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Mittwoch, 21. Oktober 2020

Schreib-Challenge #3.2020 (Joe): Glück im Gedanken

Glück im Gedanken

Warum kannst du denn nicht einfach glücklich sein?! (Übrigens eine Frage, die so salopp sie auch klingt, für Menschen mit depressiven Erscheinungen immer wieder zu einer eigenen Nemesis wird. Glücklichsein mit einer negativen Psyche wird aber später im Text nochmal kurz aufgegriffen werden.)

Also: warum kannst du denn nicht einfach glücklich sein?! Mit dem, was du hast...mit dem, was ist!? Muss es immer mehr sein, gar immer größeres Glück?! Ist derjenige, der mit dem klassischen Volkstum-Glück gesegnet ist, zeitgleich auch ein glückicherer Mensch? Ist der Genügsame nicht genauso daran beteiligt, glücklich sein zu können? Glück-haben und Glück-sein, zwei Paar Schuhe, die nicht zwingend zeitgleich getragen werden müssen oder können. 
 
Zudem ist Glück eine so relative und variable Größe, die jedes Individuum, sei es sich eines Glückes bewusst, für sich selber bewertet. Glück ist nur oberflächlich messbar. Wahres Glück, das Glücklichsein, das passiert einfach, ist da und hat nicht viel mit der Wahrscheinlichkeit zu tun, die zum Beispiel beim Kartenspielen essentiell ist. Das echte Glück hat einfach mal so überhaupt nichts damit zu tun, wie hoch ein Ansehen ist, wie krass irgendwelche Jobleistungen sind oder wie viel Patte man auf der hohen Kante hat. Man sagt zwar: das "Glück ist mit den Tüchtigen" und "ohne Fleiß kein Preis" aber ich finde das klingt immer so erfolgsorientiert bzw. zu wirtschaftlich. "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied" ist zwar auch mit Arbeit verbunden, aber es ist so viel universeller als philosophischer Ansatz zu verwenden. Aber das ist wohl alles eine Glücksfacette, mit der man sich in solch gut situierten Gefilden, wie den Unseren, auseinandersetzen muss. Luxusglück und so! In so vielen Regionen dieser Erde ist Glück ganz anders wahrnehmbar. Glück im vermeintlich Puristischen oder Spartanischen. Glück, dass es einfach mal wieder regnet, zum Beispiel. Glück ist einfach so relativ und angepasst an den jeweiligen Lebensumstand und -standard, so dass es eh, ganz allgemein, durch alle Weltkulturen geprägt ist und wird. Und im Grunde findet sich das Glücklichsein des Glückes immer in der Wahrnehmung eines jeden selbst.
 
Das Glück in einem Selbst. Dieser große, nicht greifbare, aber immer wieder fühlbare Teil der Seele. Der Teil des Bewusstseins, der in sich selbst eine Zuversicht und eine Positivität trägt. Die Stärke und das Vermögen, zu wissen, wie man glücklich ist. Die Fähigkeit der Reflexion, des Genügsamseins. Das innere Glück, welches (für mich persönlich) mit einer sanften Ruhe und ausgedehnten Geduld einhergeht. Das Glück, zu wissen, dass man stärker ist, als seine Dämonen. Das Glück, zu wissen, dass man geliebt wird, angenommen und verstanden ist. Glück annehmen, Glück festhalten. Glück ist sogar in der Lage aus der Vergangenheit zu scheinen und von dort aus immer noch zu erreichen. Glück ist ziemlich zeitlos und manchmal doch so begrenzt, wenn es an externe Quellen gekoppelt ist. Aber ist Glück noch Glück, wenn es zeitlich begrenzt und abhängig ist? Oder ist das nur eine Art vom Zufriedensein, welche den Schein des Glückes sehr prägnant wirft? Das Glück in einem Selbst. Das Glück, welches man selbst ist. Sei ein kleiner Buddah in dir. 
 
Glück ist aber auch zum Teil emotionsgesteuert bis psychosomatisch relevant. Eine negative Psyche lässt den Grad der Glückserfahrung erfahrungsgemäß sehr gering erscheinen. Der Kopf nimmt unter Umständen ziemlich viel von dem Glückspotential und ersetzt es einfach mit Gefangenheit, Unvermögen oder Angst und zack, dann geht das Glück erstmal stiften. Klingt traurig, ist auch so. Wenn man sich selber als fröhlichen und freundlichen Menschen kennt, der sich an kleinen Dingen erfreuen kann und durchaus zufrieden durchs Leben geht und dann mitbekommt, wie sehr eine negative Psyche einen verändern kann, dann ist das schon ziemlich bitter, meist ungeschuldet. Kopfkirmes-Trallala, man kennt es ja. Und so lange man mit dem Mantel der mentalen Befangenheit herumläuft, sprich so lange das Gehirn- mal ganz chemisch betrachet - gehindert wird, Endorphine auszuschütten, wird es immer ein Schwieriges sein, das Glück tatsächlich wahrzunehmen. Vielleicht sieht man es sogar, aber nur verschwommen oder verschleiert. Vielleicht liegt es immer noch in einem Selbst, nur der Sog der Dämonen ist temporär zu stark. Aber das Glück ist in solchen, bspw., depressiven Episoden nicht wirklich weg, es ist nur überschattet. "Nur", versteht sich. 
 
