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Sonntag, 26. Januar 2020

Doppelkeks-Moral




Vorne rum so, hinten rum so. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr sich doch über Menschen, deren Verhalten oder deren Charakter ausgelassen, gestört und echauffiert wird und dabei dann, ach so scheinheilig, genau diese Meinung außer acht gelassen wird, nur um im öffentlichen Raum anders dazustehen. So macht es auf jeden Fall immer wieder den Anschein. Wieviel doch in internen Kreisen gelästert, wieviel immer wieder denunziert und eine Meinung propagiert wird. Zumindest in kleinen bis mittelgroßen (vielleicht auch mittlerweile in sehr großen) Gruppengefügen ist es so, dass man sich zusammen das Maul über Jemanden oder auch Mehrere zerreißt. Die Meinungen sind sehr eindeutig, man ist sich einig und zieht über Verhaltensweisen oder ein komplettes Dasein her. Ich mein, klar, gelästert wird heutzutage mehr denn je. Das Internet, die Möglichkeiten von Gruppenchats, die Tatsache, dass man ganz schnell und einfach Bestätigung bekommen kann, etc., etc...Lästern 2.0. Es ist schon zu einer neuen Normalität geworden, im Schutze der Hintertüre, plus dem dementsprechenden Raum, zu agieren und so zu tun, als wäre das völlig in Ordnung, weil es ja sonst keiner mitbekommt, als die, die sich darüber bestätigen.

Wenn dann aber mit der Moralkeule unhergeschwungen wird, man selber beteuert, dass sowas (Verhalten, Charakter, Menschen) ja gar nicht geht, sich dann aber in Bezug auf Personen, die man vorher noch hart verurteilt, gutstellt und Kommunikation macht, als wäre überhaupt nichts von den negativen Äußerungen übrig, sollte man sich dann nicht selber die Frage stellen, wie das mit der Doppelmoral ist?! Macht man aber offenbar nicht, weil man ja nicht schlecht oder negativ erscheinen will. Besonders in der Öffentlichkeit verhält man sich nicht mal mehr nur neutral, sondern kommunikativ, bestätigend und "freundschaftlich", also gegenteilig. Sollte man nicht genau diese Meinung, die man hinten rum ja geäußert und in einer Gruppe bestätigt hat, dann auch noch haben, wenn es vorne rum geht? Was ist dann mit der Moral? Selbst apostolisch sein wollen aber im Endeffekt nicht anders zu sein als ein Judas, zeugt irgendwie von charakterlichem Wankelmut, oder? Klar, Meinungen können sich verändern, Menschen können dies ebenso, aber dann sollte es eine grundlegende Veränderung und nicht nur einer Situation geschuldet sein. Wenn man diese verächtliche Meinung dann im Nachhinein "gar nicht so gemeint hat", war es vielleicht auch keine Meinung, sondern nur ein Fähnchen im Wind. Aber warum dann hinten rum so abwertend? Was bringt es denn, wenn man die Meinung hat, jemand sei, zum Beispiel, ein Lappen, diese Meinung aufzuweichen und so zu tun als wäre alles irgendwie heititei bzw. ja nur "halb so wild"? Wenn schon abschätzig, dann auch richtig. So halbes Zeug hat mit Moral jetzt nicht viel zu tun. Bzw. man sollte diese Keule nicht schwingen, wenn man Gefahr läuft diese selbst abzubekommen.

