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Samstag, 2. Februar 2019

Das ewige Mädchen

Wenn ich an sie denke, dann sehe ich Blumen und Blüten. Dann rieche ich Lavendel. Ich sehe sie in der Gegenwart aber auch in einer alten Zeit. Ich sehe sie in etwas Vergangenem, was zugleich präsent erscheint. Die Aura, in der sich meine Gedanken an sie bewegen, ist erfüllt mit zeitlosem Dasein schwingender Harmonie. Es war jeher ein sehr einvernehmliches Miteinander, obgleich sich unsere direkten Wege eher selten kreuzten. Ich schätze ihren Sinn für das Gesamte und die unsichtbare Akzeptanz, die sie aufbringen kann.

Wenn ich an sie denke, denke ich an Übereinstimmung. Ich denke an tiefes Verständnis und Demut. Ich erinnere mich gut, wie sie etwaige Konversationen mit ihrer fröhlich-frechen Art und Weise ein ums andere Mal erheiterte. Ihre Augen funkelten unentwegt, als sie von den Abenteuern des Lebens und dem Enthusiasmus erzählte, der nötig war um dem Leben auf der Nase tanzen zu können. Sie liebt es, zu tanzen und sie liebt die Musik. Sie liebt das Leben und sprüht förmlich vor Optimismus. Sie ist ansteckend. Euphorisch. Inspirierend. Voll des Lebens.

Wenn ich an sie denke, dann sehe ich aber auch, wie verletzlich sie sein kann. Ich muss an die intensiven und schweren Unterhaltungen denken. An die Momente totaler Offenheit und Ehrlichkeit. Die Momente des Zweifels und der Ohnmacht. Ihre Augen funkelten bei diesen Gesprächen nicht. Sie blickte oft minutenlang in eine Richtung und ließ ihre Gedanken dabei schweifen. Sie ließ die Gedanken über sich kommen. Sie starrte dabei ins Leere. Aber in ihr, das konnte ich sehen, arbeitete ihr wahres Ich auf Hochtouren. Alsbald würde sie sich des leeren Blickes mit einem raschen Schütteln des Kopfes entledigen und der Funke würde wieder in ihren Augen zu sehen sein. So war es immer gewesen, so wird es immer sein.

Wenn ich an sie denke, dann sehe ich ein Lächeln. Ich sehe die Sonne. Ich freue mich darüber, ein Stückchen der Ewigkeit mit ihr teilen zu können. Ich schätze ihre Zeitlosigkeit und ihre leichtsinnig lockere Sicht der Dinge. Ich schätze es, dass wir so verschieden sind und dennoch so viel gemeinsam haben. Sie erinnert mich an jemanden, der ich immer sein wollte. An jemanden, der immer der inneren Stimme folgt. Sie erinnert mich an den Sinn der Leichtigkeit und das Bestreben, für immer eine unbeschwerte Seele haben zu wollen.

Die Ewigkeit schützt vor Schwere nicht, das wissen wir beide. Ganz im Gegenteil, die Erfahrungen der endlosen Situation sind mannigfaltig und unter Umständen ausschweifend. Wenn ich an sie denke, habe ich manchmal Angst, dass sie sich der Mannigfaltigkeit zu sehr hingibt und irgendwann nicht mehr aus ihr heraustreten kann. Das darf niemals geschehen. Und das wird es nicht!

Sie ist und bleibt das ewige Mädchen, das ich einst kennenlernte. Sie wird immer die sein, die sich hoffnungslos verliebt. Sie wird immer die sein, die ohne offensichtlichen Grund weint. Die, die auch mal zickig ist und Launen an den Tag legt. Sie wird aber auch immer die sein, auf die du dich verlassen kannst. Die mit dem guten Herzen...dem zu großen Herzen. Sie wird immer die sein, die tanzt und feiert, als gäbe es keinen Morgen. Die, die ohne Musik nicht leben kann. Sie wird immer das Mädchen sein, was Poster im Zimmer hängen hat und Idole, die es anhimmeln kann. Sie ist die, die nicht davon ausgeht, dass die Welt ungerecht und grausam ist. Sie ist die, die einfach lebt, mit allen Höhen und Tiefen. Sie ist das Mädchen, das sie immer sein wollte. Für jetzt und immer und darüber hinaus.

Mittwoch, 23. Mai 2018

Pech beim Denken, Glück beim Vorstellen

Moinsen folks. Spontane Beiträge für den Blog sind ja oft spontan und manchmal packts mich so sehr, dass ich flott den Rechner anmache und einfach zu einem Schlagwort oder einer Aussage etwas Gedankenerguss niederschreibe. So ergeht es nun auch diesem Beitrag. Wie er dann werden wird, müsst Ihr ihn dann selber fragen, wenn er fertig ist.

"Pech beim Denken"

Ich muss sagen, dass diese Aussage aus dem 1-live-Freundeskreis adaptiert ist, wie so Vieles, so oft. Das ist schon ne gute Gruppe. Da kann man sagen, was man will, aber manchmal ist zwischen den ganzen Alltagsleichen und den wellenartigen Wiederholungen von Memes und Spruchbildern auch etwas sehr Erheiterndes dabei. Menschen zum Beispiel. Oder Worte und Aussagen. Manchmal Bilder.