Dann wieder zu lernen, diese Kraft in sich selbst, diese Positivität, den Willen des Lebens neu zu entfachen und wieder ernsthaft wahrzunehmen, um Stück für Stück, Schritt für Schritt wieder glücklich zu werden ist auf jeden Fall ein erfahrungsreicher und wahnsinnig intensiver Weg - auch im Nachhinein. Und ganz klar: nach einer überstandenen extremen Tiefphase, fühlt sich das neue, alte Glück umso wertvoller an. Und es ist umso wichtiger geworden, sich dieses Glück immer bewusst zu machen. Ich habe darüber noch viel mehr gelernt, zu schätzen, wie wenig es eigentlich braucht, um ein schönes Gefühl zu erleben. So viel Demut, die mit Glücklichsein genauso einhergeht. Neu erfahrene Demut, aufgrund von einem Unglücklichsein. 
 
Und wie sagte die gute Anna einst: "Mein Ziel im Leben? Glücklich zu sterben!" Diese Worte trage ich, seit ich sie gehört habe, ständig mit mir herum und sie dienen ebenso als Leitfaden und Augenmerk, wenn es sich vermeintlich unglücklicher anfühlt. Das darf es natürlich genauso, keine Frage. Kein Tag hat immer dieselbe Energie, dafür gibt es in der Tat wahnsinnig viele potentielle Faktoren, die uns immer noch so sehr beeinflussen. Aber hey, es ist eine laute, bunte und wahnsinnig intensive Welt, in der wir leben. Dort dann immer den Durchblick zu behalten und sich vollkommen auf das innere Glück zu berufen, braucht einfach auch etwas Übung und Zeit. Das Leben bietet beides. Wir müssen es nur annehmen und ein bisschen schmieden.


Umso schöner und glücklicher ist es nun, sagen zu können, dass es mich wahnsinnig glücklich macht, mit dieser Schreibaufgaben-Idee immer wieder so viele neue SchreiberInnen begeistern zu können, mit zumachen. Es ist eine glückliche und wirklich gelungene fünte Runde, in einem enorm zufriedenstellenden Umfang. Ich bedanke mich und nehme einfach ganz viel Glück aus allen euren Texten, Gedichten und Geschichten mit und so potenziert sich dann das Glück für uns alle! 
 
Glück ist das, was man daraus macht.
 
 

Samstag, 30. Mai 2020

DIADN Spezial #4 - Der Rollentausch, Joe

Haaaalloooooo!

Endlich, endlich war es nun soweit! Die Interviews aus der Nachbarschaft haben nun auch mich gepackt und wir haben in dieser speziellen Folge die Rollen getauscht. Aus dem Interviewer wurde der Interviewte. David Hinder hat in dieser Folge meinen Part übernommen und mir Fragen gestellt und dieses Gespräch geleitet. Damit die Voraussetzungen die gleichen sind, wie bei allen meinen Interviews, haben wir im Vorhinein nach Fragen gefragt, die dann von der Community zugeschickt wurden.
Ich habe keine einzige Frage im gewusst und bin genauso blind, wie alle anderen in mein Interview gegangen.


Es lief so, dass sich Christina den Fragen angenommen hat, Diese sammelte, dann den ganzen Katalog an David übermittelte. Er hat seinerseits noch ein paar Fragen beigesteuert und alles in Themen-Blöcke zusammengefasst. Ein Fragenkatalog Deluxe ist dabei entstanden, der mit gut 50 Minuten dann aber doch recht flott vorbei gewesen ist. Es war von Allem etwas dabei. Einfache Fragen, lustige Fragen, deepe Fragen, Allgemeine und Spezielle.

Ich fand es großartig, dass dieser Rollentausch nun passiert ist und hoffe, ihr hört mir genauso gerne zu, wie allen Anderen, die bisher vor meinem Mikro gewesen sind!

Ich bedanken mich noch einmal ganz herzlich bei allen, die mitgewirkt haben:
Christina mou, David, Tom, Marcel, Jan, Verena, Tobias: Danke für die Organisation und die Fragen, die ihr eingereicht habt!

Es war mir ein Fest und es hätte genauso gut noch stundenlang weiter gehen können!

Bis hier her aber ersteinmal: Viel Spaß mit dieser, meiner, Folge von DIADN und dem Rollentausch!


(Dieses Gespräch wurde im gegenseitigen Einverständnis am 29.05.2020 aufgezeichnet.
Musik von Tom le Mot.)

Mittwoch, 29. April 2020

Schreib-Challenge #2.2020 (Joe): Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - wie ähnlich ist man den Eltern, was übernimmt man gerne und was soll mal ganz anders laufen?