Ist eine Meinung heutzutage so viel weniger wert oder gibt es so etwas wie Moral gar nicht mehr, wenn es um Kommunikation, Auseinandersetzung und gesellschaftliche Vorstellungen geht? Ist das Publizieren, Teilen und Mitteilen von Worten, Ansichten und Ideologien irgendwie andersartig geworden? Ist das gesprochene Wort, ob negativ oder positiv, überhaupt noch etwas wert? Kann man sich überhaupt noch auf etwas verlassen, was gesagt oder geschrieben wird? Klar ist, es ist heutzutage viel einfacher, eine vehemente Ausrichtung zu haben, ohne sich zwingend mit den potentiellen Konsequenzen auseinandersetzen zu müssen. Besonders wenn man Bestätigung durch Andere bekommt, ist es leicht, seine Meinung mit der Masse zu verändern. Isst man dann lieber einen Doppelkeks oder ist man dann eher ein Doppelkeks? Beidseitig verschieden aber im Endeffekt das Gleiche? Moral und Nicht-Moral liegen mittlerweile so nah zusammen und werden offensichtlich nur noch durch einen schmalen Grat getrennt, der die Linie zwischen Schokolade und Keks trennt. Wenn man eh den ganzen Keks isst, sollte man halt überlegen, ob man nicht von Vornherein schon sagt: "Ja, ich esse eh beide Seiten und im Magen sieht alles gleich aus." Dann ist das mit der Moral aber eh gegessen und man kann sich schön auf die Fahne schreiben, ich bin ein Judaskeks. Muss ja jeder selbst wissen, was er is(s)t, aber dann erzählt doch nicht, ihr wäret besser oder haltet zu Moral an, die eh nicht gegeben ist. Grenzen verschwimmen, Menschen werden zu Keksen und die Zweiseitigkeit macht dann auch keinen Unterschied mehr und wird irrelevant. Doppelkeks-Moral, ole!

Montag, 13. Januar 2020

Momente der Daueraufnahme








Momente der Daueraufnahme

Ich liege gerade neben dir auf dem Bett und schaue dich einfach an. Du sitzt, ein bisschen angelehnt, hast die Beine zum Schneidersitz gefaltet und bist seit geraumer Zeit mit deinem Handy und der Arbeit beschäftigt. Wie es aussieht, liest du aktuell einen neuen Beitrag eines befreundeten Vereines, der gerade online ging.

Du bist so sehr ins Lesen versunken, dass du gar nicht mitbekommst, wie ich die ganze Zeit lächeln muss, während ich dich ansehe. Es ist so wundervoll, in deinem Gesicht deutlich sehen zu können, wie du diesen Text gerade aufnimmst und darauf reagierst. Ich liebe es, die Emotionen und deine Mimik zu sehen, die passiert, wenn du die Worte aufsaugst, die geschrieben stehen.

Nun sehe ich, wie sich deine Stirn immer wieder leicht runzelt und du einen sorgenvolleren Blick aufsetzt. Kurz darauf ändert sich dies aber völlig und deine Augen werden wieder größer, die Stirnfalten legen sich, du lächelst und schüttelst mit einem lautlosen 'hach' ganz leicht den Kopf. Du schließt deine Augen für einen kurzen Moment und atmest tief ein. Dann liest du weiter. Dein Gesicht verharrt nun für einen Augenblick in einer etwas irritierten Mimik...Pünktchen und Fragezeichen könnten sich nun über deinem Kopf materialisieren...würdest du nicht im nächsten Moment erheitert loslachen.
Du wippst dabei im Schneidersitz ein bisschen nach vorne und nach hinten, hälst das Smartphone dabei zur Seite, schlägst dir mit der freien Hand auf den Oberschenkel und ein energisches "Ha! Ha, ha, ha, ha." kommt über deine Lippen und Stimmbänder. Es ist so toll, zu sehen wie du lachst.
Du nimmst den Artikel inklusive Telefon wieder zur Hand und liest weiter. Zum Ende des Textes verbleibst du mit einem Ausdruck der Zustimmung und Bestätigung aber auch mit Sorge und Mitgefühl in deinem Gesicht.

Du atmest leise aber bewusst aus, schaust dann zu mir rüber und fragst, warum ich, Grinsebacke, denn so grinsen würde?!
Und ich sage dir, wie gern ich dich einfach anschaue. Wie sehr ich es liebe, zu sehen, wie du lebst, wie du fühlst, wie du lachst und wie du bist. Ich habe mir einfach deine Emotionen angeschaut, mein Herz und wieder muss ich feststellen, dass du mich zu einer völlig glücklichen Grinsebacke machst und ich deshalb so viel lächeln muss. "Du, ne?!" ...dann küssen wir uns.