Ein kurzer Schwenk zur allgemeinen Erläuterung: Im 1-live-Freundeskreis (seines Zeichens eine Facebook-Gruppe) ist es mittlerweile Normalität geworden, dass sich in regelmäßigen Abständen vorgestellt wird. Nicht so, wie an der Kasse oder gedanklich, fantastisch, eher so profilierungs- und anzeigenmäßig. Das läuft dann ungefähr so ab, dass jemand meint, ob nun ernsthaft oder nicht, einen Vorstellungspost zu erstellen, um sich eben in der Gruppe vorzustellen, Hallo zu sagen oder einfach, um ein paar Likes abzugreifen. Das passiert dann meistens an einem Sonntag, weil Zeit und mutmaßliche Muße für Blödeleien oder ernsthafte Absichten vorhanden ist.

Kaum ist der erste Beitrag erstellt (ein wenig Resonanz ist erforderlich), folgen dann auch Andere und machen in der Vorstellungsrunde mit. Am Anfang noch etwas zaghaft, dann aber immer mehr. So fängt das dann meistens am Wochenende an und läuft dann ein paar Tage in die Woche hinein, ab und an hält sich das Ganze dann bis zum nächsten Wochenende, sprich bis zum Freitag. Lawinen leicht gemacht. Oder auch Gruppenzwang, Gruppendynamik, Mitläufer, "...weil es ja Alle machen." (nicht zu verwechseln mit "...weil es ja Aale machen."), "Eigentlich bin ich ja stiller Mitleser, aber..."...

Ich bin da ja jetzt schon ein bisschen länger involviert und stelle weiterhin fest: Ja, Vorstellungsrunden sind definitiv sinnig für die Kommunikation unter einander und irgendwie auch normal und mittlerweile etabliert. Durchaus aber auch ein bisschen nervig, weil man in regelmäßigen Abständen die gleichen Fressen, in typischen mono-perspektivischen Blickwinkeln sieht, die offenbar einfach Ihre Anzeige aus dem letzten Jahr mit einem aktuelleren Bild versehen haben und sich selbst, recht unmotiviert, aber durch die Gruppe gezwungen, mit auf den Markt werfen.
Denn Eines muss man immer bedenken: So eine Vorstellung führt zu Resonanzen. Und ja, Vieles ist echt stumpf. Besonders die Resonanzen von verzweifelten Single-Männern zwischen dreiundzwanzig und fünfundvierzig. Da wird dann aus einem lockeren Vorstellen schnell mal ein Feilschen, ein Handeln, ein Umsichwerfen mit Komplimenten. Eine gewisse Marktatmosphäre ist definitiv nicht von der Hand zu weisen. Ich stelle mich meistens an den Rand und werfe mit Tomaten, wahlweise Pflastersteinen, nach dem Mob. Das Problem, geht einer down, stehen direkt an einer anderen Stelle zwei Neue parat. Die Hydra des FK. Ganz toll! :D

Wenn man sich daraus allerdings einen Spaß macht und das ganze arg sarkastisch oder ironisch darstellt - weil man sich im Laufe der Zeit schon gefühlte hundert Mal ernsthaft vorgestellt hat - dann ist das nur super, so empfinde ich das auf jeden Fall. Es ist auch eine gute Methode einen eigenen humoristischen Vorstellungspost zu erstellen, wenn die Tomaten mal Alle sind.
Kurzfazit. Vorstellungen haben den Zweck der Information. Jeder darf. Resonanz sollte immer bedacht werden (Negative und Positive). In der breiten Masse geht Vieles unter, außer die Masse, die bleibt.

Im Moment, ganz aktuell, läuft wieder eine solche Vorstellungsrunde. Der Name ist übrigens ein Selbstläufer. Irgendwann hats jemand so benannt (was ja auch logisch ist), zack, Normalität. Und mal ehrlich bei annähernd elftausend Mitgliedern...das dauert schon etwas, bis Alle durch sind. Neben dem ganzen Einheitsbrei und den üblichen Selfiegesichtern, gibts hier und dort auch Dinge, die sich vorstellen. Kaffee, zum Beispiel. Oder ein Hammer. Tiere stellen sich auch vor. Es passiert sogar, dass Menschen andere Menschen vorstellen, die wiederum dann Menschen vorstellen, die sich vorstellen, auch mal gerne vorgestellt zu werden, sich aber nicht trauen. Batman hat sich auch schon vorgestellt. Aber der darf das.

Die Inhalte in den einzelnen Post variieren, je nach Motivation oder Kapazität. Es gibt auch immer ein paar Nörgler, die dann extra depri-Posts dazwischen hauen...das hat aber meistens nicht so viel Bestand...die Gruppendynamik überrolt einfach alles, was nicht ganz in den temporären Trend passt.
Statt aber rumzunölen, sollte man einfach weiterscrollen, wenn es einem zu arg auf den/die Sack/Eierstöcke geht. Wohl gemerkt, muss man dann ne Zeit lang echt viel scrollen, da die Vorstellungsposts einfach die gesamte Chronik dominieren. Ein Hinweis: spart Euch die Mühe für eigene Antiposts und klickt einfach auf "verbergen"!!! Das klappt ganz gut. Allerdings könnte man ja auch Etwas verpassen...jaa...ist alles nicht so einfach im Internet, ne?!

However...ich schweife wieder zu sehr ab..."Pech beim Denken" ein Satz aus einem Vorstellungspost, den ich spontan für ziemlich gut, originell und erheiternd befunden habe und demnach den ganzen Beitrag schreibe. Danke dafür!

Kann man Pech beim Denken haben? Kann man Glück beim Denken haben? Wenn man bewusst denkt, sollte man meinen, dass das nicht möglich ist. Rein logisch betrachtet, hat Denken nicht viel mit Glück zu tun...obwohl Gen-Glück ein vernünftiges Denken begünstigt. Wenn man also über sich selber sagt, "Ich habe Pech beim Denken", dann meint man ja nichts anderes, als dass man bei Gedanken, Ideen oder Annahmen falsch gelegen hat und das eigentlich ein bisschen blöd war, so zu denken. Wenn man viel Pech beim Denken hat, dann passiert einem aber wahrscheinlich auch das ein oder andere Malheur oder man tendiert stark dazu, in viele, wenn nicht alle, Fettnäpfchen zu treten.

