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Mittwoch, 17. Juni 2020

DIADN #26 - Andreas

Hello, guten Tag!


Folge 26 von DIADN, dem Interview aus der Nachbarschaft, mit: Andreas Reuel, seines Zeichens Autor dreier Bücher und Selfpublischer der "Chroniken der Westfal Chaoten". (Dieser Post enthält übrigens unbezahlte Werbung, weil wegen: besorgt Euch seine Werke!) Ich habe auch ihn über den 1 live Freundeskreis ausfindig gemacht und wir haben neben einem bunten Fragenkatalog natürlich über sein Schaffen als Autor und Schreiber gesprochen. Bisher waren unsere kommunikativen Berührungspunkte tatsächlich überschaubar und es war ein eher "fremdes" Gespräch, welches aber trotz alle dem wunderbar leicht, sehr locker, total angenehm und großartig informativ daherkam. Zudem ist zu erwähnen, dass Andreas die Kürzeste (Sprachnachricht) hatte und der Dalai Lama definitiv ein Vorbild für ihn ist. Aber macht Euch selbst ein Ohr!



Vielen Dank, Andy, für deine Zeit und dieses wunderbare Interview! Ich wünsche viel Spaß beim Hören!

(Dieses Gespräch wurde am 14.06.2020 im gegenseitigen Einverständnis aufgezeichnet.
Musik von Tom le Mot.)


Hier die Links zu Andrea's Büchern und Veröffentlichungen. Checkt Das!!




Freitag, 15. Mai 2020

DIADN #21 - Tanja

#DIADN, das Interview aus der Nachbarschaft läuft und läuft und läuft!

Heute komme ich hier mit Folge 21 um die Ecke. Ich hatte mal wieder jemanden aus dem 1 live Freundeskreis am Start und zwar, eine mir sehr bekannte und wertvolle Person, die Tanja! Ursprünglich hatten wir ja ein Interview aus dem Hotelzimmer geplant aber es ist dann doch die Variante Sprachanruf von zu Hause geworden! Das tut dem Ganzen mal so überhaupt keinen Abbruch und dieses Interview ist ganz hervorragend gelungen. Es war wohl ihr erstes Mal und wie sie sagt, tat es nicht mal weh. Bei Bier und Zigaretten haben wir über Gott, die Welt, Kinder, Hunde und den FK gequatscht. Zieht es Euch rein und viel Spaß mit dieser Folge!



Dieses Gespräch wurde im gegenseitigen Einverständnis am 13.05.2020 aufgezeichnet.
Musik von Tom le Mot.)

Sonntag, 10. Mai 2020

DIADN #20 - Jan

Wilkommen zu einer neuen Folge vom Interview aus der Nachbarschaft in der covid-edition via Sprachanruf. Die heutige DIADN Folge ist nun mehr die 20ste!! Mini-Jubiläum, hooray! Dieses Mal vor meinem digitalen Mikrofon, der Jan, den ich mittlerweile seit über 3 Jahren aus dem 1 live Freundeskreis kenne. Lange war es geplant, heute ist es dann nun endlich passiert! Ich finde wieder mal, dass es ein sehr gelungenes Gespräch geworden ist. Wir sprachen über die Telefonie, geordnetes Chaos, die kleinen Dinge des Lebens, Schokolade und noch mehr!



Habt viel Spaß mit diesem Interview und bis bald.

(Das Gespräch wurde am 10.05.2020 im gegenseitigen Einverständnis aufgezeichnet.
Musik von Tom le Mot.)

Sonntag, 3. Mai 2020

DIADN #19 - Ann, Oberhausen

Hey, hello und einen fohen Sonntag!

Eine neue Folge, ein neues Interview aus der Nachbarschaft. DIADN in der covid-Edition, Folge 19 ist nun auch online und beinhaltet dieses Mal die liebe Ann, als meine Interview-Partnerin und den Dialog, welchen wir führten. Bis auf eine kleine, missverständliche Pause meinerseits, ist das Gespräch ganz wunderbar verlaufen und wir redeten natürlich über den 1 live Freundeskreis, zudem über Käse, Fotoshootings und die Monkigkeit, die potentiell in jedem von uns steckt. Mir war es eine große Freude und ich bedanke mich bei dir, Ann, dass du mitgemacht hast.



Habt viel Spaß beim Hören und bis zum nächsten Mal.

(Das Gespräch wurde am 29.04.2020 im gegenseitigen Einverständnis aufgezeichnet.
Musik von Tom le Mot.)

Sonntag, 19. April 2020

DIADN Spezial #3 - Tom, Viersen (Live-Interview)

Hey, hello!

Heute habe ich hier ein ganz besonderes Interview am Start. Zum Einen habe ich es mit Tom, meinem Lieblingsschlagzeuger und höchst wertgeschätzten Freund, geführt und zum Anderen ist es ein Live-Interview! Ihr hört hier natürlich die Aufzeichnung vom 18.04.2020, aber an diesem Samstag-Abend waren wir mit dem Interview aus der Nachbarschaft live, mit Video, bei Facebook und haben einfach frei und sehr spontan gequatscht. Wie üblich mit etwas Struktur und dem klassischen Fragenkatalog...aber es war schon sehr variabel. Besonders wenn man hier hört, wie wir dann zwischendurch mit den Zuschauern und Hörern agieren und auch von dort Fragen beantworten. Ich fand es sehr gelungen und muss sagen, es hat extrem viel Spaß gemacht. Auch wenn ich, ob der Situation mit Video, mehr Technik und Zu-Beachtendem, etwas nervös war, sage ich ganz eindeutig, pro live-Interviews und danke Tom, dass er einfach so mitgemacht hat und ein kleines Versuchskaninchen wurde.

Habt viel Spaß beim Hören und auf bald!




Dieses Gespräch wurde am 18.04.2020 aufgezeichnet.
Musik von Tom le Mot.

Dienstag, 14. April 2020

DIADN #16 - Verena, Aachen

Wilkommen zu einer neuen Folge DIADN.
Nummer 16 ist's jetzt schon.
Ganz spontan und völlig frei,
sprachen wir auch über das Aye-Aye.

Ein gutes Gespräch am Morgen
vertreibt bekanntlich Kummer und Sorgen.
In dieser Folge nun mit Verena,
inklusive Fragenkatalog und Individuell-Blabla.

Wir redeten via Sprachanruf
über Sport, den FK und so manchen Stuss.
Ich freue mich, dass du mitgemacht hast.
Hoffentlich hat's dir ebenso viel Spaß gemacht?

Ich bedanke mich für diesen feinen Dialog,
und das klitzekleine bisschen Unfug.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Hören.
Habt einen Guten Tag, ihr Gören.




Das Gespräch wurde im gegenseitigen Einverständnis am 12.04.2020 aufgezeichnet.
Musik von Tom le Mot.

Sonntag, 12. April 2020

DIADN #15 - Kaan, Rheda-Wiedenbrück (Rheda)

Die erste Folge vom neubelebten Interview aus der Nachbarschaft, kurz DIADN, ist am Start (selbstverständlich in der covid-Edition via Sprachanruf). 
...und sie ist so schön und gut und wertvoll geworden, wie oft zuvor! In der fünfzehnten Auflage habe ich mit Kaan aus Rheda gesprochen. Kontaktiert und kommuniziert über den 1live-Freundeskreis bei Facebook. Da, wo eigentlich alle meine Interview-Partner herkommen. Den Kaan lese ich nun seit knapp 4 Jahren in dieser Gruppe und was soll ich sagen, obwohl wir bisher keinen direkten, privaten Kontakt hatten, lief das Interview völlig easy, höchst angenhem und sehr beidseitig ab. Meine Erwartungen wurden voll erfüllt! Danke, Kaan, dass du der Erste bist, den ich hier in einer neuen Folge vom Interview aus der Nachbarschaft freudig vorstellen darf!

Hört selbst und viel Spaß damit!





Das Gespräch wurde im gegenseitigen Einverständnis am 11.04.2020 aufgezeichnet.
Musik von Tom le Mot.

Sonntag, 1. September 2019

Abstinenz - unendliche Weiten

Der Kosmos. Das Weltall. Die Universen. Abstinenz. Hurz!


Tag 1 (0.5), Mittwoch:

Heute habe ich mich relativ spontan dazu entschieden ein kleine Pause einzulegen und Abstinenz auszuprobieren. Zugegeben, sie schmeckt ziemlich geschmacklos und hält sich derweil auf der einen Seite mit einem lockeren Angang und auf der anderen Seite mit einem durchaus merkbaren Abgang. Es ist natürlich von einer Social-Media-Abstinenz die Rede. Da ich in den letzten Monaten wieder sehr regelmäßig und konstant bei FB unterwegs war, (die einslive Freundeskreis Gruppe, das private Profil, der Blog) fühlt sich dieser Wegfall von Unterhaltung, Spaß und Kommunikation definitiv zwiegespalten an.

Tag null komma fünf ist's eigentlich, weil ich heute, am Mittwoch, den 28.08.19 noch bei FB aktiv war und erst im Laufe des Tages entschieden habe, diese Plattform, sowie Instagram und auch WA so gut es geht zu vermeiden. Gesagt, getan. Ich hab Nachmittags noch 'ne Benachrichtigung bekommen, dass mich jemand unter meinem Beitrag vom Mittag markiert, bzw. erwähnt haben muss. Diese habe ich aber einfach weggewischt, ohne bisher nachgesehen zu haben. Ich bin quasi seit heute, Arbeitsbeginn gegen 13 Uhr, ohne die größten Kommunikations- und Profilierungsplattformen unterwegs. Bei Instagram habe ich eh im Moment nur die Blogseite im Fokus. Die private Seite ist seit geraumer Zeit eher semi bis noch weniger aktiv. Andere offene Kommunikationen standen auch nicht mehr im Raum.

Ich habe diese spontane Idee natürlich nirgendwo angekündigt und bin gespannt, wie lange ich damit durchhalten werde und ob darauf irgendjemand eingeht. Zu letzt habe ich ja wieder wunderbare neue Kontakte erfahren dürfen und natürlich pflege ich Diese auch super gern. Im Rahmen der Kurzfristigkeit der Dinge wird sich nun zeigen, wie kurzfristig die Leute wirklich sind. Mit der Einstellung der sozialen Medien fällt natürlich auch ganz spontan die Pflege dieser und fast aller Kontakten weg, da die Meisten über WA erreichbar sind und auch darüber der häufigste Austausch passiert. Demnach habe ich die Benachrichtigungen aus unserer Vollvossten-WA-Gruppe natürlich ebenso ignoriert und WhatsApp nicht geöffnet.


Tag 2, Donnerstag:

Eine Nacht ohne, ist wie eine Nacht ohne. Und besonders der Morgen danach verliert sich, wenn ohne, in ziemlicher Eintönigkeit. Meine Benachrichtigungs-Pop-Up-Zahlen auf dem Telefon halten sich ja eh meist in Grenzen und zudem ist diese Anzeige der Benachrichtigungen in meinen Augen etwas kaputt. Ich spreche über diese kleine Zahl, die oben an dem App-Icon steht. Icon-Zahlen sind irgendwie im Moment wie Windows-Minuten. Wenn da steht, es dauert noch acht Minuten, dann kann es sein, dass es entweder nur noch fünfundvierzig Sekunden braucht oder vielleicht aber fünfundvierzig Stunden. Bei den Icon-Zahlen ist das ähnlich. Da steht dreiunddreißig und in der App sind's nur vier...man weiß es nicht so genau...wie auch immer...bei mir waren es heute nach dem Aufstehen sieben an der Zahl bei FB und um die dreißig neuen Nachrichten in der WA-Gruppe.

Dieser Donnerstag steht, genau wie der Mittwoch, voll im Zeichen der Arbeit. Zwei Tage gab ich mir Zeit, um im Betrieb zwei Baucontainer á 8 Kubik und 11 Kubik mit diversem Möbelschrott zu füllen. Dementsprechend heißt es: früher anfangen, mehr schaffen. Normalerweise beginne ich mit der Arbeit gegen 16 Uhr und die Schicht endet um 21 Uhr. Gestern und heute ist der Beginn um 13 Uhr. Zudem haben wir heute noch ein internes Betriebsgrillen für die Belegschaft.

Wie geplant konnten wir heute, ich hatte einen fleißigen Helfer an meiner Seite, den zweiten Container komplett voll machen und lagen dabei sehr gut in der Zeit. 13 bis 18 Uhr Schrott schleppen, ein bisschen zur Ruhe kommen und dann um 19 Uhr das Grillfest. Mein Telefon hatte ich während der Arbeit nicht in der Tasche. Zum einen, weil es einfach beim Schleppen und Wuchten gestört hätte, zum Anderen, weil es eh keinen besonderen bzw. banalen Grund gehabt hätte, es zu checken. Kommunikation und Austausch mit Menschen hatte ich dafür auf der Arbeit. Beim Grillfest natürlich auch mal etwas privater und nicht nur arbeitsbedingt.

