wunderschöne Zeit, ein toller Moment. Weihnachten in Frieden, was Anderes gab es bei uns nie. Die Kinder mussten nicht irgendwas singen, was sie nicht wollten, das Essen wurde für Alle gleich genehm ausgewählt. Fotos wurden so gut wie nie gemacht. Auch damals haben wir einfach den Moment genossen. Und er bleibt. Er ist da und kann, auch ohne Hilfsmittel zurückgeholt werden.
"Die Erinnerung ist der schönste Datenspeicher." (ich glaub der Nafets hats so formuliert)
Samstag, 31. März 2018
Missgunst - ein Einblick (Blog-Challenge Nr. 4)
Dieser Beitrag ist nun mehr - und das freut mich sehr - der vierte Teil der Blog-Challenge mit Karol von "Karol schreibt dies und das". Nicht nur, dass es schon die vierte Auflage ist, bei der wir ein Thema parallel beschreiben, nein, es ist auch ein weiterer Schreiberling, bzw. eine Schreiberline dazugekommen. Sprich: wir haben nun zu einem Thema drei unterschiedliche Beiträge und eventuell Ansichten und Herangehensweisen. Die Dritte im Bunde ist Jana von "The girl next door". Unser aller Thema für diese Challenge ist "Missgunst". Ich bin gespannt, was dabei rumkommen wird. Checkt unsere Blogs und Beiträge, viel Spaß!
Ms. Gunst uns ihr Gespür für Neid...ja, ganz toll. Wobei Neid auch als positiv bewertet werden kann. Wenn zum Beispiel aufgrund von Neid um Etwas, jemand angestachelt wird, eben das zu Beneidende auch erreichen zu wollen. Dann wäre Neid ein positiver Initiator. Aber primär gehts ja um Missgunst und die ist in jeden Fall als negativ aufzufassen.
Jemandem missgünstig entgegentreten oder aufgrund von Eifersucht eine spontane Antipathie zu entwickeln, ist nicht schön und wirklich kein feiner Zug. Das musste ich in den letzten Wochen leider am eigenen Leib erfahren. Ich war zum Einen selbst sehr missgünstig und habe meinen Unmut gegenüber Personen geäußert, die ich eigentlich mag und schätze. Zum Anderen wurde mir persönlich Missgunst an einer anderen Stelle entgegen gebracht. Mein eigenes Verhalten habe ich dadurch auf jeden Fall kritisch betrachtet und kam zu der Einsicht, dass ich das so nicht nochmal möchte. Die Missgunst, die mir zeitgleich von anderer Seite widerfahren ist, hat die Reflexion auf jeden Fall begünstigt, zu sehen, dass ich in dem Moment nicht so hätte reagieren dürfen, wie ich reagiert habe. Die Einsicht, im Nachhinein, ist leider zu spät gewesen und hat auf jeden Fall Wunden bei Menschen hinterlassen, die eventuell nur die Zeit wieder heilen kann, wenn überhaupt. Naja, toll war das Alles nicht, aber es ist passiert.
Ich kann zwar erklären, warum ich so emotional und in dem Moment befangen reagiert habe, nur ist das natürlich keine Entschuldigung oder Rechtfertigung. Ich hatte meine Emotionen einfach nicht unter Kontrolle und habe mir auf kommunikativem Weg sehr energisch Luft gemacht. Im Endeffekt habe ich den Grund für die Unzufriedenheit über meine Situation jemand Anderem in die Schuhe geschoben, habe mich übergangen gefühlt, alleine, selber nicht gewertschätzt und hatte das Gefühl, ausgetauscht worden zu sein. Warum, weshalb, wieso dieses Gefühl bei mir entstanden ist, hat definitiv seine Gründe, das kommt ja nicht einfach so, aber Ich war Partei A und B gegenüber missgünstig, wobei ich eigentlich nur Partei A für meine negativen Gedanken verantwortlich machen kann. Partei B wurde aber in dem Zusammenhang der Grund und zugleich Sündenbock für meine Missgunst. In dem Moment war es mir egal, wem ich da an den Karren pisse, Hauptsache Luft machen...ich kann so was dann wirklich schlecht bei mir behalten. Und der Rahmen und die Umgebung sind dabei völlig egal. Ich habe meine Missgunst also in einem öffentlichen Raum kundgetan, quasi mit Publikum, Abends, beim Feiern bzw. beim Beisammensein in einer Bar.
Alles nicht schön, ja, es tut mir auch definitiv leid, dass ich so rücksichtslos gewesen bin. Aber dennoch kann ich nicht hundertprozentig von der Hand weisen, dass die Gründe für diese Missgunst total unbegründet sind. Ich hätte mich definitiv nicht zu der harschen, rauen und verletzenden Art hinreißen lassen dürfen und hätte das ganz anders kommunizieren müssen und vor allen Dingen nicht in diesem Rahmen. Mir war in diesem Moment aber furchtbar egal, wer da vor mir gesessen hat oder in welchem Umfeld ich mich befunden habe. Jeder hätte meinen Zorn abbekommen, egal ob das nun ein Bekannter, ein Fremder, ein Freund oder die Familie gewesen wäre. Ich kann das eben nicht so gut, mit der positiven Miene zum emotional, negativen Spiel. Zum Teil gehört das durchaus zu mir. Im Endeffekt habe ich wahrscheinlich aber auch einfach zu viel in gewisse Dinge hinein interpretiert, die mich befangen gemacht, bzw. diese emotionale Geschichte gesteuert haben...lange Rede kurzer Sinn: es tut mir leid, die Menschen mit diesem Verhalten verletzt zu haben und ich sehe ein, dass ich mich falsch verhalten habe!