 

(Wenn ihr diesen Beitrag über die Handy-/Mobil-Ansicht anschaut: Bitte einmal das Telefon querlegen, weil wegen der Spaltenbreite und der optimalen Darstellung!!)



Du bist
so schön grün.
Das bin ich ja auch schon,
sagte der kleine Spross und
blickte an dem dicken Stamm seines
Ursprungsträgers empor. So groß werde
ich auch einmal, freute sich der Ästling.
Gerade mal 20 cm aus der Erde empor,
wusste er schon ganz genau, was er wollte.
Und was er nicht wollte. Groß, grün, standhaft?
Unbedingt! Nur 3 Meter vom Ursprung entfernt zu sein?
...naajaa...dabei sah er ein großes Potential für Wünsche.
Wie sollte er denn etwas von der Welt sehen, würde
er ein ganzes Leben auf einer Stelle sein. Fest verankert.
Zwar völlig sicher und etabliert, aber dabei total unfrei und
in einem zu hohen Maße eingeschränkt. Gefangen
im Ursprung...war das der Weg? Der Spross wusste,
eigentlich wollte er weg...aber auch wachsen.
Es war eine merkwürdige Situation, so nah
und dennoch so fern zu sein. Fern von
                       den Möglichkeiten des Lebens,                  xx
der Veränderung und
des Potentials.
xx xy xx
Stamm-
Attri-
bute:
Fixie
rung.
Gefa
ngens
chaft.
Eins
chrän
kung.
Groß.
Fülle.
                            Zeit-                        xy
bestä
ndig.
Genü
gsam.
Leben
sraum.
Spender.
Wäre ich doch mal weiter
xy                        vom Stamm und aus den Ästen gefallen.                           xx
Hätte mich doch lieber der Wind verstreut oder ein Vogel mich getragen. Sähe ich nun nicht
die stet'ge Erinnerung, dass es anders sein sollte. Bin ich anders oder ist es das Leben?

Freitag, 13. März 2020

Schreib-Challenge #1.2020 (Joe): Entwurzelung/Neuanfang - Umzug ins Unbekannte (Fluch oder Segen?)



Entwurzelung: seine Basis nehmen, die über Jahre oder Jahrzente hinweg an einem bestimmten Ort tiefe Verankerungen geschlagen hat und aus der Erde ziehen, um sie woanders neu zu pflanzen...

Dann haste da deine Wurzeln in den Fingern und fragst dich: "Wo packe ich die nun am besten wieder so in Erde, dass sie direkt und unbekümmert wachsen, gedeien und einen neuen Anker schaffen können?" Die Antwort ist meistens: es ist nicht damit getan, die Wurzeln einfach zu nehmen und woanders wieder auf Anhieb wachsen lassen zu können. Solche Wurzeln brauchen nun mal einen Nährboden, Energie, Zuversicht und Zeit. Und da man sich - wenn man sich dafür entscheidet, einen Neuanfang an einem anderen Ort zu wagen - ersteinmal aller bisherigen Gundlagen enthebt, ist der Name Neuanfang immer ein wichtiger und wertiger Begriff, der genau so genommen und umgesetzt werden sollte, wie es seine Bedeutung hergibt! So ein Umzug - und ich spreche jetzt nicht von einem "handelsüblichen" Umzug, sondern von einem bewussten "Dinge hinter sich lassen und neu anfangen" - ist in jedem Fall eher ein Toblerone-Essen als ein Zucker-Schlecken. Etwas Unbekanntes ergründen, erfahren und leben...es könnte aber kantig werden und unter Umständen am metaphorischen Gaumen kratzen. In den meisten Fällen hängt wahrscheinlich doch sehr Vieles an den Wurzeln dran, was entweder noch abgeschüttelt oder irgendwie mitgenommen wird. Ausnahmen bestätigen natürlich diverse Regeln.

Da ich mit der Ergründung der Themen für die Schreib-Challenges ja nie etwas zu tun habe, muss ich aber nach vier Runden wieder feststellen: irgendwie passen die Themen immer super in mein Selbst. (Nochmal kurz "Danke Gremium"!! für die gute Auswahl und Identifikation) Auch zu dieser Überschrift herrscht in mir aktuell - seit geraumer Zeit - eine Auseinandersetzung mit genau diesem Thema.