Das war alles echt ganz nett und angenehm, muss ich sagen. Auch wenn ich mich im Vorhinein gedanklich natürlich wieder selbst bekloppt gemacht habe. Essen in der Öffentlichkeit...größere Menschengruppen...funktionieren müssen...die Angst vor der Angst, nicht entsprechen zu können...Gedankentrallala trotz Social-Media-Abstinenz. Aber im Endeffekt waren es mal wieder unnötige Gedanken. Eine Bestätigung an mich selbst: ja, auch das hast du wieder geschafft!
Das Essen war lecker, die Leute waren locker. Alles gut. Feierabend. 21.30 Uhr zu Hause.

Was noch zu erwähnen wäre, ist die Tatsache, dass ich meinen Chef heute spontan gefragt habe, ob ich morgen nicht frei machen könne...zwecks Überstunden Abbau. "Wenn Ihr mit Allem gut durchkommt und Alles im Container liegt, spricht da nichts gegen."
Wie man nun weiß, waren wir fleißig und dem freien Freitag stand tatsächlich nichts mehr im Wege. So ging der Tag auch echt locker von der Hand, muss ich sagen.
Eine weitere schöne Sache, die durchaus erwähnenswert ist, ist die Tatsache, dass ich meine Probezeit im Betrieb heute erfolgreich absolviert habe!

Eine komplette Kommunikationsabstinenz blieb heute in der Tat nicht aus. Allerdings nicht von meiner Seite initiiert, sondern durch meinen Schlagzeuger. Er fragte über Telegram, (was übrigens der einzig wahre Messenger ist) wie es so geht und ob ich schon in die neue Tool Platte reingehört habe, die just veröffentlicht wurde. Auf mein Tom-le-Mot-Navigationssystem ist Verlass! WA, FB und Instagram habe ich weiterhin ignoriert und an diesem Abend nur noch die Serie "The People vs O.J. Simpson" weitergeschaut. Nochmal so drei ein halb Folgen, dann bin ich pennen gegangen.


Tag 3, Freitag:

Ein neuer Tag. Ein freier Tag. Ausschlafen wäre in jedem Fall ein Traum gewesen. Aber Pustekuchen. Seit dem mein Nachbar irgendwie 'nen Spleen hat und regelmäßig um halb neun auf voller Lautstärke seinen Fernseher anmacht, sind die Schlafphasen auch ohne Wecker meist abrupt vorbei. Das geht mir im Moment echt auf den Sack. Ich mein, ne?!...da machst'e nichts. Lautstärkebestimmungen über Tag sind ja recht locker. Das ist ja auch okay...aber muss man immer das ganze Haus mit seinem Scheiß beschallen? Ich neige dazu, solche Menschen aufgrund ihrer Rücksichtslosigkeit zu verachten. Was mache ich dann? Kopfhörer aufsetzen und Musik hören, genau.

Ich schaue selbst Filme und Serien immer über Kopfhörer, weil ich meiner Umwelt nicht auf die Nerven gehen will...aber nun gut. Die Ansprüche von Leuten sind in der Regel nicht die Meinen.
Wie auch immer. Zeitig wach, trotz freiem Tag. Kaffee, Kippe, ein Brot.

Über die WA Benachrichtigungen (sprich bei den Pop Ups, die im Display erscheinen) habe ich gesehen, dass die liebe Dani heute Geburtstag hat. Ich habe ihr dann im Laufe des Tages ebenfalls gratuliert. Tatsächlich auch über WA, aber auch nur das Nötigste. Auf die zig anderen Nachrichten (von Mittwoch bis heute) bin ich weiterhin nicht eingeganen.

Im Laufe des Vormittages habe ich mal bei meinen Eltern angerufen und mich erkundigt, wie die Lage ist und ein bisschen mit meiner Mutter gequatscht. "Ein bisschen" ist meistens untertrieben. Grundsätzlich bin ich ja ein sehr kommunikativer Mensch und bei Telefonaten komme ich selten unter einer Stunde weg. Das höchste der Gefühlen waren einmal acht Stunden. Aber auch in jüngerer Vergangenheit waren Telefonate von zwei bis vier Stunden durchaus üblich. Warum auch nicht, ne?! Wer kann, der kann. Und jedes Mal stelle ich fest, dass ein Telefonat soviel mehr ist, als Text- oder Sprachnachrichten. Ich schätze Kommunikation, die eins zu eins passiert, wirklich sehr.
Alles Andere hat zwar auch seine Vorzüge, aber es geht nichts über den direkten Austausch. Und es waren zuletzt wieder sehr inspirierende und gute Gespräche gewesen.

Über das Telefonat teilte ich meiner Mutter dann ebenfalls mit, dass ich die Probearbeitszeit erfolgreich bestanden habe. Sie hat sich gefreut und bat mich, dass ich das ja auch in unserer Familien-WA-Gruppe mitteilen könnte, da sich meine Schwester und mein Bruder ebenfalls über diese positive Nachricht freuen würden. Das war dann die zweit WA-Ausnahme. Auch wenn ich dort wiederum eher kurz angebunden gewesen bin.

Meiner Mutter, sowie meinem Schlagwerker habe ich von der Abstinenz erzählt. Die beiden sind aktuell aber auch die Einzigen, die es wissen. Und bisher kam noch keine weitere direkte Kommunikation von anderen Stellen. Es ist ja jetzt nicht so, dass ich 'ne Masse an Kontaktpersonen habe, dennoch merke ich heute, dass es mir fehlt. Mir fehlt der oberflächliche Spaß bei FB. Mir fehlt das Rumalbern im öffentlichen Raum. Mir fehlt das Tragen von Sarkasmus.
Was aber wirklich fehlt, ist der Austausch mit den Menschen, die ich kennen und schätzen gelernt habe. Ich bin heute kurz davor gewesen, wieder selbst die Initiative zu ergreifen und Kontakt zu machen. Aber: nein...wenigstens den Freitag noch.

Der Tag schlendert dann so seinen Weg entlang. Ein bisschen Fahrradfahren, ein bisschen mehr Musik auf die Ohren, Essen, Faulenzen und heute Abend lecker Fußball hören. Zwischendurch habe ich auch an dieser Idee zum "Tage-Buch" gearbeitet und ein wenig geschrieben.

...ja...Fußball...es war leider ein ernüchterndes und frustrierendes Spiel. Wir haben zu Hause verloren. Traurig, traurig. Aber es ist ja erst der dritte Spieltag, demnach: easy peasy...dennoch wie immer ärgerlich, wenn die eigene Mannschaft verliert.

Mit dem Gedanken an die Arbeit, der ich morgen einen Besuch abstatten muss, habe ich mir dann die letzten ein einhalb Folge der Serie gegeben und den Prozess um O.J. zu Ende geschaut. Eine Serie, die durchaus interessant ist, muss ich sagen. Sie plätschert zwar relativ gemächlich vor sich hin und bietet natürlich nur einen überschaubaren Spannungsbogen, trotzdem fand ich's super umgesetzt und gut dargestellt.

Der Wecker würde um 7 Uhr klingeln. Arbeitsbeginn am Samstag: 08:45 Uhr. Mit weiteren Gedanken an die Leute, die ich seit Mittwoch kommunikativ verschmähe bin ich irgendwann ins Bett gegangen und konnte, wie zu letzt eigentlich immer, recht gut einschlafen. Träumen tue ich im Moment eher nicht. Oder ich mache es, aber ich weiß es nicht mehr. Das war auch mal anders gewesen und ich bin eigentlich ganz froh darum, dass ich am nächsten Morgen nicht weiß, was mein Kopf in der Nacht alles bearbeitet hat. Ich liebe Schlaf. Schlaf ist so friedlich und ruhig. Schlaf ist die einzige Situation, in der ich komplett abschalten kann. Das ist enorm viel Wert.

Klar, es gibt potentiell noch andere Dinge, bei denen man die Zeit und die Gedanken anhalten kann. Aber das ist im Moment Mangelware. Weder regelmäßiges Musizieren und Krachmachen mit der Band, noch guter Sex, sind derweil greifbar. Mein Freizeitausgleich ist im Moment eher auf Kleinigkeiten beschränkt und es nervt etwas, dass die schönen Dinge so sehr stagnieren. Aber was soll man machen? Wie immer, wenn andere Leute von Nöten sind, wird es wieder kompliziert oder organisatorisch schwierig. Stagnation ist der Teufel.


Tag 4, Samstag:

Wie nicht anders zu erwarten, klingelte der Wecker heute pünktlich um viertel vor sieben...und dann nochmal um punkt sieben. Aufstehen. Kaffee, Kippe, Dusche, kein Social Media, n Brot, los zu Arbeit. Heute war es aber ein überschaubarer und im Verhältnis zu sonst, kleiner Dienst. Die Öffnung der Räumlichkeiten, das Warten auf die Kursteilnehmer und eine Einweisung standen an. Der Kurs war pünktlichst um kurz vor neun zugegen, ich konnte meine Arbeit machen und hatte dann den Vormittag erstmal zur freien Verfügung. Allerdings immer mit dem Bewusstsein, heute Nachmittag wieder vor Ort zu sein, um die Schließung und etwaige Aufräumarbeiten vorzunehmen.

Auch heute denke ich über die Abstinenz nach und hoffe wirklich, dass das Nichtssagen in Bezug auf das Abwesendsein mir nicht übel genommen wird. Aber das ist ja Quatsch. Sollte sich jemand dafür interessieren, warum ich merklich wegbleibe, wird und soll nachgefragt werden! Ich bleibe gespannt, wie lange ich das noch aufrecht halten kann. Zum Einen ist es weiterhin ganz schön, das Telefon nicht ständig in den Fingern zu haben, zum Anderen bleibt dennoch eine gewisse gedanklich-emotionale Abhängigkeit, die ganz klare Zeichen sendet, die eigentlich nicht gut sind.

Ich habe den Vormittag mit zwei Einkäufen, einem zweiten ausgiebigeren Frühstück und einer Doku über Rocco Siffredi verbracht. Bestes Vormittagsprogramm inklusive noch mehr Kaffee, Kippen und dem Einblick in das letzte Jahr dieses Pornodarstellers. Gar nicht verkehrt, diese Doku, muss ich sagen. Interessant war es in jedem Fall. Aber auch wieder eine wunderbare Bestätigung, selbst soweit reflektiert zu sein, Porno vom Realen unterscheiden zu können. Was für kaputte Geister und Gemüter viele der Darstellerinnen und Darsteller sind, ist nicht von der Hand zu weisen und die Einblicke von hinter der Kamera waren schon sehr eindeutig. Pornos zu drehen, ist halt echt intensiv und vor allen Dingen ist es harte Arbeit. Ich würde ja jedem Millenial wünschen, sie wüssten, wie es in Wirklichkeit zugeht. Aber die Porno-Beeinflussung seit der Zeit des Internetz ist enorm und voll in den Köpfen Vieler eingebrannt. Brave new world, again!

Heute Nachmittag ging es dann nochmal zu Arbeit, um die Dinge zu tun, dich ich tun musste und dann bin ich offiziell ins Wochenende gestartet.
Bisher gab es keinerlei weitere Kommunikation auf anderen Kanälen und ich bin noch immer eisern, was das offensichtliche Ignorieren der Social-Media-Plattformen angeht.
Die Gedanken dazu und darüber bleiben aber hartnäckig. Die Gedanken an die Menschen, die Gedanken an Ablenkung und Spaß. Ja, auch mit Social-Media kann man die Zeit vergessen. Ich habe Hunger, werde nun mal etwas Essen und hier später weiterschreiben. Hier und da erwische ich mich heute aber vermehrt, dass ich aufs Telefon schaue, um herauszufinden, ob nicht doch irgendjemand schreibt oder eine Benachrichtigung auftaucht.

Im Inneren hoffe ich darauf, dass jemand auf mich zukommt. Aber Hoffnung und ich sind seit Neuestem eh geschiedene Leute. Ich habe sie durch Zuversicht ersetzt. Demnach ist Hoffnung, dass sich jemand meldet, völlig fehl am Platze. Viel mehr sollte ich zuversichtlich sein, dass es eine gute Erfahrung ist. Ich sollte zuversichtlich sein, dass nach Wiederaufnahme der Kommunikationen alles beim Alten ist. Ich bin auf jeden Fall sehr auf die Erkenntnisse dieser Phase gespannt.


Tag 5, Sonntag:

Während des gestrigen Abendessens konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, wieder eine neue Serie anzufangen. Ntflx ist ja sooo super. Dieses Mal: "WU Assassins"...heute, ein paar Stunden nach gestern, bin ich bei der Serie schon zu Folge fünf fortgeschritten. Ja...was soll ich sagen?! Das ist 'ne Serie, die ich in meiner subjektiven Bewertung wiedermal mit einer soliden 5.5-6/10 bewerten werde. Es ist ganz okay, aber nicht der Wahnsinn und irgendwie ist auch diese Thematik schon hunderte Male da gewesen und haut mich nicht so richtig vom Hocker. Aber hey, Martial Arts mit Iko Uwais und einer höchst attraktiven Katheryn Winnick. Es gibt Schlimmeres...dennoch bleibt's bei einer überschaubaren Serien-Sache.