Zu der anderen Seite: ich mache im Moment ja leider dieser Trennung durch. Die Trennung von der Insel. Das Flüchten in andere Gewässer. Es ist alles irgendwie genauso, wie bei der Beendigung einer Beziehung. Eine Beziehung, die eigentlich toll war, bei der es aber zu Anfeindungen bei der Trennung kommt. Schuld wird von A nach B geschoben. Unmut geäußert. Dinge werden einem vorgeworfen. Man wird mit Missgunst über einen selber oder diese Situation konfrontiert. Ich merke aber, dass ein beträchtlicher Teil der Missgunst, mir ganz alleine gebührt. Ich kann irgendwie nachvollziehen, warum das so ist (ich meine die Gründe dafür zu kennen, warum sich jetzt so negativ verhalten wird). Ich habe die Befangenheit ja selber parallel ausgelebt. Und deshalb kann ich nur bekräftigen, dass so etwas wirklich nicht schön ist. Ob man das nun selber ausführt oder ein Opfer von Missgunst oder Missfallen ist. So sollte es wenigstens im Nachhinein sein. Vorausgesetzt man hat ein Gewissen. Sollte man wirklich völlig rücksichts- und gewissenlos sein, werden einem die Anfeindungen und Missgünste wohl egal sein. Dann sieht man aber auch nicht, dass man damit Schaden anrichtet oder verletzt. Wenn diese Missgunst, wie in diesem Falle, auch nur eine Projektion der eigenen Empfindungen und/oder Probleme ist (wie es auch in meiner Situation war), sollte man sich zwangsläufig fragen, ob das so richtig ist, damit weiterzumachen.
Wie gesagt, zu viel Missgunst sprengt irgendwann den Rahmen und man distanziert sich dann voneinander. Das muss man dann für sich selber wissen, ob man das möchte oder nicht. Wenn null Einsicht passiert, dass dieses Verhalten gesellschaftlich nicht gerade toll ist, ist es nur ganz normal, dass man damit die Leute eher von sich wegstößt, als sie an sich zu binden. Auf Dauer kommt man mit dem Verhalten nicht weit, denke ich. Oder man ist ein Egoist und Narzisst, dann ist so etwas wie Mitgefühl oder Empathie ja meistens völlig egal und man geht seinen Weg. Das ist okay, das nehme ich auch so hin und akzeptiere das aktuell bei jemand Anderem. Dann möchte ich aber auch darum bitten, dass akzeptiert wird, dass ich mich dem einfach nicht weiter aussetzen möchte, da es nichts bringen würde mit dieser Einstellung auf diplomatischem Wege umzugehen. Deshalb ist die Missgunst über die Dinge und Situationen in der aktuellen Trennung leider immer noch präsent und so stark, dass es persönlich bleibt und das ist schade.
*(ironischer Einschub): Die Rolle eines Sündenbockes, ja, was soll ich sagen, die ist auf jeden Fall total toll und wirklich erstrebenswert. Das sollte jeder mal machen. Kann ich echt nur empfehlen. Man bekommt so viel Aufmerksamkeit, sogar ungefragt. Man erfährt Dinge über sich selber, von denen man nicht die geringste Ahnung hatte. Und man kann sich komplett auf die Meinung des Gegenüber verlassen. Etwas Anderes zählt ja eh nicht. Also ich muss sagen, dass ich gerne der Sündenbock bin. Das macht Spaß. Ich lache viel und es ist gar nicht anstrengend darüber nachzudenken, warum jemand so reagiert, und das über einen solchen Zeitraum. Wirklich, Sündenbock wird mein neues Sternzeichen, ich lasse mich umtaufen! (Ende der Ironie)*
...zusammenfassend kann man also sagen, Missgunst, nein das ist nicht gut. Es passiert. Immer wieder, oft, täglich. Es ist zu unterscheiden auf welchen Ebenen das passiert und in welchem Umfang. Ob es frei kommuniziert wird oder nur gedacht wird. Die Kommunikation von Missgunst ist auf jeden Fall nicht einfach. Für keine Seite. Oft ist es emotional gesteuert und nicht rational. Es ist definitiv nichts Schönes und auch nichts, auf das man stolz sein sollte. Es muss eigentlich nicht sein, aber ich denke die Wenigsten sind komplett frei davon. Das ist ja auch okay, nur sollte man immer merken, wenn so etwas negativ auffällt und sollte dann dementsprechend etwas daran ändern, sofern man das möchte und kann. So lange aber keine Einsicht passiert, und nur die Missgunst vorherrscht, ist es aber wirklich schwierig, immer neutral zu bleiben...
Ich bin nun wirklich auf die anderen beiden Beiträge zu diesem Thema gespannt und freue mich, zu lesen, wie Karol und Jana das Ganze beschrieben haben werden. Immer wieder eine feine Sache, wenn solche übergreifenden Schreibsachen funktionieren! Go for the Beiträge, drei Stück, ein Thema!
Ms. Gunst uns ihr Gespür für Neid...ja, ganz toll. Wobei Neid auch als positiv bewertet werden kann. Wenn zum Beispiel aufgrund von Neid um Etwas, jemand angestachelt wird, eben das zu Beneidende auch erreichen zu wollen. Dann wäre Neid ein positiver Initiator. Aber primär gehts ja um Missgunst und die ist in jeden Fall als negativ aufzufassen.
