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Freitag, 21. August 2020
Donnerstag, 21. Mai 2020
DIADN #22 - Hannah
Next one? Here we are! Mit Folge 22 vom allseitsbeliebten Interview aus der Nachbarschaft, kurz DIADN. In dieser Episode sprach ich mit einer anfänglich nervösen Hannah, die sich aber wacker geschlagen hat und mir auch dieses Mal bekundete, wie viel Spaß es gemacht habe und wie die Nervosität im Verlaufe des Gespräches verflog. Wie immer gab es einen asugewählten Fragenkatalog und ein wenig individuelle Unterhaltung. Von Pommes zu Selbstwert über Liebe für die Welt hin zur der Frage nach einem Doppel-Interview.
Ich bedanke mich fürs Mitmachen und -wirken, Hannah ... und wünsche viel Spaß beim Hören!
(Dieses Gespräch wurde am 15.05.2020 im gegenseitigen Einverständnis aufgezeichnet.
Musik von Tom le Mot.)
Dienstag, 3. März 2020
Gegenseitigkeit erleben
Gegenseitigkeit erleben
Dein Leben ist Veränderung,
Meines besteht aus Absicherung.
Bei dir herrscht Tohowabohu,
bei mir ist's eher andersrum.
Ständiges Funktionieren-Müssen
gegen zu viel Zeit unter meinen Füßen.
Bei dir ist alles durchgeplant,
ich lebe eher in den Tag.
Du bist immer im Alltag angekommen,
ich hänge noch ein bisschen in Erinnerungen.
Du musst stark und pragmatisch sein,
ich mache mich manchmal zu klein.
Du stehst um sieben Uhr auf,
ich schlafe meistens aus.
Dein Leben ist der Wahnsinn,
Meines läuft überschaubar vor sich hin.
Trotz unserer beider, immer noch, verschiedener Leben,
kann es einfach nichts Schöneres geben,
als die Zeit mit dir zu teilen,
ohne uns dabei zu enteilen.
Jeden Tag auf's Neue
herrscht Dankbarkeit und immense Freude.
So Vieles, was wir nun schon zusammen erlebt haben.
So viele Monate wunderbarer Verbundenheit.
So viele Tage voller Lebendigkeit.
So viele Momente voller Zusammenhalt.
So viel unbeschreibliche Zweisamkeit.
So viel Zeit, die du weiterhin erübrigst
und uns über die Distanz das ermöglichst,
was wir beide schätzen, wollen und erstreben:
ein verbundenes und gückliches Leben.
Freitag, 10. Januar 2020
Eine Reise nach Stockholm
Gefangen im Leben eines Anderen. Psycho-soziologisch
betrachtet gibt es ja Alles, was der menschliche Verstand in der Lage
ist, sich zu erdenken. Manipulative
Verhaltensweisen, Entmusterung
eines Alltages, die Konditionierung
des Geistes, die Neuanordnung von Routinen. Das Auseinanderbrechen
eines Wesens.
Gehen wir mal davon aus, ein Jemand ist nicht ganz ohne Kapazitäten
geboren, zudem aber ein extrem narzisstisch gesteuerter Mensch. Der
Narzisst an sich liebt
zwar auch sich selber, aber im Grunde klappt das nur, weil er mit
aller Macht seine Umwelt schlechter macht als sich selbst. So wird er
immer im Mittelpunkt seiner semi-vorhandenen eigenen Liebe stehen
können, da alles andere um ihn herum so klein gemacht wurde, dass es
niemals diesen Wert erhalten könnte. Es ist natürlich höchstgradig
egoistisch und mit der semi-vorhandenen Liebe zu sich selbst
verbunden. Unmut über sich selbst, der auf das Umfeld projiziert
wird, damit man selbst in einem besseren Licht dastehen kann.
Ziemlich kaputt so was. Aber nun gut, Narzissten
gibt es zu genüge und es werden immer mehr. Zwar nicht alle so
extrem, wie in dem Fall des Gefangensein in einem anderen Leben, aber
die Tendenz geht Richtung Selbstwertlosigkeit
und Unmut. Wir haben bald eine neue große Depression in dieser
Gesellschaft, wenn es so weiter geht. Und ja, es geht so weiter.
Meiner Betrachtung nach gibt es in einer Beziehung zwischen zwei oder mehreren Menschen, an denen ein Narzisst beteiligt ist, früher oder später um eine klare Rollenverteilung. Täter und Opfer. Derjenige, der das Umfeld bewusst zu seinen Vorteilen verändert und derjenige, der direkt davon betroffen ist. Aktives Tun ist bei einem Täter-/Opfer-Spiel natürlich Voraussetzung, denn die Grausamkeit, mit der der Täter meist zu Werke schreitet, wird ganz bewusst angewendet, weil sie funktioniert. Irgendwann wird jeder radikale Egoist anfangen, sein Umfeld bewusst zu konditionieren. Muster und Verhalten werden analysiert und an den entsprechenden Schrauben gedreht, bis das Resultat fügsam ist.
Ich denke, dass ein nicht vorhandenes Gewissen einen Narzissten zudem zu einem extremen Übel macht, das vor nichts zurückschreckt. Die manipulativen Maßnahmen passieren aber oft hinter verschlossenen Türen, zwar mitten unter uns, aber nicht ersichtlich oder offensichtlich. Vielleicht ersichtlich, wenn Frau XYZ am nächsten Tag wieder mit einem Veilchen zur Arbeit geht. Es passiert soviel Gewalt und Grausamkeit hinter den Türen dieser Gesellschaft. So viel unwürdige und unmenschliche Dinge, die geschehen. Immerzu. Wahrscheinlich auch jetzt gerade in diesem Moment. Irgendwo dreht wieder einer am Rad und schlägt seine Frau und seine Kinder. Irgendwo arbeitet jemand mit Nachdruck daran, dass er genau das bekommt, was er will. Ob sie dabei schreit, ist ihm wohl egal. Irgendwo baut wieder jemand ein Gefängnis, um darin das Leben eines Anderen festzuhalten. Irgendwo wütet wieder ein gebrochener Mensch, der unreflektiert durchs Leben geht und alles mit sich reißt, was nicht stark genug ist.
Konditionierung: Etwas passt nicht ins Konzept und muss verändert werden. Jedes Mal, wenn dieses "passt nicht" passiert, wird interveniert. Wenn es nicht mit "Charme" funktioniert, kommt bald Nachdruck hinzu. Wenn etwas nicht passt, dann setzt es Eine oder Zwei. Zack. Ruhe. Sollte nun wieder etwas nicht passen, was nicht mehr so häufig vorkommen wird, weil das Opfer nun seine Rolle annimmt und klein wird, setzt es eben noch mehr. Körperlich, psychisch. Der Grausamkeit und Quälerei einer Geistes sind keine Grenzen gesetzt. Besonders dann nicht mehr, wenn die Vorarbeit in Bezug auf das Niedermachen des Gegenübers schon mehr als reife Früchte trägt. Wenn der Täter ersteinmal einen gewissen "Rang" erreicht hat, ist es ihm ein Leichtes, seine komplette Umwelt in besagtes Gefängnis zu sperren und die Kontrolle für immer zu übernehmen. Der gebrochene Geist der Opfer wird niemals von alleine ausbrechen können, wenn es einmal soweit gekommen ist. Und sie würden sich niemals wagen, einen Fluchtversuch zu unternehmen.
Opfer, klein. Täter, groß. Narzisst, froh.
Der Egomane macht also so sein Ding, scheint solange zufrieden zu sein, wie alles nach seiner Pfeife tanzt. Abweichungen seiner Vorstellungen werden gnadenlos bestraft. Gefangene müssen fügsam sein. Anders funktioniert dieses Spiel ja auch nicht. Die Gefangenen sind mittlerweile so desillusioniert, verängstigt und auf Selbstschutz und Überleben aus, dass sie alles machen würden, nur um möglichst wenig neue oder alte Qualen erleben zu müssen. Sie spielen die Rolle perfekt. Unbewusst. Dazu genötigt und nicht selbstgesteuert. Auf Dauer, meistens über Jahre hinweg, manipuliert und konditioniert. Unfähig, selbst irgendeine Art an positiver Energie zu erschaffen.
Wenn solche Martyrien über einen sehr langen Zeitraum passieren, setzt bei einigen Opfern bestimmt so etwas wie Resignation oder eine normal gewordene Abgestumpftheit ein. Wer zuvor ein lebensfroher, offener und empfänglicher Geist gewesen ist, weiß danach nicht mehr viel von sich selber. Was ist noch richtig, was ist falsch? Ständig in der Angst zu verweilen, aufgrund eines "Fehl-Verhaltens", bestraft zu werden, lässt den Selbstwert irgendwann komplett verschwinden. Man verliert sich. Gibt sich auf. Irgendwann fühlt man nichts mehr. Dann ist alles egal und man vegetiert nur noch als Sklave in einer Co-Abhängigkeit, was sich dann das Leben eines Anderen nennt.
Meiner Betrachtung nach gibt es in einer Beziehung zwischen zwei oder mehreren Menschen, an denen ein Narzisst beteiligt ist, früher oder später um eine klare Rollenverteilung. Täter und Opfer. Derjenige, der das Umfeld bewusst zu seinen Vorteilen verändert und derjenige, der direkt davon betroffen ist. Aktives Tun ist bei einem Täter-/Opfer-Spiel natürlich Voraussetzung, denn die Grausamkeit, mit der der Täter meist zu Werke schreitet, wird ganz bewusst angewendet, weil sie funktioniert. Irgendwann wird jeder radikale Egoist anfangen, sein Umfeld bewusst zu konditionieren. Muster und Verhalten werden analysiert und an den entsprechenden Schrauben gedreht, bis das Resultat fügsam ist.
Ich denke, dass ein nicht vorhandenes Gewissen einen Narzissten zudem zu einem extremen Übel macht, das vor nichts zurückschreckt. Die manipulativen Maßnahmen passieren aber oft hinter verschlossenen Türen, zwar mitten unter uns, aber nicht ersichtlich oder offensichtlich. Vielleicht ersichtlich, wenn Frau XYZ am nächsten Tag wieder mit einem Veilchen zur Arbeit geht. Es passiert soviel Gewalt und Grausamkeit hinter den Türen dieser Gesellschaft. So viel unwürdige und unmenschliche Dinge, die geschehen. Immerzu. Wahrscheinlich auch jetzt gerade in diesem Moment. Irgendwo dreht wieder einer am Rad und schlägt seine Frau und seine Kinder. Irgendwo arbeitet jemand mit Nachdruck daran, dass er genau das bekommt, was er will. Ob sie dabei schreit, ist ihm wohl egal. Irgendwo baut wieder jemand ein Gefängnis, um darin das Leben eines Anderen festzuhalten. Irgendwo wütet wieder ein gebrochener Mensch, der unreflektiert durchs Leben geht und alles mit sich reißt, was nicht stark genug ist.