Wenn man Pech beim Denken hat, kann man auch meinen, dass man etwas nicht ganz be- oder durchdacht hat und eine eventuelle Aussage dann negativ ankommt und man Menschen damit vor den Kopf stößt. Pech beim Denken beschreibt auch eine Art Schusseligkeit. Vielleicht eine gewisse Vergesslichkeit, eine temporäre, geistige Umnachtung. Das passiert tatsächlich den Besten. Pech beim Denken kann aber auch Naivität bedeuten. Pech beim Denken suggeriert ja irgendwo etwas Negatives, das passiert ist, weil man gedacht oder unbedacht gehandelt hat.

Ich finde aber, dass eine solche Aussage über sich selber, definitiv positiv ist. Pech beim Denken zu haben, heißt ja nicht immer, dass man dumm ist. Würde man dumm sein, würde man diese Aussage gar nicht erst machen können. Man muss natürlich immer etwas differenzieren. Das einfach so zu sagen, das kann ja jeder. Aber in Relation zu Umfang und Inhalt eines Vorstellungspost, zum Beispiel, kann man im Laufe der Zeit ganz klare (anmaßende) Schlüsse ziehen. Manch eine Vorstellung ist so stumpf und unnötig...das ist dann aber wieder die Frage nach der Kapazität und der Motivation. Einige machen einfach nur mit, weil es ja alle machen. Das erfüllt zwar den Zweck dieser Runde, aber fühlt sich halt dann so an, wie: "Wie gehts Dir?" "Ja, muss." Der Wahnsinn, wieviel man mit so wenig Worten nicht sagen kann. Dann lieber ne Münze werfen und das Pech und Glück ohne Denken herausfinden. Aber: wer Pech beim Denken hat, wird wahrscheinlich nicht ins Casino gehen. Ich sags Euch, mit der nötigen Selbstironie muss man sein Glück auch nicht so oft herausfordern und "verliert" dadurch sehr viel seltener beim Glückspiel.

Aber ganz ernsthaft: Ich denke, Pech beim Denken (wie auch schon die Person in der Vorstellung sagte) haben wir alle mal. Dinge, besonders zwischenmenschliche Geschichten, die wir uns anders vorgestellt haben und von denen wir dann enttäuscht wurden, beschreiben dieses Gedanken-/Lebenspech vielleicht. Laut des Sprichwortes "Pech in der Liebe, Glück im Spiel" (oder anders herum), können wir nie hundertprozentig wissen, wieviel Vertrauen gut ist. Wieviel man investieren soll. Wieviel man von sich preisgeben soll. Es gibt ja immer die berüchtigten zwei Seiten einer Medaille.

Das kommt einfach auch immer, wenn man es gesellschaftlich macht, auf das "Gegenüber" an. Schädeldecken sind ja weiterhin ziemlich undurchsichtig. Wären sie durchsichtig, würden aber immer noch keine Gedanken zu sehen sein. Die sind ja meistens auch durchsichtig. So kommt es einfach auf die eigene Intuition an. Wenn man von seinem ersten Gedanken enttäuscht wurde, kann man also von Pech beim Denken sprechen. Dieses Pech oder Glück werden wir Alle haben, sogar unabhängig davon, ob wir mal schusselig, vergesslich und unbedacht sind.

Und niemals vergessen: Der Schmied. Das Glück. Hurz!

Sarkasmus-Einschub: Fettnäpfchen haben auch Vorteile. Die Haut trocknet dann nicht so schnell aus und Wasser perlt ab. Man kann immer irgendwas braten, wenn man will. Und ein Napf ist ebenfalls praktisch, wenn man etwas anderes darin aufbewahren will...dann sollte man das Fett aber vorher entfernen, sonst wirds glitschig. In Verbindung mit Pech kann man daraus auch super Fackeln machen, für St. Martin, zum Beispiel oder für die nächsten FK-Wettspiele, wenn es wieder heißt:
Eine neue Runde, wer will nicht mehr, wer hatte schon?! Nicht lang fackeln, Pancakes backen!





Samstag, 31. März 2018

Missgunst - ein Einblick (Blog-Challenge Nr. 4)

Dieser Beitrag ist nun mehr - und das freut mich sehr - der vierte Teil der Blog-Challenge mit Karol von "Karol schreibt dies und das". Nicht nur, dass es schon die vierte Auflage ist, bei der wir ein Thema parallel beschreiben, nein, es ist auch ein weiterer Schreiberling, bzw. eine Schreiberline dazugekommen. Sprich: wir haben nun zu einem Thema drei unterschiedliche Beiträge und eventuell Ansichten und Herangehensweisen. Die Dritte im Bunde ist Jana von "The girl next door". Unser aller Thema für diese Challenge ist "Missgunst". Ich bin gespannt, was dabei rumkommen wird. Checkt unsere Blogs und Beiträge, viel Spaß!

Ms. Gunst uns ihr Gespür für Neid...ja, ganz toll. Wobei Neid auch als positiv bewertet werden kann. Wenn zum Beispiel aufgrund von Neid um Etwas, jemand angestachelt wird, eben das zu Beneidende auch erreichen zu wollen. Dann wäre Neid ein positiver Initiator. Aber primär gehts ja um Missgunst und die ist in jeden Fall als negativ aufzufassen.

