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Freitag, 23. November 2018

Ein Moment der inneren Stille

Gerade verstummte die letzte Note der Abspann-Musik einer Serie, die ich schaute. Nun flimmert sie nicht mehr, die Kiste. Jetzt ist's still. Nur das leichte Feedback der digitalen Tasten und ab und zu ein Auto, das über weitestgehend leere Straßen fährt. Viel mehr Geräusche sind gerade nicht zugegen. Das ist angenehm, muss ich feststellen. Ich halte inne und suche das Chaos, das einst in mir wohnte. Ich denke, jeden Moment wird es wieder an meiner Seele zerren. Wenn ich still wurde, nahm es sich einen Platz und herrschte. Aber das tut es nicht mehr. Es zerrt nicht mehr, wenn ich in mir Ruhe suche. Es ist wirklich sehr sehr angenehm, eine innere Stille so wahrnehmen zu können. Das sollte man viel öfter mal tun.

Gleich folgt dann noch die letzte Folge dieser Serie. Ganz bewusst und gewollt. Ist ne gute Serie. Ich hab sie gern gesehen. Die innere Stille wird auch nach den nächsten fünfundzwanzig Minuten wieder einkehren. Da bin ich mir sehr gewiss.

Innere Stille: fast so viel Wert wie das Schweigen des Goldes. Aber auch nur fast. Gold ist ja nur ne Ressource. Der Seelenfrieden hingegen wird niemals mit Gold aufgewogen werden können.
Dennoch kann dieses Selbst ein enormes Gewicht haben und einen runterziehen. Dann ist es aber kein Gold, was an dir zerrt, sondern die Schwere eines Momentes. Die Schwere einer Situation oder über lange Sicht, die Schwere einer Phase oder die Schwere eines Lebens. Selbst der Schmerz der Welt kann einen so arg erdrücken, dass nicht mehr viel Luft für die eigene Seele bleibt.

In der Tat starte ich aber nun die zwölfte Folge dieser Serie und werde den Text danach noch einmal lesen. Im Bestfall selbst-bestätigend. Da es mir nicht mehr an Zuversicht fehlt, bin ich mir da sehr sicher. Auch wenn es nur um eine kleine Selbstreflektion der inneren Ruhe/Stille geht. Bestätigung des Selbst ist immer eine gute Sache.

Die Serie endete leider merkwürdig abrupt und erhält auf Grund fehlender Zusammenhänge dann doch nur ne subjektive 6/10. Spricht man bei einer Staffel a 12 Folgen überhaupt schon von einer Serie? Wenigstens kann man von einer Serie von Folgen sprechen. Ich befürchte aber, da kommt nichts mehr nach. Demnach bleibts bei 12 Folgen.

Sonntag, 11. November 2018

I: Dem Ganzen zum Wohle

Würden wir die Zukunft weiterhin erwägen, wenn wir vorher wüssten, was wird werden?


Höchstwahrscheinlich würde Wolle mehr gewoben werden,
wenn wir ambitioniertere Woll-Weber wären.
Wer weiß das schon, reimte der Gedanke,
wäre Wissen wahlweise die weise Variante,
zum Einsatz hinweg des Wissens Schranke,
mit der Wolle garnend, webend. Danke:
an die Ambition der Tüchtigkeit
und lobend gar der Zielstrebigkeit,
auf dem richt'gen Weg zu Anstrebung.
Auf dass die Weber finden Anbindung.

So lasst uns weben, was die Spindel gibt.
Weise wählend, welch' Garn verwendet wird.
In Anbetracht der Weber Zahl,
wäre des Einz'lnen Bürde keine Qual.
Wir sollten uns verwinden, alle allein,
zum ganzen Wohl und uns darin finden,
uns einfach retten in gewob'ner Tradition,
ganz klassisch, so will es doch der Lohn.
So bindet sich das Garn als bald
und webt und tut und gibt Gestalt
der ganz natürlichen Wahrnehmung
in Verbindung mit der Annehmung
zum Wohle des wollenden Webers, einst,
Bande schaffend, Geist vereint.
Bahn um Bahn mit Garn umgarnen,
zu verbinden, dass wir einst mal einsam waren.

Wer webet auch die sture Wolle,
mit Ambition und Tatendrang,
der scheint ein ganz edler Geselle,
voll mit Hang zum Allumfang.
Nun hat der ed'le Weber nicht gewoben,
um einer feinen Dame Gunst erlang',
sondern webte gar fürs Volke droben,
voll Ambition und Tatendrang.
Dankend auch der sturen Wolle,
wählend aus dem Rest der Leere,
in Anbetracht der Verarbeitung,
war dies aber keine Einschränkung.
Ganz im Gegenteil: der Weber erlangte
mit dieser vermeintlichen Resteware
feinsten Edelmut und Dankbarkeit,
zum Dank des Webers Handarbeit.

Nun sitzt der ed'le Weber dort,
wie gebunden an diesen Ort,
an dem so viele Bande er schon knüpfte.
Ganz zum Wohl der Anderen, rümpfte
er die Nas', beugte sich seinem Willen,
ging in sich und fragte, arg im Stillen,
vergaß ich mich nun selbst? Oh, Weber,
was bindest du nun zum Garne? Lieber
gebunden an die Dankbarkeit, obgleich
die Bande kratzen können? Gedankenreich
hoffte er auf Verbundenheit. Nein, sicherlich
vergaß er seiner Selbst. Rein innerlich.
Da das letzte Garn schon lang verwoben war,
wusste der Weber nicht, was jetzt geschah.