Die Idee, hier in Deutschland meine Zelte abzubauen und - wie sollte es anders sein - in Griechenland neu aufzuschlagen, herrscht nun doch schon etwas länger in mir. Ich habe in den letzten Monaten sehr sehr häufig darüber nachgedacht und tue es weiterhin. Aber es ist alles nicht mal eben so getan. Gerade die wirtschaftliche Lage vor Ort erschwert einen Neustart ersteinmal. Ich mein', klar, man kann auch so frei im Kopf sein, dass man etwaige Unsicherheiten und Risiken völlig außer acht lässt und einfach ins kalte Wasser springt. Aber so naiv kann und will ich dabei nicht denken. Ich habe hier in Deutschland zwar keine großen Verpflichtungen oder Abhängigkeiten, an die ich gebunden bin oder die mich zwingend halten aber ein unbedachtes Herangehen wird einer solchen Entwurzelung in meinen Augen nicht gerecht. In den letzten Monaten hat sich zudem ja auch einfach diese wahnsinnig wundervolle Verbindung zu meinem Glück entwickelt, so dass ein Teil von meinen - man könnte sagen: neuen Wurzeln - schon vor Ort ist. Eine emotionale, bekannte und erstrebenswerte Basis, die einfach gegeben ist. Das ist super viel wert und macht Einiges einfacher, denke ich. Und da es sich jedes Mal, wenn ich bisher in diesem wunderbaren Idyll zugegen war, völlig toll anfühlte und diese komplett andere Umgebung, dieses Leben, das Reduzierte, diese Ruhe so erfrischend anders sind, fühlt sich ein Gedanke an vor Ort in so vielerlei Schicht einfach richtig und gut an. Das Fernweh existiert und es ruft immer wieder!

Ist eine Entwurzelung und ein Neuanfang im Unbekannten eher Fluch oder Segen? Ich muss für meinen Teil sagen, es ist ein Segen, wenn man die Möglichkeit ernsthaft in Betracht ziehen kann und so frei in sich ist, tatsächlich seine Wurzeln neu anordnen zu können. Ein Neuanfang kann grundsätzlich enorm viel Energie auslösen. So etwas bedarf aber eben auch einem, meist großen, Energieaufwand, um es überhaupt umzusetzen. Aber er tut gut, er gibt neuen Elan, wenn er mal fehlte. Es sind neue Erfahrungen und neue Erfahrungen im Leben gemacht zu haben, sollte immer erstrebenswert sein. Ich finde es weiterhin aber auch sehr mutig und beachtlich, wenn Menschen sich dazu entscheiden und es einfach durchziehen und sich in ein neues Leben einarbeiten. Christina mou, Sascha, ihr habt seit geraumer Zeit meinen größten Respekt!

Ich war selbst lange nicht in der Lage, ernsthafte Gedanken an Neustarts zu hegen (Depressionen ließen grüßen) aber weiterhin, eigentlich schon das ganze letzte Jahr, fühlen sich auch solche Gedanken und Potentiale für die Entwicklung eines Lebens wahrhaft leicht, aber dennoch nicht naiv an. Es ist wunderbar, wenn man sieht welcht Möglichkeiten es einfach gibt. Und ja, mit Zuversicht und Ambition ist wirklich Einiges bis fast Alles möglich. Wenn ich an einen Neustart oder eine Entwurzelung denke, darf diese einfach auch niemals als Fluch empfunden werden. Sonst wäre eine solche Aktion eher kontraproduktiv bis einschränkend, was das eigene Ausleben angeht. Also: definitiv pro potentielle Entwurzelung und Erleben von Möglichkeiten! Segen, ganz eindeutig!

(geschrieben von Joe)

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Schreib-Challenge #3.2019 (Joe): Depressionen und das Öffentlichmachen


Depressionen und das Öffentlichmachen


Als ich vor rund fünf Jahren in dieses fiese dunkle und unsagbar schwerwiegende Loch namens Depression gefallen bin, war mir nach nicht viel zu Mute. Und erst recht nicht danach, es irgendwie öffentlich zu machen. Das war an sich zu der Zeit am Anfang auch noch gar nicht möglich, da ich erstmal ein halbes Jahr gebraucht habe, um wirklich zu verstehen bzw. zu merken, dass etwas ganz gewaltig schief läuft.

Statt den einsetzenden Schwermut, die immer stärker werdenden Ängste, die innerliche Veränderungen oder das Nichtwissen um meine mentale Situation irgendjemandem mitzuteilen, habe ich die ganze Angelegenheit einfach mal in mich hineingefressen. Leider ohne dabei zu zunehmen. Eher im Gegenteil. Je weiter der Fortschritt der Krankheit gewesen ist, desto weniger habe ich gegessen. Zum tiefsten und schwärzesten Zeitpunkt hatte ich nicht einmal darauf Lust. Hunger? Joa...egal. Nur das Nötigste. Ich weiß gar nicht mehr, wie lange ich einfach nur trockenes Toastbrot mit Nuss-Nugat-Aufstrich gegessen habe...morgens, mittags und abends...wobei Zeit irgendwann auch egal war. Ich wollte eigentlich nur schlafen und nichts mehr mitbekommen müssen. Das war, wie gesagt, zum Zeitpunkt der totalen Bodenlosigkeit und Aufgabe...ja...ich habe oft genug zwischendurch gedanklich aufgegeben...es war mit großem Abstand die dunkelste, schwerste und emotionalste Phase in meinem Leben, die ich bewusst durchlebt habe.