Sonntag, 12. Januar 2020

Anpassungen auf der Seite (Januar 2020)

Hey hallo!

Herzlich willkommen zu einer neuen Runde des lustigen Fragenkatalog-Spieles...wäre es noch vorhanden. Dem ist nun aber erstmal nicht mehr so. Ich habe mich dafür entschieden, da der Podcast eh zum Erliegen und noch nicht zum Wiederaufstehen gekommen ist, die Kategorie "Podcast" durch "Kurzzeiliges für Kurzweiliges" zu ersetzen. Wenn die Interviews irgendwann einmal zurückkehren, erhalten sie natürlich würdevoll einen Platz in einer neuen Kategorie. Aber bis dahin wandern die Dreier-Zeilen-Pakete aus der Gedichte-Rubrik und erhalten ihre Eigene.
Da es eh niemals enden wird, von einzelnen Worten inspiriert zu werden, wird die Kategorie auch fleißig weiterwachsen und Nachschub-Material ist quasi immer direkt greifbar.

Demnach: Podcast ade, Kurzzeiliges für Kurzweiliges ole!

Die weiteren Veränderungen auf der Seite sind ersichtlich und eindeutig, denke ich. Das Design ist verändert und gibt sich in einem erquickenden, sowie post-modernen, blau-grau. Sowohl die Seite an sich, als auch die einzelnen Beitragsbilder, die ich bei FB und Nstgrm verwende, tauchen in dem neuen Design mit ein. Der Hintergrund des Titelbildes ist zumal der Heikörper in meiner Wohnung. Hart mit Filtern zum einem wunderbaren Hintergrund bearbeitet!

Essentiell für alle die, die die Seite im Browser oder Verlauf gespeichert haben: die URL ist auch neu!!

demjoeseinblog.blogspot.com

Klingt logisch, war es auch. Dementsprechend läuft jetzt alles über diesen Seitennamen und sollte sich auch nie mehr ändern. Ansonsten hat sich beim Schreiben nicht so viel verändert. Mal mehr, mal weniger, je nach Emotion und Inspiration. Kurzzeiler oder Challenge-Beiträge...alles bleibt dabei. Das Schreiben macht mir auch in diesem Jahr eine unfassbar gute Laune und ist weiterhin eine großartige Möglichkeit, dem Glück eine Form zu geben. Eine Form aus Zeilen und Worten. Aus Wörtern und Reimen, aus Rahmen und Teilen. Wie wunderbar, du Muse bist, die du mich seit Monaten küsst! Knicks.


Kleines Update. Kleiner Text. Kann man ja auch mal machen, richtig? Richtig!

So long, so far: lest, was bisher zu finden ist und habt einen guten Morgen, Tag oder Abend!

Dienstag, 22. Januar 2019

Dichterdienstag 19KW4 - Folge dem inneren Piepmatz


 
Folge dem inneren Piepmatz

Tief in uns verborgen,
da macht sich jemand Sorgen.
Es ist ein kleiner Piepmatz,
der sitzt auf einem Ast.

Meist hüpft er emsig und auch stetig
von einem auf das and're Bein, dreht sich
und stellt dann fest, dass der Käfig
viel zu klein ist. ...und das täglich.

Wie gern würde er das Türchen öffnen.
Wie gern würde er den Käfig verlassen.
Der kleine Vogel weiß schon gar nicht mehr,
wie es ist zu fliegen. ...viel zu lange her.

Im Inner'n ist es dunkel und auch kalt.
Der kleine Piepmatz zittert schon, doch bald
will er ausbrechen und wieder fliegen,
in den Süden und dem Käfig so entfliehen.

So plustert er sich auf und macht sich bereit.
Eine letzte Nacht in dieser kalten Zeit.
Morgen wird er das Schloss dann knacken.
Den Käfig öffnen und sich vom Acker machen.

