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Sonntag, 28. Juli 2019

reduzierte Anziehung

Ein Magnet für solche Kackspasten. Was ein Satz. (Danke für die Inspiration, an dieser Stelle!)
Und dieser Satz fällt wohl häufiger als man grundsätzlich vermuten mag. Wo fällt dieser Satz? Wer fällt diesen Satz? Warum fällt dieser Satz? Und überhaupt, warum werden weiterhin so viele Sachen gefällt? Bäume... nur als kleines Beispiel.

Aber fangen wir mal beim Magneten an. Der Magnet...ein innerer Magnet. Ein metaphorischer Magnet beim Menschen. Etwas in uns, was ausstrahlt, dass wir etwas Anderes anziehen. Wobei beim Magneten im gesellschaftlichen Wort-Sinne nur von Anziehung gesprochen wird. Was man anzieht ist dabei erstmal egal. Normalerweise zieht ein echter Magnet etwas Gegenteiliges an und stößt Gleiches von sich ab. Polaritäten etc. Magnetfelder sind überall. Nordpol, Südpol und eben Kackspasten...um dieses Mal nicht in die Physik abzurutschen, bleibt's auch beim nicht Abrutschen.

"Ich habe einen Magneten für solche Kackspasten" beschreibt eindeutig die Erfahrungswerte von jungen, attraktiven Frauen, die sich einfach im Internet aufhalten und da sind. Nun gut: als Menschen und kommunizierende Wesen, kommunizieren und teilen sie sich ja auch mit. Das ist natürlich direkt eine sehr extreme Gratwanderung. "Wie können sie es nur wagen, so auszusehen! Selber Schuld, wenn so viele Kackspasten auf dich anspringen!" Meistens sind es die Mädels, die optisch durchaus was her machen und einen Großteil der männlichen Internet-Bevölkerung dadurch unbewusst zu "fantastischen" "Ideen" einlädt. Es ist eben erstmal ein sehr oberflächlicher Grund, warum man ein Magnet für solche Kackspasten sein kann.

Kackspasten...ich hab nachgeschaut, 'ne eindeutige Definition gibt's nicht, aber es ist ja schon eher ein sehr abwertender Begriff inklusive Beleidigung, der dort als Slang der aktuellen Kommunikations-Konventionen verwendet wird. Völlig zu Recht, denn er drückt gut aus, was er ausdrücken soll. Verachtung, Missfallen, Ekel, Abartigkeit, Dummheit, Distanzieren etc. pp. Nun fragt man sich, "..woran hat et jelegen?" und was macht ein solcher Kackspast, wenn er zu diesem wird? Hat jeder die Möglichkeit ein Kackspast zu sein? Gibt es vielleicht auch Mädels, die froh wären, von solchen Erfahrungen berichten zu können? Vielleicht auch nur, damit sie es berichten können? So nach dem Motto: "Guck, hier, ich hab auch "so" Bilder bekommen. Klopft mir ruhig auf die Schulter!"?! Wahrscheinlich eher nicht, sollte man meinen. Aber wenn es Kackspasten gibt, gibt's auch irgendwo jemanden, der darauf abfährt.

Denn aller Heititei-igkeit zum Trotz ist es heutzutage einfach völlig normal, dass mit der Möglichkeit, Bildinformationen und Fantasie-Gelüste einfach teilen zu können, viele Herren-schaften sich so intensiv mitteilen möchten, dass sie Bilder ihrer Glieder in diversesten Perspektiven machen und diese dann an - jetzt kommt der Trick - wildfremde Leute schicken. Im konkreteren Fall eben an Mädels, die im Internet Kommunikation machen, sprich ein Profil haben, sprich eine Möglichkeit haben, kontaktiert zu werden und oberflächlich wohl so aussehen, als würden sie sich über Bilder von Intimbereichen, teils wahrscheinlich extrem gruseliger Intimbereiche, freuen. Weil diese Bilder sie ja dazu veranlassen könnten, unmittelbar und ohne Einschränkungen auf den Sender solcher Kackspast-Bilder an- und draufzuspringen?! Aber ganz ehrlich, was denkt man sich als Typ dabei? Ist die Anonymität im Netz ausreichend genug, um hinter dem Schutz eines Profiles ein derart unsittliches Verhalten an den Tag zu legen? Würden diese Leute ihre Pimmelbilder auch in Briefumschläge packen, um sie in x-beliebige Briefkästen zu werfen? Oder als Postkarte vielleicht?! Das meiste davon wären wohl extrem kurze und schmale Briefe. "Inhalt" ist ja auch immer so 'ne Sache.