Rückblickend betrachtet kamen damals einfach viel zu viele negative Veränderungen aufeinmal in mein Leben, die mir nach und nach den Boden und die Grundlage für ein normales Sein genommen haben. Ich, hochsensibler Mensch, Master im Gedankenmachen und super empfänglich für emotionale und mentale Veränderungen, bin nach und nach einfach vor die Hunde gegangen. (Wenn ich heute einfach nach und nach vor die Hunde gehe, hat das - zu meinem enorm großen Glück - wirklich mit Hunden zu tun! Und das ist sehr sehr gut so! (Im Nachhinein ist es so gut, zu merken, dass ich wieder Sarkasmus und Wortspielereien in dem Thema Depression einbauen kann)).

Nach gut einem halben Jahr habe ich es dann geschafft/gewollt/gemusst, einen Arzt aufzusuchen. Tadaaa: Diagnose, schwere Depression. Okay.... Machte es das nun leichter, zu verstehen oder einfacher, damit umzugehen? Nicht wirklich! Klar, meine Hausärztin hat damals mit mir die Möglichkeiten der Hilfe bei Depressionen durchgesprochen und alles. Aber was ich machen konnte, außer mir professionelle Hilfe zu suchen, wusste ich immer noch nicht richtig. Verständnis und Akzeptanz der Erkrankung: immer noch Fehlanzeige!
Öffentlichmachen in dem Sinne aber auf jeden Fall. Der Gang zum Arzt und die damit verbundenen Optionen der Behandlung waren nun etwas "Offizielles". Ich hatte ein Papier - und wir alle wissen, Papiere sind in Deutschland das A und O... - auf dem gestanden hat, was mit mir los gewesen ist. Ich wurde ersteinmal bis zum Dorthinaus krankgeschrieben und als arbeitsunfähig eingestuft. Der Schritt zum Arzt war definitiv der erste ganz, ganz Wichtige! Damit hat es dann auch so langsam angefangen, dass ich ein Bewusstsein für diese depressiven Episoden im meinem Leben entwickeln konnte.

Öffentlichmachen: beim Arbeitgeber, beim Arbeitsamt, demnach bei Versicherungen, beim Arzt.
Und auch bei meinen Eltern. Was im Nachhinein der zweite ganz, ganz wichtige Schritt gewesen ist! Ich verstehe mich blendend mit meinen Eltern. Es herrscht eine wunderbare Familienmentalität, man liebt sich. An sich wäre es ja kein Problem gewesen, direkt an die Menschen heranzutreten, die in jedem Falle Verständnis für meine Person gehabt hätten. Sich selber aber ersteinmal einzugestehen, was da los ist und es dann auch noch jemanden zu sagen, hat mich damals einfach aufgefressen. Ich wollte niemandem zu sehr zur Last fallen. Dachte mir, ja, das wird schon wieder. Ich hab zu dieser Zeit super viel einfach verdrängt, mich unsagbar viel mit Zocken und Kiffen abgelenkt und mich nicht wirklich damit auseinander gesetzt, was wichtig gewesen wäre.

Im Rahmen von Behandlungen und Möglichkeiten, wie man der Depression entgegenwirken kann, wurde dann auch immer mehr die Familie integriert und eine gewisse Information über den aktuellen Stand der Dinge wurde verbreitet. Aber das war okay für mich. Ich habe es tatsächlich und zum Glück einfach angenommen und wollte etwas dagegen unternehmen. "Depressionen kann man behandeln...", ja, das kann man! Es ist keine Phrase, auch wenn es so klingt, man muss es aber leider - und das ist das Schwierige, wenn man gar nichts machen kann oder will - zulassen und anfangen sich innerlich selbst zu behandeln. So hab ich's auf jeden Fall hinbekommen, wieder ein normales Leben führen zu können. Das Öffentlichmachen in diesem Sinne, hat mir auf jeden Fall sehr geholfen, die Situation aus anderen Sichtweisen, weniger subjektiv bzw. reflektierter zu sehen.

Mittlerweile bin ich in einem tollen, neuen Leben angekommen und habe keinerlei Probleme, über Depressionen, meine Phasen und die damit verbundenen Pakete zu sprechen. Es gehört nun zu mir. Es ist ein Teil von mir geworden. Es hat mich verändert. Besser gemacht. Und ja, es ist enorm wichtig, es auszusprechen und sich mitzuteilen. Therapie besteht zu einem Großteil aus Reden und gehört werden. Das ist wichtig! Aber es dauert. Es dauert mitunter Jahre. Es ist einfach voll der Weg, den man immer wieder gehen muss. Ich hab es zwar nie bewusst an die große Glocke gehangen, aber dennoch in unzähligen Beiträgen in meinem Blog thematisiert und auch verarbeitet. Ganz klar. Wobei es mir in meinen Texten mehr ums Verarbeiten, als ums Veröffentlichen geht. Dennoch trägt es dazu bei, zu helfen. Primär und sekundär.