Wie auch immer! Heute ist Tag fünf, heute ist Sonntag und tatswahrhaftig ist gestern noch ein Teil-Ausbruch aus der Abstinenz passiert. Zuversichtlicher Weise durch eine externe Quelle. FB habe ich bisher zwar immer noch nicht geöffnet, dafür wieder lustige und erfrischende Kommunikation über WA gemacht! Das war gut und es wurde Zeit. Ich denke nämlich, auch wenn die externe Kommunikation gestern nicht passiert wäre, hätte ich mich heute so oder so wieder ins digitale Haifischbecken geworfen und wäre ein paar Runden geschwommen. Umso besser aber, wenn die Kontaktbarkeit doch schon vorher passiert ist.

Haie sind echt abgefahrene Tiere, finde ich und wenn man weiß, wie sie reagieren und welchen Instinkten sie folgen, kann man auch relativ gechillt mit ihnen in einem Becken schwimmen, ohne Gefahr zu laufen, direkt verputzt zu werden...außer in der Regel...das sollte man so ein Becken eventuell vermeiden...die wittern ja Blut und so... Aber wie gesagt, wenn man das weiß, dann weiß man das ja und dann kann man Präventiv-Maßnahmen ergreifen. Pflaster zum Beispiel. Oder einen Mantel aus mentalem Eisen oder Eis...das schützt nicht nur in der Regel..

...kein Frage: den Bogen von Haien über Becken und Blut zum Resümee zu spannen wird vielleicht etwas schwierig...ist aber im Endeffekt auch Wumpe, weil es ja eh weitergeht und sich nichts verändert hat. Natürlich hat sich nichts verändert. Es waren ja auch nur fünf Tage der Abstinenz.
Haie bleiben Haie. Die Meute bleibt die Meute und die Leute, die bleiben, die bleiben.

Alles in Allem habe ich nun rückblickend eine Erkenntnis: ja, es ist okay und machbar, sich dem digitalen Wahnsinn zu entsagen. Ich stelle aber auch fest, dass spontan ein Zeit- und Spaßfaktor entfällt. Man ist auf jeden Fall ganz schön geimpft und die üblichen Gewohnheiten im Umgang mit sozialen Medien machen die heutige Kommunikation einfach zu einem Großteil aus.
Ich habe gemerkt, dass es Dinge gibt, die ich nicht vermisst habe...Leute, die einfach nur aus Oberfläche bestehen, zum Beispiel. Wiederum habe mir gewisse, besondere, Kontakte echt gefehlt.
Aufgrund der Tatsache, dass mich diese künstliche Abstinenz tatsächlich etwas frustriert hat, zeigt mir nur, dass persönliche Isolation definitiv nicht gut für mich ist.
Da ich auf dem Gebiet ja schon reichlich ungewollte Erfahrungen vorbringen kann, war es umso wichtiger, zu bemerken, dass das niemals der Weg für mich sein sollte. (Mir kommt beim Schreiben dieses Satzes ein spontanes De-ja-vu in den Sinn. Das ist sehr gut!)

Ab heute gilt es also nun wieder: ran an den Byte-Speck und zurück in den Wilden Westen! Ich denke aber, dass ich meine alte Rolle weiterspielen werden. Die Abstinenz hat meine Identität zum Glück nicht verändert und ich werde die wichtigen Leute wieder davon überzeugen können, mir zu zuhören und darüber Aufmerksamkeit für den Inhalt zu erhalten. Das ist super, das ist gut. Mit Euch kann man arbeiten, liebe Leute!

Lets fetz, sagte das Schnitzel und sprang ins Haifischbecken!!!



Sonntag, 25. August 2019

Schreib-"Challenge" #2.2019 (David): Zwischen den Zeilen...

 

Zwischen den Zeilen - kaum jemand ist in der Lage empathisch und verständnisvoll zuzuhören. (anerzogen, Genetik oder erlernbar)



„Du hörst nie zu!“ mokierte sich Sina, stemmte die Hände in die Hüften und legte den Kopf schief. Wenn sie jetzt noch aufstampft sieht sie aus, wie ein schmollendes Kind, denke ich.

Ihrem Gesicht ist diese blanke Verständnislosigkeit anzusehen. Jene Verständnislosigkeit, die man bei Leuten sieht, die sich im Recht wähnen, weil sie ihre albernen Werte nie hinterfragt haben und ihr moralisches Konstrukt auf jeden anwenden, ohne sich jemals die Frage zu stellen, ob das Gegenüber überhaupt die gleichen Werte teilt. Diesen Blick sieht man sonst bei Autofahrern, die das erste mal erfahren, dass Radfahrer sehr wohl Vorfahrt haben können, bei Kneipenopas, die sich wundern, dass man ihren Rassismus nicht teilt, und eben bei Frauen. Bei Frauen, die erwarten, dass man jede ihrer Aussagen entkryptisiert.

Um es gleich zu sagen: natürlich trifft das nicht auf jede Frau zu und natürlich gibt es auch Männer, die gerne mal um den heißen Brei herumreden, weil sie Angst vor direkter Kommunikation haben. Aber meiner Erfahrung nach ist die Erwartung, dass Mann zwischen den Zeilen lesen können muss, durchaus eher weiblich und wird auch gerne als unhinterfragte Norm einfach mal vorausgesetzt.

„Ich habe dir verdammt nochmal gesagt, dass ich von dir abgeholt werden will!“ quakte sie weiter und stampft jetzt auch mit dem Fuß auf, was mir ein Schmunzeln entlockt.
Das war natürlich ein Fehler. Mit flammenden Augen und kreischender Stimme ergeht sie sich nun in einer Schreitrirade über meine Unzulänglichkeiten, insbesondere über meine Unfähigkeit, zuzuhören.

Ich schlürfe meinen Kaffee und höre zu. Dabei sehe ich ihre Wangen auf und ab wackeln, was ihr ein wenig Ähnlichkeit mit einer kläffenden Bulldogge verleiht.
Ich muss erneut schmunzeln. Zum Glück bemerkt sie es nicht.

Dass ich sie heute nicht von der Arbeit abgeholt hatte, war ein Fehltritt in einer langen Reihe Fehltritte. Zumindest aus ihrer Sicht. Dass wir eine Fernbeziehung führten, machte die Sache ohnehin schwierig. Dass sie ständig als Bitte formulierte Anweisungen erteilte, machte es nicht gerade leichter.

„Wo ist deine Empathie?!“ brüllte sie und starrte mich aus kleinen glimmenden Kohlenaugen an.
Offenbar erwartete sie eine Antwort.

Ich nahm noch einen Schluck Kaffee, dann blickt ich ihr in die Augen. Ich wartete einen Moment, dann fragte ich mit leiser, aber fester Stimme: „Wo ist denn deine?“

Sie brauchte einen Moment, um den Vorwurf zu begreifen, doch dann weiteten sich ihre Augen und sie setzte schon zum nächsten gebrüllten Vorwurf an, aber ich kam ihr zuvor. Ich sprang von meinem Stuhl auf, baute mich vor ihr auf und überschrie sie einfach – das war die einzige Möglichkeit, zu Wort zu kommen.

„DU WEISST, DASS ICH ARBEITEN MUSS! DU WEISST, DASS MEINE FAMILIE ABHÄNGIG IST VON DIESEM JOB! DU WEISST, DASS ICH NICHT EINFACH ALLES STEHEN UND LIEGEN LASSEN KANN, NUR WEIL DU WAS WILLST!“

Da ich jetzt ihre Aufmerksamkeit habe, atme ich kurz durch und fahre ruhiger fort.
„Ich kann dich nicht nach Belieben abholen. Und ich kann auch nicht nach Belieben bis nach Aachen fahren, weißt du, was diese verdammten Tickets kosten? Ich kann auch nicht Nachts um drei mit dir telefonieren, wenn ich am nächsten Morgen um sechs aufstehen muss. Ich kann mir dir auch nicht ständig durch irgendwelche Wiesen wandern, wenn mein Heuschnupfen mich umbringt. Und ich kann auch nicht meine Freunde im Stich lassen, nur weil dir gerade langweilig ist.

Dafür gibt es verdammt noch mal einiges, was ich konnte. Ich konnte mich um dich kümmern, als es dir richtig mies ging. Ich habe deine Tränen getrocknet und deine Sorgen in mich aufgenommen. Ich war geduldig mit dir und deinen Problemen. Wie oft haben wir Dinge nicht gemacht, weil du nicht konntest? Weil es dir schlecht ging? Ich akzeptiere auch dein Helfersyndrom und sitze bangend in Dortmund, während ich weiß, dass du irgendeinen Drogensüchtigen auf deiner Couch schlafen lässt, weil er sonst nirgendwo hin kann. Stillschweigend akzeptiere ich deine Ausraster, wenn irgendeine Laune dich mal wieder erfasst.“

Ich mache eine Pause. In ihren Augen sehe ich einen Widerstreit aus Unverständnis und Verständnis, sehe den inneren Kampf, den sie gerade mit ihren eigenen Überzeugungen führt.
„Also, wenn ich mal deine als Bitten getarnten Erwartungen nicht erfüllen kann, dann sieh es mir nach, so wie ich dir auch so Vieles nachsehe,“ fahre ich fort. Ich bemühe mich, sanft zu klingen. Es gelingt mir nicht.

Sie sieht mich lange an, und langsam wandelt sich ihr Blick zurück in den Verständnislosen. Das Begreifen hatte offenbar nicht gewonnen.

„Ich glaube, es ist besser, wenn wir uns trennen,“ sagt sie und in ihrer Stimme schwingen Verachtung und Bitterkeit mit.

Schreib-"Challenge" #2.2019 (Christina): Zwischen den Zeilen...

 

Zwischen den Zeilen- kaum jemand ist in der Lage empathisch und verständnisvoll zuzuhören. (anerzogen, Genetik oder erlernbar) 



Ich werde mich kurz fassen und einfach aus eigener Erfahrung raus schreiben, denn ich denke das trifft es ganz gut.

Oftmals schreibe ich mir Dinge von der Seele, mein Job ist hart und alles andere als einfach, da müssen gewisse Dinge einfach mal raus.
Teilweise ellenlange Texte, Verzweiflung, Hilferufe und Enttäuschung meist offensichtlich zu lesen.
Der Großteil der Menschen tut diese, meine Gefühlswelt und Probleme mit einem "fühl dich gedrückt " ab, ohne auch nur einen weiteren Gedanken an das geschriebene zu verschwenden.
Das in diesem Fall, ich mir einfach mal Verständnis und Kommunikation wünsche, verstehen die wenigsten.

Doch warum ist das so? Ich denke, es hat viel mit der Schnelllebigkeit unserer Zeit zu tun.
Ein Satz wie o.B. ist schnell getippt, man hat etwas von sich gegeben und ist mit sich und seiner selbst zufrieden. Aufeinander eingehen und nicht nur aus purem Eigennutz zu handeln, ist oft einfach zu viel verlangt.

Doch reicht das? Ich sage ganz klar Nein!
Empathie und Verständnis besitzt der Mensch von Haus aus, da sollte es nicht schwer sein diese auch zu nutzen. Anstatt eines "fühl dich gedrückt ", wäre die Frage nach dem "Wieso" doch schon ein Anfang, "Was ist passiert, kann ich dir helfen!?" ist da schon fast die Königsklasse!
Es ist traurig zu sehen, wie die meisten Menschen immer weiter in die Einfachheit abtauchen, sich vorallem um sich selbst kümmern und kaum bis gar nicht mehr auf andere eingehen können.

Zum Glück gibt es aber diese wenigen Besonderen Menschen, die tatsächlich in der Lage sind zuzuhören, sich Gedanken zu machen und mit diesen im besten Fall sogar Hilfestellung leisten.
Die einem mit ihrer Sicht der Dinge Wege aufzeigen, auf die man selbst gar nicht mehr gekommen wäre. Menschen die nicht nur wegen des Seins in das Leben eines anderen treten, sondern aus Interesse an der Person und deren Leben. Deren Empathie und Verständnis einfach nur gut tun.

Ich für meinen Teil sehe mich unter den Wenigen die diese Eigenschaften noch besitzen und ich bin nicht gewillt diese abzulegen, um mich mit der Masse gleichzustellen.
Dankbar über die handvoll Menschen in meinem Leben, die aufzeigen, dass es auch anders geht, bleibt nur noch das Resümee zu ziehen...
Entzieht man sich der Masse und verlässt sich auf die handvoll Menschen in seinem Dunstkreis, die diese Fähigkeit besitzen, braucht man sich nicht die Mühe zu machen, offen bei allen anderen zu kommunizieren.

Abschließend möchte ich dir, meinem liebsten Joe noch Folgendes sagen:
Ich danke dir für die Möglichkeit bei dieser Challenge teilzunehmen. Aber noch mehr danke ich dir dafür, dass du bist, wie du bist, dass du noch zwischen den Zeilen liest und ein Querdenker bist.
Ich möchte die letzten Wochen nicht mehr missen und bin über jedes Gespräch mit dir unendlich dankbar.

Schreib-"Challenge" #2.2019 (Caro): Zwischen den Zeilen...