Soweit, so gut, der Tag ist nun gekommen.
Der Piepmatz nestelt kurz am Schloss herum,
klick, da springt das Türchen auf. Gewonnen.

Er breitet seine feinen Flüg'lein aus,
macht 'nen Satz, hebt ab und dann
segelt er in die weite Welt hinaus,
ohne Käfig, frei und voller Tatendrang.

Immer Richtung Sonne,
dem inneren Piepmatz hinterher.
Immer Richtung Wonne,
fliegen ist doch gar nicht schwer.

Folge deinem inneren Piepmatz.

Montag, 14. Januar 2019

Die Seele bleibt hier


 Ich erinnere mich noch genau, wie es gewesen ist als du noch da warst. 
Es war eine wunderbare Zeit. Wenn ich zurück denke, kommt in mir ein wundervoll-melancholisches Gefühl auf, das mich mit einem weinenden und einem lachenden Auge an unsere gemeinsame Zeit erinnert. 

Wir sind durch dunkle Tiefen gewandert, haben steile Gipfel erklommen, sind zusammen abgestürzt und dennoch konnten wir uns immer wieder fangen. 
Wir hielten uns gegenseitig fest. 
Wir waren für einander da, wenn wir uns brauchten. Haben aufgepasst, dass es dem anderen gut geht. Wir konnten uns gegenseitig motivieren, kritisieren und blamieren. 
Alles war möglich. Wir waren möglich.

Ich vermisse diese Zeit manchmal und hätte sie dann und wann gerne zurück. Aber du hast dich für einen anderen Weg entschieden. Die Zeit bleibt in der Vergangenheit und somit ein Memo unserer selbst. Wie damals schon wünsche ich dir auch jetzt nur das Beste und alles Positive der Welt. 
Ich hoffe, dass du glücklich bist. Ich hoffe, du vergisst uns nicht. 
Ich wünsche mir, dass du weiter gehst und die Zukunft wählst.

Irgendwann, da werden wir uns wieder sehen und ich weiß jetzt schon, wie es werden wird: voller Freude, Aufrichtigkeit und Loyalität. So lange wir uns an das erinnern, was uns Kraft gibt, wird es uns möglich sein, an das zu glauben, was uns gut tut. 
Wir haben beide unsere richtigen Wege gewählt und schreiten weiter in unserer subjektiven Realität. Bald kreuzen sich unsere Wege wieder, das spüre ich. 
Dann bin ich gespannt, was du zu erzählen hast. Erzähle mir wie dein Leben war. 
Ich werde zuhören so wie immer.

Und so sitzen wir da, schauen in den Himmel, hören Musik, trinken Bier und erinnern uns gemeinsam an eine wundervolle Zeit. Wir lachen, grübeln, schweigen und weinen. 
Wir geben uns Zuspruch, Trost und Ideen.
Wir sind uns sicher, dass es sich wie gestern anfühlt und bleiben in blindem Verständnis für einander genau die Personen, die wir immer waren.

Ich schätze Dich und danke Dir. Ich freue mich, dass wir uns kannten, kennen und immer kennen werden. 

Die Seele bleibt hier.

Dienstag, 8. Januar 2019

Dichterdienstag 19KW2 - Eine Ode an den Traum aus weiter Ferne

Eine Ode an den Traum aus weiter Ferne

Ach wie schön es doch wäre,
wäre Leere keine Leere.
Sei doch einfach da, wenn ich zurück bin
und empfange mich mit Glück-Sinn.

Begegne mir mit Interesse,
dann zeig ich dir auch meine Bässe.
Wann werden wir uns wieder fühlen?
Lieber gleich, sofort...als niemals spüren.

Es gehört doch gar nicht so viel dazu.
Neugier, Sympathie und hinzu
ein bisschen Mut und keine Qualen,
so dass was Neues entsteht bei den Wahlen.

Einen Versuch ist's immer wert,
man munkelt sogar von einem Schwert.
Aber lassen wir den Schneid beiseite.
Was zählt, ist einfach mehr als nur eine Seite.