Jemandem missgünstig entgegentreten oder aufgrund von Eifersucht eine spontane Antipathie zu entwickeln, ist nicht schön und wirklich kein feiner Zug. Das musste ich in den letzten Wochen leider am eigenen Leib erfahren. Ich war zum Einen selbst sehr missgünstig und habe meinen Unmut gegenüber Personen geäußert, die ich eigentlich mag und schätze. Zum Anderen wurde mir persönlich Missgunst an einer anderen Stelle entgegen gebracht. Mein eigenes Verhalten habe ich dadurch auf jeden Fall kritisch betrachtet und kam zu der Einsicht, dass ich das so nicht nochmal möchte. Die Missgunst, die mir zeitgleich von anderer Seite widerfahren ist, hat die Reflexion auf jeden Fall begünstigt, zu sehen, dass ich in dem Moment nicht so hätte reagieren dürfen, wie ich reagiert habe. Die Einsicht, im Nachhinein, ist leider zu spät gewesen und hat auf jeden Fall Wunden bei Menschen hinterlassen, die eventuell nur die Zeit wieder heilen kann, wenn überhaupt. Naja, toll war das Alles nicht, aber es ist passiert.
Ich kann zwar erklären, warum ich so emotional und in dem Moment befangen reagiert habe, nur ist das natürlich keine Entschuldigung oder Rechtfertigung. Ich hatte meine Emotionen einfach nicht unter Kontrolle und habe mir auf kommunikativem Weg sehr energisch Luft gemacht. Im Endeffekt habe ich den Grund für die Unzufriedenheit über meine Situation jemand Anderem in die Schuhe geschoben, habe mich übergangen gefühlt, alleine, selber nicht gewertschätzt und hatte das Gefühl, ausgetauscht worden zu sein. Warum, weshalb, wieso dieses Gefühl bei mir entstanden ist, hat definitiv seine Gründe, das kommt ja nicht einfach so, aber Ich war Partei A und B gegenüber missgünstig, wobei ich eigentlich nur Partei A für meine negativen Gedanken verantwortlich machen kann. Partei B wurde aber in dem Zusammenhang der Grund und zugleich Sündenbock für meine Missgunst. In dem Moment war es mir egal, wem ich da an den Karren pisse, Hauptsache Luft machen...ich kann so was dann wirklich schlecht bei mir behalten. Und der Rahmen und die Umgebung sind dabei völlig egal. Ich habe meine Missgunst also in einem öffentlichen Raum kundgetan, quasi mit Publikum, Abends, beim Feiern bzw. beim Beisammensein in einer Bar.
Alles nicht schön, ja, es tut mir auch definitiv leid, dass ich so rücksichtslos gewesen bin. Aber dennoch kann ich nicht hundertprozentig von der Hand weisen, dass die Gründe für diese Missgunst total unbegründet sind. Ich hätte mich definitiv nicht zu der harschen, rauen und verletzenden Art hinreißen lassen dürfen und hätte das ganz anders kommunizieren müssen und vor allen Dingen nicht in diesem Rahmen. Mir war in diesem Moment aber furchtbar egal, wer da vor mir gesessen hat oder in welchem Umfeld ich mich befunden habe. Jeder hätte meinen Zorn abbekommen, egal ob das nun ein Bekannter, ein Fremder, ein Freund oder die Familie gewesen wäre. Ich kann das eben nicht so gut, mit der positiven Miene zum emotional, negativen Spiel. Zum Teil gehört das durchaus zu mir. Im Endeffekt habe ich wahrscheinlich aber auch einfach zu viel in gewisse Dinge hinein interpretiert, die mich befangen gemacht, bzw. diese emotionale Geschichte gesteuert haben...lange Rede kurzer Sinn: es tut mir leid, die Menschen mit diesem Verhalten verletzt zu haben und ich sehe ein, dass ich mich falsch verhalten habe!
Zu der anderen Seite: ich mache im Moment ja leider dieser Trennung durch. Die Trennung von der Insel. Das Flüchten in andere Gewässer. Es ist alles irgendwie genauso, wie bei der Beendigung einer Beziehung. Eine Beziehung, die eigentlich toll war, bei der es aber zu Anfeindungen bei der Trennung kommt. Schuld wird von A nach B geschoben. Unmut geäußert. Dinge werden einem vorgeworfen. Man wird mit Missgunst über einen selber oder diese Situation konfrontiert. Ich merke aber, dass ein beträchtlicher Teil der Missgunst, mir ganz alleine gebührt. Ich kann irgendwie nachvollziehen, warum das so ist (ich meine die Gründe dafür zu kennen, warum sich jetzt so negativ verhalten wird). Ich habe die Befangenheit ja selber parallel ausgelebt. Und deshalb kann ich nur bekräftigen, dass so etwas wirklich nicht schön ist. Ob man das nun selber ausführt oder ein Opfer von Missgunst oder Missfallen ist. So sollte es wenigstens im Nachhinein sein. Vorausgesetzt man hat ein Gewissen. Sollte man wirklich völlig rücksichts- und gewissenlos sein, werden einem die Anfeindungen und Missgünste wohl egal sein. Dann sieht man aber auch nicht, dass man damit Schaden anrichtet oder verletzt. Wenn diese Missgunst, wie in diesem Falle, auch nur eine Projektion der eigenen Empfindungen und/oder Probleme ist (wie es auch in meiner Situation war), sollte man sich zwangsläufig fragen, ob das so richtig ist, damit weiterzumachen.