Grundsätzlich ist ja gegen den Austausch von – wohlgemerkt – subjektiv-gutem Anheiz-Material in Medienform nichts einzuwenden. Vorausgesetzt es passiert einvernehmlich und bewusst beiderseitig. Sprich: da gibts ne Übereinkunft! Aber ganz ehrlich, alles Andere ist dreist, die privatsphäre-verletzend, extrem traurig, verzweifelt oder einfach nur dumm. Würde mann im öffentlichen Raum, auf der Arbeit zum Beispiel, mit solchen Intim-Informationen an fremde Leute herantreten, ist's einfach sexuelle Belästigung. Aber der Kackspast an sich denkt sich wahrscheinlich nicht viel dabei und schickt seine – im Internet kann man ja so schön Taten mit Worten versehen, damit sie harmloser wirken – "ist doch nur ein Bild ;)"-Bilder im Schwung direkt an mehrere Empfängerinnen gleichzeitig. Es erhöht in jedem Fall die Chance des "Erfolges". Nochmal: was wäre Erfolg in dem Fall? Dass ein bestätigendes Kompliment für die Bildaufnahme-Fähigkeiten zurück kommt? Dass ebenso ein Bild von Nackheit zurück geschickt wird? Will Mann da einfach nur Bestätigung oder ernsthaft was Ernstes? Wie gesagt: das Motto lautet oft, so glaube ich: "Ich mach einfach mal. Wird schon geil werden." Anspruch, ade. Im Endeffekt ist's aber das, was das Internet ist: Werbung! Werbung auf ganz ganz niedrigem Niveau. Angepasst an die Möglichkeiten und Vorgaben, der vermeintlichen Normalität.

Deshalb ist es auch normal geworden, dass es immer mehr magnetische Menschen gibt. Die Häufigkeit und Wiederholung solcher Bestätigungen, dass man Kackspasten anzieht, scheint recht hoch und verbreitet zu sein. Man liest es ja immer wieder. Da wird dann gesagt und gefragt: "Warum bekomme ich immer die Komischen ab?", "Ich suche mir auch immer nur die Vollidioten aus." oder "Ich bin ein Magnet für solche Kackspasten.". Es scheint sich wie ein roter Faden durch die Kommunikation im "Verborgenen" zu ziehen. Irgendwann fängt man wohl auch mal an zu zweifeln und könnte potentiell auch einen Teil der eigenen Realität verbiegen wollen. Kein Wunder. Es ist eine merkwürdige Zeit. Was soll man denn von Leuten halten, die so drauf sind? Da kann man eigentlich nur mit dem Kopfschütteln und weitergehen. Oder es ignorieren. Aber es ist traurig, wie ich finde. Etikette, Privatsphäre und auch Stolz verlieren weiterhin ihren ursprünglichen Wert. Und wenn irgendwann auf keinen Wert mehr wert gelegt wird, was ist dann überhaupt noch etwas wert? 

"...nur Wenige haben die Fantasie für die Realität...",

sagte einst ein kreativer Kopf (Goethe). Allerdings sind Fantasie und Kreativität sind in der heutigen Zeit eher rar gesät. Und die Realität verschwimmt immer mehr unter den permanenten Bemühungen, Diese dennoch verändern zu können. Mit genug Werbung und Aufmerksamkeit, kann man die eigene Realität und damit auch indirekt die Realität von Anderen (vermeintlich) wunderbar verbiegen. Alles verschwimmt. Es wird eindeutig Zeit, Rettungsboote zu verkaufen! 

Communication killed the classic-mind! 