Er hatte schon lang an diesem Ort verweilt,
schaffte, machte und arbeitete hart.
Er gab so Vieles auf und diente weit.
Nun waren alle fort und er weinte...zart.
Zweifel, Angst und Beklemmungen.
Dämonen stiegen auf, ohne Hemmungen.
Des Verstandes Zustand war nun ernst.
Der Weber taumelte, schlug um sich, wild,
fiel gen Erde, ein weiteres Mal, wie blind,
heulte, flehte und sann nach Sinn.
Des Spindels feine Spitze nahm er in Betracht,
als wär's das Größte, nun aufzuhören,
um gar niemanden mehr zu stören.
Er schloss die Augen und entglitt der Nacht...

...beinahe! Aber, Aber, Weber, gib doch Acht!
Des Spindels feine Spitze soll nicht sein, dein letzter Akt.
So vieles dir doch wurd' geschenkt und vermacht,
Habe Hoffnung, Glaube, Zuversicht und verliere nicht den Takt.
Leise grünte es in seinem Ohr, schwer begreiflich, von wo es kam.
Benommen vernahm er nicht die volle Rede, aber war
merkwürdig bereit, hinzuhören und anzunehmen, was geschah.
Der Weber schüttelte sich und schauderte,
stemmte sich empor und es dauerte,
ein Weilchen bis des Schleiers dunkler Dunst
wieder in den Tiefen der Tiefen des Bodens versunk.
Weber, oh Weber! rief es aus der Ferne,
hab Dank! Du wartest bestimmt eine ganze Weile?!
Ich habe ein Garn für Dich und ein Garn für mich.
Wie wäre es, wenn du sie webtest!?
Bande schaffend, Geist vereint.
Bahn um Bahn mit Garn umgarnen,
zu verbinden, dass wir einst mal einsam waren.

Sonntag, 26. August 2018

Sunday Mood, oh Sunday-Mut

Sunday Mood, oh Sunday-Mut, wo bist du nur geblieben?

Ich lieg hier so auf der Couch herum. Spricht denn etwas dagegen?

Es ist schon gut, so wie du bist, Mood, aber so gemütlich das auch ist, wo ist denn nun der Sunday-Mut?

Ich lieg hier so auf der Couch herum. Spricht..

Jaja, das hatten wir doch gerade, Mood. Aber deinem Vetter Mut, Mood, ist wohl wieder gar nicht gut. Was wäre wenn er auch mal Sonntags arbeiten würde? Wäre das nicht spitze, Mood?

Ich lieg hier so auf der Couch...

Sunday Mood, oh Sunday-Mut, wo bist du nur geblieben?

Von unten rief ein Dude, Mut hätte heute frei... es wäre ja schließlich auch Sunday.

Jaja, das hatten wir doch gerade, Dude. Aber manchmal wünsche ich mir mehr Mood zum Mut, statt einfach nur Sunday.

Ich lieg hier so auf...

Sunday-Mut, oh Sunday, Mood. Dann bleib ich auch noch etwas liegen.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Narziss und Echo - Geschichten aus dem Feuerkorb

Es war einmal...

...ein Schönling names Narziss. Ein ansehnlicher Bursche, halb Gott, halb irgend etwas anderes. Entstanden aus der Triebhaftigkeit seines Vaters Kephissos mit einer schönen Nymphe namens Leiriope. Da die Zeugung nur einseitig freiwillig war bzw. forciert wurde, wurde Kephissos für seine Schandtat der Nymphe gegenüber, von Poseidon höchstpersönlich bestraft und unter die Erde verbannt. Wohlgemerkt, für Kephissos, als göttliche Personifikation des mächtigen Flusses Kephissos, war das schon ne harte Nummer. Er ist bestimmt irgendwann einfach unterirdisch versickert...

Wie dem auch sei, aus dieser einseitigen Liebe entstand der Bub Narziss. Er war schön und beliebt und erfreute sich an den Lebensumständen der damaligen Zeit. Bestimmt viele Orgien, Saufgelage, hier mal mit dem Finger schnippen, da mal etwas halb-göttlich sein...könnte schlimmer sein. Narziss allerdings war so sehr von sich und seiner Schönheit befangen und begeistert, dass er die Zuwendungen und Annäherungen sämtlicher Verehrerinnen und Verehrer zurückwies. Er strafte der anderen Leute Zuwendung mit eiskalter Herzlosigkeit. Er liebte sich selbst am meisten und konnte im Grunde keine andere Liebe zulassen. (Die Idee mit den Orgien und Saufgelagen sollte man in seinem Fall dann wohl auf eine Person reduzieren. Daraus wird dann Selbstbefriedigung und Volllaufenlassen.) Narziss' Vorteil dabei war, "alleine saufen, macht hässlich" konnte gar nicht zutreffen, dafür war er einfach zu schön und holte sich darauf eben regelmäßig einen runter. Kann man machen, aber wartet ab: seine Selbstliebe wird sich noch rächen...