Seine Probleme völlig unreflektiert in einem öffentlichen Raum - sagen wir mal: Facebook - zu thematisieren und sich darüber zu erhoffen, dass man Bestätigung, Mitleid, Hilfe oder irgendetwas anderes bekommt, ist allerdings etwas ganz anderes und der völlig unrichtige Weg. Bitte jetzt nicht falsch verstehen: es ist total gut, offen mit einer solchen Problematik umzugehen, aber man muss immer bedenken, dass gewisse Dynamiken aus dem öffentlichen Raum nicht ausbleiben und man damit dann auch umgehen muss! Und wenn man so befangen ist, dass man eh mit nichts wirklich umgehen kann, ist etwaiges Feedback meist kontraproduktiv. Man bekommt zwar Bestätigung und Verständnis, Zuspruch und auch eine gewisse Energie, aber diese ist in der Regel nur temporär und sehr kurzfristig, so dass man schnell merkt: "Hmmm, irgendwie gehts mir ja immer noch nicht besser." Und es geht einem auch solange nicht besser, bis man akzeptiert, annimmt und wieder nach und nach frei wird.

Im Endeffekt sind solche Schreie nach Hilfe nur die Hilfe wert, wenn wirklich etwas dabei rum kommt. Gerade im Netz sind die Menschen meistens so oberflächlich, dass der Wert und die Tragweite einer solchen Veröffentlichung total schnell abhanden gehen oder sich einfach anders darstellen, als man es "erhofft" hat. Hoffnung ist bei Depressionen - in meinen Augen ist Hoffnung aber eh allgemein zu ersetzten, weil sie einfach nichts bringt - zwar schön, aber auch nur Augenwischerei. Zuversicht. Kraft. Energie. Das Einsetzen eines neues Weitblickes. Darauf kommt es an. Das kann auch durchaus beim profilierten Öffentlichmachen einsetzen, setzt aber eine gewisse Reflektiertheit voraus. Deshalb halte ich auch nichts davon, im Sumpf des Selbstmitleides zu schwimmen und sich nur über Wasser zu halten. Irgendwann geht die Kraft nämlich komplett flöten und man säuft wieder ab. Das offene Umgehen mit einer Depression ist erst dann richtig offen, wenn man sie verstanden hat. Ganz oft, so lese ich es immer wieder, sind die Leute, die es dann tatsächlich "mal eben" öffentlichmachen aber einfach noch nicht soweit. Man muss schon extrem viel Glück haben, um darüber die richtig richtigen Menschen zu finden, die einem wirklich helfen. Grundsätzlich gilt aber: Hilf dir selbst und stärke dich. Du bist für dich verantwortlich. Genauso ist man selbst verantwortlich, zuzulassen, aufzumachen und anzunehmen. Erkenntnisse sind wichtig. Individuelle Eingehen aber auch. Demnach ist die "Meinung" oder der "Zuspruch" der breiten Masse auch so schizophren und eher weniger wert. Die meisten haben aber auch einfach keine Ahnung, wie man sich fühlt, wenn es richtig dunkel wird im Leben.

Ich habe meine Depression hier nun zum xten Mal quasi öffentlich gemacht. Die die mich kennen, wissen es aber eh schon, welche Odysee passiert ist. Ich sag ja immer: lies meinen Blog und du weißt schon ziemlich viel aus meinem Leben. Zwar stelle ich es nicht immer komplett klar, meist zwischen den Zeilen, dar, was mich beschäftigt und ausmacht, aber es ist da - für jeden ersichtlich. Und das ist auch ganz gut so. Ich bin aber auch mittlerweile so cool mit mir, der Thematik und dem Umgang, dass ich ganz genau weiß, was ich meinem Kopf sagen muss, um mich selber weiterhin am Leben zu halten und nicht abzurutschen. Im Endeffekt muss man mit sich selber cool sein und es wollen. Auf andere Menschen ist in der Regel selten wirklich verlass, also: nicht hoffen, sondern machen. Mit Zuversicht und Tatendrang, mit Geduld und Demut.

Depressionen sind scheiße. Niemand sollte so etwas erleben müssen. Es ist wirklich alles andere als schön, erstrebenswert oder toll. Seid froh, wenn es euch noch nicht gepack hat und schätzt eure Leichtigkeit, wenn sie gegeben ist. Es ist nicht selbstverständlich, wenn es so ist. Und die Dunkelziffer in Bezug auf mentale Erkrankungen ist eh so viel größer, als es in der Masse auffällt.

Pro darüber sprechen, pro sich damit auseinander setzen! Aber bitte denkt an eine vernünftige Plattform, wo dies passiert. Seid stark, bleibt dran. Alles kann immer wieder gut werden, wenn man selber will!

Sonntag, 25. August 2019

Schreib-"Challenge" #2.2019 (Joe): Zwischen den Zeilen...

 

Zwischen den Zeilen - kaum jemand ist in der Lage empathisch und verständnisvoll zuzuhören. (anerzogen, Genetik oder erlernbar) 



"Ein bisschen Empathie schadet nie.", wäre ein extrem richtiges und wichtiges Zitat, hätte es bisher mal jemand in dieser Form in der Öffentlichkeit verbreitet. Kann man durchaus machen, wie ich finde. World goals: lerne Empathie.