Jemandem missgünstig entgegentreten oder aufgrund von Eifersucht eine spontane Antipathie zu entwickeln, ist nicht schön und wirklich kein feiner Zug. Das musste ich in den letzten Wochen leider am eigenen Leib erfahren. Ich war zum Einen selbst sehr missgünstig und habe meinen Unmut gegenüber Personen geäußert, die ich eigentlich mag und schätze. Zum Anderen wurde mir persönlich Missgunst an einer anderen Stelle entgegen gebracht. Mein eigenes Verhalten habe ich dadurch auf jeden Fall kritisch betrachtet und kam zu der Einsicht, dass ich das so nicht nochmal möchte. Die Missgunst, die mir zeitgleich von anderer Seite widerfahren ist, hat die Reflexion auf jeden Fall begünstigt, zu sehen, dass ich in dem Moment nicht so hätte reagieren dürfen, wie ich reagiert habe. Die Einsicht, im Nachhinein, ist leider zu spät gewesen und hat auf jeden Fall Wunden bei Menschen hinterlassen, die eventuell nur die Zeit wieder heilen kann, wenn überhaupt. Naja, toll war das Alles nicht, aber es ist passiert.

Ich kann zwar erklären, warum ich so emotional und in dem Moment befangen reagiert habe, nur ist das natürlich keine Entschuldigung oder Rechtfertigung. Ich hatte meine Emotionen einfach nicht unter Kontrolle und habe mir auf kommunikativem Weg sehr energisch Luft gemacht. Im Endeffekt habe ich den Grund für die Unzufriedenheit über meine Situation jemand Anderem in die Schuhe geschoben, habe mich übergangen gefühlt, alleine, selber nicht gewertschätzt und hatte das Gefühl, ausgetauscht worden zu sein. Warum, weshalb, wieso dieses Gefühl bei mir entstanden ist, hat definitiv seine Gründe, das kommt ja nicht einfach so, aber Ich war Partei A und B gegenüber missgünstig, wobei ich eigentlich nur Partei A für meine negativen Gedanken verantwortlich machen kann. Partei B wurde aber in dem Zusammenhang der Grund und zugleich Sündenbock für meine Missgunst. In dem Moment war es mir egal, wem ich da an den Karren pisse, Hauptsache Luft machen...ich kann so was dann wirklich schlecht bei mir behalten. Und der Rahmen und die Umgebung sind dabei völlig egal. Ich habe meine Missgunst also in einem öffentlichen Raum kundgetan, quasi mit Publikum, Abends, beim Feiern bzw. beim Beisammensein in einer Bar.

Alles nicht schön, ja, es tut mir auch definitiv leid, dass ich so rücksichtslos gewesen bin. Aber dennoch kann ich nicht hundertprozentig von der Hand weisen, dass die Gründe für diese Missgunst total unbegründet sind. Ich hätte mich definitiv nicht zu der harschen, rauen und verletzenden Art hinreißen lassen dürfen und hätte das ganz anders kommunizieren müssen und vor allen Dingen nicht in diesem Rahmen. Mir war in diesem Moment aber furchtbar egal, wer da vor mir gesessen hat oder in welchem Umfeld ich mich befunden habe. Jeder hätte meinen Zorn abbekommen, egal ob das nun ein Bekannter, ein Fremder, ein Freund oder die Familie gewesen wäre. Ich kann das eben nicht so gut, mit der positiven Miene zum emotional, negativen Spiel. Zum Teil gehört das durchaus zu mir. Im Endeffekt habe ich wahrscheinlich aber auch einfach zu viel in gewisse Dinge hinein interpretiert, die mich befangen gemacht, bzw. diese emotionale Geschichte gesteuert haben...lange Rede kurzer Sinn: es tut mir leid, die Menschen mit diesem Verhalten verletzt zu haben und ich sehe ein, dass ich mich falsch verhalten habe!

Zu der anderen Seite: ich mache im Moment ja leider dieser Trennung durch. Die Trennung von der Insel. Das Flüchten in andere Gewässer. Es ist alles irgendwie genauso, wie bei der Beendigung einer Beziehung. Eine Beziehung, die eigentlich toll war, bei der es aber zu Anfeindungen bei der Trennung kommt. Schuld wird von A nach B geschoben. Unmut geäußert. Dinge werden einem vorgeworfen. Man wird mit Missgunst über einen selber oder diese Situation konfrontiert. Ich merke aber, dass ein beträchtlicher Teil der Missgunst, mir ganz alleine gebührt. Ich kann irgendwie nachvollziehen, warum das so ist (ich meine die Gründe dafür zu kennen, warum sich jetzt so negativ verhalten wird). Ich habe die Befangenheit ja selber parallel ausgelebt. Und deshalb kann ich nur bekräftigen, dass so etwas wirklich nicht schön ist. Ob man das nun selber ausführt oder ein Opfer von Missgunst oder Missfallen ist. So sollte es wenigstens im Nachhinein sein. Vorausgesetzt man hat ein Gewissen. Sollte man wirklich völlig rücksichts- und gewissenlos sein, werden einem die Anfeindungen und Missgünste wohl egal sein. Dann sieht man aber auch nicht, dass man damit Schaden anrichtet oder verletzt. Wenn diese Missgunst, wie in diesem Falle, auch nur eine Projektion der eigenen Empfindungen und/oder Probleme ist (wie es auch in meiner Situation war), sollte man sich zwangsläufig fragen, ob das so richtig ist, damit weiterzumachen.