Narziss' Vater war ein Vergewaltiger der Natur. Er meanderte an der Flussnymphe Leiriope herum... (ungefragt!) ...dessen Vater, Okeanos, war sogar der Vater aller Götter und galt als Ursprung der Welt, King of the Hill quasi (je nach Überlieferung). Narziss selbst, war ein eingebildetes Arschloch. Merkt man was? Okay, der Ursprung der Welt sollte nicht als negativ betrachtet werden (oder vielleicht doch, wenn man damit den "Anfang allen Übels meint"). Allerdings passiert direkt in der zweiten Generation Scheiße und einer schlägt über die Stränge. Dass Narziss Schicksal irgendwo vorherbestimmt war, sollte man Anhand von DNA Analysen bestätigen können. Ginge man davon aus, mythische Wesen und Götter der griechischen Antike hätten so etwas wie Biologie. Sagen wir einfach: eine göttliche Fügung. Nachher heißt's noch, Götter würden an Schicksal glauben...na Prost Mahlzeit!


Zurück zum Protagonisten: Narziss spazierte manchmal einfach gerne herum. Durch den Wald, an Flüssen und Bächen vorbei. Über Stock und Stein. Meistens jedoch über Wege und Trampelpfade. In der Natur fühlte er sich irgendwie aufgehoben, dachte er. Sie war Ihm scheinbar wohlgesonnen. Die Vöglein zwitscherten munter vor sich her. Obligatorische Rehe kreuzten dann und wann seine Wege und hielten für einen Klischee-Moment inne, um ihm diesen typischen Reh-Blick zu zuwerfen, bevor sie wieder gemütlich in den Wald huschten. Ziemlich selbstverliebt, dennoch im Einklang, geriet er eines wundervollen Tages an eine Lichtung. Es war eher eine halbe Lichtung, mit einem Ufer eines kleinen Sees, der friedlich darin eingebettet lag. Narziss ging so zum Ufer, schaute über die glatten Wogen der nicht vorhandenen Wellen hinweg. Schaute nach links, nach oben, nach rechts. Dann blickte er sich schlagartig um. Schulterblick, ohne Auto, Respekt. Warum auch immer er das tat?! Da war nämlich nichts...(außer der Hauch seines nicht vorhandenen Gewissens und die Nemesis, die  stumm eine Todesmelodie summte...die Narziss aber nicht wahrnahm. Selbstliebe schützt vor äußeren Einflüssen, sollte man meinen.)

Die ruhige Ruhe der Idylle eingeatmet, setzte Narziss sich dann am Ufer nieder und blickte das erste mal hinab ins Wasser. Und das, was er dann dort sah, war nichts anderes als sein Spiegelbild. Narziss war direkt hin und weg. Er schaute keine 5 Sekunden in dieses wunderschöne Gesicht, das ihn anblickte und konnte nicht anders, als sich vollends in sich selbst zu verlieben. Damit war es dann um ihn geschehen. Mit dieser Erkenntnis und einem noch breiteren, selbstverliebteren Grinsen, machte er sich - nachdem er sein Spiegelbild gute 5 Stunden angehimmelt hatte - auf den Rückweg zu seiner Behausung. Der Rückweg blieb, bis auf die obligatorischen Rehe, relativ unspektakulär. Außerdem war Narziss viel zu sehr damit beschäftigt, sich selbst zu lieben. Noch merkte er nicht, dass die völlige Selbstliebe sein Untergang sein würde...er dachte weiterhin nur an sich.


Zur Erklärung: 5 Tage bevor er sich vollends in sich und sein eigenes Spiegelbild verliebte, gab es zwei einschneidende Zurückweisungen, die sich für Narziss noch rächen sollten:

Zum Einen war da der Schönling Ameinios, der sich Narziss angeboten hatte. Man focht ein wenig miteinander, strebte nach Kraft und protzte mit Schönheit. Zu mehr war Ameinios aber nicht in der Lage. Narziss' Egoismus erteilte ihm eine eiskalte Abfuhr. Zu guter letzt schenkte Narziss ihm sogar noch ein nicht minder prachtvolles Schwert. "Es würde Ameinios insgesamt aufwerten", so meinte er. Aufgrund der Zurückweisung, der Schmach und seines verletzten Stolzes, erstach sich Ameinios mit dem geschenkten Schwert und rief im Sterben die Götter an, seinen Tod, für den er Narziss verantwortlich machte, zu rächen. Dieses Gebet erhörte die Göttin des gerechten Zornes Nemesis und strafte Narziss zum ersten mal mit dem Fluch der volkommenen Selbstverliebtheit. Narziss belächelte diese Tatsache einfach nur und tat weiter, wie ihm bestimmt war.

Zum Anderen, traf er am Abend bei einer Jagd auf die Bergnymphe Echo. Als Narziss sich beim Verfolgen eines Hirsches im Dickicht verlor, war die gute Echo so nett, ihm zu folgen und ihn zu suchen. Dabei muss man wissen, dass die Nymphe Echo eine eigene Vorgeschichte hatte:
Sie wurde selber Opfer göttlichen Zorns und verlor auf Befehl von Hera Ihre Sprache.
Echo war am Hofe der Hera als Erzählerin tätig und wurde aufgrund einer zornigen Kurzschlussreaktion der Ober-Uschi zum Sündenbock und musste einfach herhalten. Immerhin ließ ihr Hera die Möglichkeit, die letzten Worte eines Satzes, den sie zuvor gehört hatte, zu wiederholen.