Konditionierung: Etwas passt nicht ins Konzept und muss verändert werden. Jedes Mal, wenn dieses "passt nicht" passiert, wird interveniert. Wenn es nicht mit "Charme" funktioniert, kommt bald Nachdruck hinzu. Wenn etwas nicht passt, dann setzt es Eine oder Zwei. Zack. Ruhe. Sollte nun wieder etwas nicht passen, was nicht mehr so häufig vorkommen wird, weil das Opfer nun seine Rolle annimmt und klein wird, setzt es eben noch mehr. Körperlich, psychisch. Der Grausamkeit und Quälerei einer Geistes sind keine Grenzen gesetzt. Besonders dann nicht mehr, wenn die Vorarbeit in Bezug auf das Niedermachen des Gegenübers schon mehr als reife Früchte trägt. Wenn der Täter ersteinmal einen gewissen "Rang" erreicht hat, ist es ihm ein Leichtes, seine komplette Umwelt in besagtes Gefängnis zu sperren und die Kontrolle für immer zu übernehmen. Der gebrochene Geist der Opfer wird niemals von alleine ausbrechen können, wenn es einmal soweit gekommen ist. Und sie würden sich niemals wagen, einen Fluchtversuch zu unternehmen.
Opfer, klein. Täter, groß. Narzisst, froh.
Der Egomane macht also so sein Ding, scheint solange zufrieden zu sein, wie alles nach seiner Pfeife tanzt. Abweichungen seiner Vorstellungen werden gnadenlos bestraft. Gefangene müssen fügsam sein. Anders funktioniert dieses Spiel ja auch nicht. Die Gefangenen sind mittlerweile so desillusioniert, verängstigt und auf Selbstschutz und Überleben aus, dass sie alles machen würden, nur um möglichst wenig neue oder alte Qualen erleben zu müssen. Sie spielen die Rolle perfekt. Unbewusst. Dazu genötigt und nicht selbstgesteuert. Auf Dauer, meistens über Jahre hinweg, manipuliert und konditioniert. Unfähig, selbst irgendeine Art an positiver Energie zu erschaffen.
Wenn solche Martyrien über einen sehr langen Zeitraum passieren, setzt bei einigen Opfern bestimmt so etwas wie Resignation oder eine normal gewordene Abgestumpftheit ein. Wer zuvor ein lebensfroher, offener und empfänglicher Geist gewesen ist, weiß danach nicht mehr viel von sich selber. Was ist noch richtig, was ist falsch? Ständig in der Angst zu verweilen, aufgrund eines "Fehl-Verhaltens", bestraft zu werden, lässt den Selbstwert irgendwann komplett verschwinden. Man verliert sich. Gibt sich auf. Irgendwann fühlt man nichts mehr. Dann ist alles egal und man vegetiert nur noch als Sklave in einer Co-Abhängigkeit, was sich dann das Leben eines Anderen nennt.
Manchmal, was für
den rationalen Geist nicht nachvollziehbar ist, passiert es aber
auch, dass das Opfer irgendwann einen merkwürdigen Wandel vollführt
und trotz Gewalt, Grausamkeit, Respektlosigkeit, Angst, Kummer und
Leid, wieder so etwas wie Zuneigung zu dem Täter empfindet. Wenn man
allerdings gefangen im Leben eines anderen eine Reise nach Stockholm
macht, sollte man damit rechnen, dass man dort wieder einmal für
immer bleiben wird. Man würde zwar den Standort mit dieser Reise
verändern, aber einen Narzissten
wird man niemals verändern. Es würde ihm nur in die Hände spielen.
Er hätte dann neue Möglichkeiten, das Spiel von vorne zu beginnen.
Er würde wieder gewinnen, weil er ja wüsste, wie es schon einmal
funktioniert hat. Jeder der mit einer Co-Abhängigkeit nach Schweden
reist, hat erneut die Kontrolle über sein Leben verloren
Ist es dann noch das kleinere Übel?
Ist es eine Meisterleistung des Verstandes, Alles Übel auszublenden
und wie verhext, neue Energie in einen Täter setzen kann, um ihm
erneut zu gefallen?
Wie gesagt, der rationale Verstand würde sagen, dass dieses
Verhalten ebenso gestört ist, wie das des Narzissten.
So lange man in dieser Abhängigkeit existiert, existiert man
eigentlich nicht wirklich. Auch wenn man in Schweden vielleicht eine
Zeit lang besser klar kommt, das Klima ist anders, neue Eindrücke
lockern die Stimmung...irgendwann wird der Täter wieder zu Werke
gehen und diese vermeintliche Idylle erneut in tausende
kleine Scherben zerschlagen. Das Opfer fragt sich dann: Was, wieso?
Weshalb, warum? Bevor es realisieren kann, was erneut passiert, ist
es meistens schon zu spät und alte Verhaltensweisen werden
herausgelockt. Schnell verfällt
das Opfer wieder in die Ohnmachtshaltung
und wird darin verweilen, sollte es nicht mit aller Macht ausbrechen
wollen.
Und das ist es dann im Endeffekt. Das
Wollen. Von außen betrachtet ist klar, solch eine Opferrolle
grausamster Art und Weise möchte niemand. Es sollte niemandem
geschehen. Niemand sollte das für sich selber wollen. Wenn man
emotional so abhängig oder eben kleingemacht konditioniert ist, kann
man selbst vielleicht wirklich nicht viel machen. Wenn man das Wollen
nicht mehr kann, ist eh alles vorbei. Wenn der Geist gebrochen ist,
bleibt nur eine Hülle zurück.
Deshalb: so lange ihr könnt, wollt und der Wille und das Gewissen da
sind, zu entfliehen, kommt raus aus euren Häusern, öffnet die
Türen, tretet in die Öffentlichkeit. Bei ersten Anzeichen von
Gewalt, sollte man offizielle Schritte einleiten, um präventiv zu
sein. Niemand hat es verdient aufgrund des Unmutes
eines Anderen ein schlechtes Leben haben zu müssen. Das Leben sollte
frei sein. Niemand sollte im Leben eines Anderen gefangen sein. In
den Staub mit diesen narzisstischen Unmenschen. Sie ändern sich eh
nicht und nehmen sich nur das, was sie belangt.
Ich denke, wenn man einmal mit so einem Menschen eine intensive
Verbindung gehabt hat, sollte man wissen, dass man so etwas nie mehr
erleben möchte. Je nach eigenem Wert natürlich. Es gibt bestimmt
dennoch genug Geister, die aufgrund von eigener Naivität
und dem Charme des immernoch psychopathischen Narzissten
erneut gefangen genommen werden. Da kann man dann auch nicht viel
machen. Vielleicht wurde auch alles vergessen, weil der Geist sagt,
Trauma, ich schiebe dich weg, um dich zu verarbeiten. Ich ignoriere
das, was passiert ist...wird schon gut gehen. Man weiß es nicht
genau, ob das dann unterbewusster Schutz des Eigenen ist oder nur die
einfachste Art und Weise, damit umzugehen. Im Endeffekt gewinnt in
diesem Spiel solange der Narzisst,
bis man ihn daran hindert zu gewinnen. Einfach das Spiel verlassen
und woanders seine Würfel setzen. Auch wenn man damit rechnen muss,
dass der manipulative
Egomane alles versuchen
wird, seine alten Druckmittel durchzusetzen, um ans Ziel zu kommen.
Was bleibt: emotionale Abhängigkeit ist der Nährboden für die Grausamkeit am Geiste. Kastensysteme und das Halten von Leibeigenen war schon im Mittelalter idiotisch. Ein Reise nach Stockholm sollte immer frei und nicht endgültig sein.
Was bleibt: emotionale Abhängigkeit ist der Nährboden für die Grausamkeit am Geiste. Kastensysteme und das Halten von Leibeigenen war schon im Mittelalter idiotisch. Ein Reise nach Stockholm sollte immer frei und nicht endgültig sein.
Samstag, 22. Juni 2019
Dienstag, 9. April 2019
Wichtiger Dichterdienstag 19KW15 - Elixier
Eines der tollsten Gefühle auf dieser
Welt
ist nicht etwa Ansehen, Macht oder
Geld.
Nein, es ist etwas ganz Eigenes, was
jeder kennen sollte.
Es ist die Sucht nach dem Sehnen, die
ich immer wollte.
Dieses wundervolle Gefühl, das sich
ausbreitet.
Das sich immer und immer mehr
entfaltet.
Das Verlangen, die Schmacht, die
Sehnsucht.
Das Wollen und Wünschen dieser süßen
Frucht.
Einmal gekostet, da war es um mich
geschehen.
Ich will's nicht mehr missen, muss ich
gestehen.
Ein überwältigendes Gefühl, sich
dieser Hingabe hinzugeben.
Alles, was ich möchte ist, dies immer
wieder zu erleben.
Ich mag nicht mehr ohne dieses famose
Glück,
welches entspringt aus deinem feinen
Herzen,
sich dann verteilt auf meinen eig'nen
Nerven.
Ich sehne mich so sehr nach dir und
deinem zarten Blick.
Wenn ich dann am Fenster stehe, um
einen Gedanken zu fassen,
verteuf'le ich die Distanz, die Zeit
und die Umstände,
die unsere Sehnsucht etwas bitter-süß
erscheinen lassen.
Dann schreib ich dir ganze Romane,
Briefe und Liebe in Bänden.
Ich hoffe, sie kommen zahlreich bei dir
an und finden
Anklang in deinen Ohren, deinem Geist
und winden
sich empor, um dir ebenso ein Endorphin
zu schenken.
Ich bin hier, warte auf dich und
versuche zu lenken,
was mein Herz begehrt und höre nicht
auf, an dich zu denken.
Wenn ich meine Augen schließe und
meine Arme um dich lege,
ist es so als würde alles stumm, was
sich ringsherum
der Normalität normaler Weise in Krach
und Chaos ergäbe.
Ruhe, Emotion und Leichtigkeit sind nur
ein paar der Güter,
die du mir gibst, die ich brauche, die
ich fühlte,
als du bei mir warst, gestern, heute
und auch später
wird es immer so gewesen sein, als
kannten wir uns're ewigen Gemüter.
Verständnis, Loyalität und Begehren,
diese Worte will ich tatendlich
in Taten wandeln, um dir zu zeigen, wie
wunderbar unendlich
Zeit sein kann, wenn die Vorfreude
größer ist als die Zeit an sich.
Wissentlich der Endlichkeit der
Anderen, die sich nur oberflächlich
an platten Stereotypen ergötzen können
und nicht hinsichtig
hinschauen, was darunter verborgen
liegt, so wohlig und so warmherzig.
Ich habe Dich einfach angenommen und
nun bist Du bei mir angekommen.
Lass' mich für Dich da sein, wenn Du
strauchelst,
wenn Du Ruhe suchst oder etwas
brauchst, es
erschließt sich meinem Geiste nun,
sage nichts, ich habe es schon vernommen.
Stiller Gedankentausch und klingende
Synchronizität,
sind die wahren Wiederkehrer und zwar
derer, die verbunden sind.
