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Donnerstag, 3. Oktober 2019

Dichterdienstag 19KW39 - 39



39

Diese Zahl an sich, so ganz für sich,
könnte unter Anderem vom Lotto sein,
oder gar eine Addition vieler Dreien.
An und für sich ist sie aber ganz anders wertig.
Wird sie doch kleiner, je weiter
man sich der Reduzierung nähert.
Je weniger die Zeiten werden,
desto größer wird die Freude werden.
Ein Countdown sie zu knechten,
eine Zahl die zum Echten
wird und endlich das zusammenführt,
was ganz einfach zusammengehört.
Diese Zahl gilt es nun zu verwenden,
um damit tägliche Vorfreude zu senden.
Warum dreht die Zeit sich manchmal nur so langsam?
Wäre es nicht schön, wäre sie jetzt schon unaufhaltsam
schnell und rasant heruntergezählt?!
Oh ja, das wäre völlig fantastisch,
total großartig und galaktisch.
Auf jeder Ebene erstrebenswert
und einfach wundervoll und lebenswert.
Bald, bald und immer mehr
kommt er dann immer näher:
der Tag an dem die Null dann steht
und endlich die Verbindung passiert.
Ich zähle nun die Tage,
sehe nach vorne ohne Frage,
freue mich auf jede Stunde
und höre es schon aus deinem Munde.
Wie lang es damals noch gedauert hat...
und jetzt, schließlich, endlich ist der Tag!

Dienstag, 17. September 2019

Dichterdienstag 19KW38 - Kreativität

Kreativität tropft aus allen meinen Poren.
Ich Kann sie weder stoppen noch hindern,
zu fließen. Sie ist da, ungewollt auserkoren
und hilft mir dabei, die Tristess zu lindern.

Kreativität tropft aus allen meinen Händen,
tropft und tropft und hört nicht auf
in Worten sich zu ergründen,
in Tönen sich zu ergießen,
in Farben sich zu erfließen.
Sie tropft und tropft und hört nicht auf.

Kreativität tropft aus allen meinen Seelen,
fliegend, auf und nieder, immer wieder,
im Kreis herum, um sich selbst ergeben,
strahlend, gleißend, leuchtend, immer wieder.

Kreativität strömt aus
meinen Poren,
meinen Händen,
meinen Seelen,
Öffnet Schranken, Fenster, Türen,
schreibt Bände, spielt Lieder und malt Bilder.
Immer wieder, nie zu wider,
stet'ger Quell, stet'ges dunkles Hell,
Niemals versiebend, ihr ständig erliegend.

Eines sei dir gesagt, liebe Kreativität:
Ich danke dir!

Dichterdienstag 19KW37 - Sonntags - das Nachts fürs Gehirn

Nachts - das Sonntags für's Gehirn

Nachts, da ist es meistens friedlich,
denn dann, meistens, schlaf' ich
ungestört vom Gedankenapparat.
Manchmal mag ich zwar auch Salat,
aber eher selten. Denn, was zählt, wenn
ich darf, ist die Stille, wenn ich penn'.

Wenn die Lider sich vor die Augen schieben,
sich wie ein schwerer Vorhang vor die Pupillen legen,
dann ist das Theater meist vorbei,
die Bühne ist leer. Stummes Geschrei
dröhnt dann nicht mehr, nimmer
das Palavern des Einheitsbreis.
Alles ruhig, alles still.
Selbst in mir drin.

Irgendwann endet dieser Frieden natürlich  wieder,
dann gehen sie wieder auf, die Lider.
Auf geht der Geist und der Verstand.
Auf geht das Ohr und noch was Anderes.
Palim, palim, da ist sie ja schon wieder.
Kaum verändert, kreischend hell,
erdrückend laut und fahrig schnell.
Diese schöne, bunte, runde Welt.
Widewidewie sie mir gefällt.
Vielleicht träume ich ja noch.
kann es sein, dass es gerade nach Kaffee roch?

Und schon wieder war ein Sonntag vorbei.
Hooray, dachte ich mir noch, als es nach Kaffee roch.
Aber das war Einbildung! Danke Sonntag,
wirklich, danke! Es gibt keinen besseren Tag,
um zu merken, wie wichtig doch die Zeit ist,
die man nicht bemerkt, wenn es wieder mal soweit ist.

Das nächste Sonntags folgt auch meist,
spätestens später dann, wenn's wieder heißt:
Augen zu und in den Staub mit dem Lärm
Nachts - das Sonntags für's Gehirn.

Dienstag, 3. September 2019

Dichterdienstag 19KW36 - Manchmal Melancholie


Manchmal Melancholie

Ich schreibe so viel und mache so wenig,
denke so viel und handle nur mäßig.
Manchmal gucke ich in den Himmel empor,
lasse die Gedanken Gedanken sein und stelle mir vor,
wie es wäre, jetzt auf dem Mond zu sein.
Wäre es friedlich, luftleer oder allein?

Ich schweige so viel und sage so wenig,
diskutiere mit mir selbst oft zu emsig.
Manchmal schaue ich mir die Sterne an,
lasse die Gedanken Gedanken sein und frage mich dann,
wie es wäre, wären wir nicht allein.
Wäre es neutral, krieglich oder gar fein?