Kommen wir zur Krux: Narziss, verirrt im Wald, Echo hinterher. Echo kann aber nicht eigenständig rufen. Demnach war sie jetzt erstmal keine große Hilfe, ihn zu finden. Aber er war doch so schön, sie wollte unbedingt hinter im her. Irgendwann merkte auch Narziss, dass er irgendwo falsch abgebogen war und rief einfach nach seinen Jagdkameraden. Zufälliger Weise war Echo tatsächlich in relativer Nähe zu ihm gewesen und sie konnte ihn rufen hören und erwiderte sein "Ist jemand hier?", mit "Hier!". Narziss reagierte darauf erneut und rief "Wo ist denn hier?". Echo wiederholte es: "Hier!" Narziss konnte sich grob an der Stimme orientieren und nach ein paar weiteren "Hiers" kamen die beiden tatsächlich im Wald zusammen. Echo, überglücklich, dass sie trotz des Sprachentzuges, diesen schönen Menschen gefunden hatte, wollte Narziss umarmen und herzen. Dieser allerdings war sich keines Dankes bewusst und wies Echo eiskalt ab! Über Nemesis oder der Gleichen verschwendete er keinen einzigen Gedanken.

Echo war am Boden zerstört und gab sich in diesem Moment der Undankbarkeit und Ablehnung auf, verkroch sich in einer Höhle und verschmolz irgendwann wieder mit den Felsen und Gesteinen, stieß noch ein letztes Gebet aus und war für immer dahin...verschmäht, einsam und traurig. Nemesis vernahm auch diese erneute Undankbarkeit und gestaltete den Ausflug, den Narziss in 5 Tagen machen würde so, dass er auf jeden Fall zu einem See gelangte und sich dann im Wasser selber sehen würde. Er würde sich vollends in sich selbst verlieben. Sie wiederum liebte es, wenn ein Plan funktionierte...


Wieder fünf Tage nach vorn:

Narziss tat auch nach dem Spiegelbild-Erlebnis das, was er tat. Er wies, wie zuvor, kommende Anwärter und Verehrerinnen ab und liebte sich selbst in höchstem Maße. Stunde um Stunde...Woche um Woche. Monat um Monat.
Eines grauen Tages dann, alleine, ohne Kuscheldecke, ohne Regentropfen am Fenster, weil keine Fenster, kam Narziss endlich zu einer erschütternden Erkenntnis. "Die Nemesis, diese hinterhältige Schachtel", dachte er. Und diese Erkenntnis war sein Ende.

Narziss liebte sich, ja. Er liebte sich selbst, wie nichts anderes auf der Welt. Er schmachtete jedesmal Stundenlang vor Spiegelbildern in diversen Wasserquellen. Aber er sehnte sich auch so sehr nach sich selbst, dass er nicht anderes mehr zuließ. Sein Narzissmus schlug ihm eiskalt ins Gesicht. Obwohl er die ganze Zeit selbst präsent war, verzehrte er sich trotzdem nach Liebe. Letztlich überkam ihn die Erkenntnis, dass er seinen eigenen Wunsch nach Selbstliebe niemals würde erfüllen können. So stark er sich auch liebte, es reichte nicht, um ein erfülltes Leben zu leben, geschweige denn zu lieben.

Und so trat ein langer, zäher Prozess des Verfalls in Kraft. Narziss konnte nicht anders, als für ihn bestimmt war. Durch den Fluch der unendlichen Selbstliebe - ausgelöst durch Rachegedanken, Zorn und die Zurückweisung von allem anderen - verendete er irgendwann vor einem Spiegelbild schmachtend und schied alleine, voller Liebe aber dennoch komplett leer, dahin.

Spätere Entdeckungen gaben preis, dass an dem Ort, wo Narziss starb, keine Leiche und keine Gebeine zu finden waren. Das kleine Stück Ufer wurde lediglich von einer wunderschönen Narzisse dekoriert.



Basierend auf der Quelle Wikipedia und externen Einflüssen. Alles andere ist Mythik und Überlieferung, plus ein paar ausschmückende Elemente. 


Samstag, 31. März 2018

Missgunst - ein Einblick (Blog-Challenge Nr. 4)

Dieser Beitrag ist nun mehr - und das freut mich sehr - der vierte Teil der Blog-Challenge mit Karol von "Karol schreibt dies und das". Nicht nur, dass es schon die vierte Auflage ist, bei der wir ein Thema parallel beschreiben, nein, es ist auch ein weiterer Schreiberling, bzw. eine Schreiberline dazugekommen. Sprich: wir haben nun zu einem Thema drei unterschiedliche Beiträge und eventuell Ansichten und Herangehensweisen. Die Dritte im Bunde ist Jana von "The girl next door". Unser aller Thema für diese Challenge ist "Missgunst". Ich bin gespannt, was dabei rumkommen wird. Checkt unsere Blogs und Beiträge, viel Spaß!

Ms. Gunst uns ihr Gespür für Neid...ja, ganz toll. Wobei Neid auch als positiv bewertet werden kann. Wenn zum Beispiel aufgrund von Neid um Etwas, jemand angestachelt wird, eben das zu Beneidende auch erreichen zu wollen. Dann wäre Neid ein positiver Initiator. Aber primär gehts ja um Missgunst und die ist in jeden Fall als negativ aufzufassen.

Jemandem missgünstig entgegentreten oder aufgrund von Eifersucht eine spontane Antipathie zu entwickeln, ist nicht schön und wirklich kein feiner Zug. Das musste ich in den letzten Wochen leider am eigenen Leib erfahren. Ich war zum Einen selbst sehr missgünstig und habe meinen Unmut gegenüber Personen geäußert, die ich eigentlich mag und schätze. Zum Anderen wurde mir persönlich Missgunst an einer anderen Stelle entgegen gebracht. Mein eigenes Verhalten habe ich dadurch auf jeden Fall kritisch betrachtet und kam zu der Einsicht, dass ich das so nicht nochmal möchte. Die Missgunst, die mir zeitgleich von anderer Seite widerfahren ist, hat die Reflexion auf jeden Fall begünstigt, zu sehen, dass ich in dem Moment nicht so hätte reagieren dürfen, wie ich reagiert habe. Die Einsicht, im Nachhinein, ist leider zu spät gewesen und hat auf jeden Fall Wunden bei Menschen hinterlassen, die eventuell nur die Zeit wieder heilen kann, wenn überhaupt. Naja, toll war das Alles nicht, aber es ist passiert.