Derer, für die das Schöne und das
Echte zählt.
Warme Wogen der Begeisterung tanzen
euphorisch-sanft im Wind.
Ich bin von nun an an deiner Seite,
stehe bei dir, für dich ein und halte
deine feinen Hände in den Meinen,
höre deiner Seele zu und werde
bleiben.
Die Sehnsucht, Schmacht und das
Verlangen
werden niemals jemals enden wollen.
Du belebst mich, mein Herz, Du, mein
Elixier!
Lass und leben, lieben, lachen: Du, mein Wir!
Lass und leben, lieben, lachen: Du, mein Wir!
Sonntag, 4. November 2018
Lass uns tanzen
Lass uns tanzen, hatte sie
gesagt.
Und dann tanzten wir die ganze Nacht.
Wir tanzten bis zum Morgengrauen und scherten uns nicht um unsere Sorgen.
Wir tanzten froh zu so manchem Lied.
Und waren rhythmisch meistens gut.
Und dann tanzten wir die ganze Nacht.
Wir tanzten bis zum Morgengrauen und scherten uns nicht um unsere Sorgen.
Wir tanzten froh zu so manchem Lied.
Und waren rhythmisch meistens gut.
Die Zeit vergeht.
Der Takt hingegen bleibt.
Wir tanzten bis ins
Abendrot und freuten uns auf's Übermorgen.
Wissend, tanzbar sei die gesamte Zeit,
ohne Verlust von Erinnerungen.
Lass uns tanzen, hatte sie gesagt.
Und wir tanzen noch immer, die ganze Nacht.
Die Zeit vergeht.
Die Verbindung hingegen bleibt.
Tanzend durch die Straßen.
Singend durch das Leben.
Lass uns tanzen, hatten wir gesagt.
Wissend, tanzbar sei die gesamte Zeit,
ohne Verlust von Erinnerungen.
Lass uns tanzen, hatte sie gesagt.
Und wir tanzen noch immer, die ganze Nacht.
Die Zeit vergeht.
Die Verbindung hingegen bleibt.
Tanzend durch die Straßen.
Singend durch das Leben.
Lass uns tanzen, hatten wir gesagt.
Und wir tanzen, als gäbe
es keinen Morgen.
Die Welt ist nicht immer grau.
Die Welt ist nicht immer grau.
Schau.
Die Zeit steht,
still und
eingefangen.
Komm, lass uns tanzen.
Komm, lass uns tanzen.
Jetzt und nun,
für alle Zeiten.
Lass uns tanzen, hatte sie
gesagt.
Und dann tanzten wir die ganze Nacht.
Und dann tanzten wir die ganze Nacht.
Dienstag, 16. Oktober 2018
In dieser düsterschönen Utopie
Aufmerksamkeit, Kontakte und
Entsprechungen. Darauf läuft es oft hinaus...ob, man den Ruhm und
die Anerkennungen annimmt oder nicht. Einflüsse werden auf einen
einprasseln. Im großen Stile, so wie im Kleinen. Sensibilität,
Empfänglichkeit des Geistes, oder eher "negativ": mental
weakness, sind dabei Faktoren, die für Viele nicht nachzuvollziehen
sind. Wenn man sich dann zurückziehen muss, weil man nicht mehr in
der Lage ist, zu entsprechen, dann ist das Schutz. Wenn man sich
entzieht, diverser Pflichten, dann ist das eine Warnung, die es zu
deuten gilt. Niemand sollte immer parat sein müssen. Wir sollten
immer die freie Wahl haben, uns Selbst entsprechend zu reagieren.
Der feine Geist wird immer mehr
komplizieren, als ein stumpfes Wesen.
Jeder der es kennt, weiß wie's ist.
Jeder, der's nicht tut, sollte mal in sich lesen.
Sich fragen, wie es wäre, wenn man
ganz am Boden ist.
Niemand, der nie am Boden war, kann
sagen, wie es war,
nach oben blicken zu müssen, aus einer
Sicht,
die nicht erstrebenswert, aber dennoch
allumfassend, gar
nebelig und schleierhaft den Blick dann
trübt,
und aus der Welt eine Andere webt.
Manchmal ist die Menge, die Fülle, eine so Große,
dass man bald nicht mehr weiß, wo vorn
und hinten.
Und man fängt an zu zweifeln, sich zu
winden,
sinniert dann, ob und überhaupt, zu
werten ist, dies' Lose.
Man entzieht sich dann vielleicht
komplett dem Ganzen
oder anders extrem: prescht noch mehr
nach vorn',
um zu flüchten vor den wilden Grenzen,
die merklich immer mehr verdorr'n.
Wenn man hat ein gütig' Wesen, eine
feine Art und Weise,
die stets positiv oder freundlich ist,
so ist es gegeben, dass man viel
bekommt,
obwohl man eher leise, gar nicht weiß,
wie man umzugehen, den Weg dann sehen
soll,
auf dieser langen, meist beschwerten
Reise.
Ballast und Paketbarkeiten sind des
Geistes Hindernis.
Die Möglichkeiten sind unendlich,
die Suche hingegen oft sehr
mühsehlig(lich).
Das eig'ne Wohl, so soll es sein, die
Wertigkeit an erster Stelle,
darf nie außer Acht gelassen werden,
auch wenn es leichter ist, nicht danach
zu streben.
So grämen wir uns nicht und sehen
optimistisch
auf das Befinden der eigenen
Möglichkeit, wissend:
dass Aufmerksamkeit, Kontakte und Entsprechungen,
dass Aufmerksamkeit, Kontakte und Entsprechungen,
manchmal nicht mehr sind als soziale
Verflechtungen,
die man auch mal stutzen darf - und
sollte -,
wenn sie wuchern, was man so vielleicht
nie wollte.
Lasst uns doch einander schenken, dass
wir sind!
Und praktizieren einfach den
eigentlichen Sinn.
Verständnis, Mitgefühl und Empathie.
Umsicht, Demut und Sympathie.
Menschsein, heut', ist leicht, wie nie!
...in dieser düsterschönen Utopie.
Sonntag, 9. September 2018
Ein Schwenk aus dem Leben
Dass ich das mal schreiben würde - ein Schwenk aus dem Leben - verrückt. Aber hey, Sachen passieren ja glücklicherweise.
Freitag auf Samstag Nacht, halb vier. Ich bin dann mal wieder raus zur Arbeit. Mittlerweile immer mit dem Gedanken, ob der Typ der das Material da ablegt, dieses Mal wohl pünktlich ist. In letzter Zeit, besonders Samstags, kam es häufig zu Verspätungen. Dann steht man da an dem Ablagepunkt herum. Und das unter Umständen bis zu ner dreiviertel Stunden. Das war bisher die längste Wartezeit...obwohl, einmal wars fast ne Stunde...wie auch immer: super lästig. Besonders dann, wenn man keine zeitliche Idee davon hat, wie lange die Verspätung und die damit verbundene Verzögerung im Betriebsablauf sein wird. Ich habe ja Geduld, aber das ist dann, wie auf die DB zu warten...verschwendete Lebenszeit.
Ich gehe an dem Ort des Geschehens dann meistens auf und ab. Gehe sehr gemächlichen Schrittes eine ungefähr drei mal sieben Meter große Fläche ab. Immer wieder von der einen Hausseite nach vorne und zurück. An der Vorderseite ist die Straße, die Kreuzung, an der der Typ mit dem Lieferwagen immer erscheint. Deshalb stehe ich dann auf halbem Wege immer an der Straße und werfe hoffnungsvolle Blicke nach links, in Erwartung, die Karre böge als bald um die Ecke. Irgendwann erscheint ja dann jemand...aber bis dahin, naja, ich muss mir was ausdenken, am besten etwas Produktives, was ich in der Zeit von ungefähr fünfundvierzig Minuten machen kann. Das wäre gut.
Am Samstag Morgen war es mal wieder soweit, Verspätung, Zeitüberbrückung, Schritte, Kippen. Aber: Menschen. Also ein Mensch. Bürgersteig, Vorderseite, aus der linken Richtung. Nun gut, auf der Straße, ungefähr einhundert Meter von der Ecke der Kreuzung entfernt, da ist halt auch ne Kneipe. Und an einem Samstag morgen, retrospektiv Freitagabend, kann es gut sein, dass betrunkene Menschen aus der Kneipe auf der Straße laufen und irgendwo hinwollen...oft nach Hause. Ganz ehrlich: wenn ich um diese Uhrzeit sichtlich betrunkene Menschen auf mich zu kommen sehen, habe ich immer ein leicht merkwürdiges Gefühl. Wer weiß, was das für Leute sind. Allerdings, so die Erfahrung, sind einzelne Betrunkene eher harmlos. Gruppen von drei bis vier betrunkenen Halbstarken, die eine leicht asoziale Herkunft zu haben scheinen, sind da schon ne andere Nummer. Ich will ja nie etwas beschwören, allerdings bin ich da echt vorsichtig geworden. Die Welt halt, man kennt sie.
However, der einzelne betrunkene Mensch kam dann so langsam in meine Richtung. Er hielt auf halber Strecke zweimal inne, hustete, spuckte auf den Boden und torkelte dann weiter. Immer mit einer Hand, der Rechten, leicht erhoben an den Häuserfronten entlang. Na, herzlichen Glückwunsch. Mittlerweile war es so vier Uhr morgens. Ich hab mein Telefon, was ich da gerade in den Fingern hatte, erstmal verstaut und guckte mir weiter das torkelnde Etwas. Welche Elend, dachte ich mir. Es kam dann näher, bog um die Ecke, stracks auf mich zu. Hart am nuscheln aber immerhin bemüht ein freundliches tschööön nbend heraus zu bringen, brachte er dann ein tschööön nbend heraus und fragte mich, ob ich mal Feuer hätte. Jo, sagte ich. Und zweifelte daran, dass er die Zigarette, die er gerade im Begriff war zu drehen, wirklich was werden würde. Alles in Allem machte er mir den Anschein, in meinem Alter zu sein, sehr betrunken, aber harmlos. Er lehnte dann da so an der Hauswand, drehte bestimmt drei Minuten an der Fluppe rum, bevor ich ihm dann das Feuerzeug aushändigte.
Er war einer der Betrunkenen, die so leicht nach vorn über gebeugt dann da so mit dem Verfall und dem Prozess des Alkohols leicht kämpfen. Dennoch auf meinen Hinweis, ob er die Kippe wohl rauchen können, die er da gebastelt hatte, lachte er nur kurz und meinte, klar, kein Thema...ja das sah man. Selbstgedrehte mit Filter im Suff sind so ne Sache. Entweder völlig luftig oder so scheiße gedreht, dass der Filter bei der kleinsten Berührung mit den Leben wieder flöten geht. Ich fand das amüsierend und etwas traurig. Aber wir kamen dann ins Gespräch, was ich hier mache, als er mir das Feuerzeug zurück gab. Von sich aus. Sehr löblich.