Wie immer gilt natürlich: Alles wird nach dem eigenen Anspruch bewertet. Was bleibt: niedrige Schamgrenzen, unnötige Kommunikationen und ein verändertes Gesamt-Bild. Zum Teil Resignation oder Ungläubigkeit. Reduzierung auf die Körperlichkeit und Eindringen in Privatsphären. Im Grunde genommen ein sehr präsentes Thema in Bezug auf die Sexualisierung von Allem und die Möglichkeiten der Kommunikation. 

Es ist im momentanen Zustand auf jeden Fall ein ewiges Märchen von Leidgeplagten und Glieder-Tragenden. Denn, wenn sie nicht gestorben ist..."will sie bestimmt noch mehr sehen. Obgleich ich schon Alles zeigte..." So verdutzt über das schnelle Verschießen seiner gesamten Körner war der mittelalterliche Kackspast frustriert und suchte sich schnell eine andere Maid, der er Alles zeigen konnte, was er hatte." Der Kackspast merkte es zwar selber nicht, aber es war ein Teufelskreis, in dem er elendig gefangen sein würde.


Montag, 30. April 2018

Ein April-Post und Zusammenfassung

Hello meine lieben Leserinnen und Leser,

ich wollte den April jetzt nicht gänzlich unbeschrieben lassen und trage einfach mal ein bisschen zusammen, was sich in den letzten Wochen so getan hat. Es gibt also in dem Beitrag kein spezielles Thema oder etwas, auf das ich konkret hinschreiben. Vielmehr eine Aktualisierung, eine Bestandsaufnahme und eine Reflexion der Dinge.

Well, für die Stimmung beim Schreiben habe ich mir mal den Bladerunner 2049 Soundtrack angemacht. Ein Wahnsinns-Film und zudem ein Soundtrack von Herrn Zimmer, der wieder mal alles kann, was er können muss. Er ist einfach gut!

Wo fange ich an? Hmm...also, es war einmal der mittelgroße Joe. Der stand mal total gut im Leben und ließ sich seine Kopflastigkeit gar niemals anmerken. Er war zwar immer schon
ein Realist und die Gedanken waren stets umfangreich, aber er war damals so viel "leichter" als heute. Damit ist natürlich ein metaphorisches Gewicht gemeint. Die Schwere der Gedanken, die Zweifel an der eigenen Person, Kritik an Vielem etc....

Nun ist es ja so, dass ich in den letzten 2-3 Jahren immer mal wieder ganz am Boden gewesen bin und ich mich schwerlich von den depressiven Gefühlen, den schwarzen Löchern und der Antriebslosigkeit dieser Zeit frei machen konnte. Es war im Rahmen des Krankheitsbildes einfach nicht möglich. Jeder, der keine Depressions-Erfahrung hat, wird dieses Gefühl nicht nachvollziehen können. Aber ich sage Euch, es ist wirklich nicht schön, wie es war. ABER! Es schleicht sich weiterhin immer mehr und mehr aus. Ich merke es, spüre es, reflektiere es und möchte das Positive wahrnehmen. Das ist gut.

Diese metaphorische Leichtigkeit kommt nun Stück für Stück immer mehr zurück. Ich werde zwar nie wieder so sein, wie ich es mit fünfundzwanzig war, aber das Streben nach der Unbeschwertheit mit einem - nun etwas anderen Charakter - ist weiterhin mein Ziel. Ich will nicht mehr so viel zweifeln, ich will nicht immer nur der permanente Kritiker sein. Ich will mich nicht immer selber verurteilen. Ich bin ja immer noch ich und grundsätzlich bin ich auch immer ich gewesen. Allerdings machen gewisse Sachen einfach Sachen mit einem, die einen teilweise verändern können.

Ich werde grundsätzlich immer sensibel und aufmerksam sein und mir viele Gedanken machen, das gehört einfach zu mir dazu. Aber die emotionalen Empfindungen und Grenzerfahrungen hinterlassen doch gewisse Spuren, das kann man nicht abstreiten. Dennoch möchte ich irgendwann einfach sagen können:

 "Guck hier, diese Spuren, diese Narben, ja, das war damals, es hat mich zu einem besseren Menschen gemacht und es ist gut daran erinnert zu werden."