Zwischen den Zeilen... Das ist wieder voll mein Thema bzw. eine Thematik, mit der ich mich seit gewisser Zeit sehr bewusst und aktiv auseinandersetze und eine Geschichte, die mich, als ewigen Analysten etwaiger Verhaltensweisen, immer wieder zu bitteren aber auch aufschlussreichen Erkenntnissen führt. Ich weiß mittlerweile schon gar nicht mehr, wie oft ich das mutmaßliche Fehlen von Subtilität in der allgemeinen Kommunikation der heutigen Zeit kritisiert habe und ja, es hält sich...das muss man leider sagen.

Der fehlenden Möglichkeit, tiefgreifende, erklärende oder emotionale Verhaltensweisen bei einem anderen Menschen mitzubekommen bzw. wahrnehmen zu können, ist es geschuldet, dass vermeintlich ganze Massen von Leuten ziemlich egoistisch vor sich hin leben. Getrieben von der Oberflächlichkeit des Seins. Immer nur halb daran interessiert, wie es anderen geht und in erster Linie um das eigene, stumpfe Wohl bemüht. In der Tat ist es ein Massenverhalten, denn ich würde mal grob schätzen, dass zur Zeit nur jeder Fünfte in der Lage ist, wirklich empathisch zuzuhören. Und das sind in anderen Worten, bzw. Zahlen, nur zwanzig Prozent.

Gehen wir mal zum Teil-Kern des Themas. Kommunikation unter Menschen kann zum Beispiel wie folgt aussehen...und zwar völlig unterschiedlich...

Entweder:

Zuhören. Interagieren. Nachfragen/Nachhaken. Interesse zeigen. Aufmerksam sein. Verständnis haben und zeigen. Auf Dinge eingehen. Trost spenden. Freude teilen. Aufrichtige Bestätigungen aussprechen. Mitgefühl zeigen. Vertrauen vermitteln. Zwischen den Zeilen. Zeit anhalten. Gerne wieder.

Oder:

Zuhören. Überhören. Weghören. Abgelenkt sein. Sich selber ablenken. Ignoranz. Desinteresse. Heuchelei. Oberflächlichkeiten. Blabla. Small bis gar kein Talk. Kommunikation mit Gegenleistungs-Gedanken. Ohne Zeilen oder nur darüber. Zeitverschwendung. Nach mir die Sintflut. Ist mir eigentlich egal.

Ein empathisches Zuhören oder auch ein mitfühlendes Miteinander ist natürlich immer an das Interesse an einer tiefergehenden Auseinandersetzung oder die Fähigkeit für diese Merkmale gebunden. Und es kann in der Tat nicht jeder von sich sagen, ein empathisches Wesen zu sein. Die Wenigsten sind in der Lage, diese Wesens-Eigenschaft überhaupt zu erkennen. Denn dafür, so denke ich, ist eine beachtliche Menge an Selbstreflektion nötig und die ist nicht so verbreitet, wie es sich vielleicht fadenscheiniger Weise oft auf die Flagge geschrieben wird.

Wenn man ein Empathie-Träger ist, sollte man sich selber sehr gut einschätzen können. Man wird sich häufig mit sich selbst auseinander setzen. Man weiß, wie man auf Dinge des Persönlichen reagiert, kann sein Verhalten selbst erklären und ist in der Lage emotional zu sein. Je offener und klarer man selbst mit der Möglichkeit seiner Emotionen ist, desto empathischer kann man sein bzw. ist man. Ich denke, dass Empathie, wenn sie einmal erworben wurde, durchaus immer präsent ist. Selbst, wenn eine persönliche, vermeintlich schwierige Phase am Start ist, die eventuell die eigene Euphorie etwas hemmt. Ein Mitgefühl kann man auch in der ätzensten Phase äußern.
Denn das Schöne bei der Anwendung von Empathie ist ja auch, dass man darüber unglaublich viel positive Energie beziehen kann. Ich für meinen Teil kann immer wieder nur feststellen, dass es mich mit Glück und Zufriedenheit erfüllt, wenn ich für jemanden da sein kann. Wenn ich Trost spenden darf oder merke, wie ich jemandem eine Freude machen kann. Das gibt mir unglaublich viel und es ist schön dies hier zu schreiben und dabei zu merken, dass es genau der richtige Weg zu sein scheint.

Wo kommt Empathie also her? Ist sie eine rein vererbte Sache? Etwas Anerzogenes oder auch Etwas, was man selber lernen kann, unabhängig davon, wie die Erziehung gelaufen ist?