Wie gesagt, zu viel Missgunst sprengt irgendwann den Rahmen und man distanziert sich dann voneinander. Das muss man dann für sich selber wissen, ob man das möchte oder nicht. Wenn null Einsicht passiert, dass dieses Verhalten gesellschaftlich nicht gerade toll ist, ist es nur ganz normal, dass man damit die Leute eher von sich wegstößt, als sie an sich zu binden. Auf Dauer kommt man mit dem Verhalten nicht weit, denke ich. Oder man ist ein Egoist und Narzisst, dann ist so etwas wie Mitgefühl oder Empathie ja meistens völlig egal und man geht seinen Weg. Das ist okay, das nehme ich auch so hin und akzeptiere das aktuell bei jemand Anderem. Dann möchte ich aber auch darum bitten, dass akzeptiert wird, dass ich mich dem einfach nicht weiter aussetzen möchte, da es nichts bringen würde mit dieser Einstellung auf diplomatischem Wege umzugehen. Deshalb ist die Missgunst über die Dinge und Situationen in der aktuellen Trennung leider immer noch präsent und so stark, dass es persönlich bleibt und das ist schade.
*(ironischer Einschub): Die Rolle eines Sündenbockes, ja, was soll ich sagen, die ist auf jeden Fall total toll und wirklich erstrebenswert. Das sollte jeder mal machen. Kann ich echt nur empfehlen. Man bekommt so viel Aufmerksamkeit, sogar ungefragt. Man erfährt Dinge über sich selber, von denen man nicht die geringste Ahnung hatte. Und man kann sich komplett auf die Meinung des Gegenüber verlassen. Etwas Anderes zählt ja eh nicht. Also ich muss sagen, dass ich gerne der Sündenbock bin. Das macht Spaß. Ich lache viel und es ist gar nicht anstrengend darüber nachzudenken, warum jemand so reagiert, und das über einen solchen Zeitraum. Wirklich, Sündenbock wird mein neues Sternzeichen, ich lasse mich umtaufen! (Ende der Ironie)*
...zusammenfassend kann man also sagen, Missgunst, nein das ist nicht gut. Es passiert. Immer wieder, oft, täglich. Es ist zu unterscheiden auf welchen Ebenen das passiert und in welchem Umfang. Ob es frei kommuniziert wird oder nur gedacht wird. Die Kommunikation von Missgunst ist auf jeden Fall nicht einfach. Für keine Seite. Oft ist es emotional gesteuert und nicht rational. Es ist definitiv nichts Schönes und auch nichts, auf das man stolz sein sollte. Es muss eigentlich nicht sein, aber ich denke die Wenigsten sind komplett frei davon. Das ist ja auch okay, nur sollte man immer merken, wenn so etwas negativ auffällt und sollte dann dementsprechend etwas daran ändern, sofern man das möchte und kann. So lange aber keine Einsicht passiert, und nur die Missgunst vorherrscht, ist es aber wirklich schwierig, immer neutral zu bleiben...
Ich bin nun wirklich auf die anderen beiden Beiträge zu diesem Thema gespannt und freue mich, zu lesen, wie Karol und Jana das Ganze beschrieben haben werden. Immer wieder eine feine Sache, wenn solche übergreifenden Schreibsachen funktionieren! Go for the Beiträge, drei Stück, ein Thema!
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Montag, 13. November 2017
Zeit, du kostbares Gut
Jaaa, Zeit, du kostbares Gut! Zeit kann so Vieles sein. Zeit als Ressource. Zeit als Wahrnehmung. Zeit als einzig wahre Konstante. Zeit als Maßeinheit. Die Zeit und der Raum...die Relativitätstheorie.
Zeit ist schon auch so ne Sache, oder?! Klar, fast Alles ist irgendwie als Sache zu bezeichnen... (wenn man Sache so verwendet, wie Gerät, zum Beispiel, als eher frei definiert). Eine Sache ist ja meistens etwas Materialistisches...Zeit eher weniger.
Die Zeit ist einfach da. Die Zeit ist in unserem Bewusstsein und deshalb auch eher schwer zu greifen. Sie existiert durch die globale Sonnenzeit, nach der wir uns eine ganze Zeit lang gerichtet haben und das für eine ganz schön lange Weile. Irgendwann hat halt dann mal jemand angefangen die Bewegungen der Erde um die Sonne und um sich selbst und die damit einhergehenden Mondphasen als einen regelmäßig wiederkehrenden Ablauf oder Zyklus zu bezeichnen. Und schwups, da hat jemand den Tag erfunden.
Den Tag als Tag zu titulieren ist aber noch nicht genug, um die Zeit zu erfinden bzw. dafür ein Bewusstsein zu erlangen. Es ist ein Anfang, aber meine Recherchen in Bezug auf die Zeit haben gezeigt, dass das Zeitempfinden, wie wir es heutzutage kennen, zwar schon lange zurück liegt, aber wohl nicht von Natur aus gegeben war. Es hat sich eine Vorstellung eingestellt, dass der Mensch im Rahmen seiner Handlungen und damaligen Überlebensstrategien erst ein Bewusstsein für Zeit entwickelt hat und die Benennung von Intervallen eine organisatorisch wichtig und taktisch geprägte Idee gewesen ist. Die archaischen Verhältnisse und eine Minderzahl der Bevölkerung, im Vergleich zu heute, haben die Zeit damals noch nicht so knapp wirken lassen. Deshalb war sie auch in den Anfängen von Gesellschaften kein direkter oder bewusster Faktor. Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Zeit wurde erst im Laufe der Jahrtausende nötig, da man irgendwann einer gewissen Koordinierung von größeren Verbünden entgegensah und die logistische Aufteilung von Arbeit zu einer zeitlichen Unterteilung führte. Die Arbeitsteilung war geboren...irgendwann auch Stechuhren. Zeit ist Geld...