"Arbeit, ne, ich warte hier schon ein bisschen..."
"Ja, wer will jetzt schon arbeiten?"
"Muss, oder? Aber ist eigentlich ganz angenehm, um die Uhrzeit. Und du? Kommst da vorne aus der Kneipe?"
"Jo...Bierstüü..."
Ein ekelhafter Husten überkam diesen Menschen. Rauchen, Alkohol, es war relativ frisch. Er so in Pulli und Jeans, machte wie gesagt einen echt normalen Eindruck. Und wahrscheinlich echt eloquent, wenn er nüchtern war.
"Ja, das Bierstübchen, was für ein Laden! Schon auch eher so die Kaschemme, oder?"
"Joo..."
Ich dachte mir nur, was macht ein relativ junger und normaler Mensch alleine in so einer Kneipe, an einem Freitagabend. Trifft man da wirklich Gleichgesinnte? Eigentlich ist das so ne Kneipe, wo die Mitfünfziger täglich abhängen und es eigentlich keinen anderen Gäste, als diese Stammgäste gibt. Man weiß es nicht so genau, warum, weshalb, wieso. War ja auch nicht mein Bier. Ich wollte nur, dass der Typ mit dem Lieferwagen umme Ecke biegt.
"Darf ich dich mal unverschämter Weise nach der politischen Einstellung fragen?" sagte er dann recht unvermittelt.
"Ja, sicher. Das System fickt uns alle."
"Jooo...ds Sysss"
"Genau, die Wirtschaftspolitik ist so sehr verzahnt mit den Mittelschiebern dieser Welt, dass es mir einfach nur auf den Sack geht, dem dennoch entsprechen zu müssen. Aber ich halte mich da sehr raus, aus der Politik. Das läuft eh so weiter, wie es die Wirtschaft will. Wir müssten einfach mal alle aufhören zu arbeiten. Dann würde dem System so Einiges durch die Lappen gehen. Aber der kleine Mensch, wahlweise die breite Masse ist überhaupt nicht bereit, zu verstehen, dass es anders sein könnte. Ich sags dir, die Kurzfristigkeit der Dinge...auch hier..."
"Jooo. Echt mal" bei diesem Satz wurde seine Stimme leicht lebendiger und definitiv lauter. Alkoholdynamik, wenn man emotional wird. "Die ganzen Pisser da oben...die drücken uns doch eh nur und wollen manipulieren."
"Vielen ist es aber echt egal, oder die setzen sich damit nicht weiter auseinander. Auch ein Problem unserer Generation. Wir sind nicht richtig am Anfang und nicht am Ende. So mitten drin. Etwas schwebend und wartend auf den großen Verfall."
"Jooo, das mal ne gute Einstellung, findsch korrekt."
Seine Zigarette hatte dann im Laufe der Unterhaltung in der Tat ihren Filter verloren...er war zwar bemüht immer mal wieder dran zu ziehen, aber das war doch sehr effektlos. Dann schleuderte er den übrigen Stummel unmotiviert auf den Boden und schien im Begriff zu sein, sich von der Hauswand zu lösen und sich auf zu machen.
Ich fragte noch, wo hin des Weges, er darauf: nach Odenkirchen. Ich so: na herzlichen Glückwunsch!! Er würde zu Fuß mindestens noch ne Stunde unterwegs sein, von da wo er jetzt war.
"Oha, dann wünsche ich mal eine gute Ankunft."
"Du bist korrekt, weißte?"
Er reichte mir zur Bestätigung seine Hand und torkelte wieder weiter.
Kurz drauf kam dann auch der Typ mit dem Lieferwagen um die Ecke.
Freitag auf Samstag Nacht, halb vier. Ich bin dann mal wieder raus zur Arbeit. Mittlerweile immer mit dem Gedanken, ob der Typ der das Material da ablegt, dieses Mal wohl pünktlich ist. In letzter Zeit, besonders Samstags, kam es häufig zu Verspätungen. Dann steht man da an dem Ablagepunkt herum. Und das unter Umständen bis zu ner dreiviertel Stunden. Das war bisher die längste Wartezeit...obwohl, einmal wars fast ne Stunde...wie auch immer: super lästig. Besonders dann, wenn man keine zeitliche Idee davon hat, wie lange die Verspätung und die damit verbundene Verzögerung im Betriebsablauf sein wird. Ich habe ja Geduld, aber das ist dann, wie auf die DB zu warten...verschwendete Lebenszeit.
Ich gehe an dem Ort des Geschehens dann meistens auf und ab. Gehe sehr gemächlichen Schrittes eine ungefähr drei mal sieben Meter große Fläche ab. Immer wieder von der einen Hausseite nach vorne und zurück. An der Vorderseite ist die Straße, die Kreuzung, an der der Typ mit dem Lieferwagen immer erscheint. Deshalb stehe ich dann auf halbem Wege immer an der Straße und werfe hoffnungsvolle Blicke nach links, in Erwartung, die Karre böge als bald um die Ecke. Irgendwann erscheint ja dann jemand...aber bis dahin, naja, ich muss mir was ausdenken, am besten etwas Produktives, was ich in der Zeit von ungefähr fünfundvierzig Minuten machen kann. Das wäre gut.
Am Samstag Morgen war es mal wieder soweit, Verspätung, Zeitüberbrückung, Schritte, Kippen. Aber: Menschen. Also ein Mensch. Bürgersteig, Vorderseite, aus der linken Richtung. Nun gut, auf der Straße, ungefähr einhundert Meter von der Ecke der Kreuzung entfernt, da ist halt auch ne Kneipe. Und an einem Samstag morgen, retrospektiv Freitagabend, kann es gut sein, dass betrunkene Menschen aus der Kneipe auf der Straße laufen und irgendwo hinwollen...oft nach Hause. Ganz ehrlich: wenn ich um diese Uhrzeit sichtlich betrunkene Menschen auf mich zu kommen sehen, habe ich immer ein leicht merkwürdiges Gefühl. Wer weiß, was das für Leute sind. Allerdings, so die Erfahrung, sind einzelne Betrunkene eher harmlos. Gruppen von drei bis vier betrunkenen Halbstarken, die eine leicht asoziale Herkunft zu haben scheinen, sind da schon ne andere Nummer. Ich will ja nie etwas beschwören, allerdings bin ich da echt vorsichtig geworden. Die Welt halt, man kennt sie.
However, der einzelne betrunkene Mensch kam dann so langsam in meine Richtung. Er hielt auf halber Strecke zweimal inne, hustete, spuckte auf den Boden und torkelte dann weiter. Immer mit einer Hand, der Rechten, leicht erhoben an den Häuserfronten entlang. Na, herzlichen Glückwunsch. Mittlerweile war es so vier Uhr morgens. Ich hab mein Telefon, was ich da gerade in den Fingern hatte, erstmal verstaut und guckte mir weiter das torkelnde Etwas. Welche Elend, dachte ich mir. Es kam dann näher, bog um die Ecke, stracks auf mich zu. Hart am nuscheln aber immerhin bemüht ein freundliches tschööön nbend heraus zu bringen, brachte er dann ein tschööön nbend heraus und fragte mich, ob ich mal Feuer hätte. Jo, sagte ich. Und zweifelte daran, dass er die Zigarette, die er gerade im Begriff war zu drehen, wirklich was werden würde. Alles in Allem machte er mir den Anschein, in meinem Alter zu sein, sehr betrunken, aber harmlos. Er lehnte dann da so an der Hauswand, drehte bestimmt drei Minuten an der Fluppe rum, bevor ich ihm dann das Feuerzeug aushändigte.
Er war einer der Betrunkenen, die so leicht nach vorn über gebeugt dann da so mit dem Verfall und dem Prozess des Alkohols leicht kämpfen. Dennoch auf meinen Hinweis, ob er die Kippe wohl rauchen können, die er da gebastelt hatte, lachte er nur kurz und meinte, klar, kein Thema...ja das sah man. Selbstgedrehte mit Filter im Suff sind so ne Sache. Entweder völlig luftig oder so scheiße gedreht, dass der Filter bei der kleinsten Berührung mit den Leben wieder flöten geht. Ich fand das amüsierend und etwas traurig. Aber wir kamen dann ins Gespräch, was ich hier mache, als er mir das Feuerzeug zurück gab. Von sich aus. Sehr löblich.
"Arbeit, ne, ich warte hier schon ein bisschen..."
"Ja, wer will jetzt schon arbeiten?"
"Muss, oder? Aber ist eigentlich ganz angenehm, um die Uhrzeit. Und du? Kommst da vorne aus der Kneipe?"
"Jo...Bierstüü..."
Ein ekelhafter Husten überkam diesen Menschen. Rauchen, Alkohol, es war relativ frisch. Er so in Pulli und Jeans, machte wie gesagt einen echt normalen Eindruck. Und wahrscheinlich echt eloquent, wenn er nüchtern war.
"Ja, das Bierstübchen, was für ein Laden! Schon auch eher so die Kaschemme, oder?"
"Joo..."
Ich dachte mir nur, was macht ein relativ junger und normaler Mensch alleine in so einer Kneipe, an einem Freitagabend. Trifft man da wirklich Gleichgesinnte? Eigentlich ist das so ne Kneipe, wo die Mitfünfziger täglich abhängen und es eigentlich keinen anderen Gäste, als diese Stammgäste gibt. Man weiß es nicht so genau, warum, weshalb, wieso. War ja auch nicht mein Bier. Ich wollte nur, dass der Typ mit dem Lieferwagen umme Ecke biegt.
"Darf ich dich mal unverschämter Weise nach der politischen Einstellung fragen?" sagte er dann recht unvermittelt.
"Ja, sicher. Das System fickt uns alle."
"Jooo...ds Sysss"
"Genau, die Wirtschaftspolitik ist so sehr verzahnt mit den Mittelschiebern dieser Welt, dass es mir einfach nur auf den Sack geht, dem dennoch entsprechen zu müssen. Aber ich halte mich da sehr raus, aus der Politik. Das läuft eh so weiter, wie es die Wirtschaft will. Wir müssten einfach mal alle aufhören zu arbeiten. Dann würde dem System so Einiges durch die Lappen gehen. Aber der kleine Mensch, wahlweise die breite Masse ist überhaupt nicht bereit, zu verstehen, dass es anders sein könnte. Ich sags dir, die Kurzfristigkeit der Dinge...auch hier..."
"Jooo. Echt mal" bei diesem Satz wurde seine Stimme leicht lebendiger und definitiv lauter. Alkoholdynamik, wenn man emotional wird. "Die ganzen Pisser da oben...die drücken uns doch eh nur und wollen manipulieren."
"Vielen ist es aber echt egal, oder die setzen sich damit nicht weiter auseinander. Auch ein Problem unserer Generation. Wir sind nicht richtig am Anfang und nicht am Ende. So mitten drin. Etwas schwebend und wartend auf den großen Verfall."
"Jooo, das mal ne gute Einstellung, findsch korrekt."