Ich denke, auch in Anbetracht meiner Zwanzig-Achtzig-Theorie, dass wahre Empathiefähigkeit in der genetischen Wiege liegt und die Möglichkeit, emotionale Verbindungen und Zusammenhänge ermitteln zu können, tatsächlich ein seltenes Privileg ist. Zwar sind wir biologisch mit ähnlichen und teilweise gleichen Anlagen ausgestattet und die DNA-Stränge variieren gar nicht so viel, dennoch muss es genetisch bedingte Unterschiede geben, die zur Ausprägung verschiedener Fähigkeiten führen. 
Welches Chromosom oder welche Verbindung auf neurologischer Ebene aber genau für die Möglichkeit des Mitgefühles zuständig ist, habe ich bisher nicht weiter recherchiert (ich wollte auch mal ohne die Hilfe von Wikipedia auskommen und den Rahmen nicht wieder überstrapazieren...wobei Rahmen ja ein dehnbarer Begriff ist...aber ich schweife ab).
Wenn ich mal so grob überschlage, ist Empathie ja die Fähigkeit, sich in Situationen oder Schilderungen hineinversetzen zu können und darüber ein Verständnis für den Umfang einer temporären emotionalen Lage zu haben. Über Verständnis kann man eine Situation verstehen und jemandem viel besser mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es nötig ist. Alleine die Tatsache, dass man merkt, wann es nötig ist und wann nicht, erfordert eine synaptische Schaltung, die durchaus kombinieren muss. Eine Programmierung, die versteht und zudem immer mehr dazu lernt. Empathie ist die Möglichkeit, an anderen zu wachsen, sich zu entwickeln, zu verstehen und zu sehen.

Grundsätzlich, sollte also jeder Mensch in der Lage sein, Verständnis zu haben. Im Normalfall entwickelt sich die Wahrnehmung und ein Bewusstsein dafür in jungen Jahren. Wenn die Erziehung nicht völlig versagt, kann man also davon ausgehen, dass die Grundlagen der Empathie immer mit einer normalen Entwicklung reifen sollten. In meinen Augen sollte dies ganz logisch betrachtet passieren, da das Leben eigentlich immer ein Miteinander ist. Das nennt sich (soweit ich das weiß) Sozialwesen oder gar - politisch - Sozialstaat. Also eigentlich eine völlig normale Angelegenheit. Eigentlich.

Was ist aber, wenn ich von Haus aus, bzw. von ganz klein auf, nur mit Desinteresse, Verunglimpfungen oder Abweisungen zu tun hatte? Was ist, wenn meine sich entwickelnde Selbstwahrnehmung von Hass, anstelle von Liebe, geprägt ist? Stumpfen die Sinne dann unter Umständen so sehr ab, dass die Fähigkeit für Mitgefühl abhanden geht? Ist die Möglichkeit dennoch latent gegeben und wird nur durch persönlich stärkere Emotionen verdrängt? Ist man, wenn man lange genug in seiner Entwicklung gestört wurde, irgendwann gar nicht mehr in der Lage, eine sozial-empathische Ader zu haben? Oder kann diese aufgrund von extremen Einwirkungen im Gegenteil enorm ausgeprägt sein?

Ich denke, wenn man die neurologische Möglichkeit hat, empathisch zu sein, wird Diese - früher oder später - in einem Menschen zum Vorschein kommen. Vielleicht passiert das erst nachdem man emotionale Extreme durchleben musste und entwickelt sie nicht immer schon in frühen Jahren, aber die Empathie wird bei den richtigen Menschen ans Licht getragen werden.

Somit gibt es vielleicht noch viele unwissenden Empathen, deren Potential noch nicht komplett ausgeschöpft wurde. Die einfach noch nicht wissen, dass sie dieses Privileg in sich tragen. Vielleicht wird aus zwanzig Prozent bald ein bisschen mehr. Wenn zum Beispiel eine große, gesellschaftliche Krise passieren würde. Wenn man vor bisher unbekannte emotionale oder "lebenswichtige" Aufgaben gestellt werden würde. Die Einen werden mit Verständnis für die Situation reagieren können, völlig unbewusst, weil es bisher scheinbar nicht nötig war, die Anderen werden einfach weitermachen und sich an die Masse halten, um möglichst nicht unterzugehen...

Empathie ist etwas ganz Tolles. Sie ist wichtig. Mir persönlich ist sie in den letzten Jahren zunehmend wichtiger geworden, bzw. ich nehme die positive Wirkung sehr viel bewusster und intensiver wahr. Jeder sollte die Möglichkeit haben, diese tiefergehenden Verbindungen und emotionalen Zusammenhänge wahrnehmen zu können. Vielleicht würden wir uns besser verstehen. Wir würden rücksichtsvoller auf einander eingehen können... Aber was ist Anspruch und was ist möglich? Was ist realistisch? Was ist die Realität?

Hinterfrage Dich, ob du fähig bist! Vielleicht bist Du besser als du ahnst? Vielleicht überraschst Du dich selber mit neuen Erkenntnissen. Neuen Möglichkeiten...aber auch damit verbundenen neuen Herausforderungen. Empathie benötigt im Endeffekt nur einen kleinen Energieaufwand, um zu funktionieren und es lohnt sich in jedem Falle. Verständnis und ehrliche, aufrichtige Unterstützung sind das A und O für ein schönes Miteinander.

Ein bisschen Empathie schadet eben nie!