Ich kann zwar erklären, warum ich so emotional und in dem Moment befangen reagiert habe, nur ist das natürlich keine Entschuldigung oder Rechtfertigung. Ich hatte meine Emotionen einfach nicht unter Kontrolle und habe mir auf kommunikativem Weg sehr energisch Luft gemacht. Im Endeffekt habe ich den Grund für die Unzufriedenheit über meine Situation jemand Anderem in die Schuhe geschoben, habe mich übergangen gefühlt, alleine, selber nicht gewertschätzt und hatte das Gefühl, ausgetauscht worden zu sein. Warum, weshalb, wieso dieses Gefühl bei mir entstanden ist, hat definitiv seine Gründe, das kommt ja nicht einfach so, aber Ich war Partei A und B gegenüber missgünstig, wobei ich eigentlich nur Partei A für meine negativen Gedanken verantwortlich machen kann. Partei B wurde aber in dem Zusammenhang der Grund und zugleich Sündenbock für meine Missgunst. In dem Moment war es mir egal, wem ich da an den Karren pisse, Hauptsache Luft machen...ich kann so was dann wirklich schlecht bei mir behalten. Und der Rahmen und die Umgebung sind dabei völlig egal. Ich habe meine Missgunst also in einem öffentlichen Raum kundgetan, quasi mit Publikum, Abends, beim Feiern bzw. beim Beisammensein in einer Bar.

Alles nicht schön, ja, es tut mir auch definitiv leid, dass ich so rücksichtslos gewesen bin. Aber dennoch kann ich nicht hundertprozentig von der Hand weisen, dass die Gründe für diese Missgunst total unbegründet sind. Ich hätte mich definitiv nicht zu der harschen, rauen und verletzenden Art hinreißen lassen dürfen und hätte das ganz anders kommunizieren müssen und vor allen Dingen nicht in diesem Rahmen. Mir war in diesem Moment aber furchtbar egal, wer da vor mir gesessen hat oder in welchem Umfeld ich mich befunden habe. Jeder hätte meinen Zorn abbekommen, egal ob das nun ein Bekannter, ein Fremder, ein Freund oder die Familie gewesen wäre. Ich kann das eben nicht so gut, mit der positiven Miene zum emotional, negativen Spiel. Zum Teil gehört das durchaus zu mir. Im Endeffekt habe ich wahrscheinlich aber auch einfach zu viel in gewisse Dinge hinein interpretiert, die mich befangen gemacht, bzw. diese emotionale Geschichte gesteuert haben...lange Rede kurzer Sinn: es tut mir leid, die Menschen mit diesem Verhalten verletzt zu haben und ich sehe ein, dass ich mich falsch verhalten habe!

Zu der anderen Seite: ich mache im Moment ja leider dieser Trennung durch. Die Trennung von der Insel. Das Flüchten in andere Gewässer. Es ist alles irgendwie genauso, wie bei der Beendigung einer Beziehung. Eine Beziehung, die eigentlich toll war, bei der es aber zu Anfeindungen bei der Trennung kommt. Schuld wird von A nach B geschoben. Unmut geäußert. Dinge werden einem vorgeworfen. Man wird mit Missgunst über einen selber oder diese Situation konfrontiert. Ich merke aber, dass ein beträchtlicher Teil der Missgunst, mir ganz alleine gebührt. Ich kann irgendwie nachvollziehen, warum das so ist (ich meine die Gründe dafür zu kennen, warum sich jetzt so negativ verhalten wird). Ich habe die Befangenheit ja selber parallel ausgelebt. Und deshalb kann ich nur bekräftigen, dass so etwas wirklich nicht schön ist. Ob man das nun selber ausführt oder ein Opfer von Missgunst oder Missfallen ist. So sollte es wenigstens im Nachhinein sein. Vorausgesetzt man hat ein Gewissen. Sollte man wirklich völlig rücksichts- und gewissenlos sein, werden einem die Anfeindungen und Missgünste wohl egal sein. Dann sieht man aber auch nicht, dass man damit Schaden anrichtet oder verletzt. Wenn diese Missgunst, wie in diesem Falle, auch nur eine Projektion der eigenen Empfindungen und/oder Probleme ist (wie es auch in meiner Situation war), sollte man sich zwangsläufig fragen, ob das so richtig ist, damit weiterzumachen.

Wie gesagt, zu viel Missgunst sprengt irgendwann den Rahmen und man distanziert sich dann voneinander. Das muss man dann für sich selber wissen, ob man das möchte oder nicht. Wenn null Einsicht passiert, dass dieses Verhalten gesellschaftlich nicht gerade toll ist, ist es nur ganz normal, dass man damit die Leute eher von sich wegstößt, als sie an sich zu binden. Auf Dauer kommt man mit dem Verhalten nicht weit, denke ich. Oder man ist ein Egoist und Narzisst, dann ist so etwas wie Mitgefühl oder Empathie ja meistens völlig egal und man geht seinen Weg. Das ist okay, das nehme ich auch so hin und akzeptiere das aktuell bei jemand Anderem. Dann möchte ich aber auch darum bitten, dass akzeptiert wird, dass ich mich dem einfach nicht weiter aussetzen möchte, da es nichts bringen würde mit dieser Einstellung auf diplomatischem Wege umzugehen. Deshalb ist die Missgunst über die Dinge und Situationen in der aktuellen Trennung leider immer noch präsent und so stark, dass es persönlich bleibt und das ist schade. 