Seine Zigarette hatte dann im Laufe der Unterhaltung in der Tat ihren Filter verloren...er war zwar bemüht immer mal wieder dran zu ziehen, aber das war doch sehr effektlos. Dann schleuderte er den übrigen Stummel unmotiviert auf den Boden und schien im Begriff zu sein, sich von der Hauswand zu lösen und sich auf zu machen.
Ich fragte noch, wo hin des Weges, er darauf: nach Odenkirchen. Ich so: na herzlichen Glückwunsch!! Er würde zu Fuß mindestens noch ne Stunde unterwegs sein, von da wo er jetzt war.
"Oha, dann wünsche ich mal eine gute Ankunft."
"Du bist korrekt, weißte?"
Er reichte mir zur Bestätigung seine Hand und torkelte wieder weiter.
Kurz drauf kam dann auch der Typ mit dem Lieferwagen um die Ecke.
Montag, 30. April 2018
Ein April-Post und Zusammenfassung
Hello meine lieben Leserinnen und Leser,
ich wollte den April jetzt nicht gänzlich unbeschrieben lassen und trage einfach mal ein bisschen zusammen, was sich in den letzten Wochen so getan hat. Es gibt also in dem Beitrag kein spezielles Thema oder etwas, auf das ich konkret hinschreiben. Vielmehr eine Aktualisierung, eine Bestandsaufnahme und eine Reflexion der Dinge.
Well, für die Stimmung beim Schreiben habe ich mir mal den Bladerunner 2049 Soundtrack angemacht. Ein Wahnsinns-Film und zudem ein Soundtrack von Herrn Zimmer, der wieder mal alles kann, was er können muss. Er ist einfach gut!
Wo fange ich an? Hmm...also, es war einmal der mittelgroße Joe. Der stand mal total gut im Leben und ließ sich seine Kopflastigkeit gar niemals anmerken. Er war zwar immer schon
ein Realist und die Gedanken waren stets umfangreich, aber er war damals so viel "leichter" als heute. Damit ist natürlich ein metaphorisches Gewicht gemeint. Die Schwere der Gedanken, die Zweifel an der eigenen Person, Kritik an Vielem etc....
Nun ist es ja so, dass ich in den letzten 2-3 Jahren immer mal wieder ganz am Boden gewesen bin und ich mich schwerlich von den depressiven Gefühlen, den schwarzen Löchern und der Antriebslosigkeit dieser Zeit frei machen konnte. Es war im Rahmen des Krankheitsbildes einfach nicht möglich. Jeder, der keine Depressions-Erfahrung hat, wird dieses Gefühl nicht nachvollziehen können. Aber ich sage Euch, es ist wirklich nicht schön, wie es war. ABER! Es schleicht sich weiterhin immer mehr und mehr aus. Ich merke es, spüre es, reflektiere es und möchte das Positive wahrnehmen. Das ist gut.
Diese metaphorische Leichtigkeit kommt nun Stück für Stück immer mehr zurück. Ich werde zwar nie wieder so sein, wie ich es mit fünfundzwanzig war, aber das Streben nach der Unbeschwertheit mit einem - nun etwas anderen Charakter - ist weiterhin mein Ziel. Ich will nicht mehr so viel zweifeln, ich will nicht immer nur der permanente Kritiker sein. Ich will mich nicht immer selber verurteilen. Ich bin ja immer noch ich und grundsätzlich bin ich auch immer ich gewesen. Allerdings machen gewisse Sachen einfach Sachen mit einem, die einen teilweise verändern können.
Ich werde grundsätzlich immer sensibel und aufmerksam sein und mir viele Gedanken machen, das gehört einfach zu mir dazu. Aber die emotionalen Empfindungen und Grenzerfahrungen hinterlassen doch gewisse Spuren, das kann man nicht abstreiten. Dennoch möchte ich irgendwann einfach sagen können:
"Guck hier, diese Spuren, diese Narben, ja, das war damals, es hat mich zu einem besseren Menschen gemacht und es ist gut daran erinnert zu werden."
Und ja, ich muss sagen, dass die letzten Wochen zwar alles andere als leicht waren, ich aber komplett anders mit den aktuellen Problemen umgehe. Es ist wieder möglich, an die Lösungen zu denken und nicht nur an die unzumutbare Bewältigung des Lebens (so empfand ich es eine ganze Zeit lang).
Ja, meine Band hat sich aufgelöst. Ja, ich hatte eine Zeit lang keinen Job. Ja, ich habe mich gesellschaftlich wieder etwas zurückgehalten. Ja, ich hatte immer noch keine Dates oder romantisch angehauchten Situationen. Ja, es könnte irgendwie alles besser sein. Aber, was ich weiterhin lerne, empfinde und mitbekomme, ist, dass ich gedanklich nicht wieder in diese ominösen Teufelskreise verfalle. Ich empfinde Probleme zwar weiterhin als schwierig, aber lösbar.
Ich habe mich um einen neuen Job bemüht und etwas gefunden. Ich darf weiterhin mit einem ganz wunderbaren Menschen, Schlagzeuger und Rhythmus-Kollegen Musik machen. Die Veränderungen waren zwar nicht schön und dadurch habe ich wieder völlig neue Erfahrungen machen dürfen, aber Veränderungen bringen tatsächlich etwas Positives mit sich, das wird mir im Moment sehr bewusst. Und das ist enorm wichtig, dass ich das wieder wahrnehmen kann!
Ein neuer Job bedeutet, wieder teilhaben haben zu können, Verantwortung übernehmen, Regelmäßigkeiten passieren lassen. Der Bruch mit der Band bietet uns beiden (dem Tommler und mir) die Möglichkeit etwas Neues, Eigenes und Persönliches auf die Beine zustellen, auf das wir richtig Bock haben. Wir bauen fleißig an der neuen Insel und die ersten Besucher kommen auch schon. Je nach dem, wie Diese sich anschicken, dürfen sie auf bleiben. Der Job macht Laune, es ist wieder etwas für das ich meine Verantwortung gerne bereitstelle. Eine neue Band findet sich. Alles wird gut!
Aufgrund der temporären wirtschaftlichen Situation habe ich den gesellschaftlichen Aspekt allerdings echt wieder vernachlässigt, das kann ich nicht leugnen. Ich habe zwar teilgenommen, aber nur sehr sporadisch. Kommunikation hat stattgefunden, aber nur mit den wichtigsten Menschen (Familie, zwei langjährige Freunde und mein Schlagzeuger, der sich anschickt, eine enorme Zeit im meinem Leben zu erhalten; find ich gut. Verständnis und Musik verbinden).
Klar, wenn du keine Kohle hast und gucken musst, dass du einfach nur über die Runden kommst, sind alle anderen gesellschaftlichen Ereignisse und Freizeitgestaltungen eher unnötig und nicht bedenkenswert, da alles irgendwie Kohle benötigt. Ich habe meine Prioritäten also aufs Wesentliche reduziert. Dass ich wieder aus den Vollen schöpfen kann, ist zwar nicht von heute auf morgen getan - die Glättung der Umstände wird noch ein bisschen Zeit benötigen - aber ich habe Geduld und das Wichtigste: ich lasse mich von diesen Umständen nicht unterkriegen! Dass ich dann bald mal wieder ins Kino gehen oder Party machen kann, oder einfach mal in eine fremde Stadt fahre um neue oder alte Menschen zu treffen, das wird dann auch bald wieder möglich sein. So lange sollte ich mich aber so gut es geht aus dem Internet raushalten, um nicht doch noch zu Tode gespoilert zu werden (Avengers Infinity War!)
...wobei ich ja schon im Internet sein möchte, denn die Sache mit den Frauen ist echt so ne Sache. So langsam wirds echt lang, nervig und ich werde (oha) ungeduldig. Und wo sonst, als im Internet, macht man die meisten Kontakte?! Da ich ja durchaus weiß, wie man sich artikuliert und ein ganz anständiger Kerl bin, der ja durchaus was zu bieten hat, sollte es ja eigentlich ein Klacks sein, auch in diesem Level mal wieder über das Tutorial hinweg zu kommen.
Aber auch hier: wenn sich die Lage wieder entspannt hat, kann ich auch wieder mehr an "Draußen" teilhaben und lerne dann im Bestfall Leute über Leute kennen. Alles das, was sonst normalerweise so passiert, wenn man im Leben ist. Keine Frage, Leben, ich komme wieder. Und ja, ich versuche auch etwas oberflächlicher teilzunehmen und mich nicht zu sehr, zu lange mit Dingen aufzuhalten.
System, ich kritisiere Dich zwar weiterhin (das wird auch immer so bleiben) aber ich durchschaue Dich und ich nutze die Muster und Verbindungen zu meinen Gunsten aus. Kann ja nicht so schwer sein. Mal sehen, wie ich bald darüber schreibe. Vielleicht klappts, vielleicht stoße ich trotzdem wieder an meine eigenen Ansprüche bzw. die der Umwelt, aber hey:
Neuer Job, neue Band, neues (altes, neues) Leben, neuer Sex, neue Liebe. Klingt gut. 2,75 von 5: check. Der Rest ist in Artbeit.
ich wollte den April jetzt nicht gänzlich unbeschrieben lassen und trage einfach mal ein bisschen zusammen, was sich in den letzten Wochen so getan hat. Es gibt also in dem Beitrag kein spezielles Thema oder etwas, auf das ich konkret hinschreiben. Vielmehr eine Aktualisierung, eine Bestandsaufnahme und eine Reflexion der Dinge.
Well, für die Stimmung beim Schreiben habe ich mir mal den Bladerunner 2049 Soundtrack angemacht. Ein Wahnsinns-Film und zudem ein Soundtrack von Herrn Zimmer, der wieder mal alles kann, was er können muss. Er ist einfach gut!
Wo fange ich an? Hmm...also, es war einmal der mittelgroße Joe. Der stand mal total gut im Leben und ließ sich seine Kopflastigkeit gar niemals anmerken. Er war zwar immer schon
ein Realist und die Gedanken waren stets umfangreich, aber er war damals so viel "leichter" als heute. Damit ist natürlich ein metaphorisches Gewicht gemeint. Die Schwere der Gedanken, die Zweifel an der eigenen Person, Kritik an Vielem etc....
Nun ist es ja so, dass ich in den letzten 2-3 Jahren immer mal wieder ganz am Boden gewesen bin und ich mich schwerlich von den depressiven Gefühlen, den schwarzen Löchern und der Antriebslosigkeit dieser Zeit frei machen konnte. Es war im Rahmen des Krankheitsbildes einfach nicht möglich. Jeder, der keine Depressions-Erfahrung hat, wird dieses Gefühl nicht nachvollziehen können. Aber ich sage Euch, es ist wirklich nicht schön, wie es war. ABER! Es schleicht sich weiterhin immer mehr und mehr aus. Ich merke es, spüre es, reflektiere es und möchte das Positive wahrnehmen. Das ist gut.