 

Zwischen den Zeilen- kaum jemand ist in der Lage empathisch und verständnisvoll zuzuhören. (anerzogen, Genetik oder erlernbar) 



Zwischen den Zeilen

"Caro! Hey wir haben uns ja ewig nicht gesehen. Schön dich hier zu treffen."

Ich zucke leicht zusammen und blicke auf. Vor mir steht Anja. Wir kennen uns schon lange. Sind befreundet. Wir schreiben uns über WhatsApp, liken die Posts der jeweils anderen. Nur sehen tun wir uns fast nie.

" Anja, hi. Das ist ja ne Überraschung."

Wir umarmen uns, Küsschen links, Küsschen rechts.

"Wie geht's dir? Du siehst echt gut aus." Anja strahlt mich kurz an, dann gleitet ihr Blick an mir vorbei und mustert die Klamotten im Schaufenster hinter mir.

Ich mustere sie. Soll ich? Soll ichs mit der Wahrheit probieren? Sie hat mich schließlich gefragt.

"Also um ehrlich zu sein…es läuft im Moment ziemlich schlecht bei mir und…"

"Oh du Ärmste, ja so Zeiten hat man mal. Da kann ich auch ein Lied von singen. Stell dir vor, letzte Woche…" und so hörte ich mir geduldig Geschichten über unfähige Friseure, zu teure Schuhe, unpünktliche Paketboten und ähnliches an. Ich nickte, bedauerte, tröstete und gab Ratschläge, bis sich Anja mit einer Umarmung und einem "Kopf hoch, das wird bei dir bald wieder." verabschiedete. Betrübt schaute ich ihr nach. Gern hätte ich ihr, hätte ich irgendjemandem von der Trennung meines Partners, der drohenden Insolvenz, meiner Depression und dem drohenden Jobverlust erzählt. Doch keiner war da…niemand hörte zu…

Dieser Dialog ist zwar fiktiv, doch ich gehe fest davon aus, dass jeder ein solches Gespräch so oder so ähnlich selbst schon erlebt hat. Ich kenne es jedenfalls gut. Und stelle mit Erschrecken fest, wie sehr sich diese Art Konversation häuft.

Dabei ist Hören einer unserer sechs großen Sinne. Zu Zeiten der Jäger und Sammler war er überlebenswichtig. Das Knacken im Unterholz verriet und den Feind, bevor wir selbst zur Beute wurden. Sich mit seinem Gegenüber zu verständigen, erhöhte den Jagderfolg. Diese Liste ließe sich natürlich noch weiter fortführen, doch schon so kommt man um folgende Frage nicht drum rum :

Wann wurde aus einer überlebenswichtigen und evolutionär bedeutsamen Handlung etwas so Gleichgültiges?

Ja ich finde tatsächlich, die Menschen verlernen das Zuhören. Und es ist ihnen egal. In Zeiten von Social Media, WhatsApp, und einem immer digitaler werdenden Leben schwindet die Fähigkeit wahrer Empathie rapide. Kein Wunder, ist es doch im Grunde auch kaum noch nötig, sich verbal mit seinem Gegenüber auseinander zu setzen.

Das Erlebte? Einmal für alle gepostet, fishing for Compliments mit geringstmöglichem Aufwand. Oder direkt per WhatsApp allen in der Gruppe mitgeteilt. Ist doch auch viel einfacher. Und schöner. Kaum einer wird schriftlich kritisch nachfragen, oder gar eine richtige Diskussion vom digitalen Zaun brechen. Zu viel Aufwand, mit dem Ergebnis, dass man am Ende vermutlich einfach blockiert wird. Wer tut sich das schon an?

Natürlich ist nicht allein Social Media oder das digitale Zeitalter schuld an der Abstumpfung im Umgang miteinander. Ich denke, die Komplexität der heutigen Welt begünstigt es, dass wir es uns in unserer freien Zeit so bequem wie möglich machen möchten.

Der Druck der Arbeitswelt, immer mehr zu leisten, immer schneller voranzukommen für immer weniger Geld, teilweise mehrere Jobs erledigen zu müssen, um sich überhaupt ein normales Leben leisten zu können, ist eine enorme Energieleistung.

Dazu kommen dann noch Haushalt, Kinder, Schule, Partner.

Oder die völlige Überlastung unserer Sinne durch permanente Verfügbarkeit alles Möglichen. Ich kann quasi alles an jedem Ort der Welt erledigen. Einfach nur mal spazieren gehen? Ha, da kann ich doch unterwegs gleich noch paar Überweisungen fertig machen. Den schönsten Sonnenuntergang einfach nur genießen, tief durchatmen und mal den Kopf ausschalten? Erst, wenn ich das perfekte Bild für meine Follower hab. Usw…

Versteht mich nicht falsch, ich verdamme weder Social Media, WhatsApp und Co, noch bin ich dafür, nicht zu arbeiten oder liebe Menschen nicht an schönen Momenten in meinem Leben teilhaben zu lassen.

Ich glaube einfach, die meisten Menschen sind wie Strom. Sie gehen den W
eg des geringsten Widerstands. Durch all die oben erwähnten Möglichkeiten wird es uns sehr leicht gemacht, es immer bequemer zu haben, Konflikten aus dem Weg zu gehen und sich selbst nicht hinterfragen zu müssen. Dadurch stumpfen viele immer weiter ab.

Wahres, Empathie behaftetes Zuhören wird als immer anstrengender empfunden. Oder schlimmer noch: als immer unwichtiger.

Dies wäre eine Bankrotterklärung an die Menschlichkeit.

Ich hoffe, den ein oder anderen regt dieser Text zum Nachdenken an, vielleicht wird er als Grundlage für eine konstruktiv - kontrovers geführte Diskussion dienen ?

Mir bleibt nur noch zu sagen, ich wünsche euch allzeit ein offenes Ohr, wenn ihr es braucht.

Schreib-Challenge #2.2019 (Übersicht): Zwischen den Zeilen- kaum jemand ist in der Lage empathisch und verständnisvoll zuzuhören. (anerzogen, Genetik oder erlernbar)

"Zwischen den Zeilen- kaum jemand ist in der Lage empathisch und verständnisvoll zuzuhören. (anerzogen, Genetik oder erlernbar)"



Einen wundervollen guten Tag! Heute ist es wieder soweit! Eine neue Schreibaufgabe geht an den Start. Dieses Mal haben insgesamt sieben (7!) liebe Menschen mitgemacht und sich dem oben genannten Thema angenommen. Die Idee dahinter: Ein Thema, verschiedene Schreiber und separate Herangehensweisen und Umsetzungen des vorgegebenen Themas.

Dieses Mal hatten wir grob vier Wochen Zeit für die Umsetzung und ja, wie erwartet wurde es wieder herrlich variabel, da jeder der Schreiber frei entscheiden konnte, wie er den Beitrag verfasst und was er im Endeffekt aus diesem - wieder super gewählten - Thema macht. Wir haben dieses Erfahrungsberichte, Analysen, ein Gedicht und einen klaren Appel dabei. Also von Allem im Etwas. Richtig gut! Im Folgenden sind die einzelnen Links zu den Beiträgen zu finden. Klar, bei so viel Inhalt, bedarf es ein wenig Zeit und Muße, sich alles reinzufahren.

Viel Spaß und Erfolg dabei!


➤ Schreib-Challenge #2.2019 (Caro): Zwischen den Zeilen...

➤ Schreib-Challenge #2.2019 (Christina): Zwischen den Zeilen...

➤ Schreib-Challenge #2.2019 (David): Zwischen den Zeilen...

➤ Schreib-Challenge #2.2019 (Joe): Zwischen den Zeilen...

➤ Schreib-Challenge #2.2019 (Jörn): Zwischen den Zeilen...

➤ Schreib-Challenge #2.2019 (Lena): Zwischen den Zeilen...

➤ Schreib-Challenge #2.2019 (Nic): Zwischen den Zeilen...


An dieser Stelle möchte ich mich nocheinmal ganz ausdrücklich bei allen Autoren für ihre Ambition und die aufgewendete Zeit bedanken! Es ist mir eine Freude, zu sehen, dass und wie ihr Euch jeweils mit dem Thema auseinandergesetzt habt und kann nur sagen: mega gut! Ich danke Caro, Christina, David, Jörn, Lena und Nic!

Ich denke, die Idee der Schreibaufgabe wird bald weitergeführt werden, so dass man eventuell den einen oder anderen Schreiberling wieder lesen wird!

In diesem Sinne: chapeau, ganz viel Dank, viel Freude beim Lesen und auf bald!



Schreib-"Challenge" #2.2019 (Jörn): Zwischen den Zeilen...

 

Zwischen den Zeilen- kaum jemand ist in der Lage empathisch und verständnisvoll zuzuhören. (anerzogen, Genetik oder erlernbar) 

 

