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Dienstag, 3. März 2020

Gegenseitigkeit erleben



Gegenseitigkeit erleben

Dein Leben ist Veränderung,
Meines besteht aus Absicherung.
Bei dir herrscht Tohowabohu,
bei mir ist's eher andersrum.
Ständiges Funktionieren-Müssen
gegen zu viel Zeit unter meinen Füßen.
Bei dir ist alles durchgeplant,
ich lebe eher in den Tag.
Du bist immer im Alltag angekommen,
ich hänge noch ein bisschen in Erinnerungen.
Du musst stark und pragmatisch sein,
ich mache mich manchmal zu klein.
Du stehst um sieben Uhr auf,
ich schlafe meistens aus.
Dein Leben ist der Wahnsinn,
Meines läuft überschaubar vor sich hin.

Trotz unserer beider, immer noch, verschiedener Leben,
kann es einfach nichts Schöneres geben,
als die Zeit mit dir zu teilen,
ohne uns dabei zu enteilen.
Jeden Tag auf's Neue 
herrscht Dankbarkeit und immense Freude.

So Vieles, was wir nun schon zusammen erlebt haben.
So viele Monate wunderbarer Verbundenheit.
So viele Tage voller Lebendigkeit.
So viele Momente voller Zusammenhalt.
So viel unbeschreibliche Zweisamkeit.

So viel Zeit, die du weiterhin erübrigst
und uns über die Distanz das ermöglichst,
was wir beide schätzen, wollen und erstreben:
ein verbundenes und gückliches Leben.



Mittwoch, 30. Januar 2019

Das Märchen vom Bärchen

Es war einmal... 

...eine Bärenmutti. Sie war alt und zottelig und das Leben hatte Sie gezeichnet. Sie kam in ihrem Territorium schon viel herum und reiste immerzu von Höhle zu Höhle. Die Bärin ließ sich hier und da, ab und an, schwängern, um in natürlicher Regelmäßigkeit neue Bärchen zu gebären. So produzierte sie, alles in allem, neun kleine Bären, von denen sechs irgendwo auf der großen weiten Welt umherstreifen. Im besten Fall produzierten die Bärchen selbst auch schon neue Bärchen. Das hoffte die Bärin inständig. Man verlor sich halt schnell aus den Augen. So war es nunmal, wenn man Einzelgänger war. 

Zwei ihrer neun Bärchen kamen leider nie in den Genuss eines langen Lebens. Sie verhungerten in ihren jeweiligen Wintern. Die Bärin war untröstlich, dass sie es zweimal nicht geschafft hatte, genug Nahrung für sich und ihre komplette Brut zu beschaffen. Das Leben veränderte sich. Erst die letzten beiden Würfe liefen Gefahr, nicht genug Nahrung zu bekommen. Früher war alles besser, dachte die Bärin, die sich mit ihrem letzten kleinen Bärchen durch einen letzten Winter schlug. Nicht mehr lang und ihr Kleines würde von Dannen ziehen und die Welt erleben.

Nun lagen die Beiden in einer Höhle und warteten darauf, dass der tosende Schneesturm sich legte. Dieses Bärchen würde nun ihr letztes Wunder werden...das spürte sie. Ihre Tage waren gezählt und als letzten Akt der Schenkung würde sie noch dieses eine Bärchen auf die Welt gesetzt haben. Sie hatte sich gut um den Spross gekümmert und die Tatsache, dass sie sowieso nur noch ein Junges anstatt zwei oder drei gebar, war eine natürliche Anpassung an die sich verändernde Welt.

Der Sturm legte sich allmählich. Die Bärin seufzte schwer. Jetzt war es bald soweit. Das kleine Bärchen schien putzmunter zu sein und tobte scheinbar lustig durch die muckelige Höhle. Die Bärin sah durch ihre trüben Augen nur noch die Umrisse des Jungen und nahm lediglich verschwommene Bewegungen wahr. Sie wusste, die letzten Atemzüge kamen über sie. Sie würde sich von ihrem Jungen verabschieden, es ermutigen, in die Welt hinauszugehen und dem Kreislauf des Lebens zuzustimmen. Auf dass das letzte Bärchen ein Glückliches werden würde.

Die Bärin blinzelte. Ihre Lider waren nun schwer und es war fast nicht mehr möglich dagegen an zu kämpfen, sie lange aufzuhalten. Ein letztes Mal schnaubte sie. Ein letztes Mal sagte sie, "Geh!". Ein letztes Mal hatte sie so etwas wie Hoffnung.