Diese metaphorische Leichtigkeit kommt nun Stück für Stück immer mehr zurück. Ich werde zwar nie wieder so sein, wie ich es mit fünfundzwanzig war, aber das Streben nach der Unbeschwertheit mit einem - nun etwas anderen Charakter - ist weiterhin mein Ziel. Ich will nicht mehr so viel zweifeln, ich will nicht immer nur der permanente Kritiker sein. Ich will mich nicht immer selber verurteilen. Ich bin ja immer noch ich und grundsätzlich bin ich auch immer ich gewesen. Allerdings machen gewisse Sachen einfach Sachen mit einem, die einen teilweise verändern können.
Ich werde grundsätzlich immer sensibel und aufmerksam sein und mir viele Gedanken machen, das gehört einfach zu mir dazu. Aber die emotionalen Empfindungen und Grenzerfahrungen hinterlassen doch gewisse Spuren, das kann man nicht abstreiten. Dennoch möchte ich irgendwann einfach sagen können:
"Guck hier, diese Spuren, diese Narben, ja, das war damals, es hat mich zu einem besseren Menschen gemacht und es ist gut daran erinnert zu werden."
Und ja, ich muss sagen, dass die letzten Wochen zwar alles andere als leicht waren, ich aber komplett anders mit den aktuellen Problemen umgehe. Es ist wieder möglich, an die Lösungen zu denken und nicht nur an die unzumutbare Bewältigung des Lebens (so empfand ich es eine ganze Zeit lang).
Ja, meine Band hat sich aufgelöst. Ja, ich hatte eine Zeit lang keinen Job. Ja, ich habe mich gesellschaftlich wieder etwas zurückgehalten. Ja, ich hatte immer noch keine Dates oder romantisch angehauchten Situationen. Ja, es könnte irgendwie alles besser sein. Aber, was ich weiterhin lerne, empfinde und mitbekomme, ist, dass ich gedanklich nicht wieder in diese ominösen Teufelskreise verfalle. Ich empfinde Probleme zwar weiterhin als schwierig, aber lösbar.
Ich habe mich um einen neuen Job bemüht und etwas gefunden. Ich darf weiterhin mit einem ganz wunderbaren Menschen, Schlagzeuger und Rhythmus-Kollegen Musik machen. Die Veränderungen waren zwar nicht schön und dadurch habe ich wieder völlig neue Erfahrungen machen dürfen, aber Veränderungen bringen tatsächlich etwas Positives mit sich, das wird mir im Moment sehr bewusst. Und das ist enorm wichtig, dass ich das wieder wahrnehmen kann!
Ein neuer Job bedeutet, wieder teilhaben haben zu können, Verantwortung übernehmen, Regelmäßigkeiten passieren lassen. Der Bruch mit der Band bietet uns beiden (dem Tommler und mir) die Möglichkeit etwas Neues, Eigenes und Persönliches auf die Beine zustellen, auf das wir richtig Bock haben. Wir bauen fleißig an der neuen Insel und die ersten Besucher kommen auch schon. Je nach dem, wie Diese sich anschicken, dürfen sie auf bleiben. Der Job macht Laune, es ist wieder etwas für das ich meine Verantwortung gerne bereitstelle. Eine neue Band findet sich. Alles wird gut!
Aufgrund der temporären wirtschaftlichen Situation habe ich den gesellschaftlichen Aspekt allerdings echt wieder vernachlässigt, das kann ich nicht leugnen. Ich habe zwar teilgenommen, aber nur sehr sporadisch. Kommunikation hat stattgefunden, aber nur mit den wichtigsten Menschen (Familie, zwei langjährige Freunde und mein Schlagzeuger, der sich anschickt, eine enorme Zeit im meinem Leben zu erhalten; find ich gut. Verständnis und Musik verbinden).
Klar, wenn du keine Kohle hast und gucken musst, dass du einfach nur über die Runden kommst, sind alle anderen gesellschaftlichen Ereignisse und Freizeitgestaltungen eher unnötig und nicht bedenkenswert, da alles irgendwie Kohle benötigt. Ich habe meine Prioritäten also aufs Wesentliche reduziert. Dass ich wieder aus den Vollen schöpfen kann, ist zwar nicht von heute auf morgen getan - die Glättung der Umstände wird noch ein bisschen Zeit benötigen - aber ich habe Geduld und das Wichtigste: ich lasse mich von diesen Umständen nicht unterkriegen! Dass ich dann bald mal wieder ins Kino gehen oder Party machen kann, oder einfach mal in eine fremde Stadt fahre um neue oder alte Menschen zu treffen, das wird dann auch bald wieder möglich sein. So lange sollte ich mich aber so gut es geht aus dem Internet raushalten, um nicht doch noch zu Tode gespoilert zu werden (Avengers Infinity War!)
...wobei ich ja schon im Internet sein möchte, denn die Sache mit den Frauen ist echt so ne Sache. So langsam wirds echt lang, nervig und ich werde (oha) ungeduldig. Und wo sonst, als im Internet, macht man die meisten Kontakte?! Da ich ja durchaus weiß, wie man sich artikuliert und ein ganz anständiger Kerl bin, der ja durchaus was zu bieten hat, sollte es ja eigentlich ein Klacks sein, auch in diesem Level mal wieder über das Tutorial hinweg zu kommen.
Aber auch hier: wenn sich die Lage wieder entspannt hat, kann ich auch wieder mehr an "Draußen" teilhaben und lerne dann im Bestfall Leute über Leute kennen. Alles das, was sonst normalerweise so passiert, wenn man im Leben ist. Keine Frage, Leben, ich komme wieder. Und ja, ich versuche auch etwas oberflächlicher teilzunehmen und mich nicht zu sehr, zu lange mit Dingen aufzuhalten.
System, ich kritisiere Dich zwar weiterhin (das wird auch immer so bleiben) aber ich durchschaue Dich und ich nutze die Muster und Verbindungen zu meinen Gunsten aus. Kann ja nicht so schwer sein. Mal sehen, wie ich bald darüber schreibe. Vielleicht klappts, vielleicht stoße ich trotzdem wieder an meine eigenen Ansprüche bzw. die der Umwelt, aber hey:
Neuer Job, neue Band, neues (altes, neues) Leben, neuer Sex, neue Liebe. Klingt gut. 2,75 von 5: check. Der Rest ist in Artbeit.
Mittwoch, 6. Dezember 2017
Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Internetuser/Leute zur Paarungszeit
Hey Folks, heute mal wieder etwas, was uns alle betrifft. Fortpflanzung und so, is klar, ne?! Ich habe mir zwar noch nicht wirklich viele, konkrete Gedanken zu dem Thema gemacht, außer die, die spontan bei der Themenwahl erschienen sind, aber - wie so oft - entsteht der Beitrag dieses Mal auch eher beim Schreiben.
Der Ein oder Andere wird den Beitragstitel sicherlich in seiner Ursprungsform kennen?! Der Originaltitel eines Filmes lautet nämlich "Das merkwürdiger Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" und befasst sich natürlich mit der Gesellschaft, dem Miteinander und den Problemchen, die so auftreten, wenn Menschen geschlechtsreif sind und nach Umgang und Körperlichkeiten streben. Ich finde den Übertrag ins Internet nur passend und will das Verhalten bei den geschlechtsreifen Internetusern eben ein bisschen hinterfragen bzw. gedanklich anschauen, da wir uns - mittlerweile in fast allen Generationen - mit dem Internet als Kommunikator befassen und es vermehrt wahrnehmen.
Wenn man sich das allgemeine Verhalten im Internet, spezieller Weise in Facebook-Gruppen, Whats-App- und Telegram-Gruppen anschaut, wird der versierte Menschenkenner schnell feststellen: Ja, viel Stumpfsinn, viel Primitives, viel Profilieren, viel Titten, viel Penis, viel Sex und naja, Vieles, was unnötig, aber leider ganz normal ist. Viel Oberflächlichkeit.
Offensichtlich besteht die Paarungszeit dieser Internetuser permanent. Das ganze Jahr, 24/7/365, quasi. Im Sommer und Frühling intensiver, weil Sonne und Hormone, die vermeintlich über die Stränge schlagen. Im Winter und Herbst aber auch, nur etwas anders merkbar, mit mehr Bezug auf die Jahreszeiten...Ein Kamin mit Teppich davor, ist zum Beispiel ein Bild für den Winter...
Das merkwürdige Verhalten dieser Leute, das Verhalten Aller, die annähernd triebgesteuert sind, herrscht, seit dem das Internet sämtliche Kommunikationswege beeinflusst, also permanent vor. So ist also eine permanente Paarungszeit einhergehend mit permanent, merkwürdigem Verhalten. Menschen machen Sachen, dreiste, kommunikative Sachen, um darauf aufmerksam zu machen, dass Paarungszeit ist. Hauptsache es mal erwähnen, sich anbieten, anpreisen, mit einem Augenzwinkern (wie ich es liebe) darauf hinweisen, zur Not ist ja Alles nur ein Spaß (wie ich es liebe). Der einfache Mensch, der sich keine Gedanken macht, würde das merkwürdige Verhalten wahrscheinlich als Flirten auslegen, bzw. es so erklären, wenn er danach gefragt werden würde. Das ist dann individuelle Auslegungssache, natürlich. Und wenn Flirten heutzutage heißt, auf Biegen und Brechen darauf hinzuweisen, dass man ja zur Verfügung steht...naja, dann sollte ich wohl endlich mit der alten Welt und den Vorstellungen von früher abschließen und einfach mitmachen...
...ja, eher nicht, auch wenn ich wollen würde. Ein bisschen eigenen Anspruch, Gewissen und Würde will ich mir dann doch behalten und muss das Flirten anders gestalten, als es heutzutage der Usus ist. Von daher nehme ich dann weiter mit dem kleinen, speziellen Teil, den besonderen Menschen vorlieb, die es ähnlich sehen, dass dieses 0815-Getue des Großteils der Leute, stumpf und hohl ist. Ich mag Menschen, die meine Ansichten teilen. Ich mag Ansichten, die von Wenigen geteilt werden. Gegen die Masse? Ja, durchaus. Kritik, weiterhin. Total glücklich mit Gedanken über die Welt und deren Bewohnern? Bedingt. Zu viel Ärger und Unverständnis. Aber, hey, hier ist wieder der Punkt, an dem man feststellen kann: mach dir keine Gedanken und du bist glücklich. Mache dir zu viele Gedanken und du bist definitiv schwierig. Der Mittelweg, auch hier, ja, der wäre gut.