*(ironischer Einschub): Die Rolle eines Sündenbockes, ja, was soll ich sagen, die ist auf jeden Fall total toll und wirklich erstrebenswert. Das sollte jeder mal machen. Kann ich echt nur empfehlen. Man bekommt so viel Aufmerksamkeit, sogar ungefragt. Man erfährt Dinge über sich selber, von denen man nicht die geringste Ahnung hatte. Und man kann sich komplett auf die Meinung des Gegenüber verlassen. Etwas Anderes zählt ja eh nicht. Also ich muss sagen, dass ich gerne der Sündenbock bin. Das macht Spaß. Ich lache viel und es ist gar nicht anstrengend darüber nachzudenken, warum jemand so reagiert, und das über einen solchen Zeitraum. Wirklich, Sündenbock wird mein neues Sternzeichen, ich lasse mich umtaufen! (Ende der Ironie)*

...zusammenfassend kann man also sagen, Missgunst, nein das ist nicht gut. Es passiert. Immer wieder, oft, täglich. Es ist zu unterscheiden auf welchen Ebenen das passiert und in welchem Umfang. Ob es frei kommuniziert wird oder nur gedacht wird. Die Kommunikation von Missgunst ist auf jeden Fall nicht einfach. Für keine Seite. Oft ist es emotional gesteuert und nicht rational. Es ist definitiv nichts Schönes und auch nichts, auf das man stolz sein sollte. Es muss eigentlich nicht sein, aber ich denke die Wenigsten sind komplett frei davon. Das ist ja auch okay, nur sollte man immer merken, wenn so etwas negativ auffällt und sollte dann dementsprechend etwas daran ändern, sofern man das möchte und kann. So lange aber keine Einsicht passiert, und nur die Missgunst vorherrscht, ist es aber wirklich schwierig, immer neutral zu bleiben...


Ich bin nun wirklich auf die anderen beiden Beiträge zu diesem Thema gespannt und freue mich, zu lesen, wie Karol und Jana das Ganze beschrieben haben werden. Immer wieder eine feine Sache, wenn solche übergreifenden Schreibsachen funktionieren! Go for the Beiträge, drei Stück, ein Thema!






Samstag, 24. März 2018

Der Untergang einer Insel

...dass einige Inseln bald untergehen werden, ist dank des Klimawandels ja nicht von der Hand zu weisen. Die eisigen Polkappen schmelzen, die Pegel der Weltmeere steigen. Tiere verlassen Ihre ursprünglichen Lebensräume und sind gezwungen in andere Gefilde auszuweichen. Der Lauf der Dinge, yay! Neue Entwicklungen werden dadurch begünstigt, es bieten sich trotz des Verlustes neue Möglichkeiten...wenn man sich dem neuen Umfeld anpassen kann.

Inseln gehen unter. Auch die Privaten. Selbst die, die ich als nicht sinkbar bewertet hatte, tauchen leider, leider ab und sind bald nicht mehr zu sehen, nur die Erinnerungen bleiben. Wie bei aussterbenden Arten bleibt bald nur noch ein Stück von der Ewigkeit zurück. In diesem Fall (glücklicherweise) konserviert in Musik. Denn nichts bleibt für die Ewigkeit, aber Musik! Ja, die Musik bleibt. Bands bleiben manchmal aber nicht. Das liegt in meiner aktuellen Situation nur leider so gar nicht an der Musik, sondern an Idealen, Vorstellungen und dem Umgang miteinander.

Wenn die Pegel so hoch sind, dass die Gefahr droht, komplett unterzugehen, sollte man die Anzeichen dafür eigentlich schon mitbekommen haben und müsste in der Lage sein, durch Kompromisse und Kommunikation für einen Weiterbestand des persönlichen Ortes sorgen zu können. Wenn diese Kommunikation zum Erhalt des gemeinsamen Refugiums allerdings so arg, rücksichtslos, nicht übereinstimmend und paradox passiert, dass man leider besser beraten ist, die Insel zu verlassen, sollte man tatsächlich die Segel setzen und aufbrechen, solange es noch geht.

Beim alltäglichen, subjektiven Inselsterben werden immer einige Bewohner zusammen mit ihren Insel untergehen und verschwinden in den weiten, wogenden Wellen des Wahnsinns namens Leben. Auf anderen Inseln verschwinden alle Bewohner zeitgleich und lassen die Insel einfach komplett für sich alleine zurück und verlassen den verlassenen Ort dann, ohne dass sich noch jemand kümmert. Wiederum andere Inseln werden trotz der Trennung einer Minderheit weiterbestehen können, da der Großteil den Erhalt des Eilandes fokussiert.