Und ja, ich muss sagen, dass die letzten Wochen zwar alles andere als leicht waren, ich aber komplett anders mit den aktuellen Problemen umgehe. Es ist wieder möglich, an die Lösungen zu denken und nicht nur an die unzumutbare Bewältigung des Lebens (so empfand ich es eine ganze Zeit lang).

Ja, meine Band hat sich aufgelöst. Ja, ich hatte eine Zeit lang keinen Job. Ja, ich habe mich gesellschaftlich wieder etwas zurückgehalten. Ja, ich hatte immer noch keine Dates oder romantisch angehauchten Situationen. Ja, es könnte irgendwie alles besser sein. Aber, was ich weiterhin lerne, empfinde und mitbekomme, ist, dass ich gedanklich nicht wieder in diese ominösen Teufelskreise verfalle. Ich empfinde Probleme zwar weiterhin als schwierig, aber lösbar.

Ich habe mich um einen neuen Job bemüht und etwas gefunden. Ich darf weiterhin mit einem ganz wunderbaren Menschen, Schlagzeuger und Rhythmus-Kollegen Musik machen. Die Veränderungen waren zwar nicht schön und dadurch habe ich wieder völlig neue Erfahrungen machen dürfen, aber Veränderungen bringen tatsächlich etwas Positives mit sich, das wird mir im Moment sehr bewusst. Und das ist enorm wichtig, dass ich das wieder wahrnehmen kann!

Ein neuer Job bedeutet, wieder teilhaben haben zu können, Verantwortung übernehmen, Regelmäßigkeiten passieren lassen. Der Bruch mit der Band bietet uns beiden (dem Tommler und mir) die Möglichkeit etwas Neues, Eigenes und Persönliches auf die Beine zustellen, auf das wir richtig Bock haben. Wir bauen fleißig an der neuen Insel und die ersten Besucher kommen auch schon. Je nach dem, wie Diese sich anschicken, dürfen sie auf bleiben. Der Job macht Laune, es ist wieder etwas für das ich meine Verantwortung gerne bereitstelle. Eine neue Band findet sich. Alles wird gut!

Aufgrund der temporären wirtschaftlichen Situation habe ich den gesellschaftlichen Aspekt allerdings echt wieder vernachlässigt, das kann ich nicht leugnen. Ich habe zwar teilgenommen, aber nur sehr sporadisch. Kommunikation hat stattgefunden, aber nur mit den wichtigsten Menschen (Familie, zwei langjährige Freunde und mein Schlagzeuger, der sich anschickt, eine enorme Zeit im meinem Leben zu erhalten; find ich gut. Verständnis und Musik verbinden).

Klar, wenn du keine Kohle hast und gucken musst, dass du einfach nur über die Runden kommst, sind alle anderen gesellschaftlichen Ereignisse und Freizeitgestaltungen eher unnötig und nicht bedenkenswert, da alles irgendwie Kohle benötigt. Ich habe meine Prioritäten also aufs Wesentliche reduziert. Dass ich wieder aus den Vollen schöpfen kann, ist zwar nicht von heute auf morgen getan - die Glättung der Umstände wird noch ein bisschen Zeit benötigen - aber ich habe Geduld und das Wichtigste: ich lasse mich von diesen Umständen nicht unterkriegen! Dass ich dann bald mal wieder ins Kino gehen oder Party machen kann, oder einfach mal in eine fremde Stadt fahre um neue oder alte Menschen zu treffen, das wird dann auch bald wieder möglich sein. So lange sollte ich mich aber so gut es geht aus dem Internet raushalten, um nicht doch noch zu Tode gespoilert zu werden (Avengers Infinity War!)

...wobei ich ja schon im Internet sein möchte, denn die Sache mit den Frauen ist echt so ne Sache. So langsam wirds echt lang, nervig und ich werde (oha) ungeduldig. Und wo sonst, als im Internet, macht man die meisten Kontakte?! Da ich ja durchaus weiß, wie man sich artikuliert und ein ganz anständiger Kerl bin, der ja durchaus was zu bieten hat, sollte es ja eigentlich ein Klacks sein, auch in diesem Level mal wieder über das Tutorial hinweg zu kommen.