Wie gesagt, zu viel Missgunst sprengt irgendwann den Rahmen und man distanziert sich dann voneinander. Das muss man dann für sich selber wissen, ob man das möchte oder nicht. Wenn null Einsicht passiert, dass dieses Verhalten gesellschaftlich nicht gerade toll ist, ist es nur ganz normal, dass man damit die Leute eher von sich wegstößt, als sie an sich zu binden. Auf Dauer kommt man mit dem Verhalten nicht weit, denke ich. Oder man ist ein Egoist und Narzisst, dann ist so etwas wie Mitgefühl oder Empathie ja meistens völlig egal und man geht seinen Weg. Das ist okay, das nehme ich auch so hin und akzeptiere das aktuell bei jemand Anderem. Dann möchte ich aber auch darum bitten, dass akzeptiert wird, dass ich mich dem einfach nicht weiter aussetzen möchte, da es nichts bringen würde mit dieser Einstellung auf diplomatischem Wege umzugehen. Deshalb ist die Missgunst über die Dinge und Situationen in der aktuellen Trennung leider immer noch präsent und so stark, dass es persönlich bleibt und das ist schade. 

*(ironischer Einschub): Die Rolle eines Sündenbockes, ja, was soll ich sagen, die ist auf jeden Fall total toll und wirklich erstrebenswert. Das sollte jeder mal machen. Kann ich echt nur empfehlen. Man bekommt so viel Aufmerksamkeit, sogar ungefragt. Man erfährt Dinge über sich selber, von denen man nicht die geringste Ahnung hatte. Und man kann sich komplett auf die Meinung des Gegenüber verlassen. Etwas Anderes zählt ja eh nicht. Also ich muss sagen, dass ich gerne der Sündenbock bin. Das macht Spaß. Ich lache viel und es ist gar nicht anstrengend darüber nachzudenken, warum jemand so reagiert, und das über einen solchen Zeitraum. Wirklich, Sündenbock wird mein neues Sternzeichen, ich lasse mich umtaufen! (Ende der Ironie)*

...zusammenfassend kann man also sagen, Missgunst, nein das ist nicht gut. Es passiert. Immer wieder, oft, täglich. Es ist zu unterscheiden auf welchen Ebenen das passiert und in welchem Umfang. Ob es frei kommuniziert wird oder nur gedacht wird. Die Kommunikation von Missgunst ist auf jeden Fall nicht einfach. Für keine Seite. Oft ist es emotional gesteuert und nicht rational. Es ist definitiv nichts Schönes und auch nichts, auf das man stolz sein sollte. Es muss eigentlich nicht sein, aber ich denke die Wenigsten sind komplett frei davon. Das ist ja auch okay, nur sollte man immer merken, wenn so etwas negativ auffällt und sollte dann dementsprechend etwas daran ändern, sofern man das möchte und kann. So lange aber keine Einsicht passiert, und nur die Missgunst vorherrscht, ist es aber wirklich schwierig, immer neutral zu bleiben...


Ich bin nun wirklich auf die anderen beiden Beiträge zu diesem Thema gespannt und freue mich, zu lesen, wie Karol und Jana das Ganze beschrieben haben werden. Immer wieder eine feine Sache, wenn solche übergreifenden Schreibsachen funktionieren! Go for the Beiträge, drei Stück, ein Thema!






Sonntag, 25. Februar 2018

Ein Eindruck aus dem Inneren

...oder ein Innereien-Eindruck, je nach dem. Aber dont panic, zu eklig wirds nicht. Vielleicht sonderbar, oder eher nicht nachvollziehbar, ich weiß ja nicht genau, wie es Euch da geht. Wobei ich durchaus zwanzig Prozent aller Menschen, ähnliche Empfindungen zutraue.

Es geht um Folgendes: wenn man sich des Abends oder Nachts zur Ruhe bettet, sich auf den Schlaf vorbereitet, sich darauf freut, schön gemütlich einfach die Auge zu schließen, dann ist die Umgebung, das Umfeld meistens ruhig und friedlich. Still im Bestfall, Ruhe. Das kommt natürlich auch darauf an, wo man so wohnt...ich hab ja den Luxus von Bahngleisen in relativer Nähe...aber nun gut, zur Not gibts ja auch noch Ohropax oder Ähnliches. Wenn man dann da so in relativer Stille rumliegt und pennen will, schließt man die Augen, kuschelt sich irgendwie in die Decke, sucht die persönliche, optimale Schlafposition und schläft im besten Fall schnell und einfach ein.

Das gelingt mir ab und an wirklich nicht so gut. Also das, mit dem schnellen Einschlafen. Ich liege dann da so herum, schaue mir meine Augenlider von Innen an, alles duster, höre nicht viel, weil is ja spät, kein Verkehr mehr auf den Straßen...dann würde ich gerne einfach einschlafen. Wenn das innerhalb von ein paar Minuten dann nicht von alleine funktioniert, versuche ich mich gedanklich auf meine Atmung zu konzentrieren, ganz bewusst. In Ruhe einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen. Der Puls verringert sich dann tatsächlich merklich. Das ist schonmal gut, aber noch nicht alles. Sollte ich nämlich beim Konzentrieren auf die Atmung bemerken, dass der Puls langsamer wird, achte ich nämlich auch darauf und lenke mich dadurch selber von der Konzentration ab. Dadurch will der Übergang von diesem dämmerigen Zustand, wenn man nicht mehr bewusst auf seine Augenlider starrt, in den wirklichen Schlafmodus, nicht so recht gelingen. Ja, ich mache mir zu viele Gedanken, auch dabei. Bei so völlig normalem Zeug, bei eigentlichen Automatismen, die der Körper im Stande ist abzurufen. Aber was soll ich sagen? Es sind auch hier wieder mal die kleinen Dinge. Die allerdings in solchen Momenten eher nervig sind.