Wat nen Thema: „Zwischen den Zeilen – kaum jemand ist in der Lage empathisch und verständnisvoll zuzuhören(anerzogen, Genetik oder erlernbar)“. Als ich dieses Thema gelesen habe musste ich erstmal schlucken, den ganz ehrlich mit was von diesem Tiefgang hatte ich nicht in der Art und Weise gerechnet. Also positiv überrascht geh ich dann mal an das Thema ran. Nach einigem hin und her hat dann bei der Herangehensweise der Informatiker über den Emphaten in mir gesiegt und ich fange nüchtern problemorientiert an bevor ich meine emotionale Linie mit in den Pott schmeiße. Also Jung wo ist dat Problem? Kaum jemand ist in der Lage empathisch und verständnisvoll zuzuhören, Mhm also praktisch gesehen haben wir hier einen Fall von überwiegend verbaler Kommunikation die fehlschlägt, also platt gesagt die Emotions die der eine sendet kommen nicht an oder können nicht interpretiert werden. Daraus ergeben sich drei Möglichkeiten. 1. Der Sender also nennen wir sie um das Gender Zeug zu ignorieren (tauscht es aus wenn es stört, sonst WAYNE) mal Mrs Emotion Lilly , kann ihre Emotionen nicht zeigen oder auf eine für andere verständliche Art und Weise rüberbringen. 2. Der Empfänger nennen wir ihn mal Bill, ich mag Bill und Bill mag Züüüge...Also Bill ist entweder nicht in der Lage die ankommenden Emotionalen Inhalte im Gespräch zu erfassen, oder er will es einfach nicht , oder er kann, aber will einfach darauf nicht reagieren. 3. Der Kommunikationsweg ist fürn Arsch. Kurz um ja man kann keine Mimik und Gestik, keine Körperhaltung keine Augenringe, Tränen oder ähnliche sagen wir „emotionale Begleiterscheinungen“ (Oh man klingt das Kacke) bei einem Telefongespräch, einer Voicemail oder noch viel weniger (Stimme, Klangfarbe….) bei gar nur einer WhatsApp Nachricht mit bekommen. Schließen wir nun mal die 3 Punkte aus, also wir haben den Idealfall und keinen Fehler bei der Kommunikation von Lilly oder Bill. Dann kommen wir zum Kern der Aussage kaum jemand ist dazu in der Lage empathisch oder verständnisvoll zuzuhören. Wieso ist das so??? Meiner Beobachtung nach liegt das am generellen Umgang mit Emotionen, bin ich mir im Klaren über meine Eigenen Emotionen, habe ich gelernt diese auszudrücken, habe ich gelernt Emotionen zu akzeptieren und nicht nur zu bewerten? Ich finde es gibt dabei nichts schlimmeres als Menschen die einem erzählen wollen was man fühlen darf und was nicht…Ich bin der festen Überzeugung das der Umgang mit Emotionen eine zu Mindestens über 90% Sache der Erlernbarkeit ist. Ausgenommen du leidest unter einer schweren psychischen Störung oder Behinderung die die sowas nicht ermöglicht( soviel zur Genetik Option, es erfolgt keine Abhandlung über genetisch bedingte Neuronal und Sensorisch bedingte Sonderfälle) Ich denke aber auch das es für den einen Menschen leichter und für den anderen Menschen richtig krass schwerer ist was auf Dingen wie Prägung in der Kindheit, Erziehung aber auch ob Mann oder Frau beruht. So verlassen wir jetzt mal den öden theoretisch angehauchten Teil und werden etwas persönlich, ich kann und will keinem sagen warum das bei ihm mit der Emotionalen Kommunikation nicht klappt, aber ich würde gerne für die die es interessiert zeigen welche Erfahrungen meine Umgang geprägt haben, also nen kleine Blick auf meine Weg. Meine Prägung in der Kindheit war eine sehr, sagen wir mal abgefuckte, Kurzversion ich habe mit dreieinhalb Jahren meine Mutter verloren und wurde bis zum 6. Lebensjahr von einer Nanny großgezogen, wenig später hat mein Vater der selten da war erneut geheiratet (eine 20 Jahre jüngere Frau die mit mir und meinem Bruder nicht so klar kam). Meine Erfahrungen waren daher in der Kindheit zum Thema Emotionen von zwei bösen Leitsätzen geprägt, „Schön wenn du Emotionen hast, aber interessiert sonst niemanden“ und „als Junge ist Emotionen zeigen Schwäche also mach es besser nicht“. Grade der zweite böse Leitsatz ist etwas was mir auch heute immer wieder begegnet, Menschen die Emotionen zeigen, grade Männer werden als Schlaffis, Weicheier, Heulsusen, Emos etc. angesehen, für mich persönlich ist es genau andersrum, ich hatte mit meiner schlechten Vorgeschichte einen langen Kampf/Weg vor mir. Emotionen wurden runtergeschluckt, verdrängt unterdrückt, ignoriert, so war mein Umgang mit dem Thema. Klar war es cool die Emotionslose Spaß Maschine zu sein und in verschieden Rollen zu schlüpfen, nur nicht in die Eigene. Diese Phase endete abrupt mit dem Selbstmord eines guten Freundes, in dem Moment tobte ein wahrer Sturm aus Emotionen in mir. Mit dieser Wucht an Emotionen war ich überfordert, da ich weder gelernt hatte damit umzugehen noch wie ich diese verarbeiten kann, runterschlucken war keine Option mehr. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich kein reflektierter Mensch, ich lernte auf die harte Weise danach, auch mit fachmännischer Hilfe, mich selbst zu reflektieren, Emotionen zuzuordnen und diese auch rauszulassen, mit anderen zu teilen, darüber zu reden. Heute bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich mir meinen Emotionen recht gut bewusst bin, wo ich mir oft den Emotionen anderer bewusst bin, reflektiere und verstehe, wenn ich aus Emotionen reagiere und wo ich oft leider sehr gut nachempfinden kann wie sich Leute fühlen. Emotionen zu zeigen ist daher für mich ein Zeichen von innerer Stärke und einem inneren Wachstumsprozess. Und wer seine offen zeigen kann und gelernt hat mit ihnen reflektiert umzugehen hat von mir ne riesen Portion Respekt zu erwarten. Heute entscheide ich sehr stark, wem ich meine Emotionen zeige und zutraue, dass er damit souverän umgeht. Würde ich jedem meine Emotionale Seite zeigen wie sie ist, würde ich auf sehr viel Konter und noch mehr Bullshit stoßen. Beispiel: Ein emotionaler Post in dieser Gruppe hätte höchstwahrscheinlich als Auswirkung das sich ein paar der möchte gern Alphamales und evtl. Alphafemales lustig machen würden und nicht begreifen würden das sie sich selbst ein Armutszeugnis ausstellen. Daher spar ich mir sowas soweit es geht und freue mich über emotional tiefgründigere Post aus anderen Quellen. Und genau in diesem Umgang sehe ich eines der Hauptprobleme warum es mit der Emotionalen Kommunikation nicht oder sehr selten klappt. Wir leben meiner Meinung nach in einer recht kaputten Welt wo der Umgang mit Emotionen hinter verschlossenen Türen oder im Privatkreis geparkt ist, wo emotionale Menschen aktzeptiert oder geduldet werden wenn sie Frauen oder Schwule sind, Weicheier Softis usw… aber ein richtiger Mann nicht über dies Attribut definiert wird, wo Hollywood und die Medien ein Männerbild prägen was ungesund ist und viele Leute nicht lernen über ihre Emotionen auf eine Art und Weise zu reden, das andere sie verstehen können. Auch wird es immer schwieriger auf Leute zu stoßen die selbstreflektiert sind, und zuhören, um zu verstehen und nicht um zu antworten und sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Manchmal sitze ich nur still irgendwo herum und lausche zufällig fremden Gesprächen (klingt gerade etwas spooky) und bekomme ein wenig Angst wohin das noch führt. Und ja mit Scheuklappen durch die Welt zu gehen ist easy, eine Floskel als Antwort ist oft sicher einfacherer und ehrlich bei vielen will ich gar keine Connection auf Emotionaler Ebene, aber bei den Menschen, denen ich und die mir nahe sind will ich das. Da muss ich mich an sie anpassen, wie sie sich mitteilen können und versuche Wege zu finden das das klar stattfindet. Oft geht das schief ich werde missverstanden, aber dann mache ich nicht wie als Kind zu, sondern versuche es erneut auf eine andere Art und Weise mitzuteilen. Mittlerweile hasse ich deswegen (oh fucking Gedankensprung von Punkt 3) die heutige Kommunikation, WhatsApp oder sonstige Messenger oder auch Sprachnachrichten lassen unsere Kommunikation verkommen. Ein Gespräch unter vier Augen wird immer seltener. Inflationäres nutzen (alter was ne Fette Ironie) von „Emoticons“ lassen mich, wenn ich genauer drüber nachdenke, im Kreis kotzen. Klar trotzdem mache ich es selbst viel zu oft obwohl ich es doch besser weiß. Ich muss mir selbst immer wieder in den Arsch treten und mich dazu bringen in wichtigen Dingen das Gespräch unter vier Augen zu suchen. Meine Freunde wissen das ich mir immer für sie Zeit nehme auch wenn ich mir bei einigen wünschen würde das sie das Angebot mehr nutzen würden und lernen würden über ihre Emotionen offen zu reden. Also viel Text zum Thema von mir, das ganze sprengt für mich auf jeden Fall den Rahmen, hier einen Text zu schreiben, mit dem ich dem gerecht werde, viel lieber würde ich darüber mit Euch ins Gespräch kommen am liebsten bei nem Bier oder lecka Whisky auf der Couch ….
Wer bis hierhin gelesen hat Respekt, hoffe du konntest meinen wirren Gedankengängen und Sprüngen folgen… zum Ende ein kleiner Appell: Es liegt mit an dir wie die emotionale Kommunikation in deinem Umfeld aussieht und stattfindet, es gehören immer zwei dazu und nur an sich selbst kann man wirklich arbeiten. Sehr oft haben die Stillen viel mehr zu erzählen was Wert hat als die Lauten, nehmt euch auch mal Zeit anderen zuzuhören und in andere reinzuhören, es lohnt sich. Haut rein.

 



Schreib-"Challenge" #2.2019 (Nic): Zwischen den Zeilen...

 

Zwischen den Zeilen- kaum jemand ist in der Lage empathisch und verständnisvoll zuzuhören. (anerzogen, Genetik oder erlernbar)




Geht es Dir gut?“ hör ich sie fragen,
der andere schickt an, sich zu beklagen.
Doch sie ist schon längstens weitergegangen,
ohne das kleinste Zeichen von Befangen.

"Heute ist wirklich ein Tag zum vergessen,
alles lief schief, Probleme zum reinfressen“
gesenkte Blicke, schnell schaut jemand weg,
„komm selber klar mit Deinem Dreck!“

„Kann ich kurz mal mit Dir reden,
ich brauch ein offenes Ohr.“
Mit Ignoranz muss man dann leben,
selbst in Familien kommt das vor!!

Hinterfragen wir uns selbst,
wie sind wir denn so drauf?
Denn wie man sich verhält,
wirkt sich auf andere aus!

Probleme hat jeder, und zwar en mass,
in Hülle und Fülle zu jedem Anlass.
Wir lieben das Meckern und auch das Jammern,
da ist kein Unterschied zu allen andern

"was sollen denn die ganzen Flüchtlinge hier!?",
keift das braune Gesocks und schlürft am Bier.
"Mir doch wurscht, was bei denen los ist,
mir gehen die gewaltig auf den Piss!"

Der Unterschied beginnt, wenns nicht mehr um uns selber geht,
Dann wird man persönlich, und Indiskret!!
Das Verständnis und Mitgefühl, das wir uns alle wünschen,
Vergessen wir leider, beim virtuellem lynchen.

Es wird nicht mehr geholfen, es wird gerichtet,
und dann entschieden, ob man sich verpflichtet,
dem ein oder anderen ein nettes Wort zu schenken,
ohne über dessen Wahrhaftigkeit nachzudenken.

In öffentlichen Netzwerken ist es täglich zu sehen,
Leute die achtlos über Seelen gehen.
Als hätten sie ihre eigene Seele schon längst abgegeben,
um gefühllos und egoistisch nach Likes zu streben.

Probleme werden nicht mehr ernst genommen
je nach dem, von wem sie denn kommen.
Biste in der selbsternannten Elite zu Haus,
Packen alle schön die Samthandschuh aus.
Schlägst Du aber aus der Norm,
Bläst der AggroWind von vorn!!

Was der Empathie ein Beinchen stellt,
Sind die Jammerlappen dieser Welt
Alles was passiert,
Wird dokumentiert
und zelebriert
so völlig selbstmitleid-verwirrt.

Umgeben von Selbstmitleid- Vampiren,
Ist es schwer zu eruieren,
wer wirklich Deine Hilfe braucht,
Mit Worten UND! mit Taten auch!

Einst waren die Antennen aufgestellt
Für die schlimmen Schicksale dieser Welt.
Doch wenn auf einmal alle klagen,
an trivialen Dingen scheinbar verzagen,
verbrauchen sie Stück für Stück alle Empathie,
wirklich nötig hatten sie sie jedoch nie.

Wie ist damit nun umzugehen,
als einfach nur mit dem Herzen zu sehen?
Vertraut Eurem Gefühl und dann investiert die Zeit,
In einen Menschen, um zu teilen sein Leid.

Was ist das Resümee aus diesen Worten,
Hartherzigkeit findet man allerorten.
Doch ist es auch eine alte Geschicht,
das Gute gäb's ohne das Böse nicht

Hier steh ich nun als Opfer und Täter
Schuldig böser Worte, ein Empathie Verräter!
Doch auch selbst verwundet durch scharfe Worte
Wie ein Pflock der durch mein Herz sich bohrte.

ACHTSAMKEIT, die schadet nicht!
Für die anderen, genauso wie für mich.
Achten wir auf Gefühle,
beachten wir Grenzen.
Verachten wir Kühle,
zwischen den Menschen.

Wir müssen aufhören nur Schrift auf einem Screen zu sein,
müssen zurück, ins echte Leben hinein
auch auf der anderen Seite sitz ein menschliches Wesen
und muss sich durch Häme und Hetze lesen

Wie müssen wieder lernen, miteinander umzugehen
Wir sollten aufhören uns als Nabel der Welt zu sehn.
Wenn wir selber so auf Rücksichtnahme stehen,
sollte empathieloses Verhalten doch gar nicht erst gehen

Zum Schluss das Beste, es ist gänsehautreibend;
Empathie bedeutet nicht nur Mitgefühl zu zeigen.
Sondern auch unbändige Freude mitzuspüren,
Dinge, die einen zu Tränen rühren.

Versucht es mal ihr Misantropen,
Ihr Pöbelfuzzis und Naziidioten,
Ihr Möchtegerns und Dreikäsehochs
und ihr kaltherzigen Penner mit nem Herzen im Loch.

Weder ausgereift noch recherchiert,
nur durch Gefühle inspiriert,
bin ich nun zum Schluss gekommen,
Jeder gehört mal in den Arm genommen.

Ich stärk Dir den Rücken
und steh hinter Dir.
Aus freien Stücken
In „Musketier Manier“!

Lehn Dich an mich, teil Freude und Schmerz
Ich hab Liebe für Menschen in meinem Herz
Ich bin bereit für Dich aufzustehen
und einen steinigen Weg mit Dir zu gehen.

Ein dickes Fell muss man dennoch
besitzen,
wenn Leute ihr böses Gift verspritzen.
Lass sie links liegen und hör nicht zu,
dann hat die liebe Seele Ruh´!

Ein Wort noch an alle Mutter und Väter
für zukünftige Eltern dann eben für später.
Im Kindesalter fängt es schon an,
man führt die Kleinen an Empathie heran.

Bitte verfolgt mit Vehemenz,
den Ausbau kindlicher Sozialkompetenz.


Schreib-"Challenge" #2.2019 (Lena): Zwischen den Zeilen...

 

Zwischen den Zeilen- kaum jemand ist in der Lage empathisch und verständnisvoll zuzuhören. (anerzogen, Genetik oder erlernbar) 




Eine Meinung/Apell an euch alle von mir, Lena Neumeister

Ist das wirklich so? Kann niemand mehr richtig zuhören und verstehen was unser Gegenüber uns mitteilen möchte? Oder ist es viel mehr das Problem, dass wir uns nicht mehr richtig ausdrücken. Das sich eine Mentalität entwickelt hat in der davon ausgegangen wird das jeder gleich versteht was ich will und meine. Das jeder Zwischen den Zeilen lesen kann und mein eigentlich Nichtgesagtes gleich erkennt und versteht. Das wir aus Gesichtsausdrücken erkennen was in unserem Gegenüber vorgeht. Über Gefühle redet man nicht, das muss jeder auch so wissen. Aber woher denn? Klar erkennt man ob jemand traurig, wütend, verletzt oder glücklich ist. Aber woran erkenne ich, dass jemand mit mir darüber sprechen möchte oder woher weiß ich warum es einem Menschen so geht oder ob vielleicht sogar ich das Problem bin?

Keiner sagt mehr was er denkt und wenn man es doch tut, dann ist man nicht empathisch oder verständnisvoll. Dann geht man nicht auf sein Gegenüber ein, man spricht Dinge an oder aus die Andere nicht hören wollen oder zu feige sind es selber auszusprechen.