Aber auch hier: wenn sich die Lage wieder entspannt hat, kann ich auch wieder mehr an "Draußen" teilhaben und lerne dann im Bestfall Leute über Leute kennen. Alles das, was sonst normalerweise so passiert, wenn man im Leben ist. Keine Frage, Leben, ich komme wieder. Und ja, ich versuche auch etwas oberflächlicher teilzunehmen und mich nicht zu sehr, zu lange mit Dingen aufzuhalten.

System, ich kritisiere Dich zwar weiterhin (das wird auch immer so bleiben) aber ich durchschaue Dich und ich nutze die Muster und Verbindungen zu meinen Gunsten aus. Kann ja nicht so schwer sein. Mal sehen, wie ich bald darüber schreibe. Vielleicht klappts, vielleicht stoße ich trotzdem wieder an meine eigenen Ansprüche bzw. die der Umwelt, aber hey:

Neuer Job, neue Band, neues (altes, neues) Leben, neuer Sex, neue Liebe. Klingt gut. 2,75 von 5: check. Der Rest ist in Artbeit.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Freundschaft-Plus - Blog-Challenge Teil 1

Hier nun mein Beitrag zur "Blog-Challenge" mit dem guten Karol. Das extern gewählte Thema, zu dem wir unabhängig aber parallel schreiben, ist Freundschaft+, hooray...
Für mich persönlich ist das ein Thema, bei dem ich tatsächlich nicht aus Erfahrung sprechen kann, auf jeden Fall nicht aus praktischer Erfahrung. Das Thema ist aber offensichtlich so präsent, dass man fast nicht daran vorbeikommt. Ich teile also meine Eindrücke, Theorien und eigenen Vorstellungen davon. Demnach werde ich das Ganze erstmal auseinander nehmen und in Frage stellen. Freundschaft+, die; was ist das also? 

Du hast da eine Freundin, eine Gute? Sozusagen die Beste und du hast ein Problem, du stehst eben nicht auf ihre Schwester...
Freundschaft: man versteht sich, ist sich sympathisch, befindet sich auf einer Wellenlänge, respektiert sich, schätzt sich. Man ist eben befreundet. Alles gut. Freundschaft ist allerdings Etwas, das sich auch entwickeln muss bzw. über die Zeit kommt. Man sollte sich also schon etwas besser kennen, den Anderen einschätzen können, Vertrauen haben, für einander da sein können. So ist auf jeden Fall meine Wertevorstellung einer Freundschaft und definiert für mich die Bedeutung dieses Wortes.
Freundschaften zwischen Mann und Frau? Geht das überhaupt, könnte man nun fragen. Es geht durchaus, wenn man nicht zu sehr triebgesteuert ist und sich auf das Menschliche einlassen kann. Alles Andere, oberflächlich betrachtet, wäre in meinen Augen auch nur eine Bekanntschaft. Bekannschaft+ wird so aber ja nicht thematisiert und entspricht nicht der Vorstellung von Freundschaft+. Bekanntschaften+ sind viel mehr Affären, One Night Stands, Techtelmechtel, Knick Knack für mal eben, aber nicht dem Wort Freundschaft entsprechend. Das ist nämlich so viel mehr.
Wenn nun das "Plus" ins Spiel kommt, sprich Sex, Körperlichkeiten, Austausch von Leidenschaft, Hingabe, Sehnsucht, Befriedigung, bekommt die reine, platonische Freundschaft ein gewisses Extra. Das stelle ich mir an sich gar nicht so verkehrt und durchaus gut vor. Sex ist ja toll, sollte jeder mal haben. Also guten Sex. Schlechten Sex braucht niemand, da er ja schlecht ist. Wobei bei dieser Vorstellung die unterschiedlichen Ansprüche auch arg variieren werden. "Nur mal eben drüber und gut ist...", naja, meins ist's nicht. Sex ist ein Sport, bei dem am Ende alle Beteiligten gewinnen sollten. Ein Miteinander, Füreinander und Ineinander...!
Da man den potentiellen Sexualpartner/Freund ja sehr gut kennen müsste - Voraussetzung ist dabei natürlich immer eine richtige Freundschaft, wenn man das Wort so deutet, wie es gedeutet werden sollte - , dann ist der sexuelle Aspekt bestimmt öfter ein Guter, als das Gegenteil. Wobei man, wie gesagt, wohl nie pauschalisieren darf, dass, wenn man sich grün ist, auch der Sex gut ist. Dazu gehören ja immer die besagten, individuellen Vorstellungen und Bedürfnisse eines Jeden. Aber man geht irgendwie davon aus, dass es ganz gut klappen sollte oder hat dies sogar schonmal thematisiert bzw. darüber gesprochen. Kann man mit Freunden ja durchaus machen. Man redet über Dinge und findet Sachen heraus. Wenn man das zulässt oder über etwaige Themen sprechen kann. So sollte es weiterhin sein, finde ich. Man kann doch über Vieles sprechen, wenn man möchte. Auch über Sex und Alles, was dazu gehört. 