Zu den Gedanken über meine Gedanken, warum ich dann nicht einschlafen kann, kommen dann eben noch ab und an ein bis zwei Güterzüge hinzu. Wobei ich mich an diese Geräusche recht schnell gewöhnt habe. Das ist gar nicht so störend. Wenn die - meistens drei Kilometer langen - Züge dann durch sind, kehrt wieder komplette Stille ein und das Spielchen mit der Atmung geht im schlimmsten Falle von vorne los. So vergehen dann schon mal ein paar Minuten, die halb wach, halb schlafend irgendwie nicht wirklich erholsam sind. New game, new start also.

Ich bin wieder in dem Zustand angekommen, in dem man fast wegdriftet und den Schlaf findet, der Übergang aber noch nicht komplett erfolgt ist. Die Atmung ruhig, der Pulsschlag niedrig. Alles schön. Wenn da nicht noch das körpereigene Empfinden wäre. Das in sich Hineinhorchen können. Das Spüren von Bewegung im Bioapparat. Das Wahrnehmen von Kreislaufaktivität in ruhiger Stille. Dass in unserem Körper ziemlich viel in Bewegung ist, ist mir ja bewusst. Wie der Körper anatomisch aufgebaut ist, auch im Inneren, weiß ich leider auch. Somit kommt zu meinem tollen Klangkörper, der etwaige Geräusche verstärkt, noch das Bewusstsein für die inneren Abläufe, Kreisläufe und Aktivitäten hinzu. So kann ich in dieser friedlichen Stille relativ einfach in mich hineinhorchen.
Ich hören dann, wie der Magen gluckert, wie sich Bläschen bilden, aufsteigen, platzen. Luft bewegt sich durch den Darmtrakt...und so ein Darm ist lang und windet sich in meherern Biegungen durch den inneren Bauch-Bereich. Ich merke, wie sich Organe leicht mitbewegen, wenn ich mich im Bett von der einen auf die andere Seite drehe. Ich spüre meinen Herzschlag deutlich, auch wenn die Hände nicht auf dem Brustkorb verschränkt sind. Ich merke jede einzelne Muskelzuckung, besonders die, die ohne Ankündigung passieren, spontane Muskelkontraktionen, wer braucht denn sowas?! Ja, der Körper eben, schon klar.
Ich nehme wahr, wie sich die Lungenflügel mit Sauertstoff füllen, achte dabei besonders auf den linken Flügel, da der seit ein paar Jahren geklammert ist und ich bei jedem Ziepen im Inneren sehr aufmerksam bin. Bisher hält die Lunge aber wieder konstant seit drei Jahren, ohne große Einschränkungen.  
Je nach dem, wie ich auf der Seite liege, eventuell mit der Halsschlagader etwas ungünstig auf einer Falte vom Kopfkissen, kommt zum Herzschlag auch noch das Pochen der Halsschlagader hinzu, die stetig, aber sanft durch die Blutbahnen und -Gefäße leicht gegen das Kissen klopft. Manchmal, wenn es wirklich extrem still ist, meine ich eine Art Rauschen wahrzunehmen. Ein Zirkulieren wahrscheinlich. Das Strömen von Plasma in den Bahnen. Gerade im Kopfbereich, bzw. wenn man mit einem Ohr auf dem Kissen liegt, ist das dann teilweise echt ein bisschen gruselig. Aber ich vertraue meinem Körper und bin froh, dass er arbeitet. Lästig ist es aber dennoch. Ich wollte ja eigentlich einschlafen.

So gibt es dann irgendwie wahnsinnig viele Kleinigkeiten, besonders, was die eigene Körperwahrnehmung anbetrifft, die meine Empfindungen und Gedanken beeinflussen können und mich somit potentiell vom Schlafen abhalten. Ich merke aber auch, dass diese Sensibilität nicht immer gleich stark ausgeprägt ist. Manchmal ist es allerdings schon extrem. Zum Glück nicht so häufig, aber dennoch regelmäßig. Ist das nun etwas sonderbar? Vielleicht. Für mich ist das eben normal. Es bereitet mir aber auch diese Gedanken, die ich nun hier geteilt habe. Und da letzte Nacht wieder eine Solche war, musste ich das heute mal digital niederbringen. Wie geht es Euch damit? Kann man das nachvollziehen?

Montag, 13. November 2017

Zeit, du kostbares Gut

Jaaa, Zeit, du kostbares Gut! Zeit kann so Vieles sein. Zeit als Ressource. Zeit als Wahrnehmung. Zeit als einzig wahre Konstante. Zeit als Maßeinheit. Die Zeit und der Raum...die Relativitätstheorie.

Zeit ist schon auch so ne Sache, oder?! Klar, fast Alles ist irgendwie als Sache zu bezeichnen... (wenn man Sache so verwendet, wie Gerät, zum Beispiel, als eher frei definiert). Eine Sache ist ja meistens etwas Materialistisches...Zeit eher weniger.
Die Zeit ist einfach da. Die Zeit ist in unserem Bewusstsein und deshalb auch eher schwer zu greifen. Sie existiert durch die globale Sonnenzeit, nach der wir uns eine ganze Zeit lang gerichtet haben und das für eine ganz schön lange Weile. Irgendwann hat halt dann mal jemand angefangen die Bewegungen der Erde um die Sonne und um sich selbst und die damit einhergehenden Mondphasen als einen regelmäßig wiederkehrenden Ablauf oder Zyklus zu bezeichnen. Und schwups, da hat jemand den Tag erfunden.