Ein letztes Mal merkte sie aber auch, wie sie mit sich selber redete. Ein letztes Mal hielt sie der Gedanke am Leben, ein Bärchen in die Welt gesetzt zu haben. Ein letztes Mal wurde ihr klar, dass sie schon eine ganze Weile in dieser Höhle lag. Und ein letztes Mal holte sie die Realität ein. Sie schloss die Augen nun für immer. Der Schneesturm wurde wieder stärker und verschneite jede Erinnerung an sechs kleine Bärchen, die irgendwo versuchten, sich irgendwie anzupassen.

Dienstag, 11. Dezember 2018

Gen Feierabend (#Dichterdienstag)

Gen Feierabend (Busgedanken)

So fahr' ich nun gen Feierabend froh.
Dank der Umstellung bin ich aber arg im Po.
Was jetzt nur zählt, ist die Reise heimwärts,
was Essen, abschalten und dann wär's das
wieder gewesen für heute und ich sage,
was für furchtbar kurze Tage.

Zeitmanagement, ein vermeintlich böses Wort,
aber ganz normal zu dieser Zeit, an diesem Ort.
So prägt sich dann wieder der Gedanke aus,
wie schön es sei, wär' schon jemand zu Haus.
Freiheit ist zwar auch nicht so verkehrt,
dennoch hat Nähe einen besonderen Wert.

So mache ich mir nun Busgedanken,
nutze die Zeit um dies zu schreiben,
muss noch ein bisschen sitzen bleiben,
hoffe, der Bus muss nicht noch tanken...
aber das wäre wohl ein übler Graus,
oh schau, gleich steige ich schon aus.

Die Gedanken daran, dass alles besser wird
sind da, aber manchmal noch verwirrt,
ob der damaligen Situationsthematik.
Bleibe stark, sei im Jetzt und eigen-artig.
Der Weg wird für dich wieder ein Guter sein.
Zieh' es durch, schau nach vorn und alles wird fein.

So geh' ich jetzt gen Feierabend froh.
Habe Hunger, Durst und muss aufs Klo.
Gleich ist's dann erneut geschafft,
und es wäre ja auch gelacht,
wenn es nicht mehr weiter ginge,
die Zeit steht eh nicht still, in diesem Sinne.

Habt nen guten Dienstag-Feierabend.
Kommt gut an, die Herren und die Damen,
und freut euch, dass der Tag geschafft ist.
Morgen geht's schon weiter, wie ihr wisst.
Gedanken über Gedanken im Bus.
Yay, nun bin ich gleich zu Hus!

Dienstag, 2. Oktober 2018

Der Aufstieg einer Insel

..."Diese Insel, genau, wie die anderen Musik-Inseln in meinem bisherigen Leben, wird immer ein Teil von mir bleiben und ich bin unendlich dankbar für eine ganz wunderbare Zeit, die ich wahrnehmen durfte! Eine für mich persönlich sehr wichtige Zeit. Eine Zeit, in der ich unglaublich viel Neues lernen und erfahren durfte. Eine Zeit, die mich gestärkt hat. Eine Zeit, die mir Mut gemacht hat. Eine Zeit die mich positiv verändert hat. Eine Zeit, die mich wieder mehr zu dem gemacht hat, was ich mal gewesen bin und was ich wieder sein will. Eine tolle musikalische Erfahrung, die bleibt. Schade und traurig ist es aber dennoch! Und es wird bestimmt noch ein paar Momente brauchen, bis ich das versunkene Makiwara auf dem Grund meiner Erinnerungen besuchen kann, ohne dabei nach Luft zu schnappen oder mir Kiemen wachsen lassen zu müssen. Genau wie Crowd, Dadrox, Earmarked und Atlantis, wird Makiwara eine versunkene, aber nicht verschwundene Stadt sein, in der ich sehr gerne gelebt und meine Zeit verbracht habe!"...

...so beschrieb ich vor ungefähr einem halben Jahr die Trennung von meiner letzten Band. Heute schreibe ich voller Freude über den Aufstieg einer neuen Insel!


Es war vollbracht...nachdem Tommy Stickwurf und Baessmaen sich mit dem schnell zusammen geschusterten Floß von ihrer alten Insel entfernt hatten, trieben sie mit einem bestimmten Ziel umher. Diese Aussage sollte man also umformulieren. Sie trieben nicht umher, sondern folgten ganz konkret einem inneren Kompass, der zwar noch keine finale Destination visualisierte, aber doch ein gutes Gefühl bot und die Basis schaffte, um dann irgendwann auf einen einsamen Busch auf einer ansprechenden Insel zu führen. Gar nicht mal so lang, war ihre Reise. Und alles andere als langweilig. Schwer mitunter, ja und auch müßig. Aber auch sehr reflektierend in Bezug auf die verlassene Insel. Der Bruch war einfach zu gewaltig gewesen, um so zu tun, dass alles in Ordnung sei. Dafür war man aber auch nicht gemacht. Man setzte sich mit Dingen auseinander.