...und aus der Sonnenzeit, die natürlich gegeben ist, aber eine nicht hundertprozentig regelmäßige Abfolge hat, wurde die Erdzeit oder auch Weltzeit, angepasst an die menschlichen Abläufe und gesellschaftlichen Gepflogenheiten und unterteilt in verschiedene Zonen.
Da die Erde sich auf einer elliptischen Bahn um die Sonne bewegt, diese also nicht kreisrund ist, zudem die Erdachse nicht komplett senkrecht auf dieser Bahn steht, kommen Unregelmäßigkeiten in den Zyklen vor. Da das ja ungenau und unproduktiv wäre, hat man die Zeit kurzer Hand ein bisschen angepasst und sich weiter zu eigen gemacht. Der Mensch macht eben Dinge und Sachen. Hier ein bisschen die Zeit einschränken, da mal n Schaltjahr installieren oder die Winter- und Sommerzeit einführen...
Durch die immer wiederkehrenden und bewusster wahrgenommenen Zyklen und den konkreteren Umgang mit dem Thema Zeit auf verschiedenen Ebenen, prägt sich somit ein Gefühl für Zeit bei uns ein. Ein Bewusstsein für die Zeit, welches definitiv, seit geraumer Zeit, auch in unserem Unterbewusstsein verankert ist. Zudem kommt es in der Neurowissenschaft bzw. der Forschung am Gehirn zu Vermutungen, dass es keine spezielle Gehirnregion für das Zeitgefühl gibt, welches wir entwickelt haben. Somit könnte auch eine universelle Empfindung von Zeit bestehen, die nicht von direkt messbaren Reizen gesteuert wird. Vielleicht sogar auf einer anderen Ebene, als der biochemischen Grundlage unserer Körper. Definiert Zeit also unser Unterbewusstsein mit?
Ganz klar. Die Zeit an sich kann ja eigentlich nur subjektiv wahrgenommen werden, da das Empfinden dafür zu stark an Denkprozesse, Erinnerungen und das Bewusstsein geknüpft ist. Dadurch ist Zeit eigentlich nicht objektiv bestimmbar. Trotzdem kann man Zeit messen. Aber diese physikalische Zeit unterscheidet sich von der selbst wahrgenommenen Zeit. Manchmal verspüren wir Abläufe, bei denen die Zeit nicht vergeht. Oder die Zeit vergeht im Gegensatz einfach rasend schnell. In der Physik ist eine Sekunde, eine Sekunde. Ganz klar definiert, zähl-, mess- und berechenbar. Wenn wir zum Beispiel von der Gegenwart, als zeitliche Position sprechen, wird diese als ein Drei-Sekunden-Zeitraum definiert. Die Gegenwart ist also immer drei Sekunden lang. Auf jeden Fall soll unser Bewusstsein so programmiert sein. Die Zeit bewegt sich konstant in eine Richtung. Aus der Vergangenheit kommend, Richtung Zukunft. Die Vergangenheit kann man auf jeden Fall auch zeitlich einsehen. Eben das Alles, was vor der Gegenwart passiert ist. Also alle drei Sekunden ein bisschen Vergangenheit mehr. Das ist einiges an Zeitmaterial, was da so zusammen kommt.
Ich finde, dass es hingegen etwas schwieriger ist, die Zukunft zu bemessen. Im individuellen, menschlichen Rahmen, okay, da können wir von einer Halbwertszeit sprechen, die absehbar ist. Aber die allgemeine Zukunft? Wie lange wird diese wohl noch dauern? Wie lange existiert so ein Universum-Gerät?! Und was passiert wirklich mit der Zeit in einem schwarzen Loch? Zeitreisen...Lost. Man weiß es leider noch nicht so genau...
Philosophisch betrachtet sah Platon, zum Beispiel, in der Zeit einen Ausdruck für etwas Gesamtes. Sie war in seiner Vorstellung und Idee ein Abbild der Ewigkeit. Eine Bezeichnung für das ewige Sein. Also insgesamt ziemlich viel Zeit, wie wir heute wissen und irgendwie hat er ja auch nicht ganz Unrecht. Die Zeit marschiert unaufhaltsam weiter und beschreibt die - ersteinmal - ewige Achse der Geschichte. Das große Sein.
Ein paar Tage später wiederum erläuterte Immanuel Kant, dass Zeit und auch der Raum, in dem das Alles passiert, für ihn als Anschauungsformen unseres inneren Sinnes dienen. Zeit ist der Zugang zur Welt und gehört seiner Theorie nach, zu den subjektiv-menschlichen Bedingungen für die Welterkenntnis und ist somit eine angepasste Form, die das menschliche Bewusstsein den Sinneseindrücken verleiht. Zeit als angepasste Wahrnehmung und eben, wie oben erwähnt, ziemlich subjektiv.
Im philosophischen Realismus wird zudem davon gesprochen, dass ein Zeitbewusstsein nur dann möglich sei, wenn der Wahrnehmung und Erkenntnis des Menschen eine zusätzliche, immaterielle Ebene zugrunde liegen würde. Diese separate Grundlage wird geistige Seele oder Geist genannt. Der Geist ermöglicht also den Erkenntnissen eine Kontinuität und Identität einer menschlichen Person. Durch diesen konstanten, quasi unveränderlichen Geist ist es erst möglich die Veränderungen und Abweichungen wahrzunehmen und darüber nachzudenken, sich somit auch erst die Zeit bewusst zu machen und diese als Solche zu erkennen...