Den Tag als Tag zu titulieren ist aber noch nicht genug, um die Zeit zu erfinden bzw. dafür ein Bewusstsein zu erlangen. Es ist ein Anfang, aber meine Recherchen in Bezug auf die Zeit haben gezeigt, dass das Zeitempfinden, wie wir es heutzutage kennen, zwar schon lange zurück liegt, aber wohl nicht von Natur aus gegeben war. Es hat sich eine Vorstellung eingestellt, dass der Mensch im Rahmen seiner Handlungen und damaligen Überlebensstrategien erst ein Bewusstsein für Zeit entwickelt hat und die Benennung von Intervallen eine organisatorisch wichtig und taktisch geprägte Idee gewesen ist. Die archaischen Verhältnisse und eine Minderzahl der Bevölkerung, im Vergleich zu heute, haben die Zeit damals noch nicht so knapp wirken lassen. Deshalb war sie auch in den Anfängen von Gesellschaften kein direkter oder bewusster Faktor. Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Zeit wurde erst im Laufe der Jahrtausende nötig, da man irgendwann einer gewissen Koordinierung von größeren Verbünden entgegensah und die logistische Aufteilung von Arbeit zu einer zeitlichen Unterteilung führte. Die Arbeitsteilung war geboren...irgendwann auch Stechuhren. Zeit ist Geld...

...und aus der Sonnenzeit, die natürlich gegeben ist, aber eine nicht hundertprozentig regelmäßige Abfolge hat, wurde die Erdzeit oder auch Weltzeit, angepasst an die menschlichen Abläufe und gesellschaftlichen Gepflogenheiten und unterteilt in verschiedene Zonen.
Da die Erde sich auf einer elliptischen Bahn um die Sonne bewegt, diese also nicht kreisrund ist, zudem die Erdachse nicht komplett senkrecht auf dieser Bahn steht, kommen Unregelmäßigkeiten in den Zyklen vor. Da das ja ungenau und unproduktiv wäre, hat man die Zeit kurzer Hand ein bisschen angepasst und sich weiter zu eigen gemacht. Der Mensch macht eben Dinge und Sachen. Hier ein bisschen die Zeit einschränken, da mal n Schaltjahr installieren oder die Winter- und Sommerzeit einführen...
Durch die immer wiederkehrenden und bewusster wahrgenommenen Zyklen und den konkreteren Umgang mit dem Thema Zeit auf verschiedenen Ebenen, prägt sich somit ein Gefühl für Zeit bei uns ein. Ein Bewusstsein für die Zeit, welches definitiv, seit geraumer Zeit, auch in unserem Unterbewusstsein verankert ist. Zudem kommt es in der Neurowissenschaft bzw. der Forschung am Gehirn zu Vermutungen, dass es keine spezielle Gehirnregion für das Zeitgefühl gibt, welches wir entwickelt haben. Somit könnte auch eine universelle Empfindung von Zeit bestehen, die nicht von direkt messbaren Reizen gesteuert wird. Vielleicht sogar auf einer anderen Ebene, als der biochemischen Grundlage unserer Körper. Definiert Zeit also unser Unterbewusstsein mit?

Ganz klar. Die Zeit an sich kann ja eigentlich nur subjektiv wahrgenommen werden, da das Empfinden dafür zu stark an Denkprozesse, Erinnerungen und das Bewusstsein geknüpft ist. Dadurch ist Zeit eigentlich nicht objektiv bestimmbar. Trotzdem kann man Zeit messen. Aber diese physikalische Zeit unterscheidet sich von der selbst wahrgenommenen Zeit. Manchmal verspüren wir Abläufe, bei denen die Zeit nicht vergeht. Oder die Zeit vergeht im Gegensatz einfach rasend schnell. In der Physik ist eine Sekunde, eine Sekunde. Ganz klar definiert, zähl-, mess- und berechenbar. Wenn wir zum Beispiel von der Gegenwart, als zeitliche Position sprechen, wird diese als ein Drei-Sekunden-Zeitraum definiert. Die Gegenwart ist also immer drei Sekunden lang. Auf jeden Fall soll unser Bewusstsein so programmiert sein. Die Zeit bewegt sich konstant in eine Richtung. Aus der Vergangenheit kommend, Richtung Zukunft. Die Vergangenheit kann man auf jeden Fall auch zeitlich einsehen. Eben das Alles, was vor der Gegenwart passiert ist. Also alle drei Sekunden ein bisschen Vergangenheit mehr. Das ist einiges an Zeitmaterial, was da so zusammen kommt.
Ich finde, dass es hingegen etwas schwieriger ist, die Zukunft zu bemessen. Im individuellen, menschlichen Rahmen, okay, da können wir von einer Halbwertszeit sprechen, die absehbar ist. Aber die allgemeine Zukunft? Wie lange wird diese wohl noch dauern? Wie lange existiert so ein Universum-Gerät?! Und was passiert wirklich mit der Zeit in einem schwarzen Loch? Zeitreisen...Lost. Man weiß es leider noch nicht so genau...