Ich für meinen Teil hatte bisher wohl zu viel Anstand oder Respekt vor der Freundschaft und Angst, dass diese an einem "Plus" zerbrechen könnte, als dass ich das einer Freundin gegenüber geäußert hätte. Auch wenn ich durchaus Verlangen verspüre oder mir vorstellen kann, dass es gut sein wird. Da ich ja ein aufmerksamer Mensch bin, weiß ich durchaus, welche Knöpfe gedrückt werden müssen, um gewisse Dinge zu bewirken. Gerade, wenn man einen Menschen kennt oder einschätzen kann, sollte man das wissen. Das hat allerdings auch immer etwas mit Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis zu tun, denke ich. Auch dabei ist jeder Jeck wieder anders. Ich äußere mich hier natürlich sehr subjektiv. Aber darum geht's ja auch, bei dieser "Challenge".
Wie gesagt, für mich ist Sex eine ganz wunderbare, einzigartige und tolle Empfindung. Es ist definitiv auch ein Faktor der mich emotional beeinflusst. Ein Geben und Nehmen, ein einvernehmlicher Austausch, eines der besten und intensivsten Glücksgefühle, die man haben kann. Klar, es muss nicht immer alles unglaublich umfangreich sein, Quickies sind ja auch gut. Allerdings sollte auch da das Körperliche nicht zu stumpf sein. "Mal eben Einen wegstecken", okay, das mögen vielleicht Einige so sehen und das auch durchaus praktizieren, aber auf Dauer...nee, nee, da gehört schon ein bisschen mehr dazu.

Diese, mittlerweile schon altmodisch wirkende Vorstellung, ist heutzutage auch irgendwie entfremdet und offenbar viel seltener anzutreffen, als es mal gewesen ist. Ich kann mich mit meiner "klassichen" Vorstellung einfach schlecht so verbiegen, um dem gerecht zu werden, was heutzutage "vorgegeben" wird, denke ich. Aber hey, immerhin bleibe ich dabei ich selber und das ist toll. Also, alles gut, im Endeffekt. Ich bedauere einfach nur sehr, dass der Begriff der Freundschaft in Freundschaft+ so wenig von diesem altmodischen Denken hat.
Genau deshalb finde ich auch die Begrifflichkeit von Freundschaft+ eher falsch gewählt, bzw. denke, dass es von ganz Vielen falsch wahrgenommen und damit umgegangen wird. Viele, die danach streben, erhalten eben eher die Bekanntschaft+.
Beispielsweise: "Du, ich möchte dich echt gerne kennen lernen, aber auf der Basis von Freundschaft+...blabla du bist echt super nett blabla bock zu vögeln?" Der Aspekt der Freundschaft geht dabei einfach oft flöten, da es durchaus oft, primär um das Körperliche geht. Das heißt ja dann noch lange nicht, dass man befreundet sein wird. Das wäre dann aus meiner Sicht auch wieder sehr oberflächlich und entspräche nicht dem Wert einer Freundschaft. Man sollte es wohl eher "Beziehung- (Minus)", Affäre oder Bettgeschichte nennen, dann wäre der Fokus ein ganz anderer. Alle wollen halt Freundschaft und Sex, aber Wenige wollen eine Beziehung...in der Freundschaft und Sex doch genauso vorkommen und meistens sogar intensiver sind! 

