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Dienstag, 7. Januar 2020

Fernglück


Fernglück

Nun sitze ich nieder und schreibe dir,
diese Worte und Zeilen auf das Papier,
des Briefes, der dein Siegel trägt,
des Buches, was aus deinem Leben erzählt.

Gar nicht lange her und trotzdem so ewig.
Die räumliche Distanz verteuf'le ich stetig.
Ich träume von dir und sehe dich.
Du fehlst mir sehr und ich sehne mich.

Der Alltag, wieder zurückgekehrt,
ist nur halb so toll, eher verkehrt.
Es fehlt ein ganz besonderes Stück
in meinem Puzzle vom vollständigen Glück.

So weiß ich:
um deine Konturen genau;
an welchem Platz das Teil komplettiert;
zu welcher Zeit es am meisten fehlt;
warum ich es ständig ersehn';
weshalb das vollständige Bild so wunderschön.

Bald, nur einen kurzen Aufenthalt später,
sehen wir uns dann endlich wieder.
Wundervolles Aufwachen neben dir,
Estrebenswertes Einschlafen mit dir.
Vervollständigtes Sein wegen dir.
Mein Herz ist völlig bei dir.

Wenn man mich fragt, ich dann sag':
Du fehlst mir hier ganz schön sehr!,
ist es mein Wunsch und mein Traum,
wieder bei dir zu sein, in deinem Raum,
dir da zu sein, so nah wie es geht,
dich wahrzunehmen, wie du lebst,
dich anzusehen, wie du dort bist,
dich zu berühren, wie du es willst.

Ich habe dir mein Herz geschenkt,
ließ es an deinem Fleckchen Erde zurück,
sicher wissend in deinen Händen,
teilen wir unser Glück.





Mittwoch, 3. April 2019

Dichterdienstag 19KW14 - Lappenmann

Es ging einst längs die Straße lang,
ein Typ...und zwar der Lappenmann.
Er wedelte so mit seinem Lappen rum.
Oh Graus, oh Graus, er war ganz krumm.

Was wedelst du so rum, du Lappentyp?
Machst du sauber oder hat dich keiner lieb?
Pack den Lappen lieber wieder ein!
Wie sind hier nicht im Zoo, du Schwein!

Wie jetzt? Wo jetzt? Nicht im Zoo?
Wollt' nur wedeln und war schon froh,
hier mit dem Lappen zu markieren...
...weil: jeder wird mich lieben...!

In den Staub mit dir, du Lappenmann!
Guck, da liegt der Dreck, nun fang schon an,
zu tun, wie es dir befohlen ist.
Nimm ihn auf, den ganzen Mist.

Lieber wedel' ich mit meinem Lappen rum.
Irgendwer find's schon toll, wenn's dumm,
ist, dann ist's auch einfacher für mich.
Lappen an Lumpen, an mein Gesicht.

Hinfort mit dir, du schmieriger Lump!
Lappenliebe ist und bleibt so plump,
wie dein artverwandter Aufnehmer,
Lappen und Lumpen ohne Wiederkehr.

Lass meinen Lappen Lappen sein, du Wicht.
Du hast bestimmt keinen Eigenen, nicht?!
Du bist nur neidisch auf meinen Lappen.
Und hast bestimmt selbst nicht viel zu lachen.

Mit Nichten, du lausiger Lappenmann,
alles gut...nur frag ich mich ab und an,
wann werden Lappen endlich leise sein?
Wann wird der Dreck ein Teil von euch sein?

Keine Ahnung, ist mir ziemlich Peng...
Hauptsache wedeln, so aus der Lameng,
Lappen hier und Lumpen dort,
Ich mach, was ich will, an diesem Ort.

Traurige Lappenliebe par excellence,
ich schüttel den Kopf und geb's auf,
den Sinn dahinter zu erkennen...
Bitte, Leben...lass die Lappen brennen.

Es ging einst längs die Straße lang,
ein Typ...und zwar der Lappenmann.
Es wird sie immer geben, diese Lumpen...
...Lappen sind leider echt und nicht erfunden.