Philosophisch ist Zeit ja echt nochmal ne ganz andere Nummer. Aber mega interessant und in meinen Augen definitiv ein erstrebenswertes Wissen, was ich da recherchiert habe. War auch ein Novum für mich, sich mit dem Thema Zeit auf verschiedenen Ebenen etwas genauer zu befassen, aber ich bin begeistert. Das sind natürlich Alles nur Bruchstücke aus den großen Lehren der Philosophie und nur Anrisse der Vorstellungen und Theorien einzelner Leute, aber Zeit eben. Ist ja auch ein umfangreiches Thema!
Abschließend möchte ich aber auch noch ein bisschen darüber schreiben, was Zeit für mich bedeutet. Auf einer subjektiv-persönlichen Verständnis- und Wahrnehmungbasis, auf meiner eigenen Grundlage.
Ich finde, dass man die Zeit auch mal metaphorisieren kann und darf. Man sollte sie manchmal viel weniger beachten und öfter darüber nachdenken, ob man vergessen hat, wie es geht, die Zeit auch mal anzuhalten. Ganz persönlich für sich selbst. Vielleicht in einem tollen Moment gefangen zu sein, sich darin verlieren. Die Zeit einfach vergessen können. Sie nicht bewusst spüren müssen. Den metaphorischen Pause-Knopf drücken.
Die innere Uhr läuft so oder so weiter, warum sollten wir dann nicht die externe Zeit ein bisschen für uns nutzen, sie gestalten oder sie einfach mal ausblenden?!
"Nimm dir die Zeit" ist für mich ein so wichtiger Satz geworden. Nimm dir die Zeit, wenn du sie brauchst. Es ist deine Zeit. Nimm dir die Zeit und verwende davon so viel für Dinge, wie es nötig ist. Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.
Man darf das schon so machen. Sollte man auch. Also, dass man sich nicht selber damit unter Druck setzen muss, dass man sich Zeit stehlen würde. Man sollte sich selbst definitv keine Zeit stehlen. das macht man nicht.
Ich lasse mir meine Zeit ja gerne von Menschen stehlen, die ganz zu Recht so viel Zeit verdient haben. Menschen mit denen es egal ist, wie viel Zeit man sich gegenseitig stiehlt, da man sich einfach keine Zeit stiehlt, sondern Diese miteinander teilt und das gerne tut. Einfach mal die Zeit anhalten. Auch wenn es rückblickend unglaublich viel zeitlicher "Aufwand" gewesen ist, wenn du die Zeit nicht mehr mitbekommen hast, war und ist es gut! Bereue Nichts. Lebe das Leben und genieße die Zeit!
Unser Arbeitssystem erlaubt uns natürlich nur einen gewissen Rahmen an freier Zeit, die man für sich selber aufbringen kann. Aber gerade dann, wenn die persönliche Zeit begrenzt ist, sollte man nicht zu viel Druck in sein persönliches Zeitmanagement investieren. Druck macht Stress. Stress macht kaputt. Der Zeit ist das ja völlig wumpe, die läuft einfach fleißig weiter. Es bringt gar nichts dieses Wettrennen zu überstürzen, am Ende verlieren wir eh, warum sich dann auf den ersten Kilometern schon komplett verausgaben. Zeit ist begrenzt aber auch unendlich, in gewisser Weise. Die Zeit ist da, so lange unser Bewusstsein dafür geschaffen ist...
...sollte man sich also von seinem Bewusstsein lösen können - und ich weiß, dass es spirituelle und mentalistische Lehren und Wege geben soll, die so etwas herbeiführen können sollen - so wäre man auf einer Ebene zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, oder darüber oder darunter...ich habe keine Ahnung. Auf jeden Fall wäre dann ein Vorstellung von einer anderen Zeitwahrehmung irgendwie nachvollziehbar, da man frei vom Bewussten, tatsächlich mehr Zeit für das Unterbewusste aufbringen könnte. Und da Zeit wohl schon lange, lange in unserem Unterbewusstsein verankert scheint und einen Großteil unserer Wahrnehmung beeinflusst, wäre es interessant, wie man ohne die bewusste Wahrnehmung, die Zeit an sich wahrnehmen würde oder könnte.
Nimm Dir die Zeit, sie ist da! Nehmt Euch Eure Zeit, denn sie hört nicht auf zu existieren!
Zeit ist schon auch so ne Sache, oder?! Klar, fast Alles ist irgendwie als Sache zu bezeichnen... (wenn man Sache so verwendet, wie Gerät, zum Beispiel, als eher frei definiert). Eine Sache ist ja meistens etwas Materialistisches...Zeit eher weniger.
Die Zeit ist einfach da. Die Zeit ist in unserem Bewusstsein und deshalb auch eher schwer zu greifen. Sie existiert durch die globale Sonnenzeit, nach der wir uns eine ganze Zeit lang gerichtet haben und das für eine ganz schön lange Weile. Irgendwann hat halt dann mal jemand angefangen die Bewegungen der Erde um die Sonne und um sich selbst und die damit einhergehenden Mondphasen als einen regelmäßig wiederkehrenden Ablauf oder Zyklus zu bezeichnen. Und schwups, da hat jemand den Tag erfunden.