Während Ihres Weges über die Wogen der Ursuppe namens Leben, kamen natürlich immer wieder Groll und negative Gedanken auf, die den beiden Floß-Fahrern nächtelange Gespräche und einen regen Gedankenaustausch bescherte. Ziemlich flott wurde klar, dass man sich immer wieder sehr schnell im gedanklichen Kreis drehte. Die Entscheidung die Insel verlassen zu haben, wurde in keinster Weise bereut, allerdings sehr oft hinterfragt. Eine völlig verständliche Reaktion, wenn man überlegt, dass Tommy Stickwurf wirklich viele Jahre auf dieser Insel verbracht hatte. Seine Bindung und die damit einhergehenden Gedanken waren über die ganze Reise hinweg ein Begleiter, der ab und an für Ballast sorgte und die Fahrt etwas verzögerte. Aber das war okay. Baessmaen wusste um den zeitlichen Faktor der Bindung und bemühte sich um Verständnis aber auch Weitsicht. Er war allerdings etwas radikaler im Umgang mit der Trennung. Das wiederum kam Tommy Stickwurf zu Gute. So glich man sich gegenseitig aus und neutralisierte den Ballast ein ums andere Mal.

Und so trieben sie dann eines frohen Tages auf eine kleine und fein anmutende Insel zu. Sie schien wie aus dem Nichts vor ihnen aufzutauchen und erstreckte sich in einer kompakten aber annehmbaren Größe vor ihren Augen. Sie war hübsch anzusehen und auch das Klima und die weitere Vegetation war zur vollen Zufriedenheit mit "gut" zu bewerten.
Tommy und Baessmaen nahmen Kurs auf eine Anlegestelle und waren freudiger Erwartung, hier die neue Flagge mit den richtigen Ambitionen hissen zu können. Home is where the flag was put in the sand...oder so ähnlich.
Als die Beiden von Ihrem Floß stiegen und die Insel betraten, nahmen sie relativ umgehend die Anwesenheit einer Präsenz war. Man kannte diese Präsenz irgendwo her...sie kam einem relativ vertraut vor. Eher positiv als neutral...aber definitiv neutraler als negativ. Man sah sich um, suchte nach Anwesenheiten, die darauf deuten ließen, dass die Insel doch nicht so frei war, wie sie sich das erhofft hatten.

Tommy und Baessmaen waren fast schon etwas verunsichert und wussten nicht so richtig, ob und wie sie nun Ihre Flagge hissen sollten. Man streifte umher suchte nach der schwebenden Präsenz, die die Insel auf eine eigene Art und Weise umgeben hatte. Sie tigerten einmal um die Insel herum. Tommy links lang, Baessmaen ging rechts entlang. Sie Trafen sich auf der Rückseite der Insel wieder und auch dort fanden sie letztendlich diese präsente Anwesenheit auf dieser kleinen aber feinen Insel.

Es war ein Busch, der da am Wasser stand und in die Wellen blickte. Tommy näherte sich langsam von der linken Seite, legte dem Busch eine Hand auf die Schulter und sagte: "Yo, Busch, was geht ab!? Was machste hier? Ich dachte Amerika läge geographisch und gesellschaftlich in einem anderen Gebiet?!" Der Busch zögerte nicht lange und entgegnete: "Weder noch, weder noch. Ich warte hier lediglich auf Euch. Und jetzt hisst endlich die bekackte Flagge!"...raunte der Busch etwas mürrisch. Man sollte es ihm nicht verübeln. Für jemanden der am Strand stand, auf die Wellen schaute und offensichtlich schon etwas länger wartete, war er noch relativ entspannt.

Und genau diese entspannte Art, stellte sich dann als totaler Optimismus und in Positivität dar. Denn, wer konnte das ahnen: der Busch hatte auch Bock auf eine neue Insel. Er war sogar recht bewandert, was die Pflege und die Intakthaltung - was im Endeffekt das Gleiche ist - anging. Man war sich ziemlich schnell einig, dass man aus der bestehenden Anhäufung von Sand eine erneut, neue Insel machen könnte. Zusammen, gemeinschaftlich. Eine gute Option, sagte Tommy. Baessmaen stimmte dem zu und auch der Busch war guter Dinge, sich auf eine gemeinsame Insel einzulassen und ihr neues Leben einzuhauchen. (In Kombination mit einer möglichen Metapher und der Idee, dass jemand Busch heißen könnte, sollte den Busch in seiner Inselform aber nicht weniger wert erscheinen lassen. Die Erzählweise könnte dies eventuell vermitteln, falls man sich tatsächlich einen Busch vorstellen würde.)