Aber wie kommt das? Wann haben wir aufgehört miteinander zu sprechen? Wann wurde vorausgesetzt, dass jeder gleich versteht was ich meine oder sagen will, ohne dass ich es sage? Und warum ist man, wenn man ein Freund klar ausgesprochener Worte oder Gedanken ist, nicht empathisch, verständnislos oder gar ein Gefühlskrüppel?

Ich glaube nicht, dass es sich hierbei um ein anerzogenes, genetisches oder erlernbares Problem handelt. Es geht einfach darum, dass sich unsere Kommunikation verändert hat. Ernste Aussagen werden mit Ironie oder Sarkasmus überspielt, weil man sich gerne hinter einer Fassade versteckt. Man lässt es lieber so stehen als klar zu stellen wie ernst einem etwas ist, man könnte ja verletzt werden. Aber man setzt voraus das der Gesprächspartner gleich versteht was Sache ist, mitbekommen haben das es „Zwischen den Zeilen“ anders gemeint war.

Klar gibt es Menschen die nur von sich reden, den Gesprächspartner nicht wahrnehmen und eigentlich auch nur das hören was sie wollen. Diese Menschen sind einfach egoistisch und vor allem darauf bedacht ihren Seelenmüll bei Anderen abzuladen.

Aber generell bin ich der Meinung, dass wir verlernt haben richtig miteinander zu sprechen. Wir können uns nicht ausdrücken und sind dann enttäuscht darüber wenn der Gesprächspartner nicht versteht was wir sagen wollen. Wie soll jemand anderes verstehen was ich sagen will wenn ich es selber nicht mal richtig weiß. Oder ich es weiß aber nicht möchte das ich verweichlicht oder gar verletzt rüber komme? Was andere von uns denken oder was andere in uns sehen ist einfach viel zu wichtig geworden.

Wir müssen selber wieder empathischer mit uns selbst werden, verstehen was uns beschäftigt, verletzt, aufwühlt oder aber auch glücklich macht. Wir müssen wieder zu uns selbst stehen, sein wie wir sein wollen ohne Gedanken daran was Andere jetzt über uns denken. Jeder muss wieder lernen zu sagen was er möchte, dieses Denken das Andere schon verstehen was ich sagen will muss aufhören. Lernt wieder richtig miteinander zu kommunizieren. Ja ich weiß das hört sich so leicht an, und wer sagt schon gerne wie er sich fühlt. Aber Leute eigentlich ist es ganz einfach, springt über euren Schatten und fangt an zu reden und hört auf zu erwarten das Leute zwischen den Zeilen lesen. Zwischen den Zeilen kann man sich auch schnell mal verlesen. Man kann falsch deuten oder interpretieren. Möglich, dass man dann aneinander vorbei redet. Also wieder die Frage was soll diese Einstellung und Erwartung? Jeder ist damit beschäftigt sich Gedanken zu machen, Gedanken die eigentlich ziemlich überflüssig sind weil man ja einfach direkt sagen könnte was einen beschäftigt.

Es gibt hier ein großes Problem in der Kommunikation und das hat nicht nur mit dem Empfänger zu tun der angeblich nicht zwischen Zeilen lesen kann, es hat nichts damit zu tun das man nicht empathisch ist. Es hat einfach damit zu tun das man nicht vernünftig übermittelt was man eigentlich möchte. Erst wenn man das klar geäußert hat, kann man dem Gegenüber anhand der Reaktion fehlende Empathie oder Feinfühligkeit vorwerfen.

Also seid frei und mutig, sagt wie es euch geht, was euch durch den Kopf geht und auch was euch bewegt oder verletzt. Sprecht aus und an was in eurem Kopf vorgeht wenn ihr diese Gedanken teilen möchtet. Aber denkt daran seid auch empathisch. Arbeitet an eurer Kommunikation, arbeitet an allen Dingen die ihr gerne sagen möchtet. Hört auf vorauszusetzen, dass jeder versteht was ihr wollt. Wer nicht sagt was ihn beschäftigt, kann nicht voraussetzen, dass jemand nachfragt.
So wie irgendjemand schlaues Mal gesagt hat „nur sprechenden Menschen kann geholfen werden“.

Schreib-"Challenge" #2.2019 (Joe): Zwischen den Zeilen...

 

Zwischen den Zeilen - kaum jemand ist in der Lage empathisch und verständnisvoll zuzuhören. (anerzogen, Genetik oder erlernbar) 



"Ein bisschen Empathie schadet nie.", wäre ein extrem richtiges und wichtiges Zitat, hätte es bisher mal jemand in dieser Form in der Öffentlichkeit verbreitet. Kann man durchaus machen, wie ich finde. World goals: lerne Empathie.

Zwischen den Zeilen... Das ist wieder voll mein Thema bzw. eine Thematik, mit der ich mich seit gewisser Zeit sehr bewusst und aktiv auseinandersetze und eine Geschichte, die mich, als ewigen Analysten etwaiger Verhaltensweisen, immer wieder zu bitteren aber auch aufschlussreichen Erkenntnissen führt. Ich weiß mittlerweile schon gar nicht mehr, wie oft ich das mutmaßliche Fehlen von Subtilität in der allgemeinen Kommunikation der heutigen Zeit kritisiert habe und ja, es hält sich...das muss man leider sagen.

Der fehlenden Möglichkeit, tiefgreifende, erklärende oder emotionale Verhaltensweisen bei einem anderen Menschen mitzubekommen bzw. wahrnehmen zu können, ist es geschuldet, dass vermeintlich ganze Massen von Leuten ziemlich egoistisch vor sich hin leben. Getrieben von der Oberflächlichkeit des Seins. Immer nur halb daran interessiert, wie es anderen geht und in erster Linie um das eigene, stumpfe Wohl bemüht. In der Tat ist es ein Massenverhalten, denn ich würde mal grob schätzen, dass zur Zeit nur jeder Fünfte in der Lage ist, wirklich empathisch zuzuhören. Und das sind in anderen Worten, bzw. Zahlen, nur zwanzig Prozent.

Gehen wir mal zum Teil-Kern des Themas. Kommunikation unter Menschen kann zum Beispiel wie folgt aussehen...und zwar völlig unterschiedlich...

Entweder:

Zuhören. Interagieren. Nachfragen/Nachhaken. Interesse zeigen. Aufmerksam sein. Verständnis haben und zeigen. Auf Dinge eingehen. Trost spenden. Freude teilen. Aufrichtige Bestätigungen aussprechen. Mitgefühl zeigen. Vertrauen vermitteln. Zwischen den Zeilen. Zeit anhalten. Gerne wieder.

Oder:

Zuhören. Überhören. Weghören. Abgelenkt sein. Sich selber ablenken. Ignoranz. Desinteresse. Heuchelei. Oberflächlichkeiten. Blabla. Small bis gar kein Talk. Kommunikation mit Gegenleistungs-Gedanken. Ohne Zeilen oder nur darüber. Zeitverschwendung. Nach mir die Sintflut. Ist mir eigentlich egal.

Ein empathisches Zuhören oder auch ein mitfühlendes Miteinander ist natürlich immer an das Interesse an einer tiefergehenden Auseinandersetzung oder die Fähigkeit für diese Merkmale gebunden. Und es kann in der Tat nicht jeder von sich sagen, ein empathisches Wesen zu sein. Die Wenigsten sind in der Lage, diese Wesens-Eigenschaft überhaupt zu erkennen. Denn dafür, so denke ich, ist eine beachtliche Menge an Selbstreflektion nötig und die ist nicht so verbreitet, wie es sich vielleicht fadenscheiniger Weise oft auf die Flagge geschrieben wird.

Wenn man ein Empathie-Träger ist, sollte man sich selber sehr gut einschätzen können. Man wird sich häufig mit sich selbst auseinander setzen. Man weiß, wie man auf Dinge des Persönlichen reagiert, kann sein Verhalten selbst erklären und ist in der Lage emotional zu sein. Je offener und klarer man selbst mit der Möglichkeit seiner Emotionen ist, desto empathischer kann man sein bzw. ist man. Ich denke, dass Empathie, wenn sie einmal erworben wurde, durchaus immer präsent ist. Selbst, wenn eine persönliche, vermeintlich schwierige Phase am Start ist, die eventuell die eigene Euphorie etwas hemmt. Ein Mitgefühl kann man auch in der ätzensten Phase äußern.
Denn das Schöne bei der Anwendung von Empathie ist ja auch, dass man darüber unglaublich viel positive Energie beziehen kann. Ich für meinen Teil kann immer wieder nur feststellen, dass es mich mit Glück und Zufriedenheit erfüllt, wenn ich für jemanden da sein kann. Wenn ich Trost spenden darf oder merke, wie ich jemandem eine Freude machen kann. Das gibt mir unglaublich viel und es ist schön dies hier zu schreiben und dabei zu merken, dass es genau der richtige Weg zu sein scheint.

Wo kommt Empathie also her? Ist sie eine rein vererbte Sache? Etwas Anerzogenes oder auch Etwas, was man selber lernen kann, unabhängig davon, wie die Erziehung gelaufen ist?

Ich denke, auch in Anbetracht meiner Zwanzig-Achtzig-Theorie, dass wahre Empathiefähigkeit in der genetischen Wiege liegt und die Möglichkeit, emotionale Verbindungen und Zusammenhänge ermitteln zu können, tatsächlich ein seltenes Privileg ist. Zwar sind wir biologisch mit ähnlichen und teilweise gleichen Anlagen ausgestattet und die DNA-Stränge variieren gar nicht so viel, dennoch muss es genetisch bedingte Unterschiede geben, die zur Ausprägung verschiedener Fähigkeiten führen. 
Welches Chromosom oder welche Verbindung auf neurologischer Ebene aber genau für die Möglichkeit des Mitgefühles zuständig ist, habe ich bisher nicht weiter recherchiert (ich wollte auch mal ohne die Hilfe von Wikipedia auskommen und den Rahmen nicht wieder überstrapazieren...wobei Rahmen ja ein dehnbarer Begriff ist...aber ich schweife ab).
Wenn ich mal so grob überschlage, ist Empathie ja die Fähigkeit, sich in Situationen oder Schilderungen hineinversetzen zu können und darüber ein Verständnis für den Umfang einer temporären emotionalen Lage zu haben. Über Verständnis kann man eine Situation verstehen und jemandem viel besser mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es nötig ist. Alleine die Tatsache, dass man merkt, wann es nötig ist und wann nicht, erfordert eine synaptische Schaltung, die durchaus kombinieren muss. Eine Programmierung, die versteht und zudem immer mehr dazu lernt. Empathie ist die Möglichkeit, an anderen zu wachsen, sich zu entwickeln, zu verstehen und zu sehen.

Grundsätzlich, sollte also jeder Mensch in der Lage sein, Verständnis zu haben. Im Normalfall entwickelt sich die Wahrnehmung und ein Bewusstsein dafür in jungen Jahren. Wenn die Erziehung nicht völlig versagt, kann man also davon ausgehen, dass die Grundlagen der Empathie immer mit einer normalen Entwicklung reifen sollten. In meinen Augen sollte dies ganz logisch betrachtet passieren, da das Leben eigentlich immer ein Miteinander ist. Das nennt sich (soweit ich das weiß) Sozialwesen oder gar - politisch - Sozialstaat. Also eigentlich eine völlig normale Angelegenheit. Eigentlich.

Was ist aber, wenn ich von Haus aus, bzw. von ganz klein auf, nur mit Desinteresse, Verunglimpfungen oder Abweisungen zu tun hatte? Was ist, wenn meine sich entwickelnde Selbstwahrnehmung von Hass, anstelle von Liebe, geprägt ist? Stumpfen die Sinne dann unter Umständen so sehr ab, dass die Fähigkeit für Mitgefühl abhanden geht? Ist die Möglichkeit dennoch latent gegeben und wird nur durch persönlich stärkere Emotionen verdrängt? Ist man, wenn man lange genug in seiner Entwicklung gestört wurde, irgendwann gar nicht mehr in der Lage, eine sozial-empathische Ader zu haben? Oder kann diese aufgrund von extremen Einwirkungen im Gegenteil enorm ausgeprägt sein?

Ich denke, wenn man die neurologische Möglichkeit hat, empathisch zu sein, wird Diese - früher oder später - in einem Menschen zum Vorschein kommen. Vielleicht passiert das erst nachdem man emotionale Extreme durchleben musste und entwickelt sie nicht immer schon in frühen Jahren, aber die Empathie wird bei den richtigen Menschen ans Licht getragen werden.

Somit gibt es vielleicht noch viele unwissenden Empathen, deren Potential noch nicht komplett ausgeschöpft wurde. Die einfach noch nicht wissen, dass sie dieses Privileg in sich tragen. Vielleicht wird aus zwanzig Prozent bald ein bisschen mehr. Wenn zum Beispiel eine große, gesellschaftliche Krise passieren würde. Wenn man vor bisher unbekannte emotionale oder "lebenswichtige" Aufgaben gestellt werden würde. Die Einen werden mit Verständnis für die Situation reagieren können, völlig unbewusst, weil es bisher scheinbar nicht nötig war, die Anderen werden einfach weitermachen und sich an die Masse halten, um möglichst nicht unterzugehen...