Zurück zu vermeintlich merkwürdigem Verhalten. Die meisten Mädels im Internet sind wie Prinzessinnen, die erobert werden möchten. Eine recht klassiche Vorstellung und gar nicht mal so abwegig, dass dies so ist. Sie wollen gewonnen und überzeugt werden, dass man der Prinz auf dem weißen Ross ist, ob es dabei speziell um Sex geht oder nicht, ist erstmal egal. Die emanzipierte Prinzessin von heute würde niemals auf die Idee kommen auch nur einen kleinen Schritt von alleine zu machen. Der Herr ist gefragt und soll aktiv werden und Interesse bekunden, soweit so gut, klassisch und so gar nicht modern, in dieser aufstrebenden und nach Gleichstellung bemühten Welt. Dennoch ist dieses Verhalten durchaus nachzuvollziehen. Warum sollte man sich auch bemühen, wenn man eh täglich, je nach optischer Erscheinung, mit diversen Angeboten, Flirtversuchen oder eindeutigen Bildern überschwemmt wird. Man kann ja dann ganz einfach aussuchen und sich das herauspicken, was man gerade braucht. Die Kurzfristigkeit der Dinge. Überangebot macht faul.
Da die meisten Typen diese Art und Weise aber voll unterstützen, gerne der Jäger sind und mit Tatendrang dafür sorgen, mindestens jedes weibliche Wesen, was annähernd - in ihren Augen - nicht hässlich ist, wenigstens einmal angeschrieben, geliked oder einen zweideutigen Spruch offeriert zu haben, wird diese Jagd nach Profilen, oberflächlich betrachtet, einfach voll ausgelebt und befeuert.
Ganz klar, man liest immer wieder von Mädels, die sich öffentlich darüber auslassen, dass sie ja schon wieder Dick-Pics bekommen haben, aber gar nicht danach gefragt hatten. Das sind dann die ganz primitiven Prinzen, die nicht mal mehr ein "Hi, wie gehts?" schreiben, sondern direkt alles anbieten. Sicher, das ist sehr eindeutig und verfehlt wohl nicht den Zweck, der da gewollt ist. Und wenn man als ambitionierter Internetuser 100 Mädels solche Bilder geschickt hat, und nur Eine darauf eingeht, nun ja...Zweck erfüllt. Und auch bei den weiblichen Usern, die sich darüber beschweren, stört der, leicht süffisante, Nebensatz "...ich habe nicht mal danach gefragt 😂😂", wie ich finde. Ganz so scheiße wird diese Art der Aufmerksamkeit wohl gar nicht gefunden. Das betrifft dann aber auch wieder alles die breite Masse, denke ich. Ganz normal, jeder möchte Sex. Sex ist, wie oft erwähnt, eine ganz tolle Sache, das sehe ich ja auch so. Aber muss man denn das ganze Internet auf so eine stumpfe Art und Weise, regelrecht, abgrasen, um nur mal zum Zug zu kommen? Kann man machen, weil es durch die Mittel und Wege nunmal möglich ist...
...da nehme ich mich dann mal wieder raus. Spezielles Pflänzchen, ich bin. Auf der Suche nach dem Platz im Licht mit Bewässerungsmöglichkeiten. Ich will ja schließlich nicht eingehen. Sex ist wichtig und er fehlt mir auch arg in den letzten drei Jahren. Sehnsucht ist als sensibler Mensch nochmal ne ganz andere Nummer, als bei den ganzen hohlen Fritten, ich sags Euch! Ich habe eben das Verlangen nach ganzheitlichem, einvernehmlichem und erfülltem Sex. Diesen kann man eventuell auch dadurch finden, in dem man einfach danach fragt, ne?! Wer ficken will, muss freundlich sein. Ja, super. Ich kann so freundlich sein, mein Wesen hat so eine tolle Art, ich bin ein liebenswerter Mensch. Auf jeden Fall, das Alles, zu letzt noch gehört. Alles toll. Nur ist mein Gewissen einfach zu präsent und meine Ängste vor Ablehnung einfach zu groß, als dass ich so ohne Weiteres bei den Menschen, die mir sympathisch sind, bei denen ein gewisser Vibe vorherrscht, aufs Ganze gehen würde. Ich machs mir selber schwer, oder?
Ja, mitunter, ich kenne mich ja leider auch ganz gut und weiß, dass man mich auch ersteinmal kennen lernen muss. Ich komme einfach über die Zeit und die Intensität, als über das Kurzfristige und Oberflächliche. Also, wer Zeit will und intensive Momente mag, der sollte sich nun angesprochen fühlen. Wie sagte man mir vor Kurzem noch: "Du bist eh das speziellste Pflänzchen, das ich kenne, du bekommst deinen ganz eigenen Platz. fern ab von den anderen Schubladen, damit du keinen Schaden anrichtest." Ich sehe das durchaus als Kompliment, auch das mit dem Schaden. Bei dieser Aussage herrschte aber eh ein unausgesprochenes, aber dieses Mal passendes, Augenzwinkern vor.
Ich freue mich auch weiterhin darüber einen positiven, aber eben speziellen, Eindruck hinterlassen zu können und möchte diesen wahren, da Bestätigung für meine Person (speziell für mich selbst: für meine, neue Person, die ich in den letzten 2 Jahren wieder aufgebaut habe) ein echt tolles Gefühl ist. Und es ist so wichtig, da diese Bestätigung in meinem Leben (Abschnitt) auch mal komplett gefehlt hat. Der Weg erstreckt sich also weiterhin vor mir und es ist an mir ihn zu gehen. Mit oder ohne Begleiter, am liebsten aber mit, dann ist man nicht so alleine mit seinen Gedanken. Ich brauche eindeutig mehr Konfetti in meinem Leben und mehr oder weniger, weniger Gehirn, weiterhin. "Sei nicht so streng mit Dir, aber bleibe Du selbst!" So soll es sein, ich bin ja gut, nicht einfach, aber ziemlich toll, so wie ich bin, es benötigt nur jemanden mit etwas botanischem Verständnis für Pflege und Obacht, damit ich richtig und noch mehr wachse...oder einfach mal eine helfende Hand...ja, tschuldigung, ein platter Spruch musste nun sein. Wobei in dem Zusammenhang die Zweideutigkeit vielleicht nicht ganz so platt ist.
Vielleicht spiele ich das Spiel um die Profile ja doch irgendwann mal mit. Vielleicht mache ich auch ein ganz eigenes Spiel daraus. Fördert Wettbewerb nicht irgendwo Ehrgeiz? Ja, unter Umständen. Ich mag die Umstände allerdings nicht, deshalb muss das eigene Spiel her. Ich sag dann Bescheid, wenn es soweit ist. Ein Titel existiert aber schon:
Das merkwürdige Verhalten spezieller Pflänzchen zur Blütezeit - Ein Spiel um Bienen, Nektar, Pollen und Bestäubung.
Das wird garantiert ein Hit, ab 18, versteht sich. Ein eher unkonventionelles Spiel.
Der Ein oder Andere wird den Beitragstitel sicherlich in seiner Ursprungsform kennen?! Der Originaltitel eines Filmes lautet nämlich "Das merkwürdiger Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" und befasst sich natürlich mit der Gesellschaft, dem Miteinander und den Problemchen, die so auftreten, wenn Menschen geschlechtsreif sind und nach Umgang und Körperlichkeiten streben. Ich finde den Übertrag ins Internet nur passend und will das Verhalten bei den geschlechtsreifen Internetusern eben ein bisschen hinterfragen bzw. gedanklich anschauen, da wir uns - mittlerweile in fast allen Generationen - mit dem Internet als Kommunikator befassen und es vermehrt wahrnehmen.
Wenn man sich das allgemeine Verhalten im Internet, spezieller Weise in Facebook-Gruppen, Whats-App- und Telegram-Gruppen anschaut, wird der versierte Menschenkenner schnell feststellen: Ja, viel Stumpfsinn, viel Primitives, viel Profilieren, viel Titten, viel Penis, viel Sex und naja, Vieles, was unnötig, aber leider ganz normal ist. Viel Oberflächlichkeit.
Offensichtlich besteht die Paarungszeit dieser Internetuser permanent. Das ganze Jahr, 24/7/365, quasi. Im Sommer und Frühling intensiver, weil Sonne und Hormone, die vermeintlich über die Stränge schlagen. Im Winter und Herbst aber auch, nur etwas anders merkbar, mit mehr Bezug auf die Jahreszeiten...Ein Kamin mit Teppich davor, ist zum Beispiel ein Bild für den Winter...
Das merkwürdige Verhalten dieser Leute, das Verhalten Aller, die annähernd triebgesteuert sind, herrscht, seit dem das Internet sämtliche Kommunikationswege beeinflusst, also permanent vor. So ist also eine permanente Paarungszeit einhergehend mit permanent, merkwürdigem Verhalten. Menschen machen Sachen, dreiste, kommunikative Sachen, um darauf aufmerksam zu machen, dass Paarungszeit ist. Hauptsache es mal erwähnen, sich anbieten, anpreisen, mit einem Augenzwinkern (wie ich es liebe) darauf hinweisen, zur Not ist ja Alles nur ein Spaß (wie ich es liebe). Der einfache Mensch, der sich keine Gedanken macht, würde das merkwürdige Verhalten wahrscheinlich als Flirten auslegen, bzw. es so erklären, wenn er danach gefragt werden würde. Das ist dann individuelle Auslegungssache, natürlich. Und wenn Flirten heutzutage heißt, auf Biegen und Brechen darauf hinzuweisen, dass man ja zur Verfügung steht...naja, dann sollte ich wohl endlich mit der alten Welt und den Vorstellungen von früher abschließen und einfach mitmachen...
...ja, eher nicht, auch wenn ich wollen würde. Ein bisschen eigenen Anspruch, Gewissen und Würde will ich mir dann doch behalten und muss das Flirten anders gestalten, als es heutzutage der Usus ist. Von daher nehme ich dann weiter mit dem kleinen, speziellen Teil, den besonderen Menschen vorlieb, die es ähnlich sehen, dass dieses 0815-Getue des Großteils der Leute, stumpf und hohl ist. Ich mag Menschen, die meine Ansichten teilen. Ich mag Ansichten, die von Wenigen geteilt werden. Gegen die Masse? Ja, durchaus. Kritik, weiterhin. Total glücklich mit Gedanken über die Welt und deren Bewohnern? Bedingt. Zu viel Ärger und Unverständnis. Aber, hey, hier ist wieder der Punkt, an dem man feststellen kann: mach dir keine Gedanken und du bist glücklich. Mache dir zu viele Gedanken und du bist definitiv schwierig. Der Mittelweg, auch hier, ja, der wäre gut.
Zurück zu vermeintlich merkwürdigem Verhalten. Die meisten Mädels im Internet sind wie Prinzessinnen, die erobert werden möchten. Eine recht klassiche Vorstellung und gar nicht mal so abwegig, dass dies so ist. Sie wollen gewonnen und überzeugt werden, dass man der Prinz auf dem weißen Ross ist, ob es dabei speziell um Sex geht oder nicht, ist erstmal egal. Die emanzipierte Prinzessin von heute würde niemals auf die Idee kommen auch nur einen kleinen Schritt von alleine zu machen. Der Herr ist gefragt und soll aktiv werden und Interesse bekunden, soweit so gut, klassisch und so gar nicht modern, in dieser aufstrebenden und nach Gleichstellung bemühten Welt. Dennoch ist dieses Verhalten durchaus nachzuvollziehen. Warum sollte man sich auch bemühen, wenn man eh täglich, je nach optischer Erscheinung, mit diversen Angeboten, Flirtversuchen oder eindeutigen Bildern überschwemmt wird. Man kann ja dann ganz einfach aussuchen und sich das herauspicken, was man gerade braucht. Die Kurzfristigkeit der Dinge. Überangebot macht faul.