Ich für meinen Teil muss aktuell eine (für mich unglaublich wichtige) sinkende Insel verlassen, obwohl ich das niemals wollte. Niemand hat das so gewollt. Niemand hat das so absehen können. Aber manchmal verändern sich die Vorstellungen und Ideen vom gemeinsamen Bewohnen einer Insel so drastisch und offenbar schnell, dass man kein harmonisches Miteinander mehr produzieren kann. Wenn sich Lager bilden und die Insel in Parteien aufgeteilt wird, wenn es Bereiche gibt, die für Aus- und Abgrenzung sorgen, dann ist ein harmonisches, familiäres und leichtes Miteinader im vermeintlich schönsten Ort der Welt, nicht mehr möglich. Wenn das Refugium kein Refugium mehr ist, ist es Zeit für Veränderung. 

Vor geraumer Zeit - in der dunkelsten Episode meines Lebens - hätte ich diese prägnante Veränderung wohl weitaus weniger positiv angehen können. Ich hätte mich zurückgezogen, wäre einfach nur entmutigt, enttäuscht und entkräftet gewesen und hätte die Musik wahrscheinlich wieder für unbestimmte Zeit an den Nagel gehangen. Ich wäre selber untergegangen, vielleicht mit der Insel, vielleicht meilenweit davon entfernt, irgendwo auf dem Ozean treibend. Eine kalte und schwere Gleichgültigkeit des Gesamten hätte mich wahrscheinlich wieder gepackt. Eine Gleichgültigkeit, der das Untergehen egal ist. Ich wäre einfach abgesoffen.

Gut, dass ich auf dieser ungewollten und ungeplanten Reise einen Begleiter an meiner Seite habe, der das gleiche Verständnis für eine harmonische Inselpopulation hat. Gut, dass mein Begleiter, ebenso ein Fernglas dabei hat, um die neuen Häfen und Lande zu sichten. Gut, dass wir in der Lage sind, gemeinsam ein neues Floß zu bauen, um nicht unterzugehen. Gut, dass wir beide diese kalte, schwere Gleichgültigkeit kennen und wissen, dass das nicht Alles ist. Stille Wasser sind zwar tief und ruhig, aber der Sauerstoffgehalt am Grund ist in jedem Fall zu niedrig, um dort bestehen zu können. Danke für diesen zusätzlichen, externen Wind in den Segeln.

Natürlich bin ich über die Entscheidung, dass diese unfassbar famose Band so nicht mehr weitermachen wird und kann, verärgert, enttäuscht und traurig. Es ist noch recht frisch und die Gedanken dazu schweben noch ziemlich omnipräsent umher und beherrschen leider mein Gemüt im Moment. Es ist wie die Trennung einer langjährigen Beziehung. Alles andere als einfach. Es hing ja zumal unser aller Herz an dieser Insel...unserer Insel. Nun wird Diese zurückgelassen werden, noch etwas unbestimmt, ob sie endgültig auf dem Grund landen wird. Es ist einfach schade und es ist traurig. Aber manchmal ist es der bessere Weg, wenn man nachgibt und ausweicht. Besonders dann, wenn man aufgrund von Bemühungen zum Fortbestand nur auf Ignoranz, Unverständnis und Rücksichtslosigkeit trifft.

Zwei von drei Bewohnern der Insel Makiwara müssen die Insel nun leider verlassen und machen sich auf den Weg über den großen Teich der Lebenssuppe, auf zu neuen Ufern. Zwar unter einer anderen Flagge, mit einem anderen Symbol, aber mit den gleichen musikalisch-gesellschaftlich gefärbten Absichten und dem Willen ein neues Refugium erschaffen zu können. Gut, dass wir noch schnell ein Floß bauen konnten. Gut, dass wir in der Lage sind, zu schwimmen wenn die Gefahr droht, unterzugehen.

Diese Insel, genau, wie die anderen Musik-Inseln in meinem bisherigen Leben, wird immer ein Teil von mir bleiben und ich bin unendlich dankbar für eine ganz wunderbare Zeit, die ich wahrnehmen durfte! Eine für mich persönlich sehr wichtige Zeit. Eine Zeit, in der ich unglaublich viel Neues lernen und erfahren durfte. Eine Zeit, die mich gestärkt hat. Eine Zeit, die mir Mut gemacht hat. Eine Zeit dich mich positiv verändert hat. Eine Zeit, die mich wieder mehr zu dem gemacht hat, was ich mal gewesen bin und was ich wieder sein will. Eine tolle musikalische Erfahrung, die bleibt. Schade und traurig ist es aber dennoch! Und es wird bestimmt noch ein paar Momente brauchen, bis ich das versunkene Makiwara auf dem Grund meiner Erinnerungen besuchen kann ohne dabei nach Luft zu schnappen oder mir Kiemen wachsen lassen zu müssen. Genau wie Crowd, Dadrox, Earmarked und Atlantis, wird Makiwara eine versunkene, aber nicht verschwundene Stadt sein, in der ich sehr gerne gelebt und meine Zeit verbracht habe!



Donnerstag, 25. Januar 2018

Ein Erster für dieses Jahr

So, ne!? Da bin ich wieder. Es ist zwar nicht so, dass ich irgendwie weg gewesen bin, leider nein, leider gar kein Urlaub, aber ich war etwas weniger kommunikativ in den letzten Wochen. Was natürlich alles seine Gründe hat, so wie immer, wenn etwas Gründe hat. Aber wem erzähle ich das, achja, eigentlich der Welt. Dabei muss ich spontan an meine Mutter denken, der ich ebenfalls einen Link zu einem Blog-Beitrag meinerseits zukommen ließ. Sie ging noch bis vor Kurzem davon aus, dass nur Sie den Link hat lesen können. Mutter, du bist die Beste.