Aber kommen wir mal zurück zur Realität und nennen die Dinge beim Namen. Tommy Stickwurf aka Tommy Stickwurf, der Busch alias Dennis und meine Wenigkeit, sind mit der Idee der neuen Insel voll am Start. Ich bin wirklich froh, sagen zu können, dass wir, Tom und Ich, auf unserer Suche nach neuen Band-Companeros, gar nicht so lange haben suchen müssen. Wir haben ja nicht mal großartig gesucht. Die Findung hatte sich im Endeffekt über Vitamin B, bzw. aus einer lockeren Bekanntschaft heraus ergeben. Und wir sind sehr froh darum, dass es sich so schnell und unkompliziert gefügt hat. Und von Fügung sollte man in diesem Rahmen auf jeden Fall sprechen. Die Tatsache, dass wir über wirklich wenig Einsatz von Kommunikation nun einen top Gitarristen an unserer Seite haben, der zudem auch noch enorm motiviert, ideenreich und technisch bewandert ist, ist ganz klar Fügung. Da kann der Dennis jetzt machen, was er will, er muss nun für sein Leben lang die Gitarre bei uns bedienen. Aber das ist auch ganz gut so.

Lange Reise, riesen Sinn. Neue Insel am Start und schon einen Bewohner konvertiert, yay! Die Basis steht und wächst. Nun sind wir natürlich alle sehr dahinter her, dieses Mal eine komplette Insel zu schaffen. Dafür fehlt uns zu unserem Bandgefüge aber noch allerhand. In erster Linie natürlich ein Gesang, eine Stimme, ein charismatischer Front-Mensch! In Zweiter Linie allerdings auch eine weitere Gitarre und eventuell bleibt dann sogar noch Luft für einen Tasten-/Synthi-Menschen. Da wir uns selbst vielschichtige Musik zutrauen und nicht zwingend festgelegt sind, wäre eine Komplettierung um diese weiteren Elemente natürlich das Nonplusultra. Für meinen Geschmack würde aber auch eine Insel mit fünf Bewohnern völlig genügen. Anhand von technischen Hilfsmitteln und etwaigen Möglichkeiten für Soundgenerierungen von Saiteninstrumenten, sollte man auch mit ohne Tasten sehr viele Facetten bedienen können, bzw. die Musik machen können, die man sich vorstellt.

Und ja, was soll ich sagen? Wir sind sehr fleißig, arbeiten jede Probe an neuen Songs, haben einen echt guten Workflow weiterhin und was das Wichtigste ist: es macht Spaß, es erfüllt uns alle mit diesem gewissen Moment, den man nur haben kann, wenn man in einem harmonisierenden Bandgefüge Musik machen darf. Und das ist so toll. Die Insel lebt und sie wird wachsen. Die Flagge ist gehisst und strahlt mit kräftigen Tönen und zeigt eindeutig: We are Many!

Trotz des halben Jahres und der gemeisterten Etappe der neue Reise erreichen uns dennoch immer mal wieder Wellen von der alten Insel. Sie sind noch da. Sie rufen, wenn sie am Ufer branden, Erinnerungen wach. So mögen diese Wellen nun endlich verebben! Es ist ein bisschen wie alter Kaugummi, der unterm Schuh klebt und RTL. Beides ist scheiße und hält sich leider viel zu lange. Es gibt im Endeffekt noch organisatorische Nachwirkungen, die zu klären sind. Die Wellen, die rüber schwappen sind dabei aber nur der fade Beigeschmack der Unmöglichkeit von Kommunikation und den damit verbundenen Sachen, die erledigt werden müssen. Wir haben es leider nicht selbst in der Hand, das ist das Problem bei den Wellen und der alten Insel. Sie scheint immer noch auf der Stelle zu treiben und dreht sich dabei unentwegt im Kreis. Sie produziert eine Art von Bewegung, aber kommt selbst nicht voran. Man würde am liebsten sagen: "Insel, so funktioniert das nicht." Oder haben wir das schon längst getan? Natürlich! Durch die Blindheit, die wahrscheinlich entsteht, wenn man sich permanent im Kreis dreht, wird so etwas von der betroffenen Partei dann aber weiterhin nicht wahrgenommen. Und wir sehen dann nur die Wellen, die ab und an an unsere eigene Insel schwappen und ein bisschen dafür sorgen, dass das Ufer temporär etwas unschön oder hässlich wird.

Wenn diese Wellen der negativen Energie dann bald komplett verebbt sein werden, wird unsere neue Insel noch mehr strahlen können. Dann werden auch die Ufer und Strände immer in prachtvoller Sandigkeit sein, umrahmt, von dem tiefen, leuchtenden Blau der Ursuppe. Keine negativen Wellen. Nur Musik und Harmonie.