Da die meisten Typen diese Art und Weise aber voll unterstützen, gerne der Jäger sind und mit Tatendrang dafür sorgen, mindestens jedes weibliche Wesen, was annähernd - in ihren Augen - nicht hässlich ist, wenigstens einmal angeschrieben, geliked oder einen zweideutigen Spruch offeriert zu haben, wird diese Jagd nach Profilen, oberflächlich betrachtet, einfach voll ausgelebt und befeuert.
Ganz klar, man liest immer wieder von Mädels, die sich öffentlich darüber auslassen, dass sie ja schon wieder Dick-Pics bekommen haben, aber gar nicht danach gefragt hatten. Das sind dann die ganz primitiven Prinzen, die nicht mal mehr ein "Hi, wie gehts?" schreiben, sondern direkt alles anbieten. Sicher, das ist sehr eindeutig und verfehlt wohl nicht den Zweck, der da gewollt ist. Und wenn man als ambitionierter Internetuser 100 Mädels solche Bilder geschickt hat, und nur Eine darauf eingeht, nun ja...Zweck erfüllt. Und auch bei den weiblichen Usern, die sich darüber beschweren, stört der, leicht süffisante, Nebensatz "...ich habe nicht mal danach gefragt 😂😂", wie ich finde. Ganz so scheiße wird diese Art der Aufmerksamkeit wohl gar nicht gefunden. Das betrifft dann aber auch wieder alles die breite Masse, denke ich. Ganz normal, jeder möchte Sex. Sex ist, wie oft erwähnt, eine ganz tolle Sache, das sehe ich ja auch so. Aber muss man denn das ganze Internet auf so eine stumpfe Art und Weise, regelrecht, abgrasen, um nur mal zum Zug zu kommen? Kann man machen, weil es durch die Mittel und Wege nunmal möglich ist...
...da nehme ich mich dann mal wieder raus. Spezielles Pflänzchen, ich bin. Auf der Suche nach dem Platz im Licht mit Bewässerungsmöglichkeiten. Ich will ja schließlich nicht eingehen. Sex ist wichtig und er fehlt mir auch arg in den letzten drei Jahren. Sehnsucht ist als sensibler Mensch nochmal ne ganz andere Nummer, als bei den ganzen hohlen Fritten, ich sags Euch! Ich habe eben das Verlangen nach ganzheitlichem, einvernehmlichem und erfülltem Sex. Diesen kann man eventuell auch dadurch finden, in dem man einfach danach fragt, ne?! Wer ficken will, muss freundlich sein. Ja, super. Ich kann so freundlich sein, mein Wesen hat so eine tolle Art, ich bin ein liebenswerter Mensch. Auf jeden Fall, das Alles, zu letzt noch gehört. Alles toll. Nur ist mein Gewissen einfach zu präsent und meine Ängste vor Ablehnung einfach zu groß, als dass ich so ohne Weiteres bei den Menschen, die mir sympathisch sind, bei denen ein gewisser Vibe vorherrscht, aufs Ganze gehen würde. Ich machs mir selber schwer, oder?
Ja, mitunter, ich kenne mich ja leider auch ganz gut und weiß, dass man mich auch ersteinmal kennen lernen muss. Ich komme einfach über die Zeit und die Intensität, als über das Kurzfristige und Oberflächliche. Also, wer Zeit will und intensive Momente mag, der sollte sich nun angesprochen fühlen. Wie sagte man mir vor Kurzem noch: "Du bist eh das speziellste Pflänzchen, das ich kenne, du bekommst deinen ganz eigenen Platz. fern ab von den anderen Schubladen, damit du keinen Schaden anrichtest." Ich sehe das durchaus als Kompliment, auch das mit dem Schaden. Bei dieser Aussage herrschte aber eh ein unausgesprochenes, aber dieses Mal passendes, Augenzwinkern vor.
Ich freue mich auch weiterhin darüber einen positiven, aber eben speziellen, Eindruck hinterlassen zu können und möchte diesen wahren, da Bestätigung für meine Person (speziell für mich selbst: für meine, neue Person, die ich in den letzten 2 Jahren wieder aufgebaut habe) ein echt tolles Gefühl ist. Und es ist so wichtig, da diese Bestätigung in meinem Leben (Abschnitt) auch mal komplett gefehlt hat. Der Weg erstreckt sich also weiterhin vor mir und es ist an mir ihn zu gehen. Mit oder ohne Begleiter, am liebsten aber mit, dann ist man nicht so alleine mit seinen Gedanken. Ich brauche eindeutig mehr Konfetti in meinem Leben und mehr oder weniger, weniger Gehirn, weiterhin. "Sei nicht so streng mit Dir, aber bleibe Du selbst!" So soll es sein, ich bin ja gut, nicht einfach, aber ziemlich toll, so wie ich bin, es benötigt nur jemanden mit etwas botanischem Verständnis für Pflege und Obacht, damit ich richtig und noch mehr wachse...oder einfach mal eine helfende Hand...ja, tschuldigung, ein platter Spruch musste nun sein. Wobei in dem Zusammenhang die Zweideutigkeit vielleicht nicht ganz so platt ist.
Vielleicht spiele ich das Spiel um die Profile ja doch irgendwann mal mit. Vielleicht mache ich auch ein ganz eigenes Spiel daraus. Fördert Wettbewerb nicht irgendwo Ehrgeiz? Ja, unter Umständen. Ich mag die Umstände allerdings nicht, deshalb muss das eigene Spiel her. Ich sag dann Bescheid, wenn es soweit ist. Ein Titel existiert aber schon:
Das merkwürdige Verhalten spezieller Pflänzchen zur Blütezeit - Ein Spiel um Bienen, Nektar, Pollen und Bestäubung.
Das wird garantiert ein Hit, ab 18, versteht sich. Ein eher unkonventionelles Spiel.
Samstag, 28. Oktober 2017
Optimierungsdruck - Blog-Challenge 2
Challenge Post Numero Zwo: Optimierungsdruck, here we go.
Hallo Mensch, der du strebst nach mehr. Der du strebst...nach immer mehr und immer mehr. Mensch, du pragmatisches Wesen, bedacht darauf, die Abläufe so optimal zu gestalten, wie es geht, um ein möglichst perfektes Ergebnis unter Anbetracht von Aufwendungen, Ressourcen und Ausgaben zu erhalten. Die Optimierung der Abläufe für den größt-möglichen Ertrag.
Wirtschaftlich betrachtet ist dieses Streben nach der optimalen Umsetzung natürlich sehr praktisch, was den vermeintlichen "Erfolg" angeht. Das macht Sinn, wird aber oft von den falschen Menschen durchgeführt. Wenn man also so ein Verfechter des Wirtschaftstums ist, also wirklich denkt, dass Ertrag und Gewinn das Einzige ist, was zählt...war man dann schon immer dieser Mensch oder verändert der Erfolg die Menschen? ("Verändert Geld den Menschen"...vlt. ein neues Thema für einen weiteren Beitrag) Menschen, die gerne, wirklich gerne den Job ausführen, um dem großen, grauen Dollar-Monster immer mehr Futter und Antrieb zu geben...Irgendjemand wird sich immer finden, der das gerne machen wird, das verlangt ja das System selbst. Ohne Kohle, keine Feuer. Aber immerhin, für die wahren Fütterer gibts ja auch immer Belonnungen, Vergütungen und andere Dinge, die das Gewissen beruhigen sollen. Da der Mensch ja grundsätzlich schon immer mehr will, wird es auch immer köderbares Material geben, das sich einsetzen wird, um weiterhin Kohle zu verfeuern...
Optimierungsdruck im Job?! Da dieser hier und da gegeben ist, ist es nicht von der Hand zu weisen, dass wir mehr aktiv daran teilnehmen, sofern wir ein Teil dieses Systems sind. Ob dieser Druck nun immer merkbar ist oder bewusst wahrgenommen wird, evtl. sogar als negativ bezeichnet werden kann, kommt etwas auf die Rahmenbedingungen an, denke ich. Dass jeder im Job "funktionieren" muss, ist ja klar. Man sollte seinen Job im Bezug auf die zu erbringende Leistung ja durchaus richtig machen wollen. Das ist dann der persönliche Anspruch und Ehrgeiz, was durchaus gesund ist. Wenn zu dem eigenen Anspruch noch der Anspruch des Betriebes kommt, nimmt die Gefahr unter Druck zu geraten natürlich zu. Aber das sollte ja allgemein bekannt sein. Alles ganz normal also.
Wann passiert also der Optimierungsdruck so genau? Man kann sich Diesen definitiv selber zufügen, persönlich. Wenn man es mit dem eigenen Anspruch übertreibt, immer besser zu werden, immer mehr Leistung aufbringen zu wollen, immer optimaler funktionieren zu müssen. Wenn aus Ehrgeiz eine Art Abhängigkeit entsteht, die man immer erfüllen will oder muss und keine richtige Distanz mehr zu den Einflüssen aufbauen kann. Ich denke, dass auch dieses "sich unter Druck setzen lassen" heutzutage durch die vermehrten äußeren Einflüsse viel häufiger passiert, da die Menschen immer überreizter werden und sind deshalb öfter gestresst, dadurch anfälliger für persönlichen oder externen Druck.
Im Endeffekt passiert dieser Optimierungsdruck ja schon seit immer, das Streben nach mehr etc. Irgendwann, vor gar nicht allzu länger Zeit, nahm er aber durch die Beeinflussung oder Veränderungen der Rahmenbedingungen merkbar zu, bzw. er tritt vermehrt auf. Oder es wird häufiger publiziert, so dass wir es einfacher mitbekommen. Aber was bekommen wir heutzutage schon potentiell nicht mehr mit? Weniges! Alles wird kommuniziert, auch Druck und ein Bewusstsein dafür, was durchaus eine Auseinandersetzung mit dem Thema fokussieren kann. Das ist auch definitiv wichtig, dass es kommuniziert wird. Es sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die Häufigkeit der, durch Stress bedingten, gesundheitlichen Umstände zunimmt. Man kann definitiv sagen, dass man sich kaputt arbeiten kann. Muss nicht, passiert aber immer häufiger. Bewusst und unbewusst.
Passt auf Euch auf, Leute und vergesst nicht, dass wir noch ein paar Jahrzehnte überstehen müssen! Also, lieber ohne Druck, im Bestfall aber dennoch, mit Druck, für den Ehrgeiz. Auch hier, wenn man es selbst steuern kann, der Mittelweg macht's wie immer!
Checkt auch für den direkten Vergleich von beiden Beiträgen Karols Blog unter:
http://karolkalevra.blogspot.de
http://karolkalevra.blogspot.de
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