Aber zurück zur Schreiberei. Im Moment schreibe ich, wenn ich etwas schreibe, an einer größeren, umfangreicheren Geschichte. Es nimmt weiter Formen an, ist aber echt nicht zu unterschätzen, das muss ich sagen. Die ganzen Gedanken zu diversen Kapiteln, die man im Laufe der Geschichten-Entwicklung hat, zu ordnen, kann auch ein wenig Druck ausüben. Aber Step by Step, auch dabei gehts nur nach und nach. Ich versuche immer das niederzuschreiben, was mir gerade in den Sinn kommt. Dennoch ist das Weiterdenken von spontanen Ideen und das Ausschreiben einzelner Abschnitte manchmal gar nicht so einfach und es stagniert dann hier und da. Aber das ist okay, denke ich. Ich gebe dem Kind auf jeden Fall genug Zeit, Geduld und Zuwendung, die es benötigt, um groß und stark zu werden.

Apropos Kinder, super Überleitung zum eigentlichen Beweggrund dieses Beitrages: Das hier ist ein spontaner Beitrag, angestiftet durch den 1 Live Freundeskreis, den ich bestimmt mal erwähnt habe. Eine geschlossene Facebook Gruppe, in der sich mittlerweile über 10000 Mitglieder tummeln. Ich kenne noch die Zeiten als diese Zahl unter 1000 lag...demnach bin ich schon ein paar Tage dort angemedet. In letzter Zeit aber auch eher semi-aktiv, weil mir irgendwie nicht so danach war, immer und immer wieder die gleichen "Themen" und Beiträge zu sehen. Geschweige denn, mir die kommunikativen Versuche, dieser zig tausend Leute reinzuziehen. Das Wellenprinzip ist im Internet ganz groß. Alles kommt in regelmäßigen Abständen wieder. Vorstellungen, Essensposts, Wo kommt Ihr alle her, Mimimimis, Freundschaftplus-Fragen, Sachen, das Übliche halt.

Auf jeden Fall ist da in dieser Gruppe auch schon so einiges Gutes passiert, keine Frage. Diese Gruppe ist durchaus eine tolle Gelegenheit mit Leuten in Kontakt zu treten und darüber hinaus soziale Kontakte aufzubauen. Das klappt auf jeden Fall und ist also als positiv zu bewerten. Hat selbst mir, mit meiner nicht so einfachen Art, Menschen beschert, die ich kennen lernen durfte und darf. Die einen bleiben, andere wiederum nicht, aber das ist normal, denke ich. Aber Leute, generell, lasst Euch nicht immer von einem ersten Eindruck lenken, oft ist der zweite Blick, heutzutage, so viel wichtiger geworden. Schaut ein bisschen mehr unter die Oberfläche, das würde ich mir wünschen, ganz allgemein.

Was in dieser Gruppe im Endeffekt auch passiert ist, ist die Tatsache, dass ich durch eine Person, die ebenfalls im Freundeskreis am Start ist, ans Schreiben meines Blogs gekommen bin. Quasi inspiriert. Der Karol ist also Schuld, dass ich angefangen habe, meine Gedanken aufzuschreiben und zu teilen. Haste schon gut gemacht, Herr Kalevra. Der Karol, ja...ich bin auf jeden Fall schon was länger als er im FK angemeldet. Den Zeitunterschied macht er aber mit einer, fast schon, stoischen Art und Weise wet, Beiträge im FK zu posten. Jeden Tag. Regelmäßig, seit geraumer Zeit. Wenn man sich ein bisschen einliest bzw. der Gruppe folgt, kommt man an Karol kaum vorbei. Ist nicht immer gut, aber darum gehts ja eigentlich auch gar nicht. Er sieht die Gruppe als Möglichkeit der Moderation und Unterhaltung, wenn er Sachen postet...also Beiträge erstellt. Dadurch wird man natürlich schnell zu einem Ziel. Als Autor oder Verfasser eines Beitrages, ist man in den Augen Vieler direkt auch für den Inhalt verantwortlich und muss sich rechtfertigen, wenn man gefragt werden würde...nungut, die meisten verstehen halt nicht, wie das funktioniert, in so Gruppen. Diesbezüglich macht der Karol da also alles richtig. Muss man zwar nicht immer mögen, wie es kommuniziert wird, aber das ist schon okay. Meinungen sollte man ja auch vertragen und damit umgehen können. Karol, ich denke, dass du mit deiner Art und Weise, die ich manchmal, wenn ich über dich spreche, als etwas einfacher sehe, bei einer recht großen Zielgruppe ankommst bzw. die Identifikation durch deine Art und Weise, vielen relativ leicht fällt. Das ist nur gut, so hast du es, wie du selber schon sagtest, eher leicht und solltest eigentlich fast Zweifelfrei sein, mittlerweile. Finde ich gut. Da ich ja auch deine älteren Blog Beiträge kenne, und die mich oft an ein jüngeres Ich erinnert haben, meine ich sagen zu können, bei dir eine gewisse Leichtigkeit zu sehen, die durchaus erstrebenswert ist, auf jeden Fall in meinen Augen, da mir genau diese fehlt.

Also Karol, ein halber Beitrag nur für Dich. Keep writing and so. Und ja, auch mal ganz formell, danke, dass ich jetzt regelmäßig und in Blogform schreibe, top! Und: das Bier in Düsseldorf steht definitiv noch aus. Karol ist einer dieser Menschen, die ich bisher tatsächlich nur virtuell kenne.