Empathie ist etwas ganz Tolles. Sie ist wichtig. Mir persönlich ist sie in den letzten Jahren zunehmend wichtiger geworden, bzw. ich nehme die positive Wirkung sehr viel bewusster und intensiver wahr. Jeder sollte die Möglichkeit haben, diese tiefergehenden Verbindungen und emotionalen Zusammenhänge wahrnehmen zu können. Vielleicht würden wir uns besser verstehen. Wir würden rücksichtsvoller auf einander eingehen können... Aber was ist Anspruch und was ist möglich? Was ist realistisch? Was ist die Realität?

Hinterfrage Dich, ob du fähig bist! Vielleicht bist Du besser als du ahnst? Vielleicht überraschst Du dich selber mit neuen Erkenntnissen. Neuen Möglichkeiten...aber auch damit verbundenen neuen Herausforderungen. Empathie benötigt im Endeffekt nur einen kleinen Energieaufwand, um zu funktionieren und es lohnt sich in jedem Falle. Verständnis und ehrliche, aufrichtige Unterstützung sind das A und O für ein schönes Miteinander.

Ein bisschen Empathie schadet eben nie!





Sonntag, 14. Juli 2019

Schreib-"Challenge" #1.2019 (Joe): Schatzihasipupsimausi...

Schatzihasipupsimausi - das Geschmiere mit dem Honig und wieso sich Unbekannte online/virtuell abknutschen und im Real-Life nicht einmal miteinander reden können.

Ich denke, das ist mit Abstand der längste Titel für einen Beitrag, den es bei mir je gegeben hat. Aber das ist top. Wenn man das Schatzihasipupsimausi ohne den wichtigen Untertitel nähme, könnte es sich bei diesem Beitrag auch um ein Schnulzen-Gedicht handeln. Welches sich zwar nicht reimen würde, aber der Wille wäre da gewesen. Da diese ganze Thematik durchaus vielschichtig ist und Einiges an Zusammenhängen zwischen Verhalten, Manipulation, Werbung und der veränderten Wahrnehmung des Volkes "Internet" beinhalten wird, frage ich mich, von wo ich dieses Pony anfangen soll aufzuzäumen. Ganz klar: mit weiteren Fragen. Warum gibt es im Internet Honig, warum wird damit geschmiert und warum sollten sich Unbekannte überhaupt abknutschen?

Aber fangen wir mal bei dem allgemeinen Kommunikationsverhalten der Leute im Internet an, auf dem dieses Thema grundsätzlich basiert. Im Internet, sei es bei Facebook, Instagram oder eventuellen anderen Plattformen ist es ja so, dass fast jeder mit fast jedem relativ einfach kommunizieren kann. Man schreibt einen Kommentar unter einen Beitrag und irgendwer antwortet. Im öffentlichen Raum, nehmen wir mal Facebook (in Kürze: FB), gibt es ja dutzende, ach was, abertausenden Möglichkeiten jemanden "virtuell abzuknutschen". Sei es ein Kompliment, eine Avance, eine klare Andeutung oder einfach eine platt formulierte Floskel. Das Internet macht es möglich, dass wir unsere "Gefühle" "äußern" können. Einfach so. Würde man auf der Straße oder im "echten" Leben ja kaum machen, sollte man meinen. Und was ist schon schöner als massenweise Bestätigung und Aufmerksamkeit zu bekommen?! Offensichtlich nicht viel.

Wenn man mal eine gewisse Zeit das Kommunikationsverhalten von Leuten im Internet beobachtet, wird man schnell feststellen: es wimmelt nur so von Blümchen, Herzchen, freudigen Smileys, sabbernden Smileys, feiernden Smileys, Auberginen und Honig. Emojis, die Sätze und Aussagen in ihren vermeintlichen Absichten bekräftigen sollen. Es wird ebenso nicht damit gegeizt, Phrasen des Zuspruches zu etablieren. Statt "normalen", "langweiligen" Sätzen, werden dann völlig übertriebene Aussagen verwendet und es scheint so, dass die Art und Weise, wie mit einander kommuniziert wird, in jedem Fall und unbedingt positiv, überschwänglich oder euphorisch sein muss, was zudem - und daraus besteht nunmal das Internet - vor Oberflächlichkeit nur so trieft. Jeder ist so: whooo und wow! und Herzilein. Alles ist so gekünstelt heititei. Das ist mittlerweile wahrscheinlich so, wie es bei den Amis (Bewohner der USA) in echt abgeht - sofern man den Überlieferungen dieser "Kultur" glauben schenken kann. Aber die Amis...lassen wir die einfach mal getrost bei Seite.

Man nehme: eine FB-Gruppe, Menschen und irgendein Thema. Man entferne alle zynischen Kommentare und übrig bleibt die Beweihräucherung auf diversen Ebenen, von diversen Leuten, die in den verschiedensten Konstellationen zu einander stehen können. Die meisten kennen sich aber definitiv nicht und überwiegend passiert eine unbekannte Kommunikation, die in ihrer überschwänglichen Art und Weise immer mehr dazu führt, dass ein Großteil der Leute im Laufe der Zeit anfängt illusioniert zu werden. Aktion und Reaktion. Wenn ich etwas poste, bekomme ich Feedback. Ist es tolles Feedback, will ich das bestimmt auch nochmal haben wollen. Warum auch nicht, ne?! Durch diese übertriebenen Zusprüche, wie toll und wow! jemand doch ist - und passiert das täglich und ständig - geht aber irgendwann alles in Oberflächlichkeit und Entsprechenwollen auf bzw. unter. Der Wert von Zuspruch geht über die Quantität einfach irgendwann verloren. Zudem kommt noch diese ganz eigene Massendynamik im Internet hinzu. Fängt Jemand im Internet mit etwas an, mit dem sich ein Großteil identifizieren kann, dann wird es adaptiert und nimmt, wenigstens temporär, eine nicht zu unterschätzende Eigendynamik und "Kraft" an.

Warum wird so viel und vor allen Dingen mit so viel Honig geschmiert? Jemandem Honig ums Maul schmieren ist im Endeffekt genau so effektiv, wie jemandem Zucker in den Arsch zu blasen: Es ist kurzzeitig süß und verebbt dann in irgendeiner Schleimhaut. Um das schöne Gefühl des Honigs (Zuspruch, Bestätigung, Egopolitur) nicht zu verlieren, wird dann auch einfach mal vorsorglich der ganze Kopf oder der Körper mit Honig beschmiert. Kann ja nicht schaden...mehr ist mehr. Wenn man rein mathematisch daran geht, ist mehr meistens mehr, aber mehr Oberflächlichkeit ist und bleibt einfach weniger Authentizität. Es ist (wie oft dieser Nebensatz schon seinen Platz fand) natürlich immer eine Frage des eigenen Anspruches. Ich spreche in meinen stark subjektiven Texten dabei ja meistens von der Masse und dem kleineren Anteil der Leute. Und wenn die Masse nun mal oberflächlich überschwänglich mit dem Honigtopf durch die Gegend eiert und das zum Anspruch von Vielen wird, wird die Masse genau das werden, was sie werden wird. Eine sich im Internet selbst beweihräuchernde Gesellschaft, die fernab von Smartphone, WA, Insta, Snap, Blabla und dem ganzen anderen Pipapo, verlernt hat, was in Wirklichkeit wirklich ist. So kommt es eben vor, dass Leute die sich überhaupt nicht kennen, sich noch nie unterhalten, gesehen, getroffen oder gesprochen haben, eine bunte heile Welt aufbauen, nur um festzustellen, dass wenn das Internet mal kaputt ginge, sie ziemlich aufgeschmissen wären.

Dynamik an sich, ist ja ne gute Sache. Aber von außen betrachtet ist es gleichzeitig eine krasse dynamische Selbstmanipulation, die mittlerweile immer mehr stattfindet, bzw. schon völlig normal ist. So kommt es auch dazu, dass unbekannte Leute sich im Internet mit schleimigen bis heuchlerischen Phrasen zuballern, nur um nicht Gefahr zu laufen, als negativ oder noch viel schlimmer: als neutral bewertet zu werden. Weil: wenn du keine Smileys oder Emojis benutzt, dann bist du böse! Ein Großteil der Leute scheint sich mittlerweile direkt angegriffen zu fühlen, wenn man mal nen Satz ohne Zusätze schreibt. Im Internet ist halt alles immer so: ":D xD ^^ <3, ;-), :-*". Es ist vielleicht auch eine gewisse Unsicherheit, wie neutrale Kommunikation bewertet wird. Stark merkbar ist bei der ganzen Geschichte aber auch eine gewisse latente Anti- und Ätz-Haltung. Die Leute scheinen sehr schnell auf die Palme zu gehen und fühlen sich, wenn man die Herzchen weglässt, oftmals persönlich angegangen. Alles was nicht beschönigt wird, ist direkt negative Kritik. So wirkt es auf mich sehr häufig. Deshalb ist es auch schöner, alles mit Blumen auszumalen, als sich Neutralem auszusetzen, was einen nicht so glücklich macht, wie die mit Honig versehenen Kommunikations-Häppchen.

Im Endeffekt resultiert diese Über-Hasipupsischatzimausi-Thematik ja aus etwas Gutem. Dem Hang danach, nicht schlecht sein zu wollen. Allerdings finde ich - es folgt die subjektive Wertung -, dass durch die Möglichkeit der Manipulation mit dem Werkzeug Internet, die Leute immer mehr zu Heuchlern und Zweigesichtigen werden. Ja, keine Frage, FB ist der Wilde Westen. Es ist in meinen Augen auch immernoch eine Parallelwelt. Aber seit dem ich nun aktiv schreibe, Vieles lese, mir Gedanken mache, analysiere und das Verhalten im Laufe der Zeit betrachte, wird der Wilde Westen immer mehr zum Spiegelbild. Vielmehr wird das Spiegelbild immer mehr zum Wilden Westen. Mir macht das Internet ja unglaublich viel Spaß und viele meiner Kommentare im, mehr oder weniger, öffentlichen Raum, gehören definitiv zu der Kategorie "der Rest ist Zynismus und Sarkasmus". Aber es steckt immer viel zwischen den Zeilen. Vieles ist ohne Eckendenken und/oder subjektives Wissen zwar mehr für mich selbst lustig, als für Andere, aber nun gut, die Richtigen werden es Alles verstehen. Ich bin ja eh weiterhin derjenige, der "brave new world" schreit, wenn man die Neuzeit beschreiben sollte. Dennoch, ich finde diese Herzchen-Attitüde nur gut, wenn sie auch so gemeint ist. 80 Prozent dieser Honig-Kommunikationen sind halt nur Mittel zum Zweck, weil: alle wollen pimpern. Da ist der Vergleich mit Honig und Zucker, Schmieren und Ärschen auch schon gar nicht mehr so abwegig. Verrückt, oder?

Versteht mich nicht falsch, pro Liebe! Aber immer noch contra die Kurzfristigkeit der Dinge. Auch in Bezug auf die Titel-Thematik (und bei diesem Wörtchen hoffe ich doch sehr, wenigstens Eine/r von Euch hat Titten-Thematik gelesen) ist es möglich, schnell und kurzfristig so zu tun, als ob. Vielleicht ist das ganze Geschleime ja auch zu einer Masche geworden. Maschen sind ja sooo platt. Abgekupferte Scheiße, die massenweise adaptiert, verwendet und weitergetragen wird. Nochmal: Machen es alle, ist es auch irgendwann für alle der normale Usus. Das Problem (etwas übergreifend) ist ja auch, dass wir uns zwar in unseren Handydisplays spiegeln, dies aber immer weniger mit dem Inhalt unserer Profile tun können. Wenn wir dann irgendwann den Bezug zu uns selbst verlieren, ist es auch kein Wunder, dass scheinbar niemand mehr so richtig weiß, wo er hingehört. Wenn ich es selbst von mir nicht weiß, wie soll ich mich zum Beispiel wirklich auf jemanden einlassen können. Klar im Internet groß knutschen, aber in Wirklichkeit eben nicht. Wo ist da der Anspruch? Werden schöne Komplimente nur noch in Honig ersäuft, um als karamellisierte Massenware unters Volk geschmissen zu werden? Abknutschen verliert seinen Wert. Honig ebenso. Der Bezug zu uns selbst verändert sich, somit auch zu anderen sozialen Wesen. Hunde und Katzen sind zum Beispiel wieder voll im Kommen. Auch wenn diese Wesen schon fast zum Standard geworden sind.

Aber ernsthaft: es ist nicht zu leugnen. Wenn das alles so weitergeht und das wird es, steht ein gewisser, in der Tat nicht kleiner Teil unserer Gesellschaft in ein paar Jahren mitten in einer großen Depression. Wenn wir uns immer mehr selbst vergessen und immerzu flüchten, werden wir immer das sein, was den geringsten Widerstand hat. Und das ist nunmal das, was alle machen. Weil es einfach ist. Weil es normal erscheint. Weil es dir deine persönliche Zeit kurzfristig versüßt. Weil es Bestätigung gibt. Weil wir es brauchen. Weil es möglich ist. Dynamiken im Internet. Jeder wie er will. Jeder wie er kann. Aber wundert euch bitte nicht, wenn die Unsicherheit des Wankelmutes euch irgendwann bewusst wird.