Den Tag als Tag zu titulieren ist aber noch nicht genug, um die Zeit zu erfinden bzw. dafür ein Bewusstsein zu erlangen. Es ist ein Anfang, aber meine Recherchen in Bezug auf die Zeit haben gezeigt, dass das Zeitempfinden, wie wir es heutzutage kennen, zwar schon lange zurück liegt, aber wohl nicht von Natur aus gegeben war. Es hat sich eine Vorstellung eingestellt, dass der Mensch im Rahmen seiner Handlungen und damaligen Überlebensstrategien erst ein Bewusstsein für Zeit entwickelt hat und die Benennung von Intervallen eine organisatorisch wichtig und taktisch geprägte Idee gewesen ist. Die archaischen Verhältnisse und eine Minderzahl der Bevölkerung, im Vergleich zu heute, haben die Zeit damals noch nicht so knapp wirken lassen. Deshalb war sie auch in den Anfängen von Gesellschaften kein direkter oder bewusster Faktor. Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Zeit wurde erst im Laufe der Jahrtausende nötig, da man irgendwann einer gewissen Koordinierung von größeren Verbünden entgegensah und die logistische Aufteilung von Arbeit zu einer zeitlichen Unterteilung führte. Die Arbeitsteilung war geboren...irgendwann auch Stechuhren. Zeit ist Geld...
...und aus der Sonnenzeit, die natürlich gegeben ist, aber eine nicht hundertprozentig regelmäßige Abfolge hat, wurde die Erdzeit oder auch Weltzeit, angepasst an die menschlichen Abläufe und gesellschaftlichen Gepflogenheiten und unterteilt in verschiedene Zonen.
Da die Erde sich auf einer elliptischen Bahn um die Sonne bewegt, diese also nicht kreisrund ist, zudem die Erdachse nicht komplett senkrecht auf dieser Bahn steht, kommen Unregelmäßigkeiten in den Zyklen vor. Da das ja ungenau und unproduktiv wäre, hat man die Zeit kurzer Hand ein bisschen angepasst und sich weiter zu eigen gemacht. Der Mensch macht eben Dinge und Sachen. Hier ein bisschen die Zeit einschränken, da mal n Schaltjahr installieren oder die Winter- und Sommerzeit einführen...
Durch die immer wiederkehrenden und bewusster wahrgenommenen Zyklen und den konkreteren Umgang mit dem Thema Zeit auf verschiedenen Ebenen, prägt sich somit ein Gefühl für Zeit bei uns ein. Ein Bewusstsein für die Zeit, welches definitiv, seit geraumer Zeit, auch in unserem Unterbewusstsein verankert ist. Zudem kommt es in der Neurowissenschaft bzw. der Forschung am Gehirn zu Vermutungen, dass es keine spezielle Gehirnregion für das Zeitgefühl gibt, welches wir entwickelt haben. Somit könnte auch eine universelle Empfindung von Zeit bestehen, die nicht von direkt messbaren Reizen gesteuert wird. Vielleicht sogar auf einer anderen Ebene, als der biochemischen Grundlage unserer Körper. Definiert Zeit also unser Unterbewusstsein mit?
Ganz klar. Die Zeit an sich kann ja eigentlich nur subjektiv wahrgenommen werden, da das Empfinden dafür zu stark an Denkprozesse, Erinnerungen und das Bewusstsein geknüpft ist. Dadurch ist Zeit eigentlich nicht objektiv bestimmbar. Trotzdem kann man Zeit messen. Aber diese physikalische Zeit unterscheidet sich von der selbst wahrgenommenen Zeit. Manchmal verspüren wir Abläufe, bei denen die Zeit nicht vergeht. Oder die Zeit vergeht im Gegensatz einfach rasend schnell. In der Physik ist eine Sekunde, eine Sekunde. Ganz klar definiert, zähl-, mess- und berechenbar. Wenn wir zum Beispiel von der Gegenwart, als zeitliche Position sprechen, wird diese als ein Drei-Sekunden-Zeitraum definiert. Die Gegenwart ist also immer drei Sekunden lang. Auf jeden Fall soll unser Bewusstsein so programmiert sein. Die Zeit bewegt sich konstant in eine Richtung. Aus der Vergangenheit kommend, Richtung Zukunft. Die Vergangenheit kann man auf jeden Fall auch zeitlich einsehen. Eben das Alles, was vor der Gegenwart passiert ist. Also alle drei Sekunden ein bisschen Vergangenheit mehr. Das ist einiges an Zeitmaterial, was da so zusammen kommt.
Ich finde, dass es hingegen etwas schwieriger ist, die Zukunft zu bemessen. Im individuellen, menschlichen Rahmen, okay, da können wir von einer Halbwertszeit sprechen, die absehbar ist. Aber die allgemeine Zukunft? Wie lange wird diese wohl noch dauern? Wie lange existiert so ein Universum-Gerät?! Und was passiert wirklich mit der Zeit in einem schwarzen Loch? Zeitreisen...Lost. Man weiß es leider noch nicht so genau...
Philosophisch betrachtet sah Platon, zum Beispiel, in der Zeit einen Ausdruck für etwas Gesamtes. Sie war in seiner Vorstellung und Idee ein Abbild der Ewigkeit. Eine Bezeichnung für das ewige Sein. Also insgesamt ziemlich viel Zeit, wie wir heute wissen und irgendwie hat er ja auch nicht ganz Unrecht. Die Zeit marschiert unaufhaltsam weiter und beschreibt die - ersteinmal - ewige Achse der Geschichte. Das große Sein.