Philosophisch betrachtet sah Platon, zum Beispiel, in der Zeit einen Ausdruck für etwas Gesamtes. Sie war in seiner Vorstellung und Idee ein Abbild der Ewigkeit. Eine Bezeichnung für das ewige Sein. Also insgesamt ziemlich viel Zeit, wie wir heute wissen und irgendwie hat er ja auch nicht ganz Unrecht. Die Zeit marschiert unaufhaltsam weiter und beschreibt die - ersteinmal - ewige Achse der Geschichte. Das große Sein.
Ein paar Tage später wiederum erläuterte Immanuel Kant, dass Zeit und auch der Raum, in dem das Alles passiert, für ihn als Anschauungsformen unseres inneren Sinnes dienen. Zeit ist der Zugang zur Welt und gehört seiner Theorie nach, zu den subjektiv-menschlichen Bedingungen für die Welterkenntnis und ist somit eine angepasste Form, die das menschliche Bewusstsein den Sinneseindrücken verleiht. Zeit als angepasste Wahrnehmung und eben, wie oben erwähnt, ziemlich subjektiv.
Im philosophischen Realismus wird zudem davon gesprochen, dass ein Zeitbewusstsein nur dann möglich sei, wenn der Wahrnehmung und Erkenntnis des Menschen eine zusätzliche, immaterielle Ebene zugrunde liegen würde. Diese separate Grundlage wird geistige Seele oder Geist genannt. Der Geist ermöglicht also den Erkenntnissen eine Kontinuität und Identität einer menschlichen Person. Durch diesen konstanten, quasi unveränderlichen Geist ist es erst möglich die Veränderungen und Abweichungen wahrzunehmen und darüber nachzudenken, sich somit auch erst die Zeit bewusst zu machen und diese als Solche zu erkennen...
Philosophisch ist Zeit ja echt nochmal ne ganz andere Nummer. Aber mega interessant und in meinen Augen definitiv ein erstrebenswertes Wissen, was ich da recherchiert habe. War auch ein Novum für mich, sich mit dem Thema Zeit auf verschiedenen Ebenen etwas genauer zu befassen, aber ich bin begeistert. Das sind natürlich Alles nur Bruchstücke aus den großen Lehren der Philosophie und nur Anrisse der Vorstellungen und Theorien einzelner Leute, aber Zeit eben. Ist ja auch ein umfangreiches Thema!

Abschließend möchte ich aber auch noch ein bisschen darüber schreiben, was Zeit für mich bedeutet. Auf einer subjektiv-persönlichen Verständnis- und Wahrnehmungbasis, auf meiner eigenen Grundlage.

Ich finde, dass man die Zeit auch mal metaphorisieren kann und darf. Man sollte sie manchmal viel weniger beachten und öfter darüber nachdenken, ob man vergessen hat, wie es geht, die Zeit auch mal anzuhalten. Ganz persönlich für sich selbst. Vielleicht in einem tollen Moment gefangen zu sein, sich darin verlieren. Die Zeit einfach vergessen können. Sie nicht bewusst spüren müssen. Den metaphorischen Pause-Knopf drücken.
Die innere Uhr läuft so oder so weiter, warum sollten wir dann nicht die externe Zeit ein bisschen für uns nutzen, sie gestalten oder sie einfach mal ausblenden?!
"Nimm dir die Zeit" ist für mich ein so wichtiger Satz geworden. Nimm dir die Zeit, wenn du sie brauchst. Es ist deine Zeit. Nimm dir die Zeit und verwende davon so viel für Dinge, wie es nötig ist. Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.
Man darf das schon so machen. Sollte man auch. Also, dass man sich nicht selber damit unter Druck setzen muss, dass man sich Zeit stehlen würde. Man sollte sich selbst definitv keine Zeit stehlen. das macht man nicht.
Ich lasse mir meine Zeit ja gerne von Menschen stehlen, die ganz zu Recht so viel Zeit verdient haben. Menschen mit denen es egal ist, wie viel Zeit man sich gegenseitig stiehlt, da man sich einfach keine Zeit stiehlt, sondern Diese miteinander teilt und das gerne tut. Einfach mal die Zeit anhalten. Auch wenn es rückblickend unglaublich viel zeitlicher "Aufwand" gewesen ist, wenn du die Zeit nicht mehr mitbekommen hast, war und ist es gut! Bereue Nichts. Lebe das Leben und genieße die Zeit! 

Unser Arbeitssystem erlaubt uns natürlich nur einen gewissen Rahmen an freier Zeit, die man für sich selber aufbringen kann. Aber gerade dann, wenn die persönliche Zeit begrenzt ist, sollte man nicht zu viel Druck in sein persönliches Zeitmanagement investieren. Druck macht Stress. Stress macht kaputt. Der Zeit ist das ja völlig wumpe, die läuft einfach fleißig weiter. Es bringt gar nichts dieses Wettrennen zu überstürzen, am Ende verlieren wir eh, warum sich dann auf den ersten Kilometern schon komplett verausgaben. Zeit ist begrenzt aber auch unendlich, in gewisser Weise. Die Zeit ist da, so lange unser Bewusstsein dafür geschaffen ist...
...sollte man sich also von seinem Bewusstsein lösen können - und ich weiß, dass es spirituelle und mentalistische Lehren und Wege geben soll, die so etwas herbeiführen können sollen - so wäre man auf einer Ebene zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, oder darüber oder darunter...ich habe keine Ahnung. Auf jeden Fall wäre dann ein Vorstellung von einer anderen Zeitwahrehmung irgendwie nachvollziehbar, da man frei vom Bewussten, tatsächlich mehr Zeit für das Unterbewusste aufbringen könnte. Und da Zeit wohl schon lange, lange in unserem Unterbewusstsein verankert scheint und einen Großteil unserer Wahrnehmung beeinflusst, wäre es interessant, wie man ohne die bewusste Wahrnehmung, die Zeit an sich wahrnehmen würde oder könnte.

Nimm Dir die Zeit, sie ist da! Nehmt Euch Eure Zeit, denn sie hört nicht auf zu existieren!