Ich empfinde so viel und gebe so wenig,
nehme es auf und verarbeite es täglich.
Manchmal schaue ich stur in den Horizont,
lasse die Gedanken Gedanken sein und fahre fort,
mir zu wünschen und zu erstreben:
ein freies, gutes und wundervolles Leben.

Ich bin nicht viel, zudem auch wenig,
leuchte meistens dunkler als ein Irrlicht.
Manchmal schaute ich dich einfach an,
ließ die Gedanken Gedanken sein und sagte dir dann,
wie schön du bist, wie hell du scheinst.
Wie furchtbar es ist, wenn du weinst.
Wie erstrebenswert dein Kosmos ist,
wie wunderbar und toll du bist.

Manchmal schaue ich in die Nacht empor, 
lausche den Wolken und bin ganz Ohr.
Ich höre dich noch von Weitem rufen,
schaue mich um und fange an, zu suchen.
Aber es ist nur ein Echo vergangener Zeiten,
was mich daran erinnert, nicht zu entgleiten.

Dienstag, 6. August 2019

Dichterdienstag 19KW32 - Denke, Henker. Dichte, Richter.

Denke, Henker. Dichte, Richter.

Wenn aus "Dichter und Denker"
"Richter und Henker" wird, wird
es unsere Aufgabe sein werden,
erneut die alten Werten zu erwerben.

Einst schrieben und dichteten sie.
Heut' richten und wortschlachten sie
jede Meinung so derbe auseinander,
dass man meinen könnte, jeder hat 'nen Hammer.

Egal um welches Urteil es nun geht,
ob von Westen, Osten, Norden oder Süden,
der Wind der kommunikativen Mobilmachung, der weht,
meistens stark, manchmal mäßig, selten gediegen.

Die Bühnentauglichkeit der neuen Plattform
ist auf jeden Fall die neueste Wert-Norm,
wenn es darum geht, mitzumachen,
sich zu positionieren und anzufachen.

Ob Spaß, ob Nahrung, ob Unterhaltung,
ob OBs, ob Gummis, ob Vergeltung,
nebst Kleidung, Behaarung oder Schmuck,
liegt alles unter diesem stetigen Urteilsdruck.

Meinungen kann man ja durchaus haben.
Der Gerichtssaal ist allerdings kein Debattierclub...
das muss man schon so sagen.

Schnell wandelt sich der Raum zur Folterkammer,
wird dann zum öffentlichen Pranger
und letztendlich zum Schafott.

Das Schöne ist, am nächsten Tag ist alles vergessen...
verlaufen im Sand und Blut der letzten Qual,
bereit für ein nächstes - wieder - letztes Mal.

Es passiert, es nicht schön, es ist normal.
Ob gefragt oder ungefragt, ein jeder sagt,
was er denkt oder fühlt oder ist geplagt,
dass ein jeder fühlt, was er denkt oder fragt.

Dienstag, 23. Juli 2019

Dichterdienstag 19KW30 - Unter der Gürtellinie ('xtnd)

Unter der Gürtellinie (extended)

Ungenierte Blicke wandern über verdeckte Ziele.
Wagen es zu ersuchen, was niemals jemand
im Vorhinein wissen werden kann.

Vermeintliche Unsichtbare, diese Blicke.
Nicht gänzlich ungesehen und niemals ungeschehen.
Zugegeben: effektiver für sie als für ihn.

Denn wie jeder einmal lernen wird:
die Enttäuschung über minimale Unbefriedigung
ist eine maximal-traurige Vorstellung.

Deshalb prüfe stets, was zu prüfen ist.
Es soll ja nachher keiner sagen:
"Hättest du das mal vorher gewusst!"

Dennoch seid Euch immer gewiss,
sowohl Weiblein als auch Männlein,
Vieles ist einfach nicht so, wie es ist.

Variationen, Formen, Farben und Größen.
Alles ist nunmal vetreten. Gegeben
dank der Physiologie der Anatomie.

Entweder voll des Glücks oder halt des Pechs,
im Reigen des Gürtellinien-Roulettes
wird es immer spannend bleiben.
(Außer man cheatet oder bekommt nen Tipp
oder fragt einfach mal nach nem Pic.
Sie ist zwar nicht so Eine, aber sie hasst diesen Trick.)

Inständig hofft man einfach, dass Alles
gut und das subjektive Empfinden
zufrieden ist - im Falle eines näheren Falles.

Bennent die Dinge ruhig beim Namen.
Unter der Gürtellinie kann man Betragen
eh vergessen. Es geht um's Nageln.

Unter der Linie geht der Spaß ja weiter.
Meistens heiter, weiter, immer weiter,
manchmal heißer, manchmal fleiß'ger.
In Perfektion von Deckungsgleichheit
gelingt die intensivste Zeiteinheit:
Stillstand.

Vergessen ist das Ticken der Zeiger.
Vergessen...die Erde dreht sich weiter.
Vergessen ineinander: bitte bleib' da.
Vergessen im Einklang der Zweiheit
gelingt die intensivste Zeiteinheit:
Stillstand.

Deshalb prüfe stets, was zu prüfen ist.
Es soll ja nachher keiner wagen, zu sagen:
"Hättest du das mal vorher gewusst!"