Was bleibt noch zu sagen? Rettet Bienen, esst mehr Honig... und wahrscheinlich noch so Einiges mehr. Aber zum Abschluss dieser höchst umfangreichen Schreib-Aufgaben-Thematik möchte ich mich hier bei allen Mitwirkenden bedanken! Danke an das Gremium (Anna, Anne, Caro, Dani, Mary) für das Ausdiskutieren des Themas. Ich würde mich zudem sehr freuen, da ich weiß, dass ihr aus mehreren Themen auswählen bzw. abstimmen musstet, dass bald wieder ein erheiterndes Thema zur Quelle einer Schreiberei wird!

Vielen Dank an meine lieben Mitschreiber: Caro, David und Marcel! Ich finds großartig, dass ihr mitgemacht habt und auf den Aufruf reagiert habt. Ich bin extremst gespannt, was ihr so fabriziert habt! Werden alles Beiträge komplett anders sein? Wie sind die Herangehensweisen? Was ist deckungsgleich? Wo gibt es eventuelle Meinungsverschiedenheiten? Ich bin sowas von gespannt. Ein Flitzbogen ist ein Witz dagegen. Ich hoffe zudem, dass ihr Spaß und einen guten Schreibfluss hattet.
Sehr, sehr schön, dass wir dieses kleine Projekt zusammen realisieren konnten. Habt Dank!

Auch Dir, werte Leserin und Dir, wertem Leser: Danke fürs Durchalten bis hier hin und viel Spaß mit den Beiträgen von Caro, David und Marcel!




Schreib-Challenge #1.2019 (Übersicht): Schatzhasipupsimausi...

Hallo zusammen!

Ich freue mich sehr, diesen Beitrag zu verfassen; beinhaltet er doch eine neue, recht umfangreiche und hoffentlich interessante "Schreib-Challenge". Die Grundidee ist die Gleiche, wie vor geraumer Zeit: Ein Thema, verschiedene Schreiber und demnach verschiedene Meiungen, Ansätze, Interpretationen und Herangehensweisen. Dazu hatte ich in der 1 live Freundeskreis Gruppe bei Facebook einen Aufruf gestartert und zum Mitmachen angehalten und trara: es meldeten sich Interessenten, die dieses Projekt nun mit umgesetzt haben: Die Schreiber zu diesem Thema sind Caro, David, Marcel und meine Wenigkeit. Da wir möglichst frei und unbefangen zu einem Thema schreiben wollten, benannten wir ein Gremium von findigen Menschen, die ebenfalls in der FB Gruppe sind, um für uns ein Thema zu erörtern. Vielen Dank an die lieben Gremiumsmitglieder!

Herausgekommen ist ein Thema, inspiriert durch die moderne Kommunikation, das Internet, FB und die Übertragung ins echte Leben. Der doch recht umfangreiche Titel bzw. das Thema zu unserer Schreibaufgabe lautet also wie folgt:


"Schatzihasipupsimausi - das Geschmiere mit dem Honig und wieso sich Unbekannte online/virtuell abknutschen und im Real-Life nicht einmal miteinander reden können."


➤ Schreib-Challenge #1.2019 (Caro): Schatzhasipupsimausi...

➤ Schreib-Challenge #1.2019 (David): Schatzhasipupsimausi...

➤ Schreib-Challenge #1.2019 (Joe): Schatzhasipupsimausi...

➤ Schreib-Challenge #1.2019 (Marcel): Schatzhasipupsimausi...

Wir haben ein paar Wochen Zeit gehabt, dieses Thema zu beschreiben und ja, was soll ich sagen?! Es ist von Allem etwas dabei. Etwas Lyrisches, etwas Persönliches, Kritik und subjektive Betrachtungen. Richtig gut! Was jeder einzelne der vier Schreiberlinge zu digitalem Papier gebracht hat, ist nun im Folgenden zu lesen. Jeder Schreiber bekommt hier natürlich seinen eigenen Beitrag. Einfach hier in der Übersicht auf die einzelnen Links klicken oder über den Reiter "Blog" und dann zur Schreib-"Challenge" #1.2019. Ich hoffe, es macht Spaß, zu lesen, es ist interessant, inhaltlich wertvoll und abwechslungsreich. Ein bisschen Geduld und Zeit ist auf jeden Fall von Nöten, um sich durch alle Beiträge zu arbeiten. Aber so sollte es sein. Nimm dir die Zeit und lasse dich darauf ein. Vielen Dank an alle Beteiligten und viel Spaß mit unseren Beiträgen!!


Ich bin auf jeden Fall gewillt eine solche Schreib-Challenge in diesem Jahr erneut in die Wege zu leiten. Themen gibt es immer genug und talentierte und bewanderte Schreiber ebenso. Also warum nicht?! Mir macht das unglaublich viel Spaß und bestätigt das Schreiben und erreicht in jedem Fall ein paar Menschen, die sich vielleicht vorher nicht mit solch einem Lesegut auseinander gesetzt haben. Stay tuned, checkt auch den Blog vom David und hinterlasst hier, bei Facebook oder Instagram gerne Feedback zu dem, was wir so produziert haben.

Auf Bald und mit Grüßen - Joe

Schreib-"Challenge" #1.2019 (David): Schatzihasipupsimausi...

Schatzihasipupsimausi - das Geschmiere mit dem Honig und wieso sich Unbekannte online/virtuell abknutschen und im Real-Life nicht einmal miteinander reden können.

 
Netzherzen

„Gute Nacht,“ schrieb sie und eine kleine Flut Herzen folgte ihrer Nachricht.
„Dir ebenfalls eine gute Nacht,“ antwortete ich und verwendete – um nicht gar so unmännlich zu wirken – nur ganz normale Smileys.
Ein wenig verwirrt schloss ich Facebook. Es war drei Uhr in der Nacht. Schon wieder.
Seit einigen Wochen schrieb ich nun schon so mit Sonja* und empfand immer noch eine Mischung aus Amnesie-Verwirrtheit und hormoneller Glückseligkeit. Jeden Abend traf man sich, scheinbar zufällig, in den Kommentarspalten dieser Single-Gruppe, diskutierte mal über Philosophie, mal über Träume, bis sich die Reihen der Mit-Diskutanten langsam lichteten. Wenn dann, in der späten Nacht, nur noch wir beide die Kommentarspalte am Leben hielten, wurde es persönlicher. Wo man zuvor noch über Platos Höhlengleichnis gesprochen hatte, flogen nun Fragen wie „Was hat dich jemals am schlimmsten verletzt?“ oder „Wovor hast du besonders viel Angst?“ hin und her.
Zuerst war ich zögerlich. Solch intime Dinge besprach man nicht einfach so mit jedem. Allerdings legte sich dieses Gefühl recht schnell. Immerhin schrieb ich hier allabendlich mit einer Frau, die nicht nur für Profanes interessierte, die nicht Spruchbilder über den bösen Montag und den guten Freitag verbreitete, die sich ausdrücken konnte, die sich für Themen aus Gesellschaft und Philosophie interessierte, mit der man über Metaphysik genau so gut diskutieren konnte, wie man sich über die humoristischen Unzulänglichkeiten eines Mario Barth lustig machen konnte. Auch war es ihr nie ein Anliegen, eine Debatte zu gewinnen. Viel mehr lernte man voneinander, sah die Welt durch die Augen des anderen, fühlte und dachte wie das digitale Gegenüber.
Anfangs war es nur erfrischend gewesen. Eine angenehme Abwechslung vom allgegenwärtigen Narzissmus, der sich durch die Welt der Nullen und Einsen frisst, und stetig nur darauf aus ist, seine persönliche Stammtisch-Weltanschauung ohne nennenswerte Daten und Fakten oder wenigstens Logik in die Welt zu blasen und dabei jeden Kritiker nur zu attackieren. Das Gefühl, wie es ist, mit jemandem zu diskutieren, die sich um das Verstehen der Welt bemühte, hatte ich schon fast vergessen. Im Netz gibt es kein Verstehen der Welt, es gibt nur Panzerblasen, angefüllt mit Wahrnehmung, die allzu gern mit Wahrheit verwechselt wird.

Einige Wochen später kommunizierten wir nicht mehr in den Kommentarspalten, sondern über Whatsapp. Wir schickten uns lange Sprachnachrichten, und lachten darüber, dass wir die Chatfunktion als Notizhilfe benutzen mussten, um adäquat zu antworten. Meine Verwirrung war inzwischen rasender Verliebtheit gewichen und die Frage, wie es denn sein könne, dass ich solche Gefühle für eine Person entwickeln konnte, die ich noch nie in meinem Leben real gesehen habe, stellte ich mir immer seltener.
Schließlich wusste man alles voneinander. Erfahrungen, Wünsche, Begehren – aber vor allem Leid.

Es fiel mir erst kaum auf. Aber alle privaten Fragen, alle persönlichen Themen liefen irgendwann auf leidvolle Erlebnisse hinaus. Ja, ich wusste alles von ihr – alles Schlimme, was ihr je widerfahren war. Ich wusste von der Katze, die sich in ihrer Kindheit selbst erhängt hatte, wusste von Gewalt in der Familie, von Gewalt von Fremden, Fehltritten in der Jugend, dem falschen Mann, Drogenerfahrungen und mehr Gewalt in der Familie.
Und sie wusste von mir, wie ich in der Schule gemobbt wurde, welche Folgen der Weggang meines Vaters hatte, welche bitteren Erfahrungen ich mit Armut machen musste, wie ich unverschuldet in Schulden gelandet war – unsere Gespräche waren ein Austausch der Bitterkeit geworden. Wenn Verliebtheit rot ist, hatte sie nun einen toxischen Grünstich.
Dabei lenkte nie ich die Themen, sondern immer sie. Geschickt setzte sie Stichpunkte immer so, dass wir bei irgendeinem Trauma rauskamen. Sie war selbst bei schlimmsten Erzählungen immer so souverän, wie Reinhold Messner, wenn er von seiner Everest-Besteigung erzählt. Ich hingegen lag immer mit Magenschmerzen wach, wenn unsere Gespräche Nachts um drei mit vielen Herzchen und Kusssmileys endeten. Ich hielt das eine Weile für die sprichwörtlichen Schmetterlinge. Diese können bekanntermaßen auch schmerzhaft sein.

Natürlich hatte ich immer wieder nach Treffen gefragt. Und ich redete mir ein, dass diese sich nie ergeben würden. Denn schließlich hatte sie immer gute Gründe, warum sie hier nicht konnte und dort keine Zeit hatte. So zogen sich unsere nächtlichen Gespräche über Monate hin. Das rosige Gefühl der Verliebtheit verkam zu einer klebrigen Pampe der Enttäuschung.

Doch dann sollte ich doch wieder hoffen dürfen! Eine Party der Single-Gruppe sollte demnächst stattfinden und sie wollte auch kommen! Wir versicherten uns, wie sehr wir uns aufeinander freuten, die Trauma-Geschichten wurden etwas weniger, die Herzchen nahmen zu. Solche Vorfreude hatte ich zuletzt, als ich als Kind auf den Weihnachtsmann gewartet hatte!

Die Party läuft seit zwei Stunden und sie ist schon wieder weg. Sie war mit einem Typen da, hatte verkündet, dass sie nun nicht mehr Single sei, dass sie aus der Gruppe austreten würde.
Wir hatten nur wenige Worte miteinander gewechselt.
Die Party ist für mich nun nur noch ein Besäufnis. Ich saufe ein Hass-Bier nach dem anderen. Ein Kerl setzt sich zu mir. Er kennt mich offenbar aus der Gruppe. Ich kenne ihn nicht. Er ist mir gleichgültig. Er beginnt zu faseln. Wie es sein könnte, dass Sonja und ich uns in den Kommentaren so anhimmeln, und dass jetzt was mit 'nem anderen laufe. Er lallt irgendwas davon, was ich wohl falsch gemacht hätte, er hätte sie sich gekrallt, hätte den anderen zur Not zusammengeschlagen. Das mache ein echter Kerl so.
Ich muss mich sehr zusammennehmen. Geist und Selbstbeherrschung sind durchtränkt von Trauer und Alkohol. Einen Moment spiele ich mit dem Gedanken, ihm das Glas über den Schädel zu ziehen. Aber nur einen Moment. So jemand bin ich nicht.
Ich atme also tief durch und gehe ohne ein Wort. Zu Hause besaufe ich mich weiter mit Gin Tonic, ehe ich in meinem Sessel einschlafe.

Am nächsten Morgen ist mein Handy voll von Nachrichten. Eine Freundin, die auch in der Gruppe ist, schreibt mir. „Mach dir nichts draus. Das macht sie mit jedem.“

Ach so.

*Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit (natürlich mit ein paar künstlerischen Freiheiten); der Name der Frau wurde natürlich geändert