Ein paar Tage später wiederum erläuterte Immanuel Kant, dass Zeit und auch der Raum, in dem das Alles passiert, für ihn als Anschauungsformen unseres inneren Sinnes dienen. Zeit ist der Zugang zur Welt und gehört seiner Theorie nach, zu den subjektiv-menschlichen Bedingungen für die Welterkenntnis und ist somit eine angepasste Form, die das menschliche Bewusstsein den Sinneseindrücken verleiht. Zeit als angepasste Wahrnehmung und eben, wie oben erwähnt, ziemlich subjektiv.
Im philosophischen Realismus wird zudem davon gesprochen, dass ein Zeitbewusstsein nur dann möglich sei, wenn der Wahrnehmung und Erkenntnis des Menschen eine zusätzliche, immaterielle Ebene zugrunde liegen würde. Diese separate Grundlage wird geistige Seele oder Geist genannt. Der Geist ermöglicht also den Erkenntnissen eine Kontinuität und Identität einer menschlichen Person. Durch diesen konstanten, quasi unveränderlichen Geist ist es erst möglich die Veränderungen und Abweichungen wahrzunehmen und darüber nachzudenken, sich somit auch erst die Zeit bewusst zu machen und diese als Solche zu erkennen...
Philosophisch ist Zeit ja echt nochmal ne ganz andere Nummer. Aber mega interessant und in meinen Augen definitiv ein erstrebenswertes Wissen, was ich da recherchiert habe. War auch ein Novum für mich, sich mit dem Thema Zeit auf verschiedenen Ebenen etwas genauer zu befassen, aber ich bin begeistert. Das sind natürlich Alles nur Bruchstücke aus den großen Lehren der Philosophie und nur Anrisse der Vorstellungen und Theorien einzelner Leute, aber Zeit eben. Ist ja auch ein umfangreiches Thema!
Abschließend möchte ich aber auch noch ein bisschen darüber schreiben, was Zeit für mich bedeutet. Auf einer subjektiv-persönlichen Verständnis- und Wahrnehmungbasis, auf meiner eigenen Grundlage.
Ich finde, dass man die Zeit auch mal metaphorisieren kann und darf. Man sollte sie manchmal viel weniger beachten und öfter darüber nachdenken, ob man vergessen hat, wie es geht, die Zeit auch mal anzuhalten. Ganz persönlich für sich selbst. Vielleicht in einem tollen Moment gefangen zu sein, sich darin verlieren. Die Zeit einfach vergessen können. Sie nicht bewusst spüren müssen. Den metaphorischen Pause-Knopf drücken.
Die innere Uhr läuft so oder so weiter, warum sollten wir dann nicht die externe Zeit ein bisschen für uns nutzen, sie gestalten oder sie einfach mal ausblenden?!
"Nimm dir die Zeit" ist für mich ein so wichtiger Satz geworden. Nimm dir die Zeit, wenn du sie brauchst. Es ist deine Zeit. Nimm dir die Zeit und verwende davon so viel für Dinge, wie es nötig ist. Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.
Man darf das schon so machen. Sollte man auch. Also, dass man sich nicht selber damit unter Druck setzen muss, dass man sich Zeit stehlen würde. Man sollte sich selbst definitv keine Zeit stehlen. das macht man nicht.
Ich lasse mir meine Zeit ja gerne von Menschen stehlen, die ganz zu Recht so viel Zeit verdient haben. Menschen mit denen es egal ist, wie viel Zeit man sich gegenseitig stiehlt, da man sich einfach keine Zeit stiehlt, sondern Diese miteinander teilt und das gerne tut. Einfach mal die Zeit anhalten. Auch wenn es rückblickend unglaublich viel zeitlicher "Aufwand" gewesen ist, wenn du die Zeit nicht mehr mitbekommen hast, war und ist es gut! Bereue Nichts. Lebe das Leben und genieße die Zeit!
Unser Arbeitssystem erlaubt uns natürlich nur einen gewissen Rahmen an freier Zeit, die man für sich selber aufbringen kann. Aber gerade dann, wenn die persönliche Zeit begrenzt ist, sollte man nicht zu viel Druck in sein persönliches Zeitmanagement investieren. Druck macht Stress. Stress macht kaputt. Der Zeit ist das ja völlig wumpe, die läuft einfach fleißig weiter. Es bringt gar nichts dieses Wettrennen zu überstürzen, am Ende verlieren wir eh, warum sich dann auf den ersten Kilometern schon komplett verausgaben. Zeit ist begrenzt aber auch unendlich, in gewisser Weise. Die Zeit ist da, so lange unser Bewusstsein dafür geschaffen ist...
...sollte man sich also von seinem Bewusstsein lösen können - und ich weiß, dass es spirituelle und mentalistische Lehren und Wege geben soll, die so etwas herbeiführen können sollen - so wäre man auf einer Ebene zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, oder darüber oder darunter...ich habe keine Ahnung. Auf jeden Fall wäre dann ein Vorstellung von einer anderen Zeitwahrehmung irgendwie nachvollziehbar, da man frei vom Bewussten, tatsächlich mehr Zeit für das Unterbewusste aufbringen könnte. Und da Zeit wohl schon lange, lange in unserem Unterbewusstsein verankert scheint und einen Großteil unserer Wahrnehmung beeinflusst, wäre es interessant, wie man ohne die bewusste Wahrnehmung, die Zeit an sich wahrnehmen würde oder könnte.
Nimm Dir die Zeit, sie ist da! Nehmt Euch Eure Zeit, denn sie hört nicht auf zu existieren!
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