So appelliere ich an dich, holde Maid,
komm herunter von dem Turme, bald.
Ich warte nun so lange hier, mit Bier,
bis du die Treppen nimmst zu mir.

Dann schreiben wir die Sagen neu,
machen uns're eig'nen Märchen toll.
Reiten auf dem Rücken des Lebens
und waten durch den See des Gebens.
Wir zähmen wilde Drachen.
Machen lauter lust'ge Sachen.
Schreiben Lieder und Oden
über das Leben und die Toten.
Wir trinken Bier und Wein aus Krügen,
werden uns dennoch nicht betrügen.
Wir finden Schätze und Ideen.
Erweitern uns're Horizonte und gehen
gemeinsam Richtung Unendlichkeit.
Schau, da ist der Weg, er ist gar nicht weit.

Ach wie schön es doch wäre,
wäre diese Lehre keine Leere.
Sei doch einfach da, wenn ich zurück bin
und erfülle das Leben mit deinem Glück-Sinn.

Sonntag, 6. Januar 2019

Gedanken zu Papier

Wie der Titel dieses Beitrages vermuten lassen könnte, hätte ich mir Gedanken zu Papier machen können. Habe ich aber nicht. Auf jeden Fall habe ich nicht sonderlich viel über die Verwendung von Papier nachgedacht. Gestern mal kurz, ja. Heute eher nicht so. Deshalb geht's hierbei auch nur um Gedanken, die ich zu digitalem Papier bringe. Das muss ja auch mal sein. Habe ich schon viel zu lange nicht mehr gemacht. Meine Stimmung passt aber ganz gut dazu, einfach mal den Kopf aufzumachen und die Dinge niederzuschreiben, die dort umhergeistern. Es könnte vielleicht etwas chaotisch werden, aber so ist das nun einmal. Und solange die Teilzeit-Lobotomie noch nicht von der Krankenkasse übernommen wird, muss es erstmal so reichen.

Wenn man so mit Leuten redet, hört man ja meistens eher nur bla bla bla bla bla. Voll nervig. Dabei ist es manchmal sogar egal, ob man die Person gar nicht kennt oder doch schon eine Art von Ebene erreicht hat, auf der das Bla eigentlich einen anderen Wert haben sollte als bei den Leuten, die man gar nicht kennt. Es gibt ja leider auch Bla, was sich schön verpacken lässt und erst nach dem Öffnen seine hässliche Fratze zeigt. Es gibt Bla, das auf purer Verunsicherung basiert. Es gibt Bla, das so furchtbar nervig ist, dass man sich wünscht, halt doch einfach deine Stimmbänder unter Kontrolle und schweig'! Was gibt's noch? Avancierendes Bla, dreistes Bla, gelogenes und mit Absicht anders dargestelltes Bla. Phantom-Bla. Spaß- und Unterhaltungs-Bla, Alltags-Bla, Standard-Bla und noch viel mehr...

Bei diesem oberflächlichen Smalltalk bin ich ja eh meist schon raus. Phrasen über Floskeln übers Wetter oder geheucheltes Interesse. Ganz klar, ich bin pro Etikette, keine Frage. Dazu gehört wohl auch ein gewisser neutraler Umgang mit Individuen auf der Kommunikationsebene. Hallo, guten Tag, auf Wiedersehen. Ja, schon. Aber ganz ehrlich...Einige können ja das nicht mal mehr. Ich kann's definitiv, nur manchmal will ich's einfach nicht. Es ist lästig, es ist müßig, es ist es manchmal gar nicht erst wert. Weil man im Vorhinein eh schon weiß, auf was das hinauslaufen wird. Das kann man sich dann schon sparen.
Hoffnung, dass es auch anders sein kann...ja, die besteht ein bisschen. Diese Hoffnung wurde auch schon bestätigt, glücklicherweise, aber tatsächlich nur in Ausnahmefällen. Deshalb lege ich nicht mehr viel Wert in Hoffnung. Auch wenn Grün eine wirklich schöne Farbe ist, die Assoziation zu Hoffnung ist definitiv nicht mehr die Erste, wenn ich an diese Farbe denke.