Ist es also so, dass sich durch dieses Modewort Freundschaft+ eine Einfachheit einstellt? Es sich einfach machen, in dem man Etwas anders betitelt? Beziehung hat ja auch immer etwas mit Gefühlen, Verliebtsein und Liebe zu tun. Da das wohl nicht gewollt wird, bezeichnet man es einfach anders, um sich im wahrsten Sinne des Wortes, aus der Affäre ziehen zu können, wenn man Gefühle zeigen müsste? Ich denke, dass eben so etwas ganz oft passiert. Man entwickelt über eine Freundschaft und den Sex hinaus mehr, kann eine emotionale Bindung nicht aussen vor lassen. Deshalb, vielleicht auch aus Selbstschutz, geht man dann Etwas ein, was auf einer Gefühlsebene, eher weniger stattfindet: eine Freundschaft (traurig wenn es so gesehen werden würde. Ich kann ja auch über meine besten Freunde sagen, dass ich sie liebe. Und das ist definitiv mit Emotionen verbunden, verrückt oder?!) 

Soweit, so okay. Aber bitte: gebt dem Kind doch dann einen anderen Namen und macht nicht Etwas daraus, was es niemals sein wird. Es wäre dann aber auch nicht so einfach Dies zu handlen, würde man es anderes benennen. Gerade heutzutage, in dieser ekelhaft kurzfristigen Gesellschaft, ist es schon eine Verschleierung oder Verbiegung von Werten, da Freundschaft ja durchaus etwas Positives ist und eine Beziehung, in vielen Vorstellungen, eher negativ belastet scheint. Es ist aber natürlich einfacher, das Ganze mit Freundschaft zu betiteln. Das wird, meiner Meinung nach, aber gnadenlos unterschätzt und hinterlässt viel mehr kaputte, unzufriedene und unsichere Menschen, als man sich das im Vorhinein vorstellen könnte. Aber auch hier: hast du kein Gewissen, hast du weniger Probleme, die dich eventuell belasten können. Da ich ein Gewissen sehr mag und schätze, finde ich das persönlich ebenfalls nicht erstrebenswert. Allerdings macht die Kurzfristigkeit der Dinge, das vermeintlich einfache Kontakte knüpfen und die Auswahl an vorgegebenen Optionen, die Leute eben irgendwann auch stumpf und gewissenlos. Es wird doch viel weniger Respekt und Anstand gezeigt, als noch vor einiger Zeit. Niemand möchte sich so gerne festlegen, aus Angst etwas Anderes, Besseres verpassen zu können. Deshalb: lieber Freundschaft+, als eine feste Bindung. Wie gesagt, wenn man da gewissenlos und unbefangen dran gehen und das für sich "trennen" kann, spricht nichts dagegen, dass es funktionieren könnte. Aber ist das erstrebenswert? Das muss jeder für sich selber wissen, entscheiden, aber dann auch sagen können! 

Beziehung- (Minus) ist das neue Freundschaft+. Oberflächlichkeit ist die neue Wertschätzung. Wertschätzungen sind die alten Gefühle. Gefühle werden weniger beachtet, Freundschaft dadurch schwieriger und wertloser. Alles hängt natürlich immer mit den individuellen Ansprüchen eines jeden Menschen zusammen, aber eine gewisse Pauschalierung lässt sich nicht abstreiten, denke ich. Massenmedien sind ja nicht umsonst für Massen, für Viele. Wenn diese Ansprüche wirklich so gering sind, wie es wirkt, ist es wirklich traurig zu sehen, in welche Richtung sich die Gesellschaft entwickelt. Aber immerhin: man kann sagen, dass man "Freunde" und Sex hat...
...ein paar Gedanken zum Thema Freundschaft+/-.
Checkt auch Karols Blog: http://karolkalevra.blogspot.de, ich bin sehr gespannt, inwiefern unsere beiden Beiträge variieren werden!