Ich frage mich manchmal wirklich, warum ich so viel damit zu tun habe, ständig Puzzleteile von Informationen zusammen zu setzen. Die Erfahrung zeigt mir dabei, dass dieses Zusammensetzen dann passiert, wenn ich ein gewisses Bauchgefühl habe. Das Bauchgefühl ist dabei meistens zuerst da und ja, was soll ich sagen, es ist so ein toller Gradmesser, dieses Bauchgefühl. Es ist dann erstmal ein bisschen da und lässt mich immer etwas zweifeln und in Frage stellen. Es kann sein, dass ich mich durch die Annahme eines Bauchgefühls auch etwas anders verhalten und in diesen Momenten nicht ganz frei oder schwieriger bin. Das ist dann aber zu Recht so, da die Intuition mir ja etwas sagt und ich davon dann beeinflusst werde. Die Umwelt bzw. Menschen, die solch eine manipulierte Stimmung meinerseits dann mitbekommen, erleben meistens ein eher trotziges, harsches oder missgünstiges Ich meinerseits. Das ist schade, weil ich dadurch kurzfristig die Mitte verliere und in ein vermeintliches Stimmungs-Extrem umschlage. Dennoch tut es mir nicht leid, denn das Gefühl, welches durch die Intuition entsteht, bestätigt sich ja eh meistens.

Dann vergeht meistens ein bisschen Zeit. Veränderungen passieren. Neue Puzzleteile kommen ans Licht. Ich resümiere, blicke zurück, suche die anderen Puzzleteile, finde das Bauchgefühl wieder, welches schon mit erhobenem Finger auf mich wartet und zack, gibts ein neues Bild mit der Überschrift: Dein Bauchgefühl enttäuscht dich nicht. Danke Bauchgefühl. Diese Erkenntnis war mir ja völlig neu...eben nicht. Die Bestätigung passierte einfach schon so oft, dass ich mir wirklich ernsthaft Gedanken darüber mache, wie ich mit meinem Investitionspotential umgehen soll.

Oft sagt der Bauch mir schon lange im Vorhinein bescheid, wenn etwas nicht stimmt. Manchmal wird dieses Gefühl auch wieder verdrängt oder durch andere Einflüsse etwas entkräftet. Das ist ja ganz schön, wenn Zweifel aufgehoben und vermeintlich aus dem Weg geräumt werden. Aber meistens wird eh wieder eine Enttäuschung passieren und die damit einhergehende Bestätigung eben dieses Gefühls, welches schon lange vorgeherrscht hatte.



Was soll ich machen...? Ne Maske aufziehen kann und will ich nicht. Frei von Gefühlen werden, ja...hab ich mal ausprobiert, klappt aber auch nur bedingt und temporär. So ein Gefühl, auch wenn es als Bauchgefühl eher übertragend gilt, ist dennoch ein Gefühl. Ich mag ja Gefühle aber ich hasse sie auch. Es ist toll und furchtbar ätzend. Wenn man Gefühle so sehr wahrnimmt und diese feinschichtige Zusammensetzung aus Gedanken, Empfindungen, Wünschen und Informationen irgendwie im Bewusstsein bearbeiten muss, wird es meistens wirklich schwierig.

Manipuliert durch die eigenen Ansprüche und die externen Informationen und Investitionen, die wiederum durch diverse Optionen manipuliert werden, weiß der rationale Geist manchmal nicht so recht, wie er die Dinge annehmen und verarbeiten soll. Manchmal ist es ein Informations-Überfluss. Ein Chaos ohne die Möglichkeit einer rationalen Betrachtungsweise. Bei Zeiten ist es so, dass ich die schönen Informationen suche, sie wahrnehmen will, das Chaos zu einer Harmonie machen möchte. Aber ich merke, je mehr ich investiere und nicht nur so tue als ob, desto mehr laufe ich Gefahr, wieder zum Puzzlekönig zu werden, der erstmal im Chaos verweilt und dann doch irgendwann das richtige Bild zusammen fügt.

Ergo: teilzeit Lobotomie oder Verödung der Rezeptoren. Beides irgendwie ne veraltetet klinische Anwendung in der psychiatrischen Behandlung. Na toll (vergesst bitte meinen Sarkasmus nicht).
Und just, als ich schrieb, "vergesst meinen Sarkasmus nicht", wird mir klar, dass ich ihn manchmal selber vergesse. Ich glaube, er kann ein gutes Werkzeug sein, um mich vor vielem zu schützen.
Aber auch nicht immer, weil er auch nur begrenzt anzuwenden bzw. nicht permanent hilfreich ist. Oft schlägt er sich so nieder, dass er nicht verstanden oder als Anfeindung angesehen wird. Das macht es wiederum schwieriger überhaupt an etwaigem Bla teilzunehmen und ist dann eher nicht konstruktiv. Aber nun gut. So ist das System. Das ist schon okay. Die natürliche Selektion regelt das schon. Das weiß ich und das sollte ich mir einfach nicht so zu Herzen nehmen. Dabei hat es potentiell so viel zu geben. Wenn ich weniger ranlasse, könnte es eben sein, dass ich auch weniger gebe. Da das in der heutigen Zeit aber auch relativ egal ist, wie viel man gibt, ist das eigentlich auch egal.

Die Optionalität der Kurzfristigkeit und die vermeintliche Bestätigung gemeinsamer Interessen machen das Leben zu einem temporären Vergnügen. Ich brauche definitiv noch Zeit, mich daran zu gewöhnen. Wobei ich eher zweifle, dass ich mich je ganz an diese Zeit gewöhnen kann. Aber das ist okay. Geduld. Zeit. Weniger Gedanken und die handvoll Leute, auf die man sich wirklich verlassen kann, das muss ja reichen!

Aber wahrscheinlich sind meine Ansprüche auch einfach zu hoch. Ich muss mal mit denen reden und ihnen sagen, dass sie kleinere Brötchen backen sollen und nicht so viele im Vorhinein. Das lohnt nicht. Wer soll die denn alle essen?!

Dienstag, 1. Januar 2019

Dichterdienstag 19KW1 - HNY

Am ersten Dienstag in diesem Jahr
wird auch gedichtet, ist doch klar.
Mit Kater oder ohne, ist die Frage.
Und ich sage: ohne an diesem Tage.

Relativ gemütlich war es gestern.
Kein Trallala, kein Stress, kein Lästern.
In ruhiger, fast genehmer Einsamkeit
saß ich hier und so verstrich die Zeit.

Die Zeit, um Dinge zu durchdenken.
Kann ich Ziele sehen, gar lenken?
Zeit, zu sehen, dass es voran geht
Pläne, Optionen, Realität?!

So wünsch' ich mir für dieses Jahr
ein gutes Gespräch an einer Bar.
Austausch, Nähe, Begeisterung
und generell ein bisschen Schwung.

Dazu ein Bier auf zwei auf drei auf vier.
Hallo schöner Mensch wie geht es Dir?!
Fühlst du dich dann angesprochen, ob
Schönheit oder Bier, wäre das natürlich top!

Ich poliere nun das Schwert erneut.
Denn nur im Glanze dieser Klingen
klappt das mit dem Leid, der Freud',
und den intensiven Dingen.

Ich rufe nun hiermit auf, so höre mich,
Hyper, Hyper! How much is the fish?!
Kommt in Scharen zum Casting bald.
DIADN von nebenan und nicht im Wald.

Wobei...Wälder sind ja auch ganz schön.
Bäume, Gräser, im Sommer meistens grün.
Aber die kleinste Castingcouch der Welt
steht nicht im Wald und braucht kein Geld.

Gehabt Euch Wohl an diesem Tage,
macht das Beste aus euch und der Lage.
Bleibt froh und frei und wunderbar.
Auf das Leben und ein